Der Totengräber und der Orden des Teufels

Buch von Oliver Pötzsch

Cover zum Buch Der Totengräber und der Orden des Teu...

Titel: Der Totengräber und der Orden des Teu...

4,3 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

86% Zufriedenheit

Band 5 der

Verlag: Ullstein Paperback

Format: Broschiert

Seitenzahl: 544

ISBN: 9783864932670

Termin: Neuerscheinung Juni 2026

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der Totengräber und der Orden des Teufels

Tödliche Rituale im Wien der Jahrhundertwende Ein blutiges Ritual erschüttert das vornehme Wien des Jahres 1896: Bei einer vermeintlich satanistischen Messe wurde eine junge Frau bestialisch ermordet – ihre Kehle durchgeschnitten, Zunge und Herz fehlen. Als Inspektor Leopold von Herzfeldt mit den Ermittlungen beauftragt wird, stößt er auf eine Freimaurer-Loge. Aber hat er es wirklich mit Teufelsanbetung zu tun? Der Totengräber Augustin Rothmayer, empört über eine Grabschändung auf dem Zentralfriedhof, bietet ihm seine Hilfe an. Gemeinsam mit Herzfeldts Verlobter, der scharfsinnigen Reporterin Julia Wolf, und dem aufstrebenden Nervenarzt Dr. Sigmund Freud folgen sie einer Spur, die sie in die Abgründe der Wiener Gesellschaft führt – wo hinter okkulten Ritualen und antisemitischen Geheimbünden eine Ideologie heranwächst, die Jahrzehnte später die Welt ins Verderben stürzen wird. Oliver Pötzschs perfekt konstruierter Krimi ist für alle Leser, die unerwartetete Wendungen in überzeugender Atmosphäre suchen.
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Serieninfos zu Der Totengräber und der Orden des Teufels

Der Totengräber und der Orden des Teufels ist der 5. Band der Totengräber Augustin Rothmayer und Inspektor Leopold von Herzfeldt Reihe. Diese umfasst 5 Teile und startete im Jahr 2021. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2026.

Über Oliver Pötzsch

Der deutsche Autor Oliver Pötzsch wurde 1970 in München geboren. Vor allem die Bücher zur Henkerstochter-Saga machten ihn im deutschsprachigen Raum bekannt, von der seit 2008 mehrere Bände erschienen. Mehr zu Oliver Pötzsch

Bewertungen

Der Totengräber und der Orden des Teufels wurde insgesamt 5 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

  • Thema leider ausgelutscht und für einen Krimi als solchen zu schwach

    Regenmann

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Totengräber und der Orden des Teufels

