Alle Sprachen dieser Welt

Buch von Zbigniew Mentzel

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Alle Sprachen dieser Welt

    Original: Wszystkie jezyki swiata (Polnisch, Januar 2005)
    ZUM BUCH: Der Ich-Erzähler Zbigniew (alter ego des Autors?!)sitzt auch mit 46 Jahren noch den lieben langen Tag in seiner winzigen, mit Büchern vollgestopften Warschauer Wohnung, beobachtet seine Nachbarn, spekuliert an der Börse und denkt ergebnislos über die »Sprache der Zukunft« nach. Sein Vater war erst ein tapferer Soldat und dann ein pflichtbewusster Angestellter war, der keinen Tag in der pharmazeutischen Abteilung seines Krankenhauses gefehlt hat (aber warum???), und seine Mutter, die eigentlich Konzertpianistin und Dichterin werden wollte, setzte große Hoffnungen auf ihren Sohn (aber warum???) und trauert recht verbittert einer alten Liebe nach.
    Der Roman spielt an einem einzigen Tag, knapp zehn Jahre nach dem Ende des Kommunismus in Polen. Der 17. Januar ist der Jahrestag der „Befreiung“ Warschaus durch die Rote Armee und der letzte Arbeitstag seines Vaters. Während Zbigniew auf ein Rendezvous mit dem Vater wartet, lässt er wichtige Stationen seines Lebens Revue passieren. Aber warum dieser Tag auch für ihn der wichtigste Tag seines Lebens sein wird, erfährt der Leser erst am Schluss dieses mit feinem Humor geschriebenen Romans, der dahinter gerade mal angedeutet allerdings auch Dramen im geschichtlichen Kontext verbirgt als auch in den Leben insbesondere der Eltern.
    (Kurzbeschreibung von Amazon deutsch und französisch, leicht geändert):
    EINIGE GEDANKEN: Man fragt sich verwundert, was das Thema des Turmbaus zu Babel und der Sprachenverwirrung als Eingangsthema wohl bedeuten mag. Nach und nach – ich muss was mich anbetrifft gestehen: sehr spät – sieht man wohl, dass es indirekt hier, und hinter vielleicht oberflächlich lustigen Geschichten oder gar Anekdötchen – auch um Fragen des Sich Verstehens und der Kommunikation geht. Es heißt, dass die Eltern einander nicht verstanden, oder die Mutter auf ihren Sohn ihre Vorstellungen und Träume projiziert, oder die Eltern gleichzeitig wohl nie den Kern der Dinge frei und frank erzählt und geteilt haben. Was wird Menschen einander verstehen lassen? Wird der so oft gescheiterte Zbigniew, der umsonst seit Jahren über seinem Buch sitzt, endlich „reden“ lernen? Ich dachte an ein Lied von Pink Floyd: „Keep talking“.
    Neben oder mitten in diesen persönlichen Befindlichkeiten wird der Einfluss, die Auswirkungen der „Großen Geschichte“ auf das Leben der Einzelnen dargestellt: so sind wir alle stets auch Kinder unserer Zeit.
    Ich hatte ein seltsames Lesegefühl: manchmal wollte ich das Buch gelangweilt beiseite legen, abbrechen, doch etwas sagte dann, dass da doch irgendwas dran ist. In dem Sinne fand ich das Lesen nicht absolut offensichtlich. Es gibt ganz geschickte, schlichte Andeutungen, die es zu entdecken gilt. Dann scheint mir dieses Buch wirklich interessant! Und mit wachsendem Abstand sehe ich dieses Buch immer positiver.
    ZUM AUTOR: Zbigniew Mentzel, geboren am 20. April 1951 in Warschau, studierte polnische Philologie, war bis zum 13. Dezember 1981, als in Polen das Kriegsrecht eingeführt wurde, Assistent an der Warschauer Universität und schrieb für Polityka. Anschließend arbeitete er für den Londoner Exilverlag Puls. Nach dem Ende des Kommunismus in Polen wurde er Repräsentant des Verlagshauses in Polen und Herausgeber der Zweimonatsschrift ‚Puls’. Er ist Verfasser zweier Erzählbände und einer satirischen Chronik des kulturellen Lebens in den letzten Monaten der Volksrepublik Polen. Seine Haupteinnahmequelle sind Börsenspekulationen.
    Taschenbuch: 180 Seiten
    Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 2006)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 342324528X
    ISBN-13: 978-3423245289
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Ausgaben von Alle Sprachen dieser Welt

Taschenbuch

Seitenzahl: 180

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