Goethe und Schiller

Buch von Rüdiger Safranski

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Goethe und Schiller

Über die außergewöhnlichste Freundschaft in der Geschichte des Geistes. Goethes und Schillers Freundschaft gilt als Traumpaarung der deutschen Klassik, als Sternstunde des Geistes. Doch ganz konfliktfrei war ihr Verhältnis nicht. Obwohl sie sich gegenseitig halfen und inspirierten, beneidete Schiller den großen Goethe und fürchtete sich Goethe vor dem Aufstieg Schillers. In seinem spannend zu lesenden Buch erzählt Rüdiger Safranski die gemeinsame Geschichte der beiden Geistesheroen von der ersten Begegnung 1779 in Stuttgart bis zu Schillers Beerdigung in Weimar, der Goethe fernblieb.
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Bewertungen

Goethe und Schiller wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Goethe und Schiller

    Gelegentlich sieht man auf der Autobahn für extra große Öltanks Werbung, bei dem der Öltank mitteilt: Ich bin zwei Öltanks. Das könnte dieses Buch gleichfalls: Ich bin zwei Bücher.
    Es ist aber eins und auch nicht zweigeteilt. Wer sich aber für Goethe und Schiller interessiert, allein schon weil suggeriert wird, sie würden zur Allgemeinbildung gehören, hält mit diesem Buch einen Einstieg zu den Personen und ihrem Schaffen auf höchstem Niveau in den Händen. Höchstes Niveau, das könnte abschrecken, doch das will und muss nicht bedeuten, dass jemand mit überdurchschnittlichem Geist, wie eben Safranski, Teile aus seinem unsäglichen Wissensfundus so aufarbeitet und in Form bringt, dass es Otto Normalverbraucher nicht langweilt und vor Detailtreue und Weltvergessenheit nicht schwindlig werden lässt.
    Es sind keine vollständigen Biographien der beiden. Das Buch setzt vor dem Entstehen ihrer Freundschaft an. Aber eben gekonnt, so dass man keine Vorkenntnisse besitzen muss. Allein das schon ein Kunststück. Ein Freundschaft, die hätte keine sein müssen und es am Anfang, ginge es nach Goethe auch vermutlich keine geworden wäre. Die, die jedoch aus dem Bemühen Schillers dann letztendlich erwuchs, bildet in der Entwicklung als auch ihrem Verlauf eine flüssige spannende Geschichte. Und eben jener nimmt sich das Buch intensiv an, ohne sich in Kleinigkeiten zu verrennen. Biographisches bleibt nicht außen vor, bestimmt aber nicht vorrangig Safranskis Erörterungen.
    Der Stil ist weich, gediegen, sachlich - nicht kalt oder distanziert. Die Sprache ist soweit auf Alltag runtertransferiert, dass einen der riesige Sachverstand der sich dahinter schon fast versteckt keine Sorgen bereitet. Profan wird sie dadurch aber nicht. Das ist ein Aspekt für die Lesbarkeit solch klassischer Schwergewichtigkeit. Es ist ein spannendes Buch. je weiter in einem Buch vorankommt, umso größer die Gefahr, dass es sich im letzten Viertel zieht, zäh wird, die Spannung weicht und man das Ende lediglich als disziplinarisches Exempel gegen sich selbst statuiert. Hier bleibt es jedoch spannend bis zum Schluss.
    Kompakt, lebendig, erhellend, anregend, unterhaltsam, fordernd ohne zu fordern - ein gutes Buch. Eines von den seltenen Büchern, die wissend beim Beenden weiter nach sich ziehen werden. Bei mir in diesem Fall ein Biographie über Goethe und eine über Schiller. Und es war kein Fehler, nachgesetzt zu haben. Die Luft war aber noch nicht ganz raus. Es folgte
    „Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe in den Jahren 1794 bis 1805“ Band 1
    Exkurs
    Eine kurzweilige Unterhaltung ist garantiert. Man muss nicht alles verstehen, natürlich fehlt immer mal wieder der konkrete Hintergrund. Auch ist Sprache eigen. Doch das hat mir sehr viel Freude bereitet. Nebenbei bekommt auch etwas mit von Sprachentwicklung. Nichts, um es am Stück zu lesen. Zumindest für mich. Also etwas für zwischendurch oder Bettlektüre.
    Auf den zweiten band kann man als durchschnittlicher Leser verzichten. Es sind ausschließlich Fußnoten.
    Bei Schiller erscheint es zudem noch verlockend, sich mal mit seiner Doppelliebschaft mit den Lengefeld-Schwestern zu widmen. Kann sein. Auf keinen Fall mit dem Buch Jüngling / Roßbeck „Schillers-Doppelliebe“. Es ist zäh, spröde, langweilig, unübersichtlich, verzettelnd, aufgebläht, breit getreten, leblos, nie spannend. Durch die erste Hälfte des Buches hat mich bloß zivilisatorische Selbstgeißelung getrieben. Ein Buch liest man zu Ende. Nein, habe ich ohne zu zögern beschlossen. Buch geschlossen. Gestorben. Dabei sooo ein Thema. Die blaue Tonne hat es selig.
    Exkurs Ende.
    Abschließend.
    Wenn Goethe oder Schiller, dann ruhig dieses Buch, das nicht überfrachtet ist, neugierig machen kann und einem noch jeweils den anderen gratis als Anregung dazu gibt.
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Ausgaben von Goethe und Schiller

Hardcover

Seitenzahl: 344

Taschenbuch

Seitenzahl: 352

E-Book

Seitenzahl: 440

Besitzer des Buches 8

Update: