Die Elenden

Buch von Victor Hugo

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Elenden

Frankreich im 19. Jahrhundert, das ist „Monte Christo“; und das sind „Les Misérables“ Jean Valjean, für den Diebstahl eines Brotes als junger Mann zur Galeere verurteilt, kehrt nach neunzehn Jahren Bagno nach Frankreich zurück. Ein freundlicher Bischof nimmt ihn gastlich auf, und als Jean der neuerlichen Versuchung nicht widerstehen kann und seinem Wohltäter das Tafelsilber stiehlt, vertuscht dieser den Diebstahl vor der Polizei, indem er Jean noch zwei silberne Leuchter dazuschenkt. Überwältigt von soviel Güte, beschließt Valjean, fortan ein anständiges Leben zu führen. Er baut sich unter falschem Namen eine neue Identität auf, gründet mit dem Erlös aus den Silbersachen eine bald prosperierende Glasfabrik, wird ein vermögender Mann und gibt sein Vermögen für die Unterstützung armer und entrechteter Menschen aus. So setzt er auch alles daran, die todkranke Fantine, eine junge Arbeiterin, und ihre kleine Tochter Cosette zu retten. Doch da holt ihn die Vergangenheit in Gestalt des Polizeiinspektors Javert ein, der seine wahre Identität herausgefunden hat ...
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Bewertungen

Die Elenden wurde insgesamt 35 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

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Meinungen

  • Soziale Ungerechtigkeit, Leben und Leiden Anfang des 19. Jh. in Paris und Umland.

    Aladin1k1

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Elenden

    Verlag: CA Kochs's Verlag
    Bindung: Hardcover
    Seitenzahl: 830
    Übersetzt von: Erika Ziha
    Nachwort: Karl Raubek
    ### Inhalt ###
    Jean Valjean ist ein entlassener Galeerensträfling, der aus heutiger Sicht aufgrund einer Lappalie und mehreren gescheiterten Fluchtversuchen von 1795 bis 1814 zu insgesamt 19 Jahren Haft auf den Galeeren verurteilt wurde. Sein Hass und seine Wut auf die Gesellschaft sind grenzenlos. Die Gesellschaft lehnt ihn ab und gibt ihm keine Chance auf ein neues Leben. Außer der Bischof Bienvenu, dessen Güte und Nächstenliebe Jean zutiefst beeindrucken. Der Bischof ist nun seine Lichtgestalt, sein Vorbild, das ihm einen völlig neuen Lebenssinn gibt, in dessen Verlauf er ebenso gütig und philanthropisch wird. Er wird Unternehmer und reich. Er erlangt Bürgermeister-Ehren und verhilft einem Landstrich in der Nähe von Paris zu einem unglaublichen wirtschaftlichen Aufschwung. 8 Jahre nach seiner Entlassung holt ihn seine Vergangenheit jedoch wieder ein. Ein Polizist erkennt ihn wieder und droht ihn zu entlarven. Jean stellt sich freiwillig. Sein Lebenswandel und sein geleisteter wertvoller Beitrag zur Gesellschaft sind null und nichtig. Ihm gelingt wieder die Flucht vor der Jusitz. Auch schafft er es einen großen Teil seines erwirtschafteten Reichtums sicherzustellen. Einen neuen Lebenssinn gibt ihm die Tochter, Cosette, einer auf die schiefe Bahn geratenen Frau namens Fantine, für die er sich noch im Amt des Bürgermeisters eingesetzt hat, die aber aus Gram ihre Tochter nicht mehr wiederzusehen, verstirbt. Er fährt zu den Thenardiers, den "Pflegeltern" mit halunkischem Einschlag, von denen er Cosette für 1500 Franc "abkauft". Thenardier spürt danach eine verpasste Chance, da er glaubt noch viel mehr Profit aus dem Handel hätte schlagen können. Jean kümmert sich von nun an um um die kleine Cosette, die für ihn wie eine Tochter wird und er für sie wie ein Vater. Sie leben in ständiger Flucht und Angst. Jean ist auf der Flucht vor der Justiz und Cosette auf der Flucht vor den Thenardiers.
    ### Meinung ###
    Der Autor schreibt in einem einleitenden Satz:
    "Solange Gesetz und Sitte eine soziale Verdammung zulassen, die mitten in unserer Zivilisation künstlich Höllen schafft und menschliches Verhängnis zum Mitbestimmer für ein Menschenschicksal macht, das göttlich ist, solange die drei großen Probleme dieses Jahrhunderts - die Entwürdigung des Mannes durch das Proletariat, die Degradierung der Frau durch den Hunger und die Verkrümmung des Kindes durch die Not - nicht gelöst sind, solange es in gewissen Gebieten soziale Unterdrückung, solange es, mit anderen Worten und von einem erweiterten Gesichtspunkt betrachtet, Unwissenheit und Elend auf Erden gibt, werden Bücher wie dieses hier nicht wertlos sein. Hauteville-House, 1 Januar 1862"
    Zusammen mit dem Titel "Die Elenden" ist die Schlüsselfrage des Buches klar umrissen. Der Autor schafft auf diesen 830 Seiten ein breites Panorama vieler Einzelschicksale, die an diversen Stellen immer wieder Berührungspunkte haben.
    Paris bildet den Hintergrund, vor dem die Schicksale von Jean Valjean, Fantine, den Thenardiers und die Pariser Unterwelt, der Studentenschaft mit Enjolras und Marius, des kleinen Straßenjungen Gavroche und dem Polizeiinspektor Javert miteinander verwoben sind. Einen dramatischen Höhepunkt bildet die Belagerung einer Barrikade der aufständischen Studenten durch die militärische Staatsgewalt. Es wird viel gestorben und gelitten für das hehre Ziel einer besseren Gesellschaft.
    Hugo schreibt sehr emotional und herzzerreißend, um dem Leid eine große Intensität zu verleihen. Mir als Leser des 21. Jh. geht das etwas auf den Senkel. Oft hatte ich das Gefühl, dass Zufälle und Umstände immer wieder theatralische Situationen begünstigen. Auch das Jean in einem entscheidenden Moment nicht den Mund aufmacht, um gegen Ende des Buches eine für ihn günstige Wahrheit auf den Tisch zu legen und stattdessen lieber leidet, finde ich sehr melodramatisch. Oft befinden sich die Hauptpersonen in einem Zwiespalt, der sie aufgrund ihrer Starrsinnigkeit ins Verderben stürzt, obwohl etwas Kommunikation und Gelassenheit alles zum Guten hätte wenden können. Nun ja, andere Zeiten, andere Sitten.
    ### Fazit ###
    Ein Buch, das einen tiefen Blick in die soziale Situation, die Gefühls- und Lebenswelt der Pariser und Bewohner des Umlands Anfang des 19. Jh. gewährt. Für mich eine Spur zu viel Theatralik.
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  • Rezension zu Die Elenden

