Der Eulenruf

Buch von Irina Korschunow

Bewertungen

Der Eulenruf wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,8 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Eulenruf

    Kurzbeschreibung:
    Ein Haus, ein Bett, ein Herd zum Grützekochen, das ist alles, was die Menschen in Süderwinnersen, einem Dorf im Lüneburgischen, vom Leben erwarten. Aber Lene ist anders, sie will der Armut entkommen. Als ihr Plan zu scheitern droht, als der freundliche Doktor aus Hamburg sie mit dem Kind sitzenlässt, ist es für sie beschlossene Sache: Sie geht fort in die Fremde mit ihrem Kind, mit ihrem Mut, ihrer Sehnsucht, ihren Erinnerungen.
    Inhalt:
    1903 wird Lene geboren, die Hebamme zieht sie aus dem Leib ihrer bei der Geburt verstorbenen Mutter und so muss sie nun aufwachsen. Ohne Mutter, der Vater will das Kind auch nicht, es ist ein ungewollter Nachzügler und der Bruder ist auch entsetzt. Er ist über 20 Jahre älter und kann nun nach so einen "Skandal" seine gewünschte Braut nicht heiraten und muss eine andere nehmen. Außderm ist dieses "Balg" wohl auch irgendwann mal erbberechtigt und ihm gehört der Hof nun nicht mehr allein. Der Groll gegen Lene wird somit schon an der Wiege deutlich. Als der ungeliebte Vater bald stirbt, wächst Lene ohne jegliche Liebe bei ihrem Bruder auf. Sie wächst heran, als billige Arbeitskraft, die keinerlei Forderungen zu stellen hat. Ebenso von ihren "Neffen" immer wieder getriezt.
    Kein einfaches Leben, als sie dann als 24 Jährige auch noch ungewollt schwanger wird, scheint ihr Unglück perfekt, sie wird im Dorf geächtet und flüchtet sich in den Glauben. 3 Jahre später hält sie die Demütigungen nicht mehr aus und flieht mit ihrem Kind.
    Meinung:
    Ein Buch das fast das ganze Leben von Lene erzählt, mit all seinen Entbehrungen und seiner Härte. Beginn ab der Geburt, die beiden Weltkriege mit eingeschlossen, die Weltwirtschaftskrise und ihre Auswirkungen auch auf das kleine Dorf in der Heide. Die Autorin beschönigt nichts und das Leben von Lene wird so authentisch geschildert, dass ich mich wirklich gefragt habe, ob hier wirklich ein echtes Leben aufgeschrieben wurde. Ich habe dann gegoogelt und in einem Interview herausgefunden, dass es sich doch um eine fiktive Geschichte handelt.
    […]
    Man erlebt die kalte Kindheit, die Jugend und ihr Erwachsenenleben in der Fremde mit. Auch dies keine Zuckerschlecken mit der hohen Arbeitslosigkeit vor der Machtergreifung von Adolf Hitler.
    Was mich allerdings im Lesefluss etwas gestört hat, waren die vielen Sätze in Plattdeutsch, wo ich als Süddeutsche echt meine Schwierigkeiten hatte. Aber natürlich gewinnt der Roman dadurch noch mehr an Authentität, es war jedoch nicht ganz einfach es zu lesen.
    Was mich allerdings am meisten gestört hat, dass die Autorin den Geschehnissen immer vorneweg greift und erst dann erzählt wie es genau dazu kommt. So weiß man schon sehr früh, von wem und wann Lene schwanger wird. Man weiß sehr bald, wer alles im 2. Weltkrieg stirbt, kaum dass man eine Person kennenlernt, weiß man ihr Ende. Man erfährt auch frühzeitig, wen Lene heiraten wird und warum. Das hat mir doch deutlich die Spannung genommen. Es hat zwar trotzdem noch Spaß gemacht weiterzulesen, weil auch sehr viele Alltäglichkeiten gut beschrieben wurden, die sehr interessant waren. Aber die Spannung ging halt größtenteils verloren.
    Aber nichtsdestotrotz ein Buch, dass mir gefallen hat, auch wenn mir durch das Vorgreifen das richtige Mitfühlen genommen wurde. So blieb auch die Beziehung zu Lene etwas kühl und ich wurde nicht ganz so mitgerissen, wie es bei so einer Lebensgeschichte wohl mit einem anderen Schreibstil möglich gewesen wäre.
    Von mir gibt es Sterne.
    Liebe Grüße
    Rapunzel
    So wie es aussieht ist das Buch leider nur noch gebraucht erhältlich.
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Ausgaben von Der Eulenruf

Taschenbuch

 

Hardcover

Seitenzahl: 304

Besitzer des Buches 12

Update: