Die Hexe und der Herzog

Buch von Brigitte Riebe

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Hexe und der Herzog

Das düsterste Kapitel des Mittelalters – farbenprächtig und spannend erzählt Innsbruck, 15. Jahrhundert: Der Hexenwahn greift um sich. Die ganze Stadt scheint vergiftet. Unschuldige Frauen drohen auf dem Scheiterhaufen zu enden. Doch Lena will nicht tatenlos zusehen, genießt sie doch am Herzoghof das Vertrauen einiger einflussreicher Männer. Sie schmiedet einen riskanten Plan, der sie jedoch fast das Leben kostet … Fesselnd erzählt und detailgenau recherchiert.
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Über Brigitte Riebe

Zahlreiche Bücher in verschiedenen Genres hat die promovierte Historikerin Brigitte Riebe geschrieben. Die Autorin wurde 1953 in München geboren. An der dortigen Universität studierte sie Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte. Mehr zu Brigitte Riebe

Bewertungen

Die Hexe und der Herzog wurde insgesamt 12 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Hexe und der Herzog

    (Spoilergefahr!)
    Inhalt:
    Hierbei geht es in erster Linie um die junge Lena, welche an den Hof des Herzogs Sigmund kommt. Dort wird sie in der Küche angestellt und arbeitet fortan für den Herzog und Gefolge. Im Laufe der Geschichte kommt die Liebe hinzu, erst zu dem Spielmann Niklas, danach zu dem Juristen Johannes Merwais. Als dann jedoch der Inquisitor Heinrich Kramer auf den Plan tritt, stellt sich das ganze Leben Lenas und ihrer Familie auf den Kopf...
    Meine Meinung:
    Hört sich in erster Linie interessant an. Doch muss ich gestehen, dass ich nicht so recht weiß, was ich von diesem Buch halten soll. Auf der einen Seite ist es schon interessant, doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass es ab der Mitte eher nach "Schnell zum Ende kommen" abgehakt ist.
    Die erste Hälfte des Buches ist gut beschrieben, mit allen Problemen rund um den Hof des Herzogs und Lenas persönliche Probleme. Ab der Hälfte kann man jedoch merken, dass es sehr sehr schnell von statten geht. Heinrich Kramer, der berühmt-berüchtigte Inquisitor (der, der den Hexenhammer geschrieben hat), tritt auf den Plan und hat nur ein Ziel: Frauen als Hexen auf den Scheiterhaufen zu bringen. Er hält flammende Reden und schafft es durch Drohen von Höllenqualen, dass die Innsbrucker Bevölkerung gegen ihre eigenen Nachbarn aussagt. Danach kommt es ganz schnell zu Verhaftungen und zu Prozessen, und diese Prozesse werden in aller kürze abgehakt. Zudem gab es den berühmten Aufstand der Innsbrucker Bevölkerung gegen Kramer, welcher zwar einmalig in der Geschichte sein könnte, jedoch auf vielleicht 3 Seiten vorkommt. Alles, was wirklich diese Geschichte erzählenswert macht, wird auf wenigen Seiten abgehakt und ad acta gelegt. Dieses Schnelle macht das Buch nicht mehr ganz so gut, weil es nach "Keine Lust" mehr aussieht, oder nach zu wenig Material, über das man schreiben könnte.
    Die Personen sind auch recht einseitig beschrieben.
    Lena ist immer das brave Unschuldslamm, dass keiner Fliege was zu leide tun kann, doch was Männer angeht ziemlich sprunghaft zu sein (erst Niklas, dann Johannes). Ihre Freundin Hella hingegen wird eher als leichtes Mädchen dargestellt, immer nur auf Sex und Männer aus, ohne irgendwelche Verluste. Die anderen Frauen sind auch in ihrer Rolle gefangen, man bemerkt kaum etwas, dass es auch andere Seiten geben mag.
    Entgegengesetzt dazu sind die Männer schon besser beschrieben: Heinrich Kramer als böser Inquisitor, jedoch auch andere Seiten werden gezeigt ("Sexbesessenheit", soweit er wirklich eine hatte). Niklas, der Spielmann, wird zwar immer als Frauenheld dargestellt, charmand und bezaubernd, doch nach Lenas Abfuhr merkt man ihm schon an, dass er auch anders kann. Die einzige Person, die in diesem Buch eine gewisse Entwicklung durchläuft, ist Johannes. Anfangs ein unterkühlter Jurist, auf seine Karriere bedacht, aber sehr vorsichtig, entwickelt er sich zum Held der Geschichte, indem er über seinen eigenen Schatten springt, seine Vorsicht zur Seite schiebt und Taten statt Worte sprechen lässt.
    Insgesamt hat das Buch für mich nur 3 Sterne verdient, da es doch ein paar ordentliche Schwächen aufzeigt. Die Geschichte hätte man ruhig noch in die Länge ziehen können, v.a. in den kritischen Phasen (Verfolgung, Verhöre, Prozess, Aufstand).
    Bewertung:
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  • Rezension zu Die Hexe und der Herzog

    Innsbruck 1485: Um jeden Preis möchte die junge Lena eine Anstellung in der Küche des herzoglichen Haushalts bekommen um endlich einem Geheimnis ihrer Tante Els auf die Spur zu kommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Hella heckt sie einen Plan aus mit dem es ihr tatsächlich gelingt von Herzog Sigmund höchstpersönlich eine Stelle zugewiesen zu bekommen. Von der Gesindeküche aus kocht sich Lena in die Herzen des Herzogs und seiner jungen Gemahlin, doch nicht jeder am Hof ist der exzellenten Köchin wohlgesonnen. Schon nach kurzer Zeit sehen sich Lena und ihre Liebsten dem Hass und den eifersüchtigen Intrigen der ehemaligen Geliebten des Herzogs, Alma von Spieß, hilflos ausgesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass der Inquisitor Heinrich Kramer, genannt Pater Institoris, in Innsbruck weilt, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat sämtliche vermeintliche Hexen dem Scheiterhaufen zuzuführen, was Alma für ihre Zwecke auszunutzen weiß. Lena wird eines Giftanschlages auf das Herzogspaar bezichtigt und als Hexe festgenommen. Außerdem werden weitere Frauen, alle aus Lenas engstem Umkreis, darunter auch ihre Tante Els, der Hexerei angeklagt. Institoris plant einen schnellen Prozess, doch hat er die Rechnung ohne den Juristen Johannes Merwais, den Innsbrucker Bürgern und dem Herzog persönlich gemacht …
    „Die Hexe und der Herzog“ ist mein zweiter Roman von Brigitte Riebe, den ich bislang gelesen habe. In dessen Mittelpunkt steht Lena, eine fiktive Figur, aber auch Heinrich Kramer, dem Verfasser des „Hexenhammers“ kommt eine bedeutende Rolle zu.
    Die Geschichte besteht aus einem einzigen Erzählstrang, wodurch man recht schnell in das Geschehen hineinkommt. Die Figuren, viele davon historisch belegt, werden sehr ausführlich beschrieben, sodass sich schnell Lieblingscharaktere herauskristallisieren. Bei mir waren das Johannes Merwais und Sebi, Tante Els‘ Sohn. Merwais, weil er eine erstaunliche Entwicklung, vom vorsichtigen, perfektionistisch veranlagten Juristen, zum Held der Geschichte durchmacht. Durch seine Liebe zu Lena wirft er alle Vorsicht über Bord, springt über seinen eigenen Schatten und lässt nichts unversucht um die unschuldigen Frauen zu retten. Andere Personen, z. B. Bibiana, sind zwar sympathisch, weisen aber nur wenige Facetten auf und wirken in ihrer Rolle gefangen. Mit Lena habe ich selbstverständlich mitgefühlt, hundertprozentig anfreunden konnte ich mich mit ihr allerdings nicht. Das lag vor allem daran, dass sie wie das brave, wohlerzogene Mädchen von nebenan erscheint, die es aber faustdick hinter den Ohren hat. In Sachen Männern, wie bei Niklas dem Spielmann und Johannes Merwais kommt sie relativ schnell zur Sache, was nicht so ganz zu ihrem Charakter passen wollte. Meine zweite Lieblingsfigur ist Sebi, der ganz eindeutig autistische Merkmale aufweist. Für die damalige Zeit war das ein Tabuthema und umso ungewöhnlicher damit so offen wie in „Die Hexe und der Herzog“ umzugehen wie Els, doch Sebi passte perfekt in die Geschichte und sorgte sogar für eine entscheidende Wendung.
    Die erste Hälfte des Buches verläuft relativ harmlos. Man erhält einen guten Einblick in das höfische Leben und die persönlichen Probleme einiger Charaktere. Erst als Heinrich Kramer auftritt, den man ohne schlechtes Gewissen als personifizierten Teufel bezeichnen könnte, kommt Spannung in die Geschichte. Hier macht sich insbesondere auch Riebes sehr gute Recherchearbeit bemerkbar, die ihre Romane auszeichnen. Überraschenderweise verzichtet die Autorin auf allzu genaue Beschreibungen der Folterung während den Verhören, sondern konzentriert sich auf die äußeren Umstände beim Prozess, der letztendlich durch den Widerstand der Innsbrucker Bürger für nichtig erklärt wurde. Außerdem versucht Brigitte Riebe dem Leser zu erklären, welche Beweggründe einen Menschen wie Kramer, der regelrecht besessen von der Existenz von Hexen war, zu einem solchen Verhalten antreiben.
    Im Anschluss folgen ein ausführliches Nachwort der Autorin in dem sie Fiktion und historische Fakten unterscheidet, sowie ein Verzeichnis mit Literaturempfehlungen zum Thema Hexenverfolgung für interessierte Leser.
    Fazit: Ein flüssig lesbarer, genauestens recherchierter historischer Roman mit interessanter Thematik, der aber nicht durch facettenreiche Charaktere oder allzu spannende Erzählweise besticht.
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  • Rezension zu Die Hexe und der Herzog

    Inhalt (kopiert bei amazon)
    Und morgen sollst du brennen Innsbruck im Jahr 1485: Der Hexenwahn greift um sich. Die ganze Stadt scheint vergiftet. Unschuldige Frauen drohen auf dem Scheiterhaufen zu enden. Doch Lena will nicht tatenlos zusehen - nicht umsonst genießt sie am Herzoghof das Vertrauen einiger einflussreicher Männer. Ein riskanter Plan, der Lena fast das Leben kostet.
    Die junge Köchin Lena kann ihr Glück kaum fassen, als sie in der Gesindeküche am Hofe von Herzog Sigmund eine Anstellung findet. Doch schon bald muss sie erkennen, dass der für sein ausschweifendes Leben bekannte Sigmund ihr nachstellt. Das bleibt auch
    Alma nicht verborgen. In blinder Eifersucht sinnt die ehemalige
    Geliebte des Herzogs auf Rache. Sechs Frauen, darunter auch Lenas Tante
    Els, bezichtigt sie der Hexerei. Und Inquisitor Heinrich Kramer plant einen unbarmherzigen, schnellen Prozess. Doch er hat die Rechnung ohne
    Lena gemacht. Unter Einsatz ihres Lebens setzt sie sich für die unschuldigen Frauen ein und weiß ihre Kontakte am Hofe zu nutzen. Es folgt ein beispielloser Kampf für die Freiheit, nicht zuletzt unterstützt von Herzog Sigmund, der nicht ahnt, wer Lena wirklich ist
    ... Widerstand gegen Hexenprozesse - ein bislang wenig bekannter, aber hoch spannender Aspekt dieses Themas.
    Meine Meinung
    Hier legt Brigitte Riebe wieder einen ihrer solide recherchierten und detailgetreuen Romane vor. Im Mittelpunkt steht nicht nur Lena, die fiktive Hauptfigur, die von einer großen Anzahl realer historischer Persönlichkeiten umgeben ist, sondern nach meinem Empfinden vor allem der Fanatiker und Psychopath (Sexualneurotiker) Heinrich Kramer , der unter dem latinisierten Namen "Institoris" traurige Berühmtheit erlangte. Auf seine Veranlassung gab Papst Innozenz VIII die berüchtigte Hexenbulle "Summis desiderantes affectibus " heraus und er ist auch der alleinige Autor des "Hexenhammers" ("Malleus maleficarum"), der in seiner verheerenden Wirkung von der Autorin mit Hitlers "Mein Kampf" verglichen wird.
    Das Buch ist in sehr ansprechendem Stil geschrieben, die grausame Thematik wird ohne allzu abstoßende Brutalitäten geschildert. Im Gegensatz zu anderen - ebenfalls sehr guten -Romanen der Autorin kann man sich in dieses Buch sehr schnell einlesen, weil diesmal nicht verschiedene Erzählstränge aufeinander zulaufen, sondern eine geradlinige Erzählung dargeboten wird.
    Wie immer gibt es ein ausführliches Nachwort mit Erläuterungen zum Verhältnis von Fakten und Fiktion sowie außerdem ein
    Literaturverzeichnis mit Lektüretipps für Leser, die generell an der Thematik der Hexenverfolgungen interessiert sind.
    Eine lohnende Lektüre (nicht nur) für Leser von "Hexenliteratur".
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Ausgaben von Die Hexe und der Herzog

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 544

Taschenbuch

Seitenzahl: 544

E-Book

Seitenzahl: 545

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Besitzer des Buches 31

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