Die Familie Hardelot

Buch von Irène Némirovsky

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Familie Hardelot

Der große Familienroman aus der französischen Provinz Satt, selbstzufrieden und in der wohligen Gewissheit, dass sich nie etwas ändern wird: Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt. Irène Némirovskys Roman, der unmittelbar vor »Suite française« entstand, ist illusionsloser Abgesang auf ein Bürgertum, das feige vor der Wirklichkeit die Augen verschließt.
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Bewertungen

Die Familie Hardelot wurde insgesamt 6 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Familie Hardelot

    Nach „Herbstfliegen“ war dies mein zweiter Roman der 1942 in Auschwitz-Birkenau verstorbenen Schriftstellerin. Und wieder bin ich überrascht, wie kurzweilig und scheinbar mühelos sie eine Familiengeschichte entwirft, die den Verfall des Bürgertums zu Beginn des 20. Jahrhunderts repräsentiert: Zu Beginn konzentriert sich die Familie um den patriarchalischen, herrschsüchtigen Grossvater noch um die Standesehre, den guten Ruf im Dorf und familieninterne Angelegenheiten. Doch das sind Probleme aus einer vergangenen, bürgerlichen Welt; die wahre Bedrohung, die beiden heraufziehenden Weltkriege, werden lange Zeit unterschätzt.
    Dank einiger, kurzer Zeitsprünge wird die Handlung, die sich über ca vier Jahrzehnte bis in den Zweiten Weltkrieg erstreckt, auf gerade einmal 250 Seiten komprimiert. Zudem war ich beeindruckt, wie klar und schicksalhaft Némirovsky hier über den 2. Weltkrieg schreibt. Romane über den Zweiten Weltkrieg habe ich so einige gelesen, aber dieser hier wurde ja wirklich inmitten der Kriegswirren geschrieben – und die Autorin bereits von den deutschen Besatzern gejagt. Und diese Atmosphäre einer ungewissen Zukunft unter fremder Besatzung, mit verschollenen oder toten Familienangehörigen, ist beim Lesen der Erzählung deutlich zu spüren…
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  • Rezension zu Die Familie Hardelot

    Org. Titel: "Les Biens de ce monde" und erschien 1947
    Seitenzahl: 252
    Inhalt (Cover):
    Satt, selbstzufrieden und in der wohligen Gewißheit, dass sich nie etwas ändern wird: Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt.
    Meine Meinung und Bewertung:
    Jeder hat zu wissen wo er hin gehört. Das Wohl der Familie und der Fabrik steht an erster Stelle. Der Großvater regiert die Familie mit harter Hand. Er bestimmt wer wen heiratet, und alle fügen sich seiner Stimme. Der Enkel Pierre soll Simone heiraten damit neues Geld einfließen kann. Es ist eine Verpflichtung doch insgeheim liebt er Agnes. Nur die Tochter eines Brauereibesitzers, unmöglich. Diese soll den älteren Arzt des Ortes heiraten, aber die verstohlenen Treffen bleiben nicht unentdeckt. Der Familienrat schluckt die bittere Pille, dass Pierre sein Herz entscheiden läßt. Doch das Familienoberhaupt entzieht ihm jedes Entgegenkommen. Man rückt zusammen. Die verschmähte Braut wird Pierre ihre Rache noch Jahrzehnte später spüren lassen.
    Der I.Weltkrieg rückt näher, keiner will die Vorzeichen erkennen. Auch Pierre muß an die Front, erlebt die Schrecken dort. Aber daheim läuft zunächst alles in den geregelten Bahnen. Die Briefe klingen harmlos, das Grauen wird ausgeklammert. Man will die Daheimgebliebenen, besonders die Frauen, nicht belasten. Um so größer ist der Aufschrei als alle nur mit dem Nötigsten flüchten müssen. Wie lange soll dieser Krieg noch dauern? Nur der GroßvaterJulien Hardelot harrt aus, überläßt dem Sohn Charles die Sicherheit der Angehörigen. Eine heile Welt zerbricht und der kleine Ort Saint-Elme wird dem Boden gleich gemacht. Pierre überlebt.
    Doch die Zeit bleibt nicht stehen, die nächste Generation wächst heran, die Zeiten sind unsicher. Zwei Kriege hintereinander - das kann nicht sein........
    Eine wunderbare Familiengeschichte. Iréne Némirovsky versteht es leise, aber mit viel Feingespür jedes Familienmitglied ins Licht zu rücken. Eine bürgerliche Welt mit ihren festgefahrenen Regeln und Tagesabläufen erlischt über Nacht. Dabei entstehen durchaus auch Situationen, die die Autorin mit Spott überzieht, den Leser zum Schmunzeln bringt z.B. das Baden am Meer der Damen vor dem Krieg oder die sittsame Nachtbekleidung.
    Eine Geschichte voller Liebe, Zweisamkeit, aber auch Hass,Wut, Rache, Schicksalsschlägen und Ungewissheit - wie immer von Iréne Némirovsky leicht und flüssig, aber so treffend erzählt.
    Meine Bewertung:
    Liebe Grüsse
    Wirbelwind
    Margriet de Moor, Der Maler und das Mädchen
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Die Familie Hardelot

