Das Tagebuch des Oscar Wilde

Buch von Peter Ackroyd

Bewertungen

Das Tagebuch des Oscar Wilde wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Tagebuch des Oscar Wilde

    Oscar Wilde, einst ein Star der Londoner Literaturszene, ist im Sommer 1900 nur noch ein Schatten seiner selbst. Nachdem er aufgrund seiner Homosexualität eine Haftstrafe wegen unzüchtigen Verhaltens verbüßt hat, ist er geächtet und lebt nun im Pariser Exil, doch sogar dort ist er nicht gefeit vor bösen Blicken und Worten, wenn er erkannt wird, einmal muss er sich sogar von einem englischen Touristen anspucken lassen.
    Geschrieben hat er schon lange nichts mehr. Gesundheitlich angeschlagen, von den meisten Freunden verlassen, seiner Familie beraubt, bleibt ihm nur die Erinnerung an bessere Zeiten, die er in diesem (fiktiven) Tagebuch festhält. Bevor seine Neigung zur "griechischen Liebe" ihm zum Verhängnis wurde, lebte er auf großem Fuß, ein Dandy mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein, der schöne Kleidung und geistreiche Gespräche liebte und mit verächtlicher Arroganz auf diejenigen Schriftstellerkollegen herabblickte, die ihm nicht das Wasser reichen konnten.
    Ackroyds Wilde ist ein Narzisst, ein Egomane, oft etwas zu sehr von seiner eigenen Genialität überzeugt, der auf seinem eigenen Planeten zu leben scheint und in wohlgesetzten Worten beißende Kritik an Einzelpersonen oder auch der ganzen Gesellschaft äußert - nach dem wenigen, das ich über den historischen Wilde weiß, eine recht akkurate Darstellung. Trotz dieser eher problematischen Charaktereigenschaften blieb eine gewisse Sympathie für den schönheitsliebenden Exzentriker jedoch nicht aus, vor allem, als es um seine Verhaftung und Verurteilung ging oder auch darum, wie er mies er hinterher behandelt wurde.
    Was ich beim Lesen ein wenig schwierig fand, war das Namedropping. In einem "Tagebuch" ist es einerseits natürlich sehr authentisch, dass die Namen seinerzeit bekannter Personen nicht extra erläutert werden, aber viele konnte ich aus heutiger Sicht nicht einordnen, weil ich mich in der literarischen Welt Londons um die Jahrhundertwende zu wenig auskenne.
    Stilistisch passt sich Ackroyd für meine Begriffe sehr gekonnt an Wildes Art zu schreiben an, und auch die Übersetzung empfand ich als gut gelungen (mit Ausnahme des verflixten wiederkehrenden "ich erinnere das" statt "ich erinnere mich an").
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  • Rezension zu Das Tagebuch des Oscar Wilde

    Peter Ackroyd ist ein Spezialist für fiktive Biographien bekannter Figuren, in denen er Aspekte ihres Lebens beschreibt, die eigentlich nicht zugänglich sind. In diesem Fall widmet er sich den letzen Tagen Oscar Wildes, der nach seiner Entlassung aus dem Goal nach Paris gegangen ist um dort den Rest seines Lebens zu verbringen. In Tagebuchform werden hier die letzten Tage eines der meistbeachteten Autoren des 19. Jahrhunderts betrachtet in einer würdigen Nachempfindung seiner Ausdrucksweise. Bestimmt eine gute Methode den 150. Geburtstag Wildes zu feiern - das Lesen dieses Buchs.
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Ausgaben von Das Tagebuch des Oscar Wilde

Taschenbuch

 

Hardcover

Seitenzahl: 288

Das Tagebuch des Oscar Wilde in anderen Sprachen

  • Deutsch: Das Tagebuch des Oscar Wilde (Details)
  • Englisch: The Last Testament of Oscar Wilde (Details)

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