Eine Vorhaut klagt an
Buch von Shalom Auslander, Eike Schönfeld
Titel: Eine Vorhaut klagt an: Erinnerungen
Shalom Auslander (Autor) , Eike Schönfeld (Übersetzer)
Verlag: Berlin Verlag
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 304
ISBN: 9783827007728
Termin: Oktober 2008
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Bewertungen
Eine Vorhaut klagt an wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,8 Sternen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Eine Vorhaut klagt an
- Conor
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5. April 2010 um 16:59
"Ich glaube an Gott. Das ist für mich ein echtes Problem."Weiterlesen
Shalom Auslander berichtet von seiner Kindheit in einer lieblosen, aber frommen Familie in einem jüdisch-orthodoxen Viertel in New York, von seiner Ehe und der Geburt seines Sohnes und erzählt von seiner inneren Zerrissenheit bezüglich der Beschneidung.
Als Kind musste er sich den vielen Regeln unterordnen, muss den Traditionen des Vaters und des Rabbis folgen. Für Shalom ist der Gott ein strafender Gott, der ihm das Leben schwer macht.Dauernd fürchtet Shalom, dass jemand bestraft wird, sollte er einen Fehler begehen.
Ihm wird vorgeschrieben, was er zu essen hat - was ist koscher, was nicht?
In der Pubertät beginnt er daher, diese Regeln zu brechen und geht dann eine Zeitlang nach Jerusalem, um auf den rechten Weg zurückzufinden.
Noch als Erwachsener plagen ihn Gewissensbisse und die Zerrissenheit.
Um mal ein Beispiel zu nennen:
Um ein Spiel der Rangers live zu erleben, legt er mit seiner Frau Orli 20 Kilometer zu Fuß zurück - nur weil Samstag/Schabbat ist und es verboten ist, den Bus oder das Auto zu benutzen. Als die Rangers verlieren, isst er zur Strafe Gottes einen Hot Dog.
Sein Schreibstil ist zum Teil recht derb - so benutzt er zum Beispiel das Wort "Fuck you".
Auslander hat einen respektlosen, bitterbösen, aber auch unterhaltsamen Roman geschrieben, der einen auch im Nachhinein noch beschäftigen kann.
Zudem erfährt man etwas über die jüdisch-orthodoxen Regeln. -
Rezension zu Eine Vorhaut klagt an
- Ralf
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28. Januar 2009 um 09:37
Shalom Auslander ist in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde inWeiterlesen
New York aufgewachsen. Bisher von ihm erschienen ist der Kurzgeschichtenband
„Vorsicht, bissiger Gott“ und nun die Erinnerungen „Eine Vorhaut klagt an“
Shalom Auslander schreibt von seiner Kindheit in einer ultra-orthodoxen Gemeinde in New York. Er beschreibt ausführlich die
Repressalien seiner Glaubensmitglieder. Das geht schon beim Essen los. Es gibt mehr als siebzig Regeln dafür, was man zu welcher Zeit essen darf und was nicht. Auch die Sabbat-Regeln sind peinlich genau einzuhalten. Bei
Nichteinhaltung der entsprechenden Regeln bestraft Gott entweder sofort oder in einer späteren Existenz im Himmel oder in der Hölle. Shaloms Leben wird geprägt von Schuld, schlechtem Gewissen und Reue. Er probiert das Leben aus, doch
Pornohefte, Fast Food und Drogen können ihn nicht von seinem schlechten
Gewissen heilen. Auch sein späterer Psychotherapeut kann ihm kaum helfen. Auf die Frage seines Therapeuten, ob er denn wirklich glaube, dass Gott ihn ständig beobachte und strafen wolle, sagt Shalom, dass er das nicht glaubt, sondern dass er es weiß. Shaloms Frau kommt am Ende des Buches zu einem vernichtenden
Fazit: Sie meint, dass theologischer Missbrauch wesentlich schwerer wiegt als jeder körperliche Missbrauch.
Mein Fazit:
Dieses Buch ist als Satire angelegt und soll auf lustige
Weise den Wahnsinn von Dogmen extremistischen Glaubens veranschaulichen. Zuerst habe ich auch viel gelacht, doch je weiter ich in dem Buch fortschritt, desto kleinlauter wurde mein Lachen. Bei der Behauptung, dass theologischer
Missbrauch am schwersten wiegt, war es mit meiner Kicherei zu Ende. Ich
überlege, ob ich mit diesem Wissen das Buch noch ein weiteres Mal lesen will. Doch dann weiß ich, dass ich wahrscheinlich bei den einen oder anderen Stellen weinen und nicht lachen werde, und bin glücklich, dass ich all diesen Horror nicht am eigenen Leib erleben musste.
LG Ralf.
Ausgaben von Eine Vorhaut klagt an
Besitzer des Buches 9
Update: 6. Januar 2025 um 08:46




