Sunset Flip
Buch von Joey Goebel, Nicolai von Schweder-Schreiner
Titel: Sunset Flip
Joey Goebel (Autor) , Nicolai von Schweder-Schreiner (Übersetzer)
Verlag: Diogenes
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 384
ISBN: 9783257073744
Termin: Neuerscheinung Mai 2026
Aktion
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Kurzmeinung
towonder Für mich ein Highlight! Aufstieg und Schattenseiten eines sensiblen Protagonisten in der Wrestling Welt
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Sunset Flip
Für Auggie Schnuck sieht die Zukunft so gut aus wie nie zuvor. Als Wrestler hat er fast alles erreicht. Mit Nadine, der Liebe seines Lebens, plant er ein gemeinsames Zuhause. Doch er traut seinem Glück nicht. Je besser es läuft, desto mehr verwandelt sich Auggie, der eigentlich zum Film will, in seine Figur ›The Aug‹. Ein raffiniert erzählter Roman über Träume, die wahr werden und an den Rand von Verstand und Wirklichkeit führen, über Künstlichkeit, Kampf und Zärtlichkeit.
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Bewertungen
Sunset Flip wurde insgesamt 5 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.
Meinungen
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Für mich ein Highlight! Aufstieg und Schattenseiten eines sensiblen Protagonisten in der Wrestling Welt
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Sunset Flip
- towonder
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7. Juni 2026 um 13:24
Hoch hinaus – tiefer SturzWeiterlesen
Auggie Schnuck hat einen großen Traum – er möchte Schauspieler werden! Doch da er in der Filmwelt nicht wirklich Fuß fassen kann, versuchen er und seine Frau Nadine es mit einer Karriere beim Wrestling. Ihre große Hoffnung ruht zunächst darauf, dass Auggie dort für seine darstellerische Leistung von einem Filmproduzenten entdeckt wird und später dann, dass der große Wrestling Manager Stan MacGowan einen Film mit Auggie produzieren wird, der ihn vom Wrestling-Image befreit und zum Schauspielstar macht.
Durch die Verbissenheit, mit der Auggie für seinen Traum kämpft und seine Rolle The Aug immer weiter perfektioniert, verliert er Freunde in der Wrestling Community, die Ehe mit seiner Frau leidet und er selbst findet sich voller Verzweiflung in einem Leben wieder, dass ihm einerseits nie genug und andererseits vollkommen unverdient erscheint.
Erzählt wird dieser vor Hitze und Anspannung flirrende Roman auf mehreren Zeitebenen. Er nimmt seinen Ausgangspunkt mit einer Episode im Jahr 1989, als die erste Actionfigur von The Aug im Handel erscheint. Danach springen wir in Rückblenden immer weiter zurück in Auggies Vergangenheit, über seine frühen Anfänge im Wrestling, die Zeit, in der er seine Frau kennenlernte. Bis hin zu seinem Schauspielstudium und seiner Schulzeit. So werden nach und nach die Hintergründe zu Auggies Familie und Freunden aufgedeckt und wir verstehen, warum dieser Mann in der Jetztzeit – die im anderen Handlungsstrang immer weiter fortschreitet – das ein oder andere tut oder auf das ein oder andere so reagiert, wie er reagiert. Diesen Kniff des Autors empfand ich als besonders gelungen, denn er gibt einer an sich schon dramatischen Geschichte noch ein gewisses Etwas. Chronologisch erzählt haben wir Aufstieg und Fall eines Sportlers/ eines Protagonisten ja schon oft gelesen.
In diesem Fall macht aber auch das Wrestling-Metier für mich den Reiz des Buches aus. Wer nur ein paar Auftritte der Großen der Szene gesehen hat, erkennt hier sofort einige Motive wieder. Und wird mit der Frage konfrontiert: was ist eigentlich echt und was ist vorbestimmt an einem Kampf. Wo treffen sich im Wrestling schauspielerische Leistung und Sport? Und wie hart ist dieser Sport, dieses Entertainment wirklich? Gepaart mit einer Person voller Selbstzweifel und inneren Konflikten, wird der Roman daher zu einem sehr bewegenden Werk.
Da dies mein erstes Buch von Joey Goebel ist, kann ich keinen Vergleich zu seinen früheren Büchern ziehen. Ich werde mir den Autor aber in jedem Fall merken. Von mir an dieser Stelle volle Sterne!! Ich hatte großes Vergnügen beim Lesen. -
Rezension zu Sunset Flip
- DaviJo
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25. Mai 2026 um 21:56
Ein literarischer Power-Slam direkt ins Herz!Weiterlesen
Joey Goebel widmet sich in diesem Werk einmal mehr den Außenseitern der Gesellschaft, den Träumern und den vermeintlichen Verlierern im Herzen Amerikas. Ohne zu viel zu verraten: Es geht um große Ambitionen, die harte Realität der Provinz und die skurrile, aber faszinierende Welt des Independent-Wrestlings.
Die Umsetzung ist absolut genial gelungen. Goebel balanciert meisterhaft auf dem schmalen Grat zwischen bissiger Gesellschaftssatire und tiefer Tragikomik. Die Story hat von der ersten Seite an ein enormes Tempo. Was als schräge Komödie beginnt, entwickelt schnell eine emotionale Tiefe, die mich völlig unerwartet erwischt hat. Das Thema wird nicht ins Lächerliche gezogen, sondern mit einer spürbaren Liebe zum Detail und zur Szenerie erzählt.
Schon beim ersten Blick auf das Buch wird klar, dass hier kein klassischer, glattgebügelter Roman wartet. Die Gestaltung fängt den Vibe der Geschichte perfekt ein: Sie ist ein bisschen retro, ein bisschen schrill und verströmt sofort diese typisch amerikanische Kleinstadt-Atmosphäre, in der Joey Goebels Geschichten so gern spielen. Das Cover wirkt unkonventionell und hebt sich wohltuend vom Mainstream ab – für mich ein absoluter Blickfang im Bücherregal, der neugierig auf den Inhalt macht.
Der Schreibstil ist schlichtweg eine Wucht: dynamisch, rotzig, voller pointierter Dialoge und gleichzeitig von einer überraschenden Poesie in den richtigen Momenten. Goebel schreibt unglaublich bildhaft, sodass man den Schweiß der Sporthallen und den Staub der Provinzstraßen förmlich riechen kann. Ein großes Lob gebührt hierbei auch dem deutschen Übersetzer, der es perfekt schafft, den speziellen, oft rhythmusgetriebenen amerikanischen Slang und den trockenen Humor flüssig und authentisch ins Deutsche zu übertragen, ohne dass der Wortwitz verloren geht.
Die Charaktere sind für mich das absolute Herzstück des Romans. Goebel zeichnet keine makellosen Helden, sondern Figuren mit Ecken, Kanten, schweren Fehlern und noch größeren Träumen. Genau diese Unvollkommenheit macht sie so unfassbar authentisch. Man schüttelt beim Lesen oft den Kopf über ihre Entscheidungen, erwischt sich aber im nächsten Moment dabei, wie man leidenschaftlich mit ihnen mitfiebert. Ihre Beziehungen und Konflikte wirken organisch und emotional absolut nachvollziehbar.
Joey Goebel gehört für mich seit Meisterwerken wie Vincent oder Freaks zu den spannendsten Stimmen der modernen amerikanischen Literatur. Er schafft es wie kaum ein Zweiter, die Absurditäten des "American Dream" zu sezieren, ohne dabei den Respekt vor seinen Figuren zu verlieren. Wer seine früheren Romane mag, wird auch hier diesen unverwechselbaren, empathischen Blick auf die Underdogs wiederfinden.
Sunset Flip beweist einmal mehr, dass Goebel ein scharfsinniger Beobachter der menschlichen Natur ist. -
Rezension zu Sunset Flip
- Emili
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22. Mai 2026 um 04:23
Kurzbeschreibung:Weiterlesen
Für Auggie Schnuck sieht die Zukunft so gut aus wie nie zuvor. Als Wrestler hat er fast alles erreicht. Mit Nadine, der Liebe seines Lebens, plant er ein gemeinsames Zuhause. Doch er traut seinem Glück nicht. Je besser es läuft, desto mehr verwandelt sich Auggie, der eigentlich zum Film will, in seine Figur ›The Aug‹. Ein raffiniert erzählter Roman über Träume, die wahr werden und an den Rand von Verstand und Wirklichkeit führen, über Künstlichkeit, Kampf und Zärtlichkeit.
Meinung:
Selbstinszenierung, Erfolgsdruck und Tragik.
Mit „Sunset Flip“ aus Diogenes Verlag bewegt sich Joey Goebel erneut in den Themen, die viele seiner Romane prägen: Menschen am Rand der Gesellschaft, zerstörerische Sehnsüchte und die Rolle in der Gesellschaft. Diesmal steht die Welt des Wrestlings im Mittelpunkt – eine Branche, in der Show und Realität ständig ineinander übergehen und die Realität vom purem Theater geprägt wird. Hauptfigur ist Auggie Schnuck, der unter seinem Wrestlingnamen „The Aug“ immer erfolgreicher wird. Eigentlich möchte er das Wrestling hinter sich lassen und Schauspieler werden, doch seine Karriere entwickelt sich genau in die entgegengesetzte Richtung. Gemeinsam mit seiner Freundin Nadine versucht er, sich ein normales Leben aufzubauen, während Ruhm, Leistungsdruck und Selbstinszenierung ihn zunehmend vereinnahmen.
Der Roman zeigt eindringlich, wie Auggie immer stärker mit seiner Bühnenfigur verschmilzt. Die körperlichen Folgen des Wrestlings, der Umgang mit Steroiden und die psychische Belastung hinter der grellen Fassade spielen dabei eine große Rolle. Besonders gelungen ist die Darstellung dieser künstlichen Unterhaltungswelt, in der Gewalt zur Ware wird und echte Gefühle kaum noch Platz haben. Nadine fungiert dabei als Gegenpol zu Auggies Selbstzerstörung, auch wenn sie als Figur etwas zu wenig Raum erhält.
Trotz der interessanten Grundidee bleibt „Sunset Flip“ jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Goebel macht seine Kritik an Medienkultur und Inszenierung oft sehr direkt deutlich. Vieles wird ausgesprochen, statt sich natürlich aus Handlung und Figuren zu entwickeln. Manche Passagen wirken unnötig wiederholend. Vor allem Auggies innere Konflikte drehen sich mehrfach um dieselben Gedanken, ohne dass sich seine Figur entscheidend weiterentwickelt. Auch die Begriffe und Vorgänge aus der Welt des Wrestlings nehmen zu großen Raum ein. Für die Fans von Wrestlings sicherlich sehr interessant und leicht verständlich, doch für Leser, die mit diesem Sport nichts anzufangen wissen, schwierig.
Hinzu kommt, dass der Roman emotional eine gewisse Distanz wahrt. Auggie ist bewusst als schwierige, egoistische und destruktive Figur angelegt, was zwar zur Geschichte passt, aber das Mitfühlen erschwert. Gerade in den ruhigeren Momenten fehlt manchmal die emotionale Tiefe, die nötig wäre, um seine Krise wirklich greifbar zu machen. Nebenfiguren bleiben eher funktional und bekommen zu wenig eigene Konturen.
Dennoch besitzt „Sunset Flip“ die typische Handschrift von Joey Goebel. Der trockene Humor, die melancholische Stimmung und der Blick auf kaputte Existenzen funktionieren weiterhin gut. Fans seiner früheren Bücher werden viele vertraute Motive erkennen: Menschen, die an ihren Rollen zerbrechen und verzweifelt versuchen, ihrem Leben Bedeutung zu geben. Die Wrestling-Thematik sorgt zwar für ein ungewöhnliches Setting, doch inhaltlich wiederholt der Roman manches, was Goebel in anderen Werken bereits stärker und präziser erzählt hat. Dadurch bleibt „Sunset Flip“ ein interessanter, aber nicht vollständig überzeugender Roman über Selbstinszenierung, Erfolgsdruck und Identitätsverlust.
Ausgaben von Sunset Flip
Besitzer des Buches 3
Update: 10. Juli 2026 um 09:33




