Ultramarin

Buch von Ann-Christin Kumm

Cover zum Buch Ultramarin

Titel: Ultramarin

4,3 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Verlag: Hanser Berlin

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 224

ISBN: 9783446286757

Termin: Neuerscheinung März 2026

Aktion

  • Kurzmeinung

    easymarkt3
    Kein gewöhnlicher Sommerthriller!

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Ultramarin

Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort? Ann-Christin Kumms Debüt ist ein psychologisch meisterhaft konstruiertes und erotisch flirrendes Spiel mit Macht, Manipulation und Begehren.
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Bewertungen

Ultramarin wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Ultramarin

    • 21. März 2026 um 09:23
    Kein gewöhnlicher Sommerthriller!
    Kein Wohlfühlbuch! Auch wenn das Cover mit Steilküste an ultramarin blauem Wasser einen verführerischen Sommer verspricht. Alles nur Machtmissbrauch, Manipulation, auch starkes queeres Begehren zwischen den zwei Hauptfiguren Lou und Raf - auf zwei Erzählebenen erzählt aus der Ich-Perspektive des ängstlichen, unterwürfigen, liebenden Lou! Dunkle Abgründe, bereits im Prolog angekündigt, entwickeln sich allmählich während heißen Sommertagen im alten Ferienhaus zwischen dänischen Dünen. Die ambivalente, teils intime, teils destruktive Beziehung zwischen dem unsicheren, stillen, queeren Lou und dem charismatischen, bisexuellen, launischen Raf wird noch dynamischer und unausgewogener durch die Anwesenheit einer dritten Person im Plot: Nora. Während in den Rückblenden besonders die gemeinsame Schulzeit nebst Sommerurlauben auch mit Jacob und Rafs Schwester Sophie beleuchtet wird, konzentriert sich die toxische Dreieckskonstellation mit Nora innerhalb von sieben Wochentagen auf das flirrende, scheinbar leichte Urlaubsambiente, gespickt mit zahlreichen zwischenmenschlichen Disharmonien – sprachlich überzeugend zum Ausdruck gebracht. Neben der selbstsicheren, taktisch klug agierenden Nora wirkt Lou noch hilfloser, verwirrter und naiver, total verblendet.
    Insgesamt eine gelungene, sehr prägnante Charakterzeichnung der Akteure und exzellente Atmosphäre-Beschreibungen. 5*
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  • Rezension zu Ultramarin

    • 18. März 2026 um 10:52
    Ein Debüt über die Abgründe der Hingabe
    Das Buch „Ultramarin“ ist das Debüt von Ann-Christin Kumm. Es ist kein klassischer Sommerroman, auch wenn es im Urlaub spielt, sondern ein Roman in dem es um Herkunft, Queerness, Macht und Intimität geht. Und Lesende in eine Welt aus flirrender Hitze mit beklemmender emotionaler Tiefe zieht.
    Im Zentrum der Geschichte steht Lou, der gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Raf und der gemeinsamen Bekannten Nora einen Sommerurlaub in einem alten Ferienhaus an der dänischen Westküste verbringt. Was oberflächlich wie eine unbeschwerte Auszeit klingt, ist von Beginn an von einer unterschwelligen Spannung geprägt. Lou ist Raf – einem charismatischen, aber manipulativen Mann - verfallen, der Lou in einer konstanten Dynamik aus Nähe und Distanz hält. Die Anwesenheit von Nora, die ebenfalls Gefühle für Lou hegt, bringt das ohnehin fragile Gleichgewicht zwischen den beiden Männern zum Wanken. Als Nora eines Nachmittags spurlos verschwindet, kippt die flirrende Sommerhitze endgültig in eine beklemmende Ungewissheit.
    Ann-Christin Kumm schreibt unglaublich bildhaft. Ich konnte das Meer riechen und die Hitze auf der Haut spüren. Der Schreibstil ist präzise, fast schon bildhaft, und schafft eine Tiefe, die einen regelrecht in den Abgrund der Handlung zieht sowie meisterhaft zeigt, wie Manipulation funktioniert. Es geht vor allem auch um das Ungleichgewicht in Beziehungen. Die Art und Weise, wie Raf Lou kontrolliert – oft ohne ein einziges Wort zu sagen (Stichwort: Silent Treatment) – hat mich beim Lesen richtig wütend gemacht. Und das spiegelt sich in der Qualität der Charakterzeichnung wieder. Denn diese sind sehr gut gezeichnet. Auch wenn ich zu der einen oder anderen Figur nicht unbedingt Zugang gefunden habe.
    Die Spannung baut sich langsam, aber fast unmerklich auf. Denn als Nora eines Nachmittags spurlos verschwindet, ändert sich die Stimmung des Buches drastisch und nimmt Thriller-Züge an.
    Das Buch endet nicht mit einem klassischen "Happy End", sondern bleibt eher leicht wirr und offen, da die Autorin wohl weniger Wert auf eine lückenlose Plot-Auflösung legte, als vielmehr das emotionale und psychische Wrack zu zeigen, das nach diesem Sommer übrig ist. Und es bleibt ein Gefühl der Traurigkeit und Zerstörung zurück, bei der dass "Ultramarin" – dieses tiefe, dunkle Blau des Meeres – symbolisch für den Untergang oder das Ertrinken in dieser Beziehung steht.
    „Ultramarin“ ist kein Wohlfühlbuch. Es ist ein mutiges, modernes und sprachlich brillantes Debüt über die dunklen Seiten von Intimität, über Macht und das bittere Ende von Illusionen. Es ist nicht nur gut geschrieben, es ist auch grausam. Wer aber Lust auf eine intensive Auseinandersetzung mit toxischer Liebe und psychologischer Spannung hat, sollte hier definitiv zugreifen.      
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  • Rezension zu Ultramarin

    • 18. März 2026 um 10:39
    Klappentext/Verlagstext
    Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es anders: Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr sicher: Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort? Ann-Christin Kumms Debüt ist ein psychologisch meisterhaft konstruiertes und erotisch flirrendes Spiel mit Macht, Manipulation und Begehren.
    Die Autorin
    Ann-Christin Kumm arbeitet als Gärtnerin und Texterin und lebt in Berlin. "Ultramarin" ist ihr erster Roman.
    Inhalt
    Lou kennt Rafael/Raf und dessen Schwester Sophie seit der gemeinsamen Schulzeit. Inzwischen sind rund 10 Jahre vergangen, die das Triumvirat anhand der gemeinsamen Urlaubsreisen zählt: Rom, Korsika, Dänemark. Nach langer Zeit steht wieder das Ferienhaus von Rafs und Sophies Tante in Dänemark auf dem Programm. Dieses Mal ohne Sophie, die seit damals konsequent ihre Umweltschutzaktivität verfolgt hat und an einer Baumschutzaktion teilnehmen wird. Nora, Sophies Mitbewohnerin, sagt die Reise nicht ab, was die Frage aufwirft, ob das Projekt in dieser Kombination gutgehen kann. In Rückblenden in die Zeit ihres Kennenlernens erleben wir Lou, der seine Probleme konstant zwei Trennungen seiner Mutter und dem darauf folgenden Umzug nach Hamburg zuschreibt und das Geschwisterpaar, das nach dem frühen Tod der Mutter wie Sozialwaisen beim distanzierten Vater aufwächst. Für Raf und Sophie spielt Geld offenbar keine Rolle, während Lou sich allmählich um einen Job neben der Schule kümmern sollte, um aus seiner kindlich fordernden Rolle gegenüber seiner Mutter herauszutreten.
    Seitdem die Geschwister studieren und Lou eine Ausbildung absolviert, wohnen die jungen Männer zusammen. Sophie zog zum Studium nach Kiel und lebt mit Nora zusammen, kann sich jedoch der Verantwortung für - den älteren - Raf nur schwer entziehen. Raf zeigt sich als manipulativer, gewalttätiger Typ, der wie aus dem Lehrbuch über Co-Abhängigkeit bei häuslicher Gewalt Lou als Dienstboten behandelt und die Verantwortung für sein toxisches Verhalten stets anderen zuschiebt. Lou dreht Raf Zigaretten, kocht Kaffee und bekocht die Gruppe im Urlaub, seit er eine Ausbildung als Bäcker abgeschlossen hat. Wie selbstverständlich hat Raf Sex mit zahlreichen Personen und legt Wert darauf, dass seine Tür dabei stets offensteht. Unterbrochen von besorgt klingenden Textnachrichten Sophies, baut Ann-Christin Kumm im Rückblick die Beziehung der aktuell vier Beteiligten auf und spannt ihre Leser:innen auf die Folter, was damals im Korsika-Urlaub mit Jakob geschah, der neu in die Klasse von Raf und Lou kam und so ganz anders war als Lou es von Raf gewöhnt war.
    Fazit
    Durch umfangreiche Rückblenden des Icherzählers, die lange die Entwicklung vom kindlich fordernden Lou zum erwachsenen Berufstätigen offenlassen, kommt die Geschichte für meinen Geschmack zu langsam in Gang. Mir fehlte bei Lou lange eine spürbare Entwicklung zum Mitte Zwanzigjährigen, der sich mittlerweile mit den Fehlern seiner Mutter versöhnt haben sollte. Der kurze Text von rund 220 Seiten eignet sich perfekt zur Diskussion in Literaturgruppen/Lesekreisen, vorausgesetzt, deren Teilnehmer gedulden sich bis zur überraschenden Wende.
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Ausgaben von Ultramarin

Hardcover

Cover zum Buch Ultramarin

Seitenzahl: 224

E-Book

Cover zum Buch Ultramarin

Seitenzahl: 213

Besitzer des Buches 2

Update: 2. Juni 2026 um 00:01