    "Eine Gesellschaft, die das Elend zulässt, eine Menschheit, die den Krieg zulässt, scheint mir minderwertig... Ich verdamme die Sklaverei, verjage das Elend, ich behandle die Krankheit, ich erhelle die Nacht, ich hasse den Hass. Darum habe ich 'Die Elenden' geschrieben." Victor Hugo
    Victor Hugo baut seinen großen Roman, sowohl vom Inhalt als auch vom Umfang her, um den Lebensweg des ehemaligen Galeerensträflings Jean Valjean auf. Wegen eines gestohlenen Brotes inhaftiert und nach mehreren missglückten, die Bestrafung verlängernden, Fluchtversuchen dauerte seine Strafe 19 lange Jahre. Nach seiner Entlassung hilft ihm der Bischof von Digne uneigennützig, wieder den rechten Weg zu finden. Valjean schlägt ihn ein, er wird geläutert und entwickelt sich zum Gutmenschen. Trotzdem bleibt er ein Leben lang ein Verfolgter. Von Beginn an sind die Rollen in den Positionen Gut und Böse eindeutig besetzt, das sind die gegensätzlichen Pole, die die Handlung bestimmen. Man findet sie ebenso in Arm und Reich, Mann und Frau, Liebe und Hass sowie im ehrbaren Bürger und im Strafgefangenen. Die sich aus diesen Konstellationen ergebenden Konflikte sind das Konstrukt, um das sich die Geschichte rankt.
    Sehr bewusst habe ich mich für eine möglichst ungekürzte Fassung des Romans entschieden und so kann auch ich nicht abstreiten, dass ich beim Lesen Längen empfand. Den gekürzten Ausgaben wird auch mit Sicherheit nichts an der zentralen Handlung abhanden gekommen sein. Ich vermute jedoch, die Streichungen gehen zu Lasten des Zeitgefühls, der Tiefe und des Gesamteindrucks. Letztlich sind diese Ausschweifungen aber dem Realisten Hugo geschuldet. Detailliert beschreibt er das Leben und die Lebensumstände seiner Figuren. Er schaut sozusagen in jeden Winkel, unter jeden Teppich. Er ist kein Autor, der schnell zum Wesentlichen kommt. Das ist auch gar nicht seine Intention. Er will dem Leser ein Bild seiner Zeit vermitteln, dokumentieren und überliefern. So gibt es ganze Kapitel, die scheinbar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben. Trotzdem las sich der Roman für mich flüssig und nicht ohne Spannung. In "Die Elenden" wird aber auch deutlich, dass Victor Hugo ein sehr politischer Mensch war. Dem Pariser Juni-Aufstand im Jahr 1832 widmet er einen großen Teil seines Romans. Die Geschichte des kleinen Gavroche ist es auch, die mich am meisten beeindruckte.
    "Die Elenden" ist ein großartiger Roman, einer der besten, den die Weltliteratur zu bieten hat. Dass ich die Ausführlichkeit an einigen Stellen beklage, hat nichts mit der Qualität des Romans zu tun, die ist unbestritten. Es spiegelt lediglich meinen Geschmack wider.
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Ausgaben von Die Elenden

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 1344

Taschenbuch

Seitenzahl: 608

E-Book

Seitenzahl: 823

Hörbuch

Laufzeit: 00:57:46h

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