Carmilla

Buch von Joseph Sheridan Le Fanu

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Carmilla

Die hübsche Laura bewohnt mit ihrem Vater und wenigen Bediensteten das prunkvolle, aber abgelegene Schloss in der idyllischen Steiermark. Das Leben ist beschaulich – bis eines Nachts eine wundersame junge Frau ins Leben der Schlossbewohner tritt. Niemand weiß, wer die schöne Carmilla ist; sie selbst muss sich auf Geheiß ihrer Mutter in Schweigen hüllen. Schnell wächst zwischen den jungen Frauen eine tiefe Freundschaft, deren wahre Natur jedoch vorerst im Verborgenen bleibt. Erst als Laura von einer mysteriösen Mattigkeit heimgesucht und von Tag zu Tag schwächer wird, sucht ihr Vater verzweifelt nach den Gründen – und kommt ungewollt der dunklen Vergangenheit Carmillas auf die Spur. Ein wahrer Leckerbissen: voll Spannung, böser Träume und süßer Hingabe – und echter Vampire!
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Bewertungen

Carmilla wurde insgesamt 12 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.

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Meinungen

  • Die Zaglossus-Ausgabe von Carmilla ist vorzuziehen!!!

    Soulprayer

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Carmilla

    Carmilla wurde erstmals in der Literaturzeitschrift The Dark Blue in drei Teilen zwischen Januar und März 1872 veröffentlicht. Damit hat das Buch dieses Jahr seinen 150. Geburtstag. Es ist vermutlich die einzige Vampirgeschichte vor Bram Stokers Dracula, die bis heute überlebt hat.
    Vergleich Diogenes- und Zaglossus-Ausgabe
    Ich hatte hier die Übersetzung von Katja Langmeier (Zaglossus) und Helmut Degner (Diogenes) vorliegen und habe beide Bücher miteinander verglichen.
    Zuerst: Die Ausgabe von Diogenes ist die gekürzte Fassung.
    Die Zaglossus Ausgabe präsentiert nicht nur den wichtigen Prolog, um die Geschichte in den richtigen Kontext zu setzen, sondern umfasst auch noch ein Nachwort der Übersetzerin, die sich intensiv mit der Literaturgattung auseinandergesetzt hat und auch die Dissertation Carmilla von Karnstein - die steirische Vampirgräfin von Nina Dallos heranzieht, um die homoerotischen und sozialen Aspekte des Buches näher zu beleuchten. Dieser Abspann ist sehr interessant und allein dafür ist schon die Zaglossus-Ausgabe vorzuziehen. Grundsätzlich ist die Geschichte damit vollständig und ungekürzt.
    Die 100 % Ausgabe gibt es nur in Englisch mit dem Namen In a glass darkly - mit vier weiteren vorhergehenden Geschichten. Der rote Faden findet sich anhand von posthumen Schrifstücken, die dem Occult-Detektiv Dr. Martin Hesselius vorliegen:
    "Green Tea": Ein englischer Pastor vertraut sich Hesselius an, dass er von einem Dämon in Form eines geisterhaften Affen verfolgt wird.
    "The Familiar": Ein Seekapitän wird von einem Zwerg verfolgt, der einer Person aus seiner Vergangenheit ähnlich sieht.
    "Mr. Justice Harbottle": Ein grausamer Richter wird von rachesüchtigen Geistern heimgesucht.
