Hannas Töchter

Buch von Marianne Fredriksson, Senta Kapoun

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Hannas Töchter

»Hannas Töchter« – drei Generationen in hundert Jahren schwedischer Geschichte Als Anna ihre fast 90-jährige Mutter Johanna besucht, ist diese nicht mehr ansprechbar. Dabei hat Anna noch so viele Fragen über das Leben ihrer Mutter Johanna und ihrer Großmutter Hanna. Wie ist es gewesen vor fast hundert Jahren auf dem Land, als Hanna mit ihrem unehelichen Sohn Ragnar den Müller Broman heiratete? Wie hat sich ihre Mutter gefühlt, als der Vater starb, und warum hat sie niemals rebelliert gegen ihr tristes Hausfrauendasein? Anna begibt sich allein auf die Reise, das Leben ihrer Vorfahren zu entdecken – und findet dabei zu sich selbst. Ein spannendes Buch über die Liebe, in dem Marianne Fredriksson die Lebenslinien dreier Frauen durch hundert Jahre schwedische Geschichte nachzeichnet. „Eine der großen schwedischen Erzählerinnen der Gegenwart.“ Der Spiegel
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Bewertungen

Hannas Töchter wurde insgesamt 62 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Hannas Töchter

    Anna, ist auf der Suche nach ihren Wurzeln. Da die Mutter Johanna dement im Pflegeheim liegt kann sie leider keine Antworten mehr geben. Auch die Großmutter Hanna ist schon lange tot. Doch beide Frauen haben der Tochter bzw. Enkeltochter ihre Lebenserinnerungen hinterlassen.
    Anhand dieser drei fiktiven Lebensgeschichten zeichnet Marianne Fredriksson ein Bild aus der Sicht der drei einfachen Frauen.
    Hannas hartes Leben auf dem Land in der Nähe der norwegischen Grenze. Die nicht nur als zwölfjährige vergewaltigt wurde, sondern auch noch als Hure beschimpft wurde, als sie nach der Vergewaltigung ein Kind bekommt.
    Jahre später kämpft Tochter Johanna um ihren Platz im Leben und beginnt sich gegen Ungerechtigkeiten zur Wehr zu setzten. Am Ende ist aber auch sie gefangen im Frauenbild ihrer Zeit.
    Letztlich sucht auch Anna ihren Platz in der Welt und ist weit wenigen bereit Ungerechtigkeiten seitens der Männerwelt hinzunehmen.
    Alle drei Lebensgeschichten werden jeweils aus der Sicht von Hanna, Johanna und Anna erzählt. Aber natürlich kommen in diesen Erzählungen auch jeweils ihre Kinder und Enkelkinder, bzw. Mutter und Tochter, oder Großmutter und Mutter vor. So das sich einige Handlungsstränge aus anderer Sicht wiederholen.
    Mir hat diese Familienchronik im Ganzen gut gefallen, da sie an einigen wenigen Stellen, für meinen Geschmack, etwas zu langatmig war vergebe ich
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  • Rezension zu Hannas Töchter

    Das Thema des Romans ist schnell erzählt: Die Lebensgeschichte dreier Frauen einer Familie in Schweden aus aufeinanderfolgenden Generationen, Großmutter, Mutter, Tochter. Daneben wird der Leserin und dem Leser in beeindruckender Art und Weise die Entwicklung der schwedischen Gesellschaft über zwei Jahrhunderte vor Augen geführt.
    Beeindruckend finde ich wie es der Autorin gelingt, jeder ihrer Protagonistinnen eine eigene Sprache zu geben, die nicht nur die Zeit, sondern ebenso die Lebensverhältnisse widerspiegelt. Am Auffälligsten tritt dies gewiss bei Hanna zutage.
    Hanna, die Großmutter, geb. 1871, ist sicherlich die Ungebildetste der drei. Mit 12 vergewaltigt, schwanger und dadurch mit dem Makel als Hure gekennzeichnet, war sie von klein auf gezwungen, hart zu arbeiten um die Existenz ihrer Familie zu sichern. Nicht sie als Mensch war wichtig, sondern nur ihr Bemühen, ihre Arbeit, um ihren Kindern und ihrem Mann ein möglichst gesichertes Dasein zu bieten. Genauso stellt sich auch ihre Sprache dar: Keine Ich-Erzählung (statt dessen ein(e) allmächtige(r) Erzähler(in), schlichte, kurze Sätze, teilweise werden Wort- oder Satzteile einfach verschluckt. Nichts Überflüssiges, nur das Notwendigste. Alles was nicht unmittelbar dem Überleben dient, wird argwöhnisch betrachtet (lesen, musizieren, Zärtlichkeiten...). Es ist erschütternd zu erfahren, unter welch harten und zum Teil brutalen Bedingungen die Menschen zu dieser Zeit (und vermutlich nicht nur in Schweden) um ihre Existenz kämpften.
    Ganz anders bei Johanna, geb. 1902 und Anna, geb. 1937. Beide konnten sich weiter bilden und entsprechend ändert sich auch die Sprache: längere Sätze, reflektierter, bei Johannas Lebensbeschreibung ist sie zudem selbst die Erzählerin. Was vielleicht daran liegt, dass sie mit sich selbst am meisten eins war.
    Durch diese Wahl der unterschiedlichen Sprach-/Schriftweisen kommt man den Hauptfiguren dieses Romans trotz ihrer Unterschiedlichkeit und der Zeitabstände sehr nah. Und erkennt immer wieder, wieviel die einzelnen Personen mit ihren Vorfahren gemeinsam haben, auch wenn sie es nicht immer wahrhaben wollen.
    Ein wunderbares Buch: eine warmherzige, liebevolle Familiengeschichte durch die man nebenbei noch viel über die Entwicklung der schwedischen Gesellschaft erfährt.
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  • Rezension zu Hannas Töchter

    Eigentlich "befinde" ich mich ja im Moment lesetechnisch im Ungarn des vorigen Jahrhunderts mit seiner wechselvollen Geschichte (Heidi, Wirbelwind und Tom sei Dank ), aber eine falsch sortierte Büchersendung, die den entsprechenden Nachschub sichern sollte, machte ungewollt einen Umweg über Utrecht wie mir mitgeteilt wurde, was dann zwangsläufig zu einer 14-tätigen Lieferverspätung führte.
    Dann noch die traurige Nachricht, dass Marianne Fredriksson am 11. Februar verstorben sei, erinnerte mich daran, dass "Hannas Töchter" immer noch ein ungelesenes Dasein in meinem SUB führte, und diesem Umstand verdanke ich, wie missmarple es bereits gesagt, ein wunderschönes, bewegendes, aber auch ein nachdenklich machendes Buch.
    Auch bei dieser Geschichte stellte ich, wie so oft fest: Alles hat seine Zeit, auch ein Buch hat "seinen richtigen Zeitpunkt nötig"....
    Hannas Töchter habe schon einmal begonnen, aber abgebrochen, nun passte es.
    Die Handlung ist bekannt, aber damit ihr nicht immer wieder zur Seite 1 dieses Threads zurückklicken müsst, hier noch einmal der Einfachheithalber der Inhalt:
    Als Anna ihre fast 90jährige Mutter im Pflegeheim besucht, ist diese nicht mehr ansprechbar. Anna ist zugleich traurig und wütend. So viele Fragen möchte sie noch stellen, so vieles möchte sie noch wissen über das Leben ihrer Mutter Johanna und ihrer Grossmutter Hanna. Wie ist es gewesen vor fast 100 Jahren auf dem Land, als Hanna mit ihrem unehelichen Sohn Ragnar den Müller Broman heiratete? Wieso konnte sie sich später nie an das Leben in der Grossstadt Göteborg gewöhnen? Wie hat ihre Mutter sich gefühlt, als der Vater starb, und warum hat sie niemals rebelliert gegen ihr tristes Hausfrauendasein?
    Jetzt ist es zu spät, all diese Fragen zu stellen. Anna - Tochter und Enkelin - begibt sich allein auf die Reise durch das Leben ihrer Mutter und Grossmutter und findet mit Hilfe ihrer Aufzeichnungen Zugang zum Leben der Vorfahren und vor allem zu sich selbst.
    In ihrem Drang, Fragen an die Frauen zu stellen, die sie geprägt haben, liegt der Wunsch, das Mutter-Tochter-Verhältnis und insbesondere auch ihr eigenes Verhältnis zu Männern zu entschlüsseln. "Was wollte ich mit dieser Reise durch drei Frauenleben? Wollte ich nach Hause finden"?
    Die Inhaltsangabe ist dem Klappentext entnommen.
    Zuerst einmal hat mir die von einigen Leserinnen beanstandete nüchtere, klare Sprache gefallen, passt sie doch zu den wortkargen Menschen, die an Schwedens Grenze zu Norwegen leben und lebten.
    Zum zweiten bleibt bei mir persönlich ein Glücksgefühl zurück, blieb es doch unserer Mutter und uns Geschwistern erspart, dass eine so schreckliche Krankheit wie Alzheimer und ein Pflegeheim unser Leben beeinflusst hätten. [-o<
    Obwohl mich viele Generationen von Johanna trennen (geb.1902, gest.1987) war sie mir doch von allen die Nächste. Ich musste doch schmunzeln, als ich sie über Anna sprechen "hörte".....Anna hatte so eine Art zu fragen, als stünde man im Kreuzverhör vor Gericht......Wie oft habe ich DAS bei meiner Tochter gedacht, ihr habe ich schon als 12jährige empfohlen, werde du mal officier van justitie (Staatsanwalt)....so penetrant konnte dieses Kind nachfragen. Sie ist ihrer Art treu geblieben, und befindet sich inzwischen auf dem Weg zu "ihrem" Bachelor of Laws.
    Auch als Anna zu Hause auszieht, konnte ich die Gefühle von Johanna vollkommen nachvollziehen, mir erging es ganz genau so: Unser Haus wirkte leer, als sie nach Lund in ihre Studentenwohnung gezogen war. Ich vermisste Nähe und Vertraulichkeit, mein Gott, wie sehr vermisste ich sie. Und sagte mir jeden Tag, dass man nicht so sehr an seinen Kindern hängen darf, dass man sie loslassen können muss. Das es vielleicht wirklich so ist, dass Vertraulichkeit nicht möglich ist zwischen Menschen, die einander nahestehen, dass das Risiko, zu verletzen, viel zu gross ist.
    Ein schönes, poetisches, teilweise melancholisches Buch, dass auch dazu anregt, seine eigenen Vorfahren nach ihrem Leben und ihren Erfahrungen zu fragen, bevor es zu spät ist.
    Leider haben die Frauen meiner Familie keine Aufzeichnungen hinterlassen, es ist nur das bekannt, was erzählt wurde, und das ist für mich aus heutiger Sicht leider viel zu wenig. Schade, denn auch sie haber sicher ein interessantes, bewegtes Leben gehabt, und ihre Gedanken und Gefühle hätte ich gerne nachgelesen.
    Gruss Bonprix ;)
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  • Rezension zu Hannas Töchter

    Hallo Missmapel
    Bei mir war es auch das erste Buch von Marianna Fredriksson, Hannas Töchter. ich hatte mich damit etwas schwer getan. Aber es gefoel mir recht gut, dann habe ich Simon gelesen und habe es gefressen. Es folgetn Inge und Mira was mir auch wiederrum sehr gut gefiel, es handelt von einer ungleichen Freundschaft zweier Frauen die sich im Blumenladen kennen lernen, die eine Schwedin die andere glaube ich Spanieren, ungleicher ging es nicht, sehr zu empfehlen. Dann habe ich später Sofie und Andres gelesen, mal ne ganz andere Richtung aber nicht schlecht, es folgten Mariamagdalena und Marcus und Eneides, beide in Recordzeit gelesen.
    Wenn dir Hannas Töchter sehr gut gefallen hat dann versuche mal Geliebte Tochter, das war wundervoll.
    Jetzt die letzte Zeit habe ich nacheinander gelesen Eva, Abels Bruder, Noreas Geschichte, und bin jetzt bei Sintflut, diese 4 zusammen ergeben ein ganz anderes Bild der Biblischen Geschichte, ich finde sie ober gut. Dann habe ich noch eins stehen das heisst Lillemors Rätsel der Klappentext lässt wieder auf eine tolle Geschichte hoffen.
    Ich denke diese Autorin ist immer wieder für eine Überraschung gut, weil sie nicht an einem Thema kleben bleibt.
    LG v. Zeilenwiesel
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  • Rezension zu Hannas Töchter

