Das Vogelmädchen und der Mann, der der Sonne folgte

Buch von Velma Wallis, Jim. Grant, Angelika Naujokat

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das Vogelmädchen und der Mann, der der Sonne folgte

Zwei junge Menschen im eisigen Alaska lehnen sich gegen ihre Sippe auf: Jutthunvaa', das Vogelmädchen, das besser als alle anderen Vogelstimmen imitieren kann, wird verstoßen, weil sie Jägerin werden will. Während sie allein in die Wildnis zieht, begibt sich ein anderer auf eine lange Wanderung: Daagoo will seinen Stamm in ein Land führen, in dem die Sonne auch im Winter aufgeht. Wie sich das Schicksal dieser beiden verbindet, erzählt Velma Wallis mit einer brillanten, klaren Sprache, indem sie zurückgreift auf den Legendenschatz ihres Volkes, der Athabasken.
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Bewertungen

Das Vogelmädchen und der Mann, der der Sonne folgte wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Vogelmädchen und der Mann, der der Sonne folgte

    Verlagstext:
    Zwei junge Menschen im eisigen Alaska lehnen sich gegen ihre Sippe auf: Jutthunvaa’, das Vogelmädchen, das besser als alle anderen Vogelstimmen imitieren kann, wird verstoßen, weil sie Jägerin werden will. Während sie allein in die Wildnis zieht, begibt sich ein anderer auf eine lange Wanderung: Daagoo will seinen Stamm in ein Land führen, in dem die Sonne auch im Winter aufgeht. Wie sich das Schicksal dieser beiden verbindet, erzählt Velma Wallis mit einer brillanten, klaren Sprache, indem sie zurückgreift auf den Legendenschatz ihres Volkes, der Athabasken.
    Quelle: amazon.de
    Meine Meinung:
    Velma Wallis verwebt in ihrem zweiten Roman mehrere uralte athabaskische Legenden ihres Volkes miteinander: Die Geschichte von Vogelmädchen, die nicht heiraten und das eingeschränkte Leben einer Frau führen, sondern lieber herumstreifen und jagen möchte, und die Geschichte von Daagoo, der sich danach sehnt, die Kälte und Dunkelheit Alaskas hinter sich zu lassen, um das Land der ewigen Sonne zu entdecken, von dem einst ein Vorfahr berichtet hat und dessen Reiseroute er, auf eine Büffelhaut geritzt, stets bei sich trägt.
    Das Buch bearbeitet also ein zeitloses Thema: Es handelt von Menschen, die "anders" sind, das aber nicht sein dürfen. Individualität oder gar alternative Lebensentwürfe werden von der Sippe nicht geduldet - die Menschen müssen sich entweder den überkommenen Regeln und Rollenmustern anpassen oder werden zu Verstoßenen und Einzelläufern. Anschaulich zugespitzt wird das im Dialog von Daagoo mit seinem Vater, als der umtriebige Sohn fragt, ob der Vater denn etwa nicht wissen wolle, was sich hinter den Bergen im Norden befinde, die ihr Jagdgebiet begrenzen, und der Vater antwortet, dass er das schon gern wissen wolel, aber davon würde kein Tier gejagt und kein Mensch satt, die Sippe würde davon keinen Tag überleben. Natürlich haben beide Recht, aber zu dieser Zeit, unter den herrschenden Lebensumständen, kann eine Sippe es sich nicht erlauben, Abweichler „durchzufüttern“; jeder muss seinen Anteil leisten, sonst überlebt die Sippe nicht.
    Beide ProtagonistInnen wollen ihrer scheinbar ausweglosen Situation entfliehen - und kommen vom Regen in die Traufe... Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten.
    Mir hat sehr gut gefallen, wie die Autorin die beiden Lebenswege der ProtagonistInnen immer wieder lose miteinander verknüpft. Sie beschönigt auch nicht die Grausamkeiten und das Leid, das die verschiedenen Völker der First Nations einander viele Jahrhunderte lang antaten. Sehr bewegend fand ich das Nachwort von Iggiagruk William L. Hensley, einem Häuptling der Inupiat (ein Inuit-Volk in Alaska), dessen Leute in den athabaskischen Sagen und auch in diesem Roman das Feindbild schlechthin bilden (und umgekehrt genauso!), der jedoch statt weiterer Zwistigkeiten den gemeinsamen Kampf gegen die Feinde des modernen Lebens - wie den Verlust des Gemeinschaftssinns und der Muttersprache - der indigenen Völker Alaskas ausruft.
    Wie auch schon in ihrem Erstling "Zwei alte Frauen" bedient sich Wallis einer unprätentiösen Sprache und geradlinigen Erzählweise, die manche LeserInnen als zu schlicht empfinden könnten, die meines Erachtens jedoch sehr gut zu der archaischen Lebenswelt des Romans und seinen einfachen, dabei aber alles andere als simplen Lebensweisheiten passt.
    Die Illustrationen von Jim Grant, selbst als Athabaske geboren, nach Kalifornien adoptiert und später nach Alaska zurückgekehrt, sind hilfreich zur Verdeutlichung der im Buch geschilderten Lebensverhältnisse, haben mich jedoch darüber hinaus nicht angesprochen.
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Ausgaben von Das Vogelmädchen und der Mann, der der Sonne folgte

Taschenbuch

Seitenzahl: 224

E-Book

Seitenzahl: 185

Hardcover

Seitenzahl: 220

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