Der erste Christ

Buch von Alois Prinz

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der erste Christ

Er gilt als bedeutendster Visionär des frühen Christentums: der Apostel Paulus. Einst unter dem Namen Saulus ein gesetzestreuer Pharisäer und erbitterter Verfolger der Urchristen, wurde er nach seinem Bekehrungserlebnis in Damaskus zum Anhänger Jesu und zum leidenschaftlichen Verkünder der christlichen Botschaft. Ein ideales Buch für Einsteiger in die großen Fragen des Glaubens, eine Einführung in das Christentum. Vom Autor des Bestsellers Hannah Arendt oder Die Liebe zur Welt (insel taschenbuch 4172).
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Bewertungen

Der erste Christ wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der erste Christ

    Ähnlich wie der vor etlichen Jahren verstorbene Frederik Hetman besitzt auch der 1958 geborene Schriftsteller Alois Prinz eine außergewöhnliche Fähigkeit, berühmte Personen der Geschichte einem speziell jungen Lesepublikum in spannend und sprachlich hochwertigen Biographien nahe zu bringen. Bei Beltz & Gelberg , dem Verlag, in dem auch Hetmann vor Jahrzehnten schon seine exzellenten Bücher publizierte, hat auch Alois Prinz bisher Biographien veröffentlicht von Hannah Arendt, Hermann Hesse, Ulrike Meinhof und Franz Kafka.
    Auch in dem vorliegenden Buch über den Apostel Paulus besticht Prinz wieder durch seine, hier in diesem Falle auch theologisch einwandfreie recherchierte Arbeit, den sorgfältigen Aufbau und eine leidenschaftliche Schreibweise, die ganz tief in die Materie und das Leben der historischen Person sich einlässt und dennoch immer die für einen Biographen nötige kritische Distanz walten lässt.
    Dabei standen ihm wie so vielen anderen theologischen und auch literarischen Paulusbiographen vor ihm die eher „legendenhafte“ Apostelgeschichte des Lukas und die originalen und die deuteropaulinischen Briefzeugnisse zu Verfügung. Zusätzlich zu diesen bisher allen zugänglichen Daten bezieht sich Prinz, wie auch andere aktuelle Paulusbiographen, auf neuere archäologische und theologische Erkenntnisse.
    Er beschreibt die Lebens- und Wirkungsgeschichte eines Menschen, der als jüdischer Gelehrter zunächst eifrig an der Verfolgung der jüdischen Sekte der Christen beteiligt war, bevor ihn ein ganz besonderes Erlebnis geradezu aus der Bahn warf und seinen Weg vorbereitete zu einem der Gründungsideologen einer späteren Weltreligion. Wie Prinz dieses „Damaskus-Erlebnis“ beschreibt, und wie er sich auf andere zeitgenössische Denker dabei bezieht, ist typisch für den Stil des Buches und soll deshalb hier lange zitiert werden:
    „Paulus gilt als der ‚Entdecker des inneren Menschen’. Was er entdeckt hat, das würde man heute umschreiben mit Begriffen wie das Ich, Identität oder Existenz. So gesehen war das Damaskuserlebnis für Paulus auch die blitzartige Erfahrung von sich selbst, von dem, was es bedeutet, zu sein, zu existieren. Laut Peter Sloterdijk, einem zeitgenössischen Philosophen, ist das eine schockartige Erfahrung, vor der ein Mensch zu keiner Zeit gefeit ist. ‚Von einem Moment auf den anderen kann sich ein Abgrund auftun, in den man fällt. Es ist ein Sturz ins Innere, durch den sich schlagartig alle Sicherheiten auflösen, sich aber auch eine neue Klarheit einstellt.’ Der Skandal des Menschen, so Sloterdijk, bestehe darin, ‚dass er sich finden kann, ohne sich gesucht zu haben .... davor gibt es keinen sicheren Schutz. Weder Theorie noch Alkohol können eine lückenlose Daseinsverhütung garantieren... niemand kann ausschließen, dass bei ihm über Nacht der Existenzfall eintritt.’“
    Nicht nur an dieser Stelle, wo Prinz beschreibt, wie alles begann, setzt sich Prinz nicht nur literarisch mit Paulus auseinander. „Die Auseinandersetzung mit Paulus“, so schreibt er, „war der Versuch, mir über die eigene religiöse Haltung klar zu werden. Kann das Christentum auch heute Bedeutung haben für jemanden, der die Glaubensgewissheiten kirchlicher Lehren ebenso wenig nachvollziehen kann wie die Blindheit rein wissenschaftlicher atheistischer Weltanschauungen.“
    Dieser Versuch ist dem Autor gut gelungen. Seine Lebensgeschichte des Paulus macht einen Mann und seine Theologie lebendig, der auch heute noch etwas zu sagen hat über die wesentlichen Fragen des Lebens und der Existenz. Insbesondere seine tiefe Kenntnis und Erkenntnis seiner eigene Schwäche und seiner Selbstzweifel und wie er sie mit dem Satz deutete „Gott ist in den Schwachen mächtig“ können eine Ermutigung sein in einer Zeit, in der ein Mensch schneller zum Verlierer abgestempelt wird, als er denkt. Paulus hat schon vor fast 2000 Jahren mit einem solchen brutalen und unmenschlichen Denken Schluss gemacht, als er Gott und seinen Sohn Jesus Christus als jemand verkündigte, der selbst durch diese Leiden hindurchgegangen ist und dem deshalb nichts Menschliches fremd ist.
    Das Buch wird empfohlen für Jugendliche an 14 Jahren, ist aber für jeden an christlicher und neutestamentlicher Theologie interessierten Erwachsenen ebenfalls zu empfehlen. Wegen seiner Verständlichkeit und seiner sprachlichen Brillanz.
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Ausgaben von Der erste Christ

Taschenbuch

Seitenzahl: 250

Hardcover

Seitenzahl: 256

Besitzer des Buches 1

  • Mitglied seit 15. Dezember 2017
Update: