Die Verlorene

Buch von Miriam Georg, Tanja Fornaro

Cover zum Buch Die Verlorene

Titel: Die Verlorene

, (Erzähler)

4,6 von 5 Sternen bei 13 Bewertungen

91,5% Zufriedenheit

Verlag: Argon Verlag

Format: Audible Hörbuch

ISBN: B0FC6SSQJ3

Termin: Neuerscheinung August 2025

Aktion

Bewertungen

Die Verlorene wurde insgesamt 13 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,6 Sternen.

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Meinungen

  • Eine bewegende Zeitreise nach Schlesien

    Maesli

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Verlorene

    • 8. Oktober 2025 um 23:01
    Lesenswerte Familiengeschichte
    Worum geht es in dem Buch?
    Das Buch erzählt zwei Geschichten. Die erste spielt 2019. Änne, Großmutter, 93 Jahre alt, fällt vom Hocker und muss sich in einem Krankenhaus in Frankfurt (Main) behandeln lassen. Sie stirbt wenig später.
    Ihrer Tochter Ellen und deren Tochter Laura hat Änne nie viel aus ihrer Kindheit, Jugend und der Zeit in Schlesien während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Sie wollte es nicht, war traumatisiert von dem, was sie erlebt hatte. In Ännes Nachlass finden Ellen und Laura Briefe und Bilder, die sie nicht zuordnen können. Änne hatte offensichtlich eine Schwester, namens Luise. Um mehr über Änne, Luise und ihre Familie herauszufinden, müssen sie von Frankfurt nach Polen reisen. Laura findet den „Pappelhof“, wo Änne und Luise aufwuchsen. Ellen reist wenig später nach. Gemeinsam suchen sie Personen, die ihnen Informationen geben können.
    Die zweite Geschichte spielt vorwiegend in Schlesien auf dem Pappelhof während der Jahre 1943 bis 1947. Die Zwillinge Änne und Luise wachsen mit ihren Brüdern auf dem Pappelhof auf. Ihre Eltern betreiben eine Landwirtschaft mit Viehzucht. Sie beschäftigen auch Kriegsgefangene. Einer davon ist Karl. Luise fühlt sich zu ihm hingezogen, was besonders von ihrem Vater argwöhnisch beobachtet wird. Auch Änne gefällt das gar nicht, denn sie will ihre Schwester nicht verlieren.
    Meine Meinung zu diesem Buch:
    Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) erzählt. Es liest sich flüssig. Die beiden Handlungen sind mitreißend. Als Leserin wollte ich wissen: Warum hat Änne ihrer Familie in Frankfurt nie erzählt, dass sie eine Zwillingsschwester, namens Luise, hatte? Was ist mit Luise passiert?
    Beim Lesen stellen sich noch weitere Fragen. Die Autorin schafft es, immer wieder Spannung zu erzeugen, indem viele Kapitel mit einem Cliffhanger enden. Die Ereignisse 2019 wechseln sich ab mit den Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg in Schlesien. Ich war als Leserin gebannt von der Handlung, nie wurde das Buch langweilig. Bis zum Schluss blieb das Buch spannend und offenbarte vieles, mit dem ich zu Anfang der Lektüre nie gerechnet hätte.
    „Die Verlorene“ bot für mich nicht nur eine spannende Familiengeschichte, sondern auch viele interessante Einblicke in das Leben und die Gefühle der Menschen in den so genannten ehemaligen „deutschen Ostgebieten“. Ich selbst hatte Verwandte aus diesen Gebieten und mir wurde durch die Lektüre vieles wieder bewusst, was diese Verwandten erlebt hatten.
    Ich vergebe fünf von fünf Sternen.
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  • Rezension zu Die Verlorene

    • 16. September 2025 um 18:14
    Von Müttern und Töchtern und über das Schweigen – welch eine ergreifende Geschichte, die den Bogen spannt zwischen 1943 und 2019
    Darum geht es
    Als Laura in den Papieren ihrer gestorbenen Großmutter Änne ein Bild und weitere Papiere findet, stellt sie schmerzlich fest, wie wenig sie von der jungen Änne weiß. Und weil sie keine Fragen mehr stellen kann, fährt sie nach Schlesien, zu dem Geburtshaus von Änne. In einer zweiten Ebene erzählt Miriam George, wie es damals gewesen war, in Schlesien, im Krieg, auf einem der ehemals reichen Gutshöfen. Änne ist gerade mal 17 Jahre alt, als sich alles ändert.
    Mein Eindruck
    Ein Buch, das ich schwer weglegen konnte. Laura wandelt auf den Spuren ihrer Großmutter und sucht Antworten, die ihr erklären, warum ihre Großmutter ist, wie sie war. Auch, um ihrer Mutter Ellen bei der Trauerarbeit zu helfen. Und während ich mit Laura über den fast verlassenen Gutshof laufe, kommt der geschickte Schnitte zu der jungen Änne und ihrer Lebensgeschichte, die sich 1943 so dramatisch ändert.
    Beide Ebenen sind geschickt miteinander verwoben, voller Geheimnisse, die sich erst am Ende klären. Einem Ende, das sich logisch, aber doch überraschend entwickelt.
    Fazit
    Der Blick in die Kriegszeit in Schlesien hat mich beeindruckt. Das immer wieder unterschwellig angedeutete Schweigen über diese Zeit sind mir wohlvertraut. Es lohnt sich, zu Fragen, solange es noch Zeit ist.
    Ein absolut lesenswertes Buch.
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  • Rezension zu Die Verlorene

    • 6. September 2025 um 22:28
    Wenn Lauras Großmutter Änne über ihre Vergangenheit in Schlesien erzählt, dann nur über die goldenen Sommer, nie über ihre Familie und Freunde. Außer ihrer Tochter Ellen und ihrer Enkelin scheint die alte Dame niemand mehr zu haben. Laura hat immer wieder versucht, mit ihrer Großmutter über ihre Vergangenheit zu reden. Jetzt gibt es keine Gelegenheit mehr dazu, denn Änne ist nach einem Sturz in ihrem Haus gestorben. Als Laura und Ellen beginnen, ihren Besitz durchzusehen, stoßen sie auf ein altes Foto von Änne. Aber auf der Rückseite steht ein anderer Name.
    Miriam Georg erzählt Ännes Geschichte auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart versuchen Ellen und Laura, das Rätsel um die Vergangenheit ihrer Mutter und Großmutter zu lösen, aber auch das schwierige Verhältnis untereinander zu kitten. Änne hat die Versorgungsvollmacht nicht ihrer Tochter, sondern ihrer Enkelin übertragen. Für Ellen war das nur ein weiterer Beweis, dass ihre Mutter sie nie wirklich geliebt hat. Sie ist darüber so verbittert, dass sie nicht realisiert, wie sie mit ihrer eigenen Tochter das macht. Auch Laura fühlt sich durch das Verhalten ihrer Mutter oft zurückgewiesen.
    In der Vergangenheit wird die Geschichte der jungen Änne und ihrer Familie erzählt. Das Mädchen auf dem Bild ist ihre Zwillingsschwester, die für Änne der wichtigste Mensch in ihrem Leben ist. Anfangs habe ich vieles, was sich auf dem Hof abgespielt hat, nicht verstanden. Änne musste ihre Tage in einem Zimmer unterm Dach versteckt verbringen, aber warum? Ich hatte auch den Eindruck, als ob die Eltern, zumindest der Vater, sie ablehnten. Vielleicht nicht sie, aber das enge Verhältnis, das sie zu ihrer Schwester hatte.
    Deswegen hat sie mir auch leidgetan, aber auf der anderen Seite war Änne kein einfacher Charakter. Die Liebe zu ihrer Schwester grenzt an Besessenheit. Sie kann niemand anderen an Luises Seite ertragen und unternimmt alles, damit es nur sie und ihre Schwester gibt. Dabei überschreitet sie Grenzen und das alles im Namen der Liebe zu ihrer Schwester. Auf der anderen Seite ist sie auch diejenige, die den und seine Bewohner während des Kriegs rettet. Ihr Charakter hat viele Facetten, aber keine von ihnen hat sie für mich zu einer angenehmen Person gemacht.
    Trotzdem fand ich den Handlungsstrang, der in der Vergangenheit spielt, stimmiger als den in der Gegenwart. Da haben die Charaktere nur halbherzig agiert und sich von den Ereignissen tragen lassen, anstatt proaktiv zu sein. Trotzdem nähern sich die Vergangenheit und die Gegenwart einander an und verbinden sich zu einem stimmigen Ganzen.
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  • Rezension zu Die Verlorene

    • 5. September 2025 um 14:50
    Familie Thomke lebt in Schlesien auf dem Pappelhof, einen wunderschönen Anwesen mit Tradition, das schon seit vielen Generationen der Familie gehört. Der Vater der Zwillingsschwestern Änne und Luise möchte sich neben dem Agraranbau der Pferdezucht widmen und den Hof später einmal einem seiner beiden Söhne weitergeben. Doch Deutschland ist im Krieg und die Meldungen von der Ostfront sind alles andere als beruhigend. Der jüngere Sohn ist schon im Westfeldzug gefallen, nun liegt alle Hoffnung darauf, dass Erich gesund zurückkommt.
    So leben mit den Eltern, der Großmutter und wenigen polnischen Arbeitern und Arbeiterinnen, die beiden unzertrennlichen Schwestern auf dem Hof. Änne allerdings muss versteckt bleiben, da sie an Krampfanfällen leidet. Laut Gesetz müsste sie in eine Anstalt, doch ihre Mutter fürchtet um ihr Leben. Luise besucht sie deshalb jeden Tag abends um ein wenig Zeit mit ihr zu verbringen.
    Mit der Ankunft des russischen Kriegsgefangenen Karl verändert sich für Änne und Luise alles, nur wissen sie es noch nicht. Die Familie steht sich ab nun mehr als einmal schweren Schicksalsschlägen ausgesetzt.
    Meine persönlichen Leseeindrücke
    Der Roman erzählt eine Familiengeschichte, wie es sie in Schlesien und vielen anderen östlichen Gebieten des ehemaligen Deutschen Reiches wohl viele gab und wie jede Geschichte, hat auch diese ihre besondere Note. Von den Kriegsjahren bis in die Gegenwart reicht der lange Blick auf die Familie Thomke, der gespickt ist mit Schicksalsschlägen und Geheimnissen, die erst peu a peu ans Tageslicht kommen.
    Der Handlungsbogen umfasst das Leben von Änne, die im Jahr 1947 die Flucht nach Deutschland gewagt und damit ihre gesamte Familie auf dem Hof in Schlesien zurückgelassen hatte. In Deutschland angekommen, hat sie beharrlich bis zu ihrem Tod über ihre Jahre in Schlesien geschwiegen. Nun ist sie nicht mehr da um all die vielen Fragen über ihre Herkunft zu beantworten und die Enkelin macht es sich zur Aufgabe, eine Antwort darauf zu finden.
    Die Autorin hat für ihren neuesten Roman, der gleichzeitig der erste für mich ist, eine hochemotionale Familiengeschichte ausgewählt, und einige persönliche Familienereignisse miteingebaut. Sie hat sich entschieden, wie es nun modern scheint, zwei Handlungsstränge zu wenden, einen, der von den Ereignissen während der Kriegsjahre in Schlesien berichtet und einen, der in der Gegenwart in Deutschland / Schlesien spielt, stets in abwechselnder chronologischer Reihenfolge. Nun, ich muss gestehen, dass ich dieses Stilmittel nicht besonders mag. Nur ganz selten gelingt es Autoren mich mit diesen ständigen Wechseln wirklich zu unterhalten, meist jedoch dominiert ein Strang und der andere wirkt schnell überflüssig oder fad zu lesen. So ist es auch hier. Die Erzählungen von Schlesien finde ich sehr gelungen und wenngleich mich die eine oder andere Passage erstaunt zurücklässt, weil ich von Zeitzeugen andere Aussagen kenne, so finde ich die Geschichte im Ganzen sehr stimmig. Wenig hingegen kann ich mit der anderen Plotline anfangen; sie wirkt lästig und gibt der Familiengeschichte nicht jenen nötigen Sinn, den die Autorin vielleicht beabsichtigt hat, nämlich einen Bezug zur Gegenwart und den nächsten und kommenden Generationen herzustellen.
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  • Rezension zu Die Verlorene

    • 31. August 2025 um 19:02
    Eine emotionale Reise in Lauras FamiliengeschichteInhalt:
    Lauras Großmutter Änne stammt ursprünglich aus Schlesien, wo sie als junges Mädchen auf dem Familiengutshof „Pappelhof“ aufwuchs. Trotz zahlreicher Fragen ihrer Mutter bzw. Enkelin erzählt sie nur von den wunderbaren goldenen Sommertagen, die sie dort erleben durfte. Ihre Vergangenheit, wozu auch die damaligen Einwohner des Dorfes zählen, verschweigt sie. Warum bloß? Als Änne nah einem Sturz verstirbt, entdeckt ihre Enkelin Laura ein Foto, dass sehr viele Fragen aufwirft. Sie beschließt Nachforschungen bezüglich ihrer Familie anzustreben und reist zu dem ehemaligen Gutshof, der einst ihren Vorfahren gehörte. Ob sie dort Antworten auf ihre Fragen bekommt, bleibt abzuwarten.
    Nach zahlreichen Veröffentlichungen (wie z.B. die Dilogie „Elbleuchten“ oder „Nordwind“) hat Miriam Georg ihr neustes Werk „Die Verlorene“, dass im August 2025 im Fischer Verlag erschienen ist, vorgelegt. Ich muss gestehen, dass ich zwar die Autorin und deren Bücher vom Namen her kenne, aber noch keins ihrer Romane gelesen habe. Das Cover, dass ein wahrer Eye-Catcher ist, und der dazugehörige Klapptext haben meine Neugierde mehr als nur geweckt. Dieses Buch wollte, nein, musste ich unbedingt lesen und so ging meine Reise (buchtechnisch) zum einen nach Frankfurt und zum anderen in Richtung Schlesien.
    Obwohl der flüssige und leichte Schreibstil der Autorin mir sehr gut gefiel, hatte ich auf den ersten knapp hundert Seiten meine Schwierigkeiten, der Geschichte in irgendeiner Weise zu folgen. Es fiel mir regelrecht schwer dranzubleiben und ich kann noch nicht einmal erklären, woran es lag. Ich zwang mich weiterzulesen und wurde mehr als nur belohnt. Was danach folgte, war ein wahrer Leserausch. Jede Seite zog mich magisch in seinen Bann und ans (vorzeitige) Aufhören war nicht mehr zu denken. Zu jeder Sekunde musste, nein, wollte ich wissen, was passiert bzw. wie die Familiengeschichte weiter geht. Zu dieser Begeisterung trugen die authentischen und lebensnahen Charaktere auch eine Menge bei. Alle Emotionen übertrugen sