Der Club der Unbeugsamen
Titel: Der Club der Unbeugsamen
Kathryn Stockett (Autor) , Cornelia Holfelder-von der Tann (Übersetzer)
Verlag: btb Verlag
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 848
ISBN: 9783442763351
Termin: Neuerscheinung Mai 2026
Aktion
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Der Club der Unbeugsamen
Nur große Herzen verändern die Welt Mississippi, 1933. Die Wirtschaftskrise hält die Welt in Atem. Doch in einer kleinen Stadt verbündet sich eine Gruppe von Frauen. Sie gehen erstaunliche Risiken ein, koste es, was es wolle. Denn sie alle haben eines gemeinsam: Sie haben wenig zu verlieren. Ein mutiger und großherziger Roman über eine Gruppe unerschütterlicher Frauen, die Alles riskieren, um ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
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Bewertungen
Der Club der Unbeugsamen wurde insgesamt 7 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,9 Sternen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Der Club der Unbeugsamen
- Sydneysider47
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13. August 2026 um 01:22
Lesenswerter Roman über starke Frauen in den 1930er-JahrenWeiterlesen
Worum geht es in dem Buch?
Der Roman spielt im Jahr 1933 im US-Bundesstaat Mississippi, genauer gesagt in der Kleinstadt Oxford.
Birdie Calhoun reist dorthin, um ihre Schwester Frances zu besuchen. Birdie, ihre Mutter und Großmutter haben finanzielle Probleme. Da Frances offenbar in eine reiche Familie, die Tartts, eingeheiratet hat, kann sie vielleicht ihren Angehörigen mit Geld aushelfen.
Birdie bleibt länger, als gedacht. Frances und ihre Schwiegermutter stecken selbst in finanziellen Problemen, nachdem Rory, Frances‘ Ehemann, seinen Job bei einer Bank verloren hat und mit einigen wertvollen Stücken aus seinem Elternhaus geflüchtet ist.
Birdie versucht zu helfen. Erst nur in dem Waisenhaus, in dem sie sich um die Buchhaltung kümmert. Dort fallen ihr viele Missstände auf, und sie freundet sich mit Margot, genannt Meg, an. Meg ist 11 Jahre alt, klug, ihre Mutter Charlie hat sie plötzlich alleingelassen. Der Vater kümmert sich nicht um sie und so landete sie im Waisenhaus. Mrs. Garnett, die Leiterin, mobbt sie – und Birdie fasst den Entschluss, sich um Megs Wohlergehen zu kümmern.
Als Birdie Charlie, Megs leibliche Mutter, kennen lernt, freundet sie sich nach einiger Skepsis mit ihr an. Nachdem sie erfahren hat, dass es nicht Charlies Schuld war, dass Meg alleingelassen wurde, versucht sie alles, damit Charlie und Meg wieder zusammenkommen.
Meine Meinung zu diesem Buch:
Die Romanhandlung wird abwechselnd aus der Perspektive von Birdie und von Meg erzählt. Beide sind Ich-Erzählerinnen. Der Erzählstil ist mitreißend und authentisch. Immer wieder überrascht die Autorin mit einem speziellen Humor, der das Buch, trotz einer gewissen Tragik der Ereignisse, kurzweilig machen.
Nach kurzer Einlesezeit ließ sich das Buch zügig lesen. Allerdings braucht man Zeit dazu, da das Buch ziemlich umfangreich ist. Aber die Handlung und die sympathischen Hauptcharaktere bieten einigen Lesegenuss.
Was mich sehr erschütterte, ist, wie viele Vorurteile in den 1930er-Jahren herrschten. Beispielsweise, welche Meinung man über Frauen, die unverheiratet Kinder bekamen, hatte – und über ihre Kinder auch. Darüber hinaus, wie es in Waisenhäusern zuging – und welche Macht Personen ausüben konnten, wenn sie Geld und Einfluss hatten. Auch das Thema „Rassismus“ spielt eine Rolle. Bestimmte Verhaltensweisen waren strafbar.
Man liest das Buch, weil man wissen will, wie es mit Meg, Charlie und Birdie weitergeht – und mit vielen weiteren Charakteren ebenfalls.
Ich vergebe fünf Sterne und empfehle das Buch weiter. -
Rezension zu Der Club der Unbeugsamen
- Bellis-Perennis
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21. Juni 2026 um 13:21
Mit Frauenpower und Chuzpe gegen Heuchelei und Willkür ...Dieser Roman entführt uns in das Jahr 1933 in die USA. Noch herrscht die Prohibition und die Weltwirtschaftskrise hat auch die USA fest im Griff. Die Menschen verlieren ihre Arbeit, Vermögen seinen Wert und Kinder werden einfach ausgesetzt oder unverheirateten Müttern behördlicherseits abgenommen, um die Moral aufrecht zu erhalten. Diese Kinder werden selten gut und liebevoll versorgt.Weiterlesen
Kathryn Stockett erzählt diese Geschichte, die aus mehreren Handlungsstränge besteht, aus der Sicht von Meg, die im Waisenhaus lebt, und aus der Perspektive von Birdie, die nach Oxford kommt, um Frances, ihre, mit einem Banker verheiratete Schwester um Geld zu bitten, um die fällige Grundsteuer bezahlen zu können. Sie und ihre Mutter würden sonst das Elternhaus verlieren. Während Birdie auf eine Zusage von Rory, Frances‘ Ehemann wartet, lernt sie im örtlichen Waisenhaus die elfjährige Meg kennen, als sie dort für wenige Cent die Buchhaltung in Ordnung bringt, weil eine Inspektion in Haus steht.