    "The Room in the Dragon Volant": Eine Mystery-Geschichte in 26 Kapiteln, in welchen es um drogeninduzierte Katalepsie und vorzeitiges Begraben geht.
    "Carmilla": Eine Geschichte eines weiblichen Vampirs in der Steiermark.
    Diese Form erinnert also eher an William Hope Hodgsons Thomas Carnacki (1910) oder Jessica A. Salmonsons Miss Penelope Pettiweather (2016) falls das jemand kennt.
    Unterschiede Diogenes- und Zaglossus-Ausgabe
    Die Unterschiede zwischen den Übersetzungen sind nicht gravierend, aber durchaus merkbar:
    Während die Zaglossus-Ausgabe wohl näher am Original liegt und auch die französischen Begriffe verwendet (Comtesse statt Gräfin, Monsieur statt Herr) versucht sich die Diogenes-Ausgabe mit teilweise einfacherer Sprache. Die Zaglossus-Ausgabe arbeitet viel mit Fußnoten und liegt wohl meiner Meinung nach näher am Original. Bspw wird Graz bei seinem alten Namen Gratz erwähnt oder es wird bei Entfernungen von Leugen (Wegstunden) gesprochen statt Meilen. Auch werden ein paar altertümliche Begriffe verwendet, die so nicht bei Diogenes auftauchen.
    Bspw auf Seite 21 der Zaglossus-Ausgabe:
    "Der Mond in dieser Nacht", sagte sie [Mademoiselle De Lafontaine], "ist voller odylischem* und mangetischem Einflusse (...)"
    Laut Fußnote geht der Begriff auf Karl von Reichenbach zurück, der postulierte dass das 'Od' eine alles durchdringende Kraft sei.
    In der Diogenes-Ausgabe (S.18) wird es passiv umschrieben mit: "(...) [Mademoiselle De Lafontaine] erklärte, dass bekanntlich der Mond, wenn er so stark leuchte, seltsame spirituelle Wirkung ausstrahle. (...)"
    Ein andermal (Zaglossus, S.70) wird von "Majordomus und seine Myrmidonen" geschrieben, die laut Fußnote ein Volk waren, die aufgrund ihres Fleißes mit Ameisen verglichen werden, während es in der Diogenes-Fassung (S.71) ohne Erklärung vereinfacht wurde zu "Majordomus und seine Helfer".
    Obwohl das jetzt nicht wirklich viel Einfluss auf die Geschichte hat, führt dieser Unterschied meiner Meinung nach zu einer teilweise fehlenden Eloquenz im Text, die ich bei Diogenes vermisse.
    Fazit
    Unter dem Strich kann ich sagen, wer einfach nur aus Neugier die Geschichte kennenlernen will, macht mit der Diogenes-Ausgabe keinen Fehler. Es gibt teilweise Bereiche im Buch, die deckungsgleich sind.
    Aber wer - wie ich - es genauer und "originaler" haben will, der/die sollte auf jeden Fall zur Zaglossus-Ausgabe greifen. Der Mehrwert liegt nicht nur in dem Prolog, sondern insbesondere in dem oben schon erwähnten Nachwort der Übersetzerin.
    Von mir gibt es fünf Sterne für Zaglossus, viereinhalb Sterne für Diogenes.
    Den halben Stern Abzug für Diogenese ziehe ich ob der teilweise fehlenden Eloquenz ab.
    Da ich das nicht getrennt bewerten kann, geb ich hier trotzdem fünf Sterne.
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  • Rezension zu Carmilla

