Schatten der Gondeln

Buch von John Banville, Elke Link

Cover zum Buch Schatten der Gondeln

Titel: Schatten der Gondeln

, (Übersetzer)

4,3 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: Kiepenheuer&Witsch

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783462008289

Termin: Neuerscheinung November 2025

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Schatten der Gondeln

Die Rückkehr von John Banville als einem der raffiniertesten Stilisten unserer Zeit: ein eindringlicher, atmosphärischer Roman, der hinter jeder spinnwebigen Ecke eine Überraschung bereithält. 1899. Als das neue Jahrhundert anbricht, heiratet der englische Schriftsteller Evelyn Dolman – ein Schreiberling, wie er selbst sagt – Laura Rensselaer, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Evelyn hofft, dass er und Laura ein beträchtliches Vermögen erben werden und so ein bequemes, geregeltes Leben führen können. Doch seine Hoffnungen werden enttäuscht, als ein mysteriöses Zerwürfnis zwischen Laura und ihrem Vater, kurz vor dem Tod des Patriarchen, zu ihrer Enterbung führt. Das unglückliche Ehepaar reist nach Venedig, um das neue Jahr im Palazzo Dioscuri zu feiern, dem Stammsitz des charmanten, aber zwielichtigen Grafen Barbarigo. Von der ersten Minute an häufen sich im Palazzo unerklärbare und unheimliche Ereignisse. Evelyns ohnehin schon strapazierte Nerven liegen blank: Könnte es am Nebel liegen, der die schwimmende Stadt umhüllt, oder verliert er den Verstand?
Weiterlesen

Bewertungen

Schatten der Gondeln wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

(2)
(2)
(0)
(0)
(0)

Meinungen

  • Atmosphärischer Schreibstil, fesselnd

    Bartie

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Schatten der Gondeln

    • 13. Januar 2026 um 19:21
    Für den Schriftsteller Evelyn Dolman beginnt mit dem neuen Jahrhundert auch ein neues Leben. Er heiratet Laura Rensselaer, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Damit, so glaubt er, ist seine Zukunft gesichert, denn als Schriftsteller ist er nicht sehr erfolgreich. Aber die Ehe steht unter keinem guten Stern. Der Vater enterbt die Tochter aufgrund eines mysteriösen Streits und auch das Verhältnis zwischen Evelyn und seiner Frau ist angespannt.
    Die beiden fahren nach Venedig, um im Palazzo des Grafen Barbarigo das neue Jahrhundert zu begrüßen. Aber auch die von Laura lange geplante Reise kann die Stimmung nicht verbessern- im Gegenteil. Sie ist so trüb wie das Wetter in Venedig. Dann trifft Evelyn in einem Café einen alten Bekannten und seine Schwester und plötzlich erscheint ihm der Aufenthalt in Venedig nicht mehr so schrecklich. Aber diese Freude dauert nur kurz an.
    John Banville zeichnet eine düstere Geschichte. Es wirkt für mich so, als ob Evelyn seine Frau nicht wirklich kennen würde. Manchmal scheint er fast Angst vor Laura zu haben. In Venedig fühlt er sich mehr als unwohl. Er spricht die Sprache nicht und hat das Gefühl, als ob sich die Menschen hinter seinem Rücken über ihn lustig machen würden. Auch bei seinem Bekannten ist er sich nicht sicher, ob er ihn wirklich kennt. Aber er ist der Einzige, der ihm in der kalten, grauen Stadt wohlgesonnen zu sein scheint Er genießt die Freundschaft zu ihm und seiner Schwester, ohne zu bemerken, dass die beiden nicht uneigennützig handeln.
    Mir gefällt die Atmosphäre, die John Banville in seinem Roman schafft. Evelyn deutet von der ersten Seite an, dass seine Geschichte nicht gut ausgehen wird. Deshalb konnte ich ihm nur zusehen, wie er immer wieder falsche Entscheidungen trifft und so auf das Unglück zusteuert. Bis auf die Andeutungen wusste ich nicht, was passieren würde. Evelyn findet weder zur Stadt noch zu ihren Bewohnern Zugang, aber er bemüht sich auch nicht wirklich. Vielleicht wären ihm sonst die feinen Nuancen aufgefallen, die mir nicht entgangen sind. Allerdings habe ich sie nicht deuten können. Je weiter die Geschichte geht, desto verworrener und auch gruseliger wird sie. Die Spannung baut sich langsam, aber stetig auf und ich war mir nie sicher, ob sich Evelyn Dinge einbildete oder ob sie sich wirklich ereigneten.
    Eine Geschichte mit Tiefgang, die ohne Effekthascherei auskommt, allerdings auch ohne sympathische Charaktere. Aber die hat es für mich auch nicht gebraucht.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Schatten der Gondeln

    • 20. Dezember 2025 um 17:14
    Venedigs schaurige Geschichten
    Sechs Monaten nach der Hochzeit, im Winter 1899 reisen der Schriftsteller Evelyn Dolman und Laura Rensselaer nach Venedig. Ihre verspäteten Flitterwochen wollte Laura unbedingt in Venedig verbringen.
    Der Aufenthalt in der Lagunenstadt endet jedoch für Evelyn Dolman fatal. Laura, nachdem er sie sexuell missbraucht hat, verschwindet am nächsten Tag spurlos. Danach kommt es zu mehreren unerklärten Vorfällen, Dolman selbst beginnt an seinem Verstand zu zweifeln und letztendlich muss er die Stadt verlassen.
    Zurück in England erzählt Evelyn selbst über den Aufenthalt in der winterlich kalten, düsteren Stadt. Ausführlich berichtet er über einige unheimliche Ereignisse, die bereits bei der Ankunft in dem Palazzo Dioscuri am Canal Grande ihren Anfang hatten.
    Die schaurigen Geschichten über den kalten, geräumigen Palazzo, die sein dubiöser Besitzer seinen Gästen gleich am ersten Abend servierte, die unheimlichen Gestalten welche in den sonst leeren Räumen des Gebäudes plötzlich erschienen und die kalte, von Nebel umhüllte Stadt, machten dem verwirrten Schriftsteller zu schaffen. Er fühlte sich verfolgt und zweifelte an seinem Verstand. Doch all diese unheimlichen Vorfälle hinderten ihn nicht nach heimlichen Abenteuern in den Gaststätten der verhassten Stadt zu suchen.
    Fast hätte ich Mitleid mit dem in einer fremden, unheimlichen Stadt verlassenen Ehemann, der sich laut über sein ungerechtes Schicksal beschwerte. Aber kann ich der Erzählung des gekränkten, geschwätzigen Ehemannes und gleichzeitig eines enttäuschten Mitgiftjägers Glauben schenken?
    Evelyn Dolman ist kein sympathischer Protagonist des Romans. Mit Zweifel und Misstrauen habe ich seine unglaubliche Geschichte verfolgt, in der er vor allem als selbstgefälliger Snob glänzt.
    Der Roman ist hochspannend. Nicht nur die merkwürdigen Geschehnisse in der Stadt der Gondeln lassen viel Raum für Spekulationen, auch der unzuverlässige Erzähler Evelyn trägt mit seiner Erzählung erheblich dazu bei. Für viel Spannung sorgen einige interessante Wendungen und das spektakuläre Ende, für welches der Autor einige Überraschungen parat hält.
    Nicht nur die interessante Handlung hat mich für diesen Roman begeistert. Vor allem die fesselnde Sprache des Autors, mit der er meisterhaft die schaurige Atmosphäre vermittelt und das düstere Bild der Stadt Venedig gekonnt zeichnet, haben mich fasziniert.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Schatten der Gondeln

    • 18. Dezember 2025 um 18:28
    Klappentext:
    Aus dem Englischen von Elke Link. 1899. Als das neue Jahrhundert anbricht, heiratet der englische Schriftsteller Evelyn Dolman - ein Schreiberling, wie er selbst sagt - Laura Rensselaer, die Tochter eines amerikanischen Ölmagnaten. Evelyn hofft, dass er und Laura ein beträchtliches Vermögen erben werden und so ein bequemes, geregeltes Leben führen können. Doch seine Hoffnungen werden enttäuscht, als ein mysteriöses Zerwürfnis zwischen Laura und ihrem Vater, kurz vor dem Tod des Patriarchen, zu ihrer Enterbung führt.Das unglückliche Ehepaar reist nach Venedig, um das neue Jahr im Palazzo Dioscuri zu feiern, dem Stammsitz des charmanten, aber zwielichtigen Grafen Barbarigo. Von der ersten Minute an häufen sich im Palazzo unerklärbare und unheimliche Ereignisse. Evelyns ohnehin schon strapazierte Nerven liegen blank: Könnte es am Nebel liegen, der die schwimmende Stadt umhüllt, oder verliert er den Verstand?
    Mein Lese-Eindruck:
    Ein junges Paar reist in den Flitterwochen nach Venedig, dem traditionellen Ziel für Verliebte, eine Stadt, die mit ihrem märchenhaften Charme ein junges Ehepaar für eine kurze Zeit noch vor dem Alltag bewahren könnte. Diesem Klischee folgt Banville jedoch nicht. Sein junges Paar reist nicht im Wonnemonat Mai, sondern im Winter 1899. Von Verliebtheit keine Spur, und Dolman, der Ich-Erzähler und junge Ehemann, erlebt Venedig als feindselig, abweisend und gefährlich verwirrend. Damit spiegelt die Stadt sein Inneres wieder. Dolman traut seinen eigenen Wahrnehmungen nicht mehr. Was ist Fiktion, was ist Illusion, was ist Realität, wo sind die Grenzen? Von Anfang geht es in dem Roman um Verwirrung, um Täuschung und um die Grenzen der Realität. Dolman selber sagt: "Ich schien ich selbst zu sein und gleichzeitig ein anderer" (S. 204).
    Banville bedient sich bei seinem Roman großzügig bei Schauer- und diesem Genre verwandten Romanen, allen voran bei Daphne du Mauriers Novelle „Wenn die Gondeln Trauer tragen“, deren Motive er teils direkt übernimmt. Venedig zeigt sich als Symbol der Vergänglichkeit und entfaltet den ganzen morbiden Charme einer verkommenen Stadt. Es versinkt im Nebel, der die Konturen zerfließen lässt und der in den Gassen und über den Kanälen wabert.
    Und Banvilles Roman wabert ebenso. Sein Roman lässt die stringente Handlung seiner Vorbilder vermissen. Zu viele Wiederholungen bremsen den Lesefluss. Der Leser wird mit geheimnisvollen Andeutungen in Spannung gehalten, er begegnet einem zwielichtigen Grafen in einem labyrinthischen Palazzo, ein geheimnisvolles Gesicht taucht im Fenster auf, rätselhafte Figuren zeigen sich kurz und treten wieder ab, Verwechslungen und Doppelungen, die Ehefrau verschwindet spur- und kommentarlos, eine Wasserleiche, irrlichternde und zerfließende Konturen, dazu ein rotes Lotterbett, auf dem Dolman seine Phantasien auslebt – Banville zieht so viele Register, dass mir die Auflösung am Ende eher banal vorkam.
    Wenn nur nicht seine Sprachkunst wäre. Banville trifft überzeugend den aldmodischen, leicht schwülstigen und vorgestrigen Tonfall der Zeit. Vor allem aber zeigt er sich hier als Meister im Erzeugen von düsteren und geheimnisvollen Stimmungen, und es ist ihm ebenso meisterlich gelungen, die seelischen Abgründe und Ängste seines Protagonisten in dessen Wahrnehmung der Stadt zu projizieren.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Schatten der Gondeln

    • 26. November 2025 um 15:29
    Über den Autor (Quelle: Amazon):
    John Banville, geboren 1945 in Wexford, Irland, gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen literarischen Autoren. Sein umfangreiches Werk wurde mehrfach, auch international, ausgezeichnet, zuletzt mit dem Franz-Kafka-Literaturpreis, dem Man Booker Prize (für »Die See«) und 2013 mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. John Banville lebt und arbeitet in Dublin.
    Mein Eindruck:
    Evelyn Dolman, ein eher mittelmäßiger Schriftsteller, erzählt seine Geschichte im Rückblick. Wobei es sich hin und wieder wie ein kleiner Rechenschaftsbericht anhört und es schon von Anfang klar ist, es wird nicht gut ausgehen. Was ist also geschehen. Man erfährt von der Heirat Dolmans mit Laura Rensselaer im Jahr 1899. Im Grunde ein Jackpot, denn sie ist die Tochter eines sehr vermögenden amerikanischen Ölmagneten und damit winkt ein reiches Erbe und die Aussicht auf ein überaus bequemes Leben. Doch dazu kommt es nicht ganz. Es gibt ein Zerwürfnis zwischen Tochter und Vater, das mit der Enterbung der Tochter kurz vor dem Tod des Vaters endet. Das frischgebackene Ehepaar reist nach Venedig um dort das neue Jahr zu beginnen und um sich ein wenig erholen zu können. Man wohnt im Palazzo Dioscuri, welches der Stammsitz des Grafen Barbarigo ist. Ein merkwürdiger Mensch. Ab der ersten Stunde beginnen schon seltsame Ereignisse. Es fällt immer schwerer im nebligen und düsteren Venedig den Durchblick zu behalten. Was geschieht da wirklich? Laura verschwindet spurlos schon am darauffolgenden Tag ihrer Ankunft, nach einem nicht zu verzeihenden Vorfall mit ihrem Ehemann.
    Vergleiche mit Henry James Roman „Die Drehung der Schraube“ drängen sich durch das vorangestellte Motto des Buches auf. Banville ahmt auch dessen Sound nach. Wobei er letzten Endes einen ganz eigenen Roman kreiert. Unheimlich ist es in Venedig. Sind es tatsächlich Zufälle die passieren oder doch etwas anderes? Man tappt eine Zeitlang in den Nebelschwaden herum und staunt was alles geschieht. Es hatte mir Vergnügen bereitet diesem unzuverlässigen Erzähler zu folgen. Nichts und niemand ist hier wirklich was er vordergründig scheint, ganz im Gegenteil. Da empfand ich auch das Palazzo Dioscuri als recht passendes Bild. Viele große und dunkle Räume, man kann sich dort problemlos verirren, wie in den Kanälen Venedigs oder in den Spinnennetzen mancher Protagonisten. Ganz langsam erhebt sich der Dunstschleier über die Geschehnisse und man blickt in tiefste menschliche Düsternis. Mir hatte es gefallen und ich vergebe sehr gerne 4,5 Sterne.
    Die Übersetzung aus dem Englischen ist von Elke Link.
    Weiterlesen

Ausgaben von Schatten der Gondeln

Hardcover

Cover zum Buch Schatten der Gondeln

Seitenzahl: 384

E-Book

Cover zum Buch Schatten der Gondeln

Seitenzahl: 369

Besitzer des Buches 6

Update: 13. Januar 2026 um 19:21