    Der Verlag über das Buch
    Satt, selbstzufrieden und in der wohligen Gewissheit, dass sich nie etwas ändern wird: Die Fabrikantenfamilie Hardelot aus der französischen Provinz wiegt sich vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs in trügerischem Glück. Doch innerhalb einer Generation wird ihre bürgerliche Welt für immer hinweggefegt.
    Im Frühjahr 1940 beginnt Irene Nemirovsky die Arbeit an einem Buch, das ganz in der Tradition des großen europäischen Familienromans steht. Über Jahre hat sie die träge Selbstzufriedenheit der bürgerlichen Kreise, in denen sie verkehrte, beobachtet. Sie hat erlebt, wie diese Familien sich in Sicherheit wiegen und sich weigern, ein Zeichen der Zeit zu erkennen. Nun will Nemirovsky ihnen den Spiegel vorhalten. Der Roman, der unmittelbar vor "Suite francaise" entstand, wurde erst posthum 1947 veröffentlicht und ist der illusionslose Abgesang auf ein Bürgertum, das feige vor der Wirklichkeit die Augen verschließt.
    Ein großer Familienroman und zugleich ein Sittengemälde des französischen Bürgertums und seines Verfalls.
    Der Verlag über die Autorin
    Irene Nemirovsky wird 1903 als Tochter eines jüdischen Bankiers in Kiew geboren. Vor der Revolution von 1917 flieht die Familie und lässt sich in Paris nieder. Irene etabliert sich als Star der französischen Literaturszene. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges flieht sie mit ihren Töchtern in die Provinz, wird 1942 verhaftet und stirbt in Auschwitz. Erst sechzig Jahre später wird ihr Werk wiederentdeckt.
    Meine Gedanken und Eindrücke
    Zufällig bin ich in meiner Bibliothek über dieses Hörbuch gestolpert, und war von Anfang an begeistert von der breitangelegten Familiengeschichte der Hardelots, die ihren Bogen von der Jahrhundertwende bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs spannt. Geschickt bettet die Autorin, von der ich noch nie zuvor gehört hatte, das Schicksal der Fabrikantenfamilie Hardelot in die stürmischen Zeitläufe, in die sie hineingeboren wird. Die Verknüpfung großer Zeitgeschichte mit detailreichen, oft akribisch beschriebenen alltäglichen Situationen machen das Besondere dieses Romans aus, der mich vor allem mit seiner wunderbaren Sprache beeindrucken konnte. Starke und schwache Charaktere treten aus dem Reigen der drei Generationen umfassenden Familie, deren Selbstzufriedenheit ich allerdings nicht mit so großer Bestimmtheit auszumachen vermochte, wie in der Verlagsinformation beschrieben. Rückblickend mag man dies so betrachten, aber welche wohlsituierten Mitglieder welcher Gesellschaften auch immer, wünschen eine Änderung sie zufriedenstellender Zustände? Auch in unserer Zeit liegt vieles im Argen, doch kann ich das große Umdenken, einen tiefgreifenden Wandel im Verhalten unserer konsumorientierten Gesellschaft nirgendwo entdecken. Beinahe das Gegenteil ist der Fall, Verzicht auf nicht unbedingt Notwendiges wird nach wie vor fast mitleidig oder misstrauisch beäugt, obwohl davon eines Tages vielleicht unser Überleben, gewiss aber das nachkommender Generationen abhängen wird.
    Im Falle der Familie Hardelot kamen noch Standesdünkel hinzu, da ein Familienerbe zu bewahren, nicht jede "Partie" als gut willkommen geheißen wurde. Wehrt sich der Sohn des Hauses gegen die Pläne des Patriarchen, muss er mit harten Konsequenzen rechnen, und doch erscheinen diese familiären Zwistigkeiten als nichtig im Angesicht der großen Katastrophe, die über Europa hereinbricht. Eine Generation ist sogar verurteilt, zwei Weltkriege als Erwachsene miterleben zu müssen, und nimmt mit bewundernswertem Mut ihr unabwendbares Schicksal an. Einmal mehr sind mir jene Figuren, die Irene Nemirovsky unglaublich lebendig zu zeichnen versteht, als Spielball der Geschichte erschienen, hineingeboren in eine Zeit der Umbrüche, in denen Weltreiche stürzen und jahrhundertealte Systeme zugrunde gehen.
    Stilistisch brilliant verbindet die Autorin große Ereignisse mit individuellen Geschichten, dies alles in nur 7 Stunden und 15 Minuten großartig gelesen von der Schauspielerin Iris Berben. Ihre warme Stimme mit der unverkennbaren Klangfarbe hat mich sofort in ihren Bann gezogen, und aus einem beeindruckenden Roman ein unvergessliches Hörerlebnis gemacht.
    Welches Medium der geneigte Leser auch immer wählen mag, in keinem Fall sollte er sich die Werke der hochbegabten Autorin entgehen lassen, die ich gerne als meine persönliche literarische Entdeckung des noch jungen Jahres verbuchen möchte.
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Ausgaben von Die Familie Hardelot

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 256

Taschenbuch

Seitenzahl: 253

E-Book

Seitenzahl: 257

Die Familie Hardelot in anderen Sprachen

  • Deutsch: Die Familie Hardelot (Details)
  • Englisch: All Our Worldly Goods (Details)
  • Französisch: Les Biens de ce monde (Details)

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