Der Ruf des Schattenfrosches
Buch von Fiona Seabrink
Titel: Der Ruf des Schattenfrosches
Fiona Seabrink (Autor)
Verlag: epubli
Format: E-Book
Seitenzahl: 72
ISBN: 9783818766436
Termin: Neuerscheinung Januar 2025
Aktion
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Kurzmeinung
Rananarmo Vielschichtiger Kurzroman - Pflicht für Lovecraft-Fans
Bewertungen
Der Ruf des Schattenfrosches wurde bisher einmal bewertet.
Meinungen
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Vielschichtiger Kurzroman - Pflicht für Lovecraft-Fans
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Der Ruf des Schattenfrosches
- Rananarmo
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5. Dezember 2025 um 12:55
Handlung: Sophie, ein junges Mädchen, flieht in den Wald, um gesellschaftlichen Erwartungen zu entkommen. Dabei überschreitet sie eine unsichtbare Grenze, und ihre Welt verwandelt sich zunehmend in eine verstörende, fremde Realität. Subtile Veränderungen steigern sich zu einer Konfrontation mit einer allmächtigen Entität, dem „Alten“.Weiterlesen
Wer jemals Geschichten von Lovecraft gelesen hat, wird sich hier zu Hause wiederfinden.
Der Schreibstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, passt aber irgendwie zur Atmosphäre der Geschichte. Die Handlung bleibt bewusst vage. Orte („ein Dorf“, „ein Wald“, „das Nachbardorf“), Zeit (Ende 19. oder Anfang 20. Jahrhundert? Doch plötzlich taucht ein Auto auf…?) und Sophies Alter sind lediglich angedeutet. Das verleiht der Geschichte eine universelle und zeitlose Qualität. Die wiederkehrenden inneren Monologe (ständige Wiederholungen von Sophies Selbstgesprächsfetzen wie „das ist nicht real“, „das kann nicht echt sein“ oder „das ist nur ein Traum“) und die psychologische Ebene verstärken die Lovecraft-artige Atmosphäre.
Sophie ist eine vielschichtige Protagonistin, deren Gedankenwelt den Leser tief in die Geschichte hineinzieht. Gleichzeitig bleibt sie emotional distanziert, was sie weniger individuell wirken lässt. Aber möglicherweise ist dies als bewusste Konstruktion eine Hommage an Lovecraft, wo Figuren oft lediglich Werkzeuge zur Erkundung des Unbekannten sind. Trotzdem hätte etwas mehr emotionale Tiefe den Leser noch stärker an sie binden können.
Die Geschichte bietet zahlreiche Interpretationsansätze. Ich bin ja ein ein großer Fan von Büchern, über die man sich sehr viele Gedanken machen kann, weil es kein Richtig und kein Falsch gibt. Neben der offensichtlichen Verbindung zu Lovecrafts kosmischem Horror könnte sie auch als Metapher für psychische Erkrankungen, Identitätskrisen oder den Versuch, vor der Realität zu fliehen, gelesen werden.
Ein bisschen enttäuscht hat mich das Ende. Es kam sehr abrupt und sehr schlagartig. Das wirkte beim Lesen ein bisschen so wie "Die Geschichte muss jetzt beendet werden, um jeden Preis!" Ein längeres und sanfteres Ende hätte die verstörende Wirkung noch verstärken können und vielleicht für einen Nachhall gesorgt.
Fazit: Ich vermute, die Autorin hat sich stark von Lovecraft inspirieren lassen und würde diese Geschichte deshalb auch Lovecraft-Fans und Liebhaber des kosmischen Horror (die Angst vor dem Unbekannten) ans Herz legen.
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Update: 5. Dezember 2025 um 12:55