    • 25. August 2026 um 06:13
    Penibel recherchiert und gekonnt erzähltIn seinem 5. Fall für Inspektor Leo von Herzfeldt entführt uns Oliver Pötzsch in das Wien von 1896, in dem sich zahlreiche Verschwörungstheoriker zu okkulten Treffen verabreden. Allerdings bleibt es nicht immer beim lautstarken Geschwafel, sondern so manche Gruppe lässt den Theorien auch Taten folgen.
    So wird Leo von Herzfeldt, der aktuell mit seiner Verlobten Julia, beim Begräbnis seines Vaters in Graz weilt, zurück nach Wien beordert. Der Sohn einer adeligen Familie steht unter Verdacht, bei einer gruseligen Séance, eine junge Frau getötet zu haben.
    Dass er nun unverzüglich nach Wien reisen muss, um die Ermittlungen aufzunehmen, kommt ihm sogar gelegen, verlangt doch sein Bruder von ihm, die Verlobung mit Julia aufzulösen, ansonsten würde er enterbt. Das Verbrechen, das er nun aufklären soll, betrifft gleich zwei adelige Familien, nämlich jene des weiblichen Opfers und jene des augenscheinlichen Täters, die ihrerseits Verbindungen in höchste Kreise haben, sodass Moritz Stukart, Herzfeldts Vorgesetzter von mehreren Seite bedrängt wird, die Ermittlungen in die jeweils gewünschte Richtung zu lenken. Der mutmaßliche Täter kann nichts dazu sagen, denn er befindet sich in einer Art katatonischen Starre, weshalb man ihn in eine private Anstalt eingewiesen hat.
    Neben den Juden geraten auch die verbotenen Freimaurer ins Visier der Ermittler, denn der Leichnam der Frau ist mit obskuren Zeichen versehen, die man den Freimaurern zuordnet.
    Herzfeldt ist für den komplexen Kriminalfall fast dankbar, lenkt er ihn doch von seinen privaten Problemen ab, verschweigt er doch seiner Julia bislang das Ultimatum seines Bruders.
    Julia, nunmehr Journalistin, soll ein Porträt des noch jungen und unbekannten Sigmund Freud schreiben und überredet ihn, sich des vermeintlichen Mörders anzunehmen. Die angewendete Hypnose gerät zu einem Desaster.
    Zwischen all den Intrigen, die gegen Stukart und Herzfeldt geschmiedet werden und eine Abberufung beider zur Folge haben, echauffiert sich Totengräber Augustin Rothmayer über das geschändete Grab von Beethoven.
    Beinahe gleichzeitig erschüttert ein Anschlag auf Vize-Bürgermeister Karl Lueger, einem eingefleischten Antisemiten, der auch im Jahre 2026 wegen seines Denkmals am Lueger-Platz noch von sich reden macht, die Stadt. Lueger ist mit seinem Antisemitismus nicht allein, denn gegen Juden wird schon seit Jahrhunderten gehetzt. Dieses Attentat wird den diversen Anarchisten, die im Vielvölkerreich ihr Unwesen treiben, zugeschrieben, die, was noch verborgen bleibt, einen weitaus größeren Anschlag planen.
    Meine Meinung:
    Auch in diesem 5. historischen Krimi rund um Leopold von Herzfeldt, seine Verlobte Julia und Augustin Rothmayer spielt vor dem Hintergrund einer Stadt im Umbruch. Auf der einen Seite Adel und wohlhabendes Bürgertum und auf der anderen Abertausende von Arbeiterinnen und Arbeiter, die unter unvorstellbaren Umständen ihr Leben fristen, um, zum Beispiel für die Prachtbauten an der Ringstraße in den Ziegelwerken zum Hungerlohn schuften. Oliver Pötzsch schafft es durch seinen eindringlichen Schreibstil und seiner akribischen Recherche, diese Zeit des Widerspruchs und Aufbruchs lebendig und authentisch auferstehen zu lassen.
    Als Wienerin sind mir die Schauplätze und die historischen Persönlichkeiten wie eben Lueger (1844-1910) oder Freud (1856-1939) recht gut bekannt. Gut gefallen hat mir auch, dass der junge, noch unbekannte Sigmund Freud eine Rolle spielen darf. Kurz vor diesem historischen Krimi habe ich eine Biografie von Frank Tallis über Sigmund Freud gelesen, in der dessen Behandlungsmethoden aus den Tagebüchern bzw. den Patientenakten geschildert werden.
    Der Anschlag auf Lueger, der eine Ähnlichkeit mit jenem auf Trump aufweist, wird sofort jener Gruppe untergeschoben, die die Masse der Bevölkerung ohnehin alles zutraut: Juden und Freimaurern. Im Hintergrund ziehen jedoch ganz andere die Fäden, um die Monarchie zu erschüttern. Geschickt flicht Oliver Pötzsch die Macht der Zeitungen ein, deren unterschiedliche Ausrichtung, die politische Meinung der Eigentümer vertritt. Krawallblätter, die mit ihren reißerischen Schlagzeilen die Menschen manipulieren, sind keine Erfindung der Neuzeit.
    Ich freue mich schon auf Band Nr. 6 zumal der Cliffhanger, die eine oder andere Überraschung prophezeit.
    Fazit:
    Gerne gebe ich diesem vielschichtigen historischen Krimi, der allen Beteiligten einiges abfordert, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
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  • Rezension zu Der Totengräber und der Orden des Teufels

    • 26. Juli 2026 um 20:13
    Tat des Teufels
    Wien 1896: Eine junge Frau wird unter mysteriösen, ritualhaften Umständen ermordet aufgefunden. Inspektor Leopold von Herzfeldt stößt bei seinen Ermittlungen auf eine einflussreiche Freimaurerloge, während Totengräber Augustin Rothmayer eine verstörende Grabschändung entdeckt, die den Fall noch rätselhafter macht. Mit Hilfe von Julia Wolf und dem jungen Sigmund Freud versucht das Team, den Täter zu entlarven, doch die Spur führt in gefährliche Kreise und bringt besonders den Totengräber in große Gefahr.
    "Der Totengräber und der Orden des Teufels" ist der fünfte Band der Totengräber-Reihe, die im historischen Wien spielt. Der Fall selbst ist in sich selbst abgeschlossen und kann auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Wie bei allen anderen Reihen aber auch, empfiehlt es sich die Vorgängerbände zu kennen um in den vollen Genuss der Geschichte um die Charaktere zu kommen.
    Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen mit einem Hauch Humor und wienerischem Dialekt, der voll und ganz zum Setting in Wien passt. Dadurch wirkt alles sehr authentisch und durch die bildhafte Erzählweise werden die Handlungsorte sowie die Charaktere auch sehr lebendig.
    Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, sodass es dynamisch und vielschichtig bleibt. Der Fall selbst überrascht mit Wendungen, falschen Fährten und Momenten, in denen man intensiv miträtselt. Besonders gelungen ist der Einbau von Sigmund Freud, der sich wunderbar ins historische Setting einfügt und zusätzliche Tiefe bringt.
    Ein atmosphärisch dichter Kriminalroman, der das historische Wien mit all seinen Schattenseiten, gesellschaftlichen Strömungen und skurrilen Figuren lebendig macht. Es wurden historische Fakten, Freimaurer-Geheimnisse, Irrenhäuser, Zeitungsintrigen und die Meinungen der damaligen Zeit so geschickt mit dem Kriminalfall verbunden, dass man völlig in die Epoche eintaucht.
    Da ich die Vorgängerbände bereits kenne, konnte ich sofort wieder Zugang zu den Charakteren finden und eine Bindung aufbauen. Die Hauptcharaktere Leo, Julia, Anna und Augustin Rothmayer sind alle sehr sympathisch, greifbar und ihre persönliche Geschichte wurde sehr schön weiterentwickelt. Am Besten ist immer noch der Totengräber Augustin Rothmayer, ein uriger Kautz, klug, verschroben und liebenswert.
    Mein Fazit:
    Ein spannender, atmosphärischer und historisch fundierter Wien-Krimi, der mit starken Figuren, cleveren Wendungen und einem unverwechselbaren Flair überzeugt. Klare Leseempfehlung für alle, die historische Krimis lieben.
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  • Rezension zu Der Totengräber und der Orden des Teufels

