This House of Grief

Buch von Helen Garner

Cover zum Buch This House of Grief

Titel: This House of Grief

3 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Weidenfeld & Nicolson

Format: E-Book

Seitenzahl: 300

ISBN: B0BXH1KBLF

Termin: Neuerscheinung März 2024

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu This House of Grief

    • 10. April 2026 um 11:40
    Am 7. September 2005 kam Robert Farquharson mit seinem Auto von der Straße ab und stürzte in einem Fluss. Er konnte sich aus dem Auto befreien, für seine drei Söhne auf dem Rücksitz gab es keine Rettung. Der Unfall an sich war tragisch genug, aber die nachfolgende Anhörung und der Prozess gegen Farquharson haben die Menschen in der Region tief bewegt. Helen Garner ging es nicht anders. Sie war vom ersten Tag des Prozesses bis zum letzten Tag der Anhörung dabei.
    Man kann das große Interesse an dem Fall mit Katastrophentourismus abtun, aber ich glaube, dass noch mehr dahintersteckt. Wie kann ein Mensch nach so einem Unfall nur an sich denken und die eigenen Kinder zum Sterben im Auto zurücklassen? Für viele Prozesszuschauer war es der Wunsch, Antwort auf diese Frage zu bekommen, der sie immer wieder in den Gerichtssaal brachte.
    Ich gebe zu, dass ich an die Lektüre nicht unvoreingenommen herangegangen bin. Das liegt zum einen an der Darstellung Farquharsons. Er wirkt schwach, antriebslos und von seinem Leben als Ehemann und Familienvater überfordert. In der Trennung von seiner Frau sieht er keine Chance, seinem unbefriedigenden Leben eine Wendung zum Besseren zu geben. Vielmehr ist es etwas, das sie ihm bewusst antut, um ihn zu verletzten. War der Unfall und der Tod der gemeinsamen Kinder die Rache dafür?
    Die Menschen in der Umgebung haben sich mit dem Fall beschäftigt. Keiner konnte sich vorstellen, dass ein Vater seine Kinder absichtlich in den Tod fährt. Und doch: Farquharsons Verhalten direkt nach dem Unfall und seine Aussagen weckten erste Zweifel. Auch wenn er auf seiner Unschuld beharrte und von seiner Exfrau unterstützt wurde, schienen die Beweise im Prozess für seine Schuld stärker zu sein als für seine Unschuld.
    Ein schwieriges Thema, aber auch eine schwierige Lektüre. Mir waren die detaillierten Schilderungen manchmal zu bildhaft. Auf der anderen Seite habe ich mich auch immer wieder gefragt, wie sehr ich mich von der Meinung der Autorin in meinem eigenen Urteil habe beeinflussen lassen.
    Auf der anderen Seite zeigt Helen Garner deutlich, was der Unfall und der Prozess mit den Menschen gemacht hat. Die Vorstellung, dass einer von ihnen zu so einer Tat fähig ist, bewegt. Viele kannten die Familie und auch den Ort, wo sich der Unfall ereignet hat. Wie geht man damit um?
    Mich hat die Geschichte berührt, aber mir hat auch etwas gefehlt, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was. Zum einen war es der nötige Abstand der Autorin zum Geschehen. Zum anderen hatte ich auch das Gefühl, dass sie sich als Prozessbeobachterin einen größeren Platz im Geschehen gegeben hat als ihr zustand.
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Seitenzahl: 300

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Update: 10. April 2026 um 11:41