    Bücher von Marianne Fredriksson habe ich einige, allerdings noch nicht gelesen. Und sie führten auch ein unbeachtetes Dasein in meinem Regal.
    Bis meine Mutter mir das Buch "Hannas Töchter" auslieh. Sie habe es gelesen und sich an vielen Stellen wiedererkannt. Das sei ein ganz tolles Buch.
    Da meine Mutter z.Z. ein sehr angespanntes Verhältnis zu meiner Schwester hat (sie hat beispielsweise ihre vor einigen Wochen geborene Enkeltochter noch nie gesehen) wollte ich wissen, was sie an dem Buch so berührte und habe es gelesen.
    Es hat mir wahnsinnig gut gefallen. Ein wirklich tolles Buch. Es liest sich ungemein spannend, geht teilweise unter die Haut, macht einen wütend und traurig zugleich und gegen Ende habe ich auch ein paar Tränen verdrückt. Die Sprache fand ich wunderbar, wie viel man mit einfachen Worten ausdrücken kann ...
    Fredriksson beschreibt eindrücklich mehrere Frauengenerationen im schwedischen Grenzland zu Norwegen - und der Mutter-Tochter-Konflikt bzw. die Mutter-Tochter-Beziehung ist dennoch hochaktuell und passt auch in die heutige Zeit. Wie Anna ihre verwirrte Mutter besucht, wie sie die Nähe zu ihrem Vater nicht aushalten kann. Und dann wieder die Geschichte aus der Vergangenheit, die einem vorkommt wie von einem anderen Stern, das harte einsame und arbeitsreiche Leben, wie Hanna sich immer schämt, in den Spiegel zu schauen ... die drei Frauen sind mir ans Herz gewachsen.
    Kurzbeschreibung nach Amazon:
    "Als Anna ihre fast 90jährige Mutter Johanna im Pflegeheim besucht, ist diese nicht mehr ansprechbar. Anna ist zugleich traurig und wütend. So viele Fragen möchte sie noch stellen, so vieles möchte sie noch wissen über das Leben ihrer Mutter Johanna und ihrer Großmutter Hanna. Wie ist es gewesen vor fast hundert Jahren auf dem Land, als Hanna mit ihrem unehelichen Sohn Ragnar den Müller Broman heiratete? Wieso konnte sie sich später nie an das Leben in der Großstadt Göteborg gewöhnen? Wie hat sich ihre Mutter gefühlt, als der Vater starb, und warum hat sie niemals rebelliert gegen ihr tristes Hausfrauendasein? Jetzt ist es zu spät, all diese Fragen zu stellen. Anna - Tochter und Enkelin - begibt sich allein auf die Reise durch das Leben ihrer Mutter und Großmutter und findet mit Hilfe ihrer Aufzeichnungen Zugang zum Leben ihrer Vorfahren und vor allem zu sich selbst.
    Marianne Fredriksson hat ein spannendes Buch über die Liebe geschrieben, in dem sie die drei einprägsamen Lebenslinien von Anna, Hanna und Johanna durch hundert Jahre schwedische Geschichte nachzeichnet. "
    Ich werde mich sicher mit meiner Mutter mal über dieses Buch unterhalten. Darauf freue ich mich schon.
    Vielleicht sollte ich öfter mal die Bücher lesen, die ihr gefallen.
    Meine Bücher von Fredriksson werde ich sicher auch bald lesen, sobald meine Mutter sie aus hat, ich habe sie ihr geliehen und sie war ganz erstaunt, dass ich sie hatte.
    Ich wusste übrigens nicht so recht, wo ich dieses Buch einstelle. Habe mich dann für History entschieden.
    grüße von missmarple
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Ausgaben von Hannas Töchter

Taschenbuch

Seitenzahl: 384

Hardcover

Seitenzahl: 560

E-Book

Seitenzahl: 554

Hannas Töchter in anderen Sprachen

  • Deutsch: Hannas Töchter (Details)
  • Englisch: Hannas Daughters (Details)

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