    • 4. Juli 2026 um 11:11
    Winter 1896
    Durch einen bizarren Mord wird Inspektor Leopold von Herzfeldt nach Wien zurückbeordert. Er war mit Julia Wolf in Graz zur Beerdigung seines Vaters - doch die Familienzusammenführung war alles andere als gelungen, denn Julia sollte allen endlich als seine Verlobte präsentiert werden. Doch die von Herzfeldts möchten keine untugendhafte Tänzerin mit einer unehelichen Tochter am Hals in die Familie einheiraten lassen.
    Umso erleichterter sind die beiden, wieder nach Wien zu kommen, auch wenn ein grausames Verbrechen der Grund dafür ist.
    Hier behilft sich Leopold auch erstmal mit einem Rat von Augustin Rothmayer, dem Totengräber. Auch wenn die beiden immer noch ihre Differenzen haben, helfen sie sich gegenseitig wenn Not am Mann ist. Der Hinweis auf die Freimaurer scheint ihn aber auf eine falsche Fährte zu schicken.
    Bei dem Fall bleibt der Totengräber eher im Hintergrund. Ich wünsche mir ja jedes Mal, dass sein Part etwas mehr Raum einnimmt, aber er bleibt dann doch meist eher eine Randfigur, was etwas schade ist. Immerhin gibt es einige Szenen auch mit seiner Adoptivtochter Anna, um die er sich kernbeißig, aber mit goldenem Herzen kümmert. Sie ist mittlerweile 15 oder 16 (so genau weiß das keiner) und ihre Lebensziele decken sich nicht unbedingt mit denen, die er für sie vorgesehen hat.
    Julia ist ja mittlerweile als Journalistin tätig und bereitet einen Artikel über einen Arzt vor; und zwar niemand geringeren als Dr. Siegmund Freud. Seine Theorien wurden heftig diskutiert, vor allem die der "männlichen Hysterie", aber im Gespräch mit Julia erwähnt er auch die Neurasthenie. Oliver Pötzsch hat hier dem Psychoanalytiker als Ursache die Überforderung der Menschen in den Mund gelegt - die Überforderung durch die viel zu schnelle Weiterentwicklung der Technologien und mehr. Soweit ich weiß, hat Freud hier aber - wie man ihn kennt - damals auch diese Krankheit eher einer Störung der Libido zugeordnet. Aber ich fand diese Auslegung sehr gut getroffen, weil sie unseren Zeitgeist noch mehr widerspiegelt. Die vielen und schnellen Veränderungen sind einfach kaum noch zu verarbeiten und da braucht man sich nicht wundern, wenn die Stresskrankheiten immer mehr werden.
    Es liest sich wie gewohnt flüssig und unterhaltsam. Durch die Themen wird man natürlich mit grausigen Details konfrontiert, die aber nicht zu anschaulich werden. Zumindest für mich - ich kann das immer etwas schwer einschätzen, weil andere da doch etwas sensibler reagieren.
    Es bleibt insgesamt aber bei einem lockeren Ton, in den der Autor auch immer wieder nachdenkliches einstreut und viel Gefühl für das Zwischenmenschliche beweist.
    Auch fügt er kleine Erinnerungen ein an die Vorgeschichten der Protagonisten, so dass man sich schnell wieder heimisch fühlt und man bei jeder Figur sofort ein Bild vor Augen hat.
    Die historische Szenerie blieb etwas im Hintergrund, auch wenn durch die Kutschenfahrten und die plötzlich überall auftauchenden Telefone oder die neue Elektrizität in manchen Etablissements das Gespür für diese Zeit da war. Die Ermittlungen sowie die Konflikte der Figuren untereinander hatten hier mehr Präsenz.
    Der Fall selbst entwickelt sich als recht komplex und verwoben. Neben Leopold ist auch wieder Julia an seiner Seite; oder eher nicht, denn sie soll für ihn die ein oder andere Information beschaffen, was nicht ganz ungefährlich ist. Jedenfalls kommen einige Ungereimtheiten auf und viele Fragen, die nach und nach aufgelöst werden.
    Manche Spannungselemente waren nicht so meins, aber am Schluss gibt es noch viele lose Enden die mit kleinen Twists und Überraschungen aufwarten und ein aufregendes Finale bieten.
    Das Thema Antisemitismus ist hier sehr mit der Handlung verflochten und die Bissigkeiten zwischen Herzfeldt und Paul Leinkirchner gehen dahingehend natürlich auch weiter. Dennoch zeigt Oliver Pötzsch, dass Menschen, auch wenn sie ein verqueres Denken haben, auch positive Seiten haben können. Hass zu fördern schadet immer, auf beiden Seiten
    Es wurden viele Parallelen zur Gegenwart gezogen was die gesellschaftlichen Entwicklungen dahingehend betrifft - was ich zum einen gut finde, weil es immer wichtig ist, darauf hinzuweisen. Durch die vielen Wiederholungen wirkte es auf mich manchmal ermüdend, da ich die Ansicht ja teile und vielleicht wäre es etwas subtiler sogar tiefgreifender gewesen.
    Verschwörungstheorien kreisen ja schon seit Jahrhunderten durch die Köpfe der Menschen und das wird wohl auch noch weiterhin so bleiben ...
    Toll fand ich, dass mit Anna, die der Totengräber adoptiert hat, auch ein Einblick auf die Frauenbewegung stattfinden konnte. Anna hat großes Interesse an Medizin, doch in Österreich war es den Frauen noch untersagt zu studieren oder gar Ärztin zu werden - entgegen anderen Ländern, wo das schon möglich war. Ebenso muss Julia auch immer gegen Vorurteile kämpfen und nützt dafür die "Waffen der Frauen" sehr geschickt. Das mögen viele vielleicht heutzutage als billig ansehen, aber zu der Zeit blieb nicht viel anderes übrig und wenn die Männer drauf reinfallen, kann man das durchaus machen. Ich finde da muss man die Perspektive sehen, denn an sich haben die Frauen dabei Oberwasser auch wenn es den Männern nicht so vorkommt ;)
    Im Nachwort erfährt man wieder einiges über die historischen Hintergründe und Personen, die hier mitspielen und es gibt auch ein Glossar für die österreichischen Ausdrücke im Dialekt, die vielleicht nicht jeder immer gleich auf Anhieb zuordnen kann.
    4 Sterne von mir
    Weltenwanderer
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Seitenzahl: 544

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Update: 25. August 2026 um 06:13