Die Bestie von Dresden
Buch von Frank Goldammer
Titel: Die Bestie von Dresden
Frank Goldammer (Autor)
Band 3 der Kriminalrat Gustav Heller-Reihe
Verlag: dtv
Format: Broschiert
Seitenzahl: 368
ISBN: 9783423264594
Termin: Neuerscheinung Februar 2026
Aktion
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Die Bestie von Dresden
Eine Stadt im Ausnahmezustand Der sonnige Mai 1883 wird für die Dresdner zum Schreckensmonat: Aus dem Zoologischen Garten soll ein Tiger ausgebrochen sein und die Stadt unsicher machen. Zeitgleich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es offenbar auf die Söhne und Töchter reicher Bürger abgesehen hat. Ein äußerst heikler Fall für Kriminalrat Gustav Heller und seinen Assistenten Schrumm. Als ihr Verdacht auf einen Ex-Zuchthäusler fällt, werden sie sofort von dessen ehrgeizigem Anwalt unter Druck gesetzt. Zu Hellers großem Ärger mischt sich auch der vom Zoo wegen des Tigers um Hilfe gebetene Wildtierexperte namens Karl May immer mehr in die Polizeiarbeit ein. Während das Raubtier noch frei herumläuft, geschieht ein weiterer Mord an einer jungen Frau …
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Serieninfos zu Die Bestie von Dresden
Die Bestie von Dresden ist der 3. Band der Kriminalrat Gustav Heller Reihe. Diese umfasst 3 Teile und startete im Jahr 2024. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2026.
Über Frank Goldammer
Frank Goldammer wurde 1975 in Dresden geboren. Um sein 20. Lebensjahr herum begann er mit dem Schreiben und veröffentlichte erste Werke im Eigenverlag. Für etliche Jahre war das für den gelernten Maler- und Lackierermeister lediglich eine Nebentätigkeit, doch nach einigen erfolgreichen Veröffentlichungen beschloss Goldammer 2021, hauptberuflich Bücher zu schreiben. Mehr zu Frank Goldammer
Bewertungen
Die Bestie von Dresden wurde insgesamt 5 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,8 Sternen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Die Bestie von Dresden
- Bellis-Perennis
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14. Mai 2026 um 09:04
„Etwas viel Gefährlicheres als ein wilder Tiger läuft in der Stadt herum.“Ganz Dresden ist im Mai 1883 in Aufruhr, als bekannt wird, dass der kürzlich im Zoo angekommene bengalische Tiger aus seinem Käfig ausgebrochen ist. Ein Tierpfleger hat die Käfigtüre nicht ordentlich verschlossen. Als gäbe es keine Verbrecher zu jagen, werden Kriminalrat Gustav Heller und Kriminalassistent Schrumm mit der Suche nach der Raubkatze beauftragt. Auch Karl May, Schriftsteller und Hochstapler, wird als „Experte“ der Großwildjagd beigezogen. Immer wieder gibt es Meldungen über gerissen Haustiere, doch von der Großkatze selbst keine Spur, nicht einmal die kleinste Losung.Weiterlesen
Als man dann eine Leiche mit eigenartigen Verletzungen findet, macht das Gerücht, der Mann sei vom Tiger getötet worden schnell die Runde. Nun, eine oberflächliche Betrachtung ließe diesen Schluss zu, doch Chirurg und Pathologe Lübbers stellt den Tod durch ein Tier in Abrede. Nur wenig später gibt es eine weitere Leiche mit ähnlichen Verletzungen. Treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es auf Söhne von wohlhabenden Dresdner Familien abgesehen hat? Der entlaufene Tiger wird zur Nebensache.
„Etwas viel Gefährlicheres als ein wilder Tiger läuft in der Stadt herum.“ (S. 127)
Der Fall scheint gelöst zu sein, als man einen ehemaligen Bandenchef und Zuchthäusler verhaften kann. Der Mann beteuert seine Unschuld und wird dabei von einem jungen Rechtsanwalt, den er gar nicht beauftragt hat, unterstützt. Doch das Aufatmen dauert nur kurz, denn das Morden geht weiter. Denn der oder die Täter sind der Polizei immer einen Schritt voraus. Gibt es eine undichte Stelle im Präsidium?
Während die Presse die Unfähigkeit der Polizei anprangert und sich auf Seiten des Verhafteten stellt, zweifelt Gustav Heller an sich und seinen Vorgesetzten. Was soll hier vertuscht werden, weil angesehene Bürger betroffen sind? Und warum benehmen sich die Eltern der Toten so eigenartig? Ist ihnen ihre Reputation wirklich mehr wert, als die Aufklärung der Verbrechen?
„Was, wenn niemand wirklich die Wahrheit sucht? Wenn alles, was uns als Wahrheit verkauft wird, nur zum Erhalt der Macht und der alten Ordnung dient? (S. 173)
Die Ermittlungen in diesem Fall entwickeln sich in eine Richtung, die von Gustav Heller und seinem Assistenten Schrumm so ziemlich alles abverlangt. Bei den Befragungen der Eltern ihrer toten Kinder erkennt Heller, dass er seinen eigenen Kindern auch kein guter Vater ist.
Wie es gelingen wird, diese komplexe Mordserie aufzuklären und was es mit dem entlaufenen Tiger so auf sich hat, verrate ich jetzt nicht.
Meine Meinung:
Dieser dritte Krimi rund um Gustav Heller enthält jede Menge Gesellschaftskritik. So wundert Heller sich unter anderem, dass ein junger Rechtsanwalt einige Klienten pro bono, also unentgeltlich, berät und vertritt. Zudem wird sehr deutlich darauf hingewiesen, dass Mädchen und Frauen nicht für voll genommen werden. Während sich die Söhne „ihre Hörner abstoßen sollen bzw. dürfen“, müssen unverheiratete Mädchen und Frauen auf ihre Tugend achten. Manchmal nehmen deren Eltern lieber den Tod der Töchter in Kauf, als ein uneheliches Kind. Dieses mit zweierlei Maß messen, ist unerträglich. Manches hat sich bis ins 21. Jahrhundert „erhalten“.
Und ja, ganz vorurteilsfrei ist Kriminalrat Heller auch nicht.
Schmunzeln musste ich über Hellers erste Eisenbahnfahrt, bei der es, wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, zu einem Unfall kommt. Hier ist der ehemalige Soldat Heller in seinem Element: Er gibt Kommandos, leitet eine Rettungsaktion ein und weist Bahnpersonal an, die Namensliste der Reisende mit den Anwesenden zu vergleichen.
Gut gefällt mir, dass Kriminalassistent Schrumm sich weiter entwickeln darf. Frauen gegenüber ist er nach wie vor ein wenig linkisch und versteht die versteckten Avancen des Fräulein Binz nicht. Hier erweist sich Gustav Heller als väterlicher Freund und klärt ihn auf. Wenn er dies mit weniger spitzen Bemerkungen machen würde, wäre es perfekt. Schrumm bleibt Heller diesmal wenig schuldig. Er überrascht mit klugen Überlegungen zu Tat und Täter, die man ihm gar nicht zugetraut hat. So kommt es Gustav Heller manchmal vor, „als sei Schrumm der bessere Kriminalpolizist.“ (S. 120).
Fazit:
Gerne gebe ich diesem historischen Dresden-Krimi, der an manchen Stellen eher eine Studie der Zeit ist, 5 Sterne. -
Rezension zu Die Bestie von Dresden
- €nigma
-
18. Februar 2026 um 18:59
Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)Weiterlesen
Der sonnige Mai 1883 wird für die Dresdner zum Schreckensmonat: Aus dem Zoologischen Garten soll ein Tiger ausgebrochen sein und die Stadt unsicher machen. Zeitgleich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es offenbar auf die Söhne und Töchter reicher Bürger abgesehen hat. Ein äußerst heikler Fall für Kriminalrat Gustav Heller und seinen Assistenten Schrumm. Als ihr Verdacht auf einen Ex-Zuchthäusler fällt, werden sie sofort von dessen ehrgeizigem Anwalt unter Druck gesetzt. Zu Hellers großem Ärger mischt sich auch der vom Zoo wegen des Tigers um Hilfe gebetene Wildtierexperte namens Karl May immer mehr in die Polizeiarbeit ein. Während das Raubtier noch frei herumläuft, geschieht ein weiterer Mord an einer jungen Frau …
Autor (Quelle: Verlagsseite)
Frank Goldammer, geboren 1975, ist Handwerksmeister und Autor. Bekannt wurde er mit seiner historischen Krimi-Bestsellerreihe über Kommissar Max Heller. Goldammer lebt als freier Autor in seiner Heimatstadt Dresden.
Allgemeines
Dritter Band der Reihe um Kriminalrat Gustav Heller
Erschienen am 19. Februar 2026 bei dtv als broschiertes TB mit 368 Seiten
Gliederung: Roman in 27 Kapiteln
Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Gustav Heller
Handlungsort und -zeit: Dresden, Mai 1883
Inhalt
Im Mai 1883 erhalten Kriminalrat Heller und sein Assistent Schrumm einen ungewöhnlichen Auftrag: Aus dem Dresdner Zoo soll ein Tiger entkommen sein und in der Stadt sein Unwesen treiben. Die Polizei soll das Raubtier in Zusammenarbeit mit Wildtierexperten einfangen. Als Experte gibt sich der Schriftsteller Karl May aus, aber auch er kann nichts Sinnvolles beitragen.
Für Heller und Schrumm ist es viel beunruhigender, dass innerhalb weniger Tage mehrere junge Leute tot aufgefunden werden. Zunächst glauben die Dresdner Bürger, dass der Tiger diese Menschen getötet hat, doch für Heller und den Rechtsmediziner Löbbers ist es ersichtlich, dass die Taten auf das Konto einer menschlichen Bestie gehen.
Weniger ersichtlich ist das Mordmotiv, der gemeinsame Nenner der drei ermordeten jungen Männer und einer getöteten Frau ist die Herkunft aus prominenten und wohlhabenden Familien. Deshalb gerät sofort ein Mann ins Visier der Polizei, der gerade aus dem Zuchthaus entlassen wurde, in dem er eine lange Strafe wegen Raubes und Körperverletzung verbüßt hatte.
Doch Heller denkt etwas weiter als seine Vorgesetzten, er bezweifelt, dass der ehemalige Zuchthäusler die jungen Menschen umgebracht hat, weil er bei ihnen keine Wertgegenstände gefunden hat. Zudem hat der Mann für zwei der Morde ein Alibi. Heller und Schrumm ermitteln intensiv in den Familien und im Freundeskreis der Mordopfer.
Beurteilung
Der Kriminalfall ist in diesem Buch in sich abgeschlossen, dennoch ist es empfehlenswert, die drei Bände wegen der persönlichen Vorgeschichte der Protagonisten in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Die Charakterisierung von Gustav Heller, seinen Familienmitgliedern und auch seinem Assistenten Schrumm wird konsequent fortgesetzt. Heller ist intelligent, engagiert und einfachen Lösungen gegenüber kritisch, aber im sozialen Bereich hat er Defizite. Mit seiner unsensiblen polternden Art kommt er bei Zeugen nicht gut an und verschreckt diese. Auch seinen Assistenten verprellt er immer wieder durch seine taktlose und spöttische Art. Schrumm ist dagegen sehr einfühlsam und deswegen bei Verhören erfolgreicher.
Wie schon in den beiden vorherigen Bänden wird auch hier ein eindrucksvolles Bild der deutschen Gesellschaft im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gezeichnet. Es gibt nicht nur ein deutliches Gefälle zwischen Arm und Reich, sondern auch zwischen Mann und Frau. Die Wohlhabenden sehen auf das einfache Volk herab und leben in ihrer eigenen Welt. Die Frauen der „besseren“ Gesellschaft führen ein Leben im goldenen Käfig und haben wenig Entscheidungsfreiheit – immer noch müssen sie mit einer arrangierten Ehe rechnen. Diejenigen, die aus diesen Traditionen auszubrechen versuchen, werden geächtet und aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Junge Männer dürfen sich mehr herausnehmen, es herrscht eine abstoßende Doppelmoral.
Jenseits der gesellschaftlichen Verhältnisse gibt der Kriminalroman auch interessante Einblicke in eine Zeit, als Polizisten noch mit Kutschen oder zu Pferd unterwegs sind und eine Fahrt mit der Eisenbahn ein großes Abenteuer ist. Ohne moderne Kriminaltechnik, sogar ohne Verständigung über das Telefon, gestalten sich alle Ermittlungen mühsam und zeitraubend.
Das Auftreten von Karl May trägt nicht viel zur Handlung bei und wäre verzichtbar gewesen.
Fazit
Ein fesselnder Einblick in die deutsche Gesellschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts, anschaulich und wendungsreich präsentiert!
Ausgaben von Die Bestie von Dresden
Besitzer des Buches 8
Update: 14. Mai 2026 um 09:04