    Dieses Buch habe ich, da es ein Spontankauf bei amazon war, für die Januar-Aufgabe der Monats-Challenge ausgewählt. Ich habe zunächst das deutsche E-Book (siehe Link oben) angelesen, dann aber noch die englische Version (siehe unten) geladen und diese gelesen, weil mir letztere sprachlich viel besser gefällt.
    Obwohl ich normalerweise keinerlei Interesse für Vampire, Geister und dergleichen Phantasiegestalten habe, hat mir diese Novelle gut gefallen. Zum Einen finde ich sie in der englischen Ausgabe unglaublich gut erzählt. Die Sprache ist sehr gepflegt, aber dennoch leicht und flüssig zu lesen, was bei einem Werk aus dem 19.Jahrhundert keineswegs selbstverständlich ist.
    Zum Anderen finde ich das Buch auch von der Handlung her interessant. Diese kommt ohne aufdringliche Klischee-Effekte aus, wie man sie bei Vampirromanen oder -filmen sonst wohl oft findet. Ohne die Beschreibung des Buchs zu kennen, käme man nicht sofort auf die Idee, dass es sich um Vampirismus handelt, selbst wenn man gleich bemerkt, dass mit dem mysteriösen Hausgast etwas nicht stimmt. Die Ich-Erzählerin Laura ist allerdings sehr naiv, was ein wenig unglaubwürdig wirkt, es aber bei einer behüteten jungen Frau des 19.Jahrhunderts vielleicht nicht unbedingt sein muss.
    Beeindruckt die erste Hälfte eher durch die atmosphärisch dichte Beschreibung des Umfelds der Protagonistin - schön, dass es sich nicht um Transsylvanien handelt! - so steigt in der zweiten Hälfte die Spannungskurve erheblich an, wobei besonders die Ermittlungen des alten Generals zu fesseln vermögen.
    Der Ausflug in ein für mich ungewohntes Genre hat sich für mich jedenfalls gelohnt und ich empfehle das Buch gern weiter, nicht nur, aber besonders für Freunde von Vampirromanen. Ich gehe davon aus, dass ich von diesem Autor noch mehr lesen werde.
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  • Rezension zu Carmilla

    Joseph Sheridan Le Fanu wurde 1814 in Dublin geboren. Mit seinen zahlreichen Erzählungen übte er starken Einfluss auf das Genre der
    "Gothic Novel" des 19. Jahrhunderts aus. So war Carmilla auch eine bedeutende Inspirationsquelle für Bram Stokers Dracula.
    Kurzbeschreibung (Amazon):
    Carmilla gilt als eine der einflussreichsten Vampirerzählungen der Romantik und stößt aufgrund der historisch überraschend expliziten Beschreibung lesbischen Begehrens nach wie vor auf großes Interesse. Diese Neuübersetzung ist die erste vollständige deutsche Ausgabe des Werks. Schauplatz der Erzählung aus dem Jahr 1872 ist ein einsames Schloss in der Steiermark. Dort lebt die junge Ich-Erzählerin Laura zurückgezogen mit ihrem Vater. Scheinbar zufällig findet in der Idylle des Schlosses eine Adelige namens Carmilla Unterschlupf, deren unverhohlenes Werben Laura in den Bann zieht. Während diese immer stärker unter den Einfluss Carmillas gerät, mehren sich in der Umgebung des Schlosses die Anzeichen einer mysteriösen Seuche, die junge Frauen befällt und ihnen die Lebenskräfte raubt.
    Meine Meinung:
    Es liegt wohl an der besonders schönen Sprache des alten Adels, dass ich mich nach wenigen Zeilen in jenes für Blutsauger wie Romantiker so günstige Jahrhundert zurückversetzt fühle.
    Eine junge Frau lebt allein mit ihrem Vater auf einem Schloss in der waldreichen Steiermark.
    Jenes Schloss hat unzählige Zimmer, von unentdeckten und geheimnisvollen Gängen ist die Rede, welche jedoch in all den Jahren vergessen worden sind. Bedienstete huschen lautlos umher und dann kommt durch einen unglücklichen Zufall eine geheimnisvolle, junge Frau zu Besuch. Sie ist wunderschön, klug aber körperlich schwach und zieht die
    Tochter des Hauses in ihren Bann. Zärtlichkeiten werden ausgetauscht und bald träumt die Dame schlecht und seltsame
    Gestalten und Schatten besuchen sie des Nachts. Eine Seuche bricht in der Nachbarschaft aus, der zahlreiche junge Frauen zum Opfer fallen.
    Wunderbare Romantik mit einem Hauch Grusel. Zu Recht hat dieses Werk Bram Stoker inspiriert.
    lg
    Christine
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Ausgaben von Carmilla

Taschenbuch

Seitenzahl: 128

E-Book

Seitenzahl: 98

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 102

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