Noch weiß niemand, dass Rory das Vermögen seiner Mutter verzockt hat, in der Bank gekündigt worden ist und das Haus vor der Zwangsversteigerung steht.
„...Auf dem Papier heiße ich Margot, aber für gewöhnlich werde ich Meg genannt. Ich bin wie gesagt seit zwei Geburtstagen hier…“
Mit diesen Worten stellt sich die elfjährige Meg vor, wenn an den sogenannten Besuchstagen adoptionswillige Ehepaare in das Waisenhaus von Oxford/Mississippi kommen und sich ein Kind aussuchen. Leider werden fast immer Babys und Kleinkinder adoptiert, denn sie sind, wie es so schön heißt „noch formbar“. An den älteren Mädchen wie Meg hat kein Ehepaar Interesse, außer man braucht eine billige Arbeitskraft. Zusätzlich ist Meg fortwährend den sichtlich religiös motivierten Schikanen von Mrs. Garnett, die Leiterin des Waisenhauses, ausgesetzt. Nach außen hin präsentiert sich Mrs. Garnett als fürsorgliche Person, die die Mädchen auf den „rechten Weg zurückführen will“.
Als Birdie entdeckt, dass Meg vom Unterricht ausgeschlossen ist und in einer verschimmelten Kammer, deren Fenster vernagelt ist, mehr oder weniger sinnlose Arbeiten verrichten muss, obwohl sie leicht und gerne lernt, beginnt sie sich gegen Mrs. Garnetts Anweisungen hinwegzusetzen und in Garnetts Abwesenheit, das Los Megs und der anderen Kinder zu verbessern. Birdies Wahlspruch ist
“... manchmal ist es besser, nachher um Verzeihung zu bitten als vorher um Erlaubnis….“
Wenig später spitzt sich die Situation zu: Meg wird zur Überraschung aller an Stelle eines Babys adoptiert, Frances und ihre Schwiegermutter müssen feststellen, dass Rory das Haus von allen Wertsachen „befreit“ und sie mit einem Haufen Schulden sitzengelassen hat. Als sich dann noch herausstellt, dass Rory schwul und ihre Ehe eine schlechte Farce ist, ist gute Rat teuer. In dieser Situation taucht Megs Mutter Charlie auf, die die letzten beiden Jahre in einer Anstalt verbracht hat. Die Hintergründe werden erst später offenbart.
Jedenfalls will Charlie ihre Tochter zurück, braucht aber dafür Geld. Sie macht Birdie einen unkonventionellen Vorschlag , um rasch Geld zu verdienen ....
Und dann kreuzt noch als weitere Verbündete die Krankenschwester Victoria bei Charlie und Birdie auf. Sie will Medizin studieren, was damals Frauen nur an wenigen Universitäten in den USA erlaubt ist und als Ärztin vorrangig Frauen betreuen. Sie hat es satt, wie männliche Ärzte über Frauen bestimmen und eine Einweisung in eine Anstalt und/oder eine Zwangssterilisation anordnen können.
Meine Meinung:
Dieses Buch ist das erste von Kathryn Stockett für mich.
Obwohl es in den 1930er-Jahren spielt, erinnern mich einige Stellen an das hier und jetzt. Sei es, dass Homosexualität seitens der Behörde und zahlreicher Ärzte als behandelbare Krankheit angesehen wird oder sei es, dass sich einzelne, wie die bigotte Mrs. Garnett als einzige moralische Instanz im Lande halten und nur ihre eigene Meinung gelten lassen. Rassismus hat im Bundesstaat Mississippi eine lange Tradition, Abwertung von Frauen ebenso. So erhält Birdie für ihre Arbeit nur 25 Cent, während ein angelernter Jüngling 75 Cent für die gleiche Tätigkeit bekommt. Unverheiratete Frauen werden ohne viel Federlesens als Prostituierte gebrandmarkt und selbst ein Gespräch mit einem Farbigen zieht eine Anzeige und Haft nach sich. Ehefrauen aus ihren Dienstverhältnissen bei der Post etc. werden entlassen, weil die Arbeitsplätze den Männern zustehen.
Obwohl mich das Buch an manchen Stellen ziemlich wütend macht, muss ich auch immer wieder darüber schmunzeln, mit welcher Chuzpe Charlie und Birdie den bigotten Einwohnern von Oxford die Stirn bieten. Welche Aktionen das sind, müsst ihr selbst lesen.
Der Roman lässt sich flüssig lesen, was auch an der gelungenen Übersetzung liegt. Die 848 Seiten sind im Nu gelesen. Kathryn Stockett erzählt straff, raffiniert und detailliert zugleich. Sie entlarvt dabei messerscharf die Heuchelei und Bigotterie jener Zeit. Die Charaktere sind fein herausgearbeitet. Auf der einen Seite, jene Frauen, wie Charlie oder Viktoria, denen das Leben nichts geschenkt hat, und die sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu wehren wissen. Zum anderen jene wie Birdie, die über sich hinauswächst und ihre Schwester und Schwiegermutter, die viel zu lange den Kopf in den Sand gesteckt haben, letztlich aber mit Hilfe von Charlie & Co. ihr erstmals Leben selbst in die Hand nehmen. Die starken Frauenfiguren wachsen einem schnell ans Herz. Der Ton ist schonungslos offen und dennoch heiter.
Fazit:
Gerne gebe ich diesem Roman, der in den USA von 1933 spielt und in manchen Bereichen durchaus Ähnlichkeiten mit der Gegenwart aufweist, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
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Besitzer des Buches 10
Update: 22. August 2026 um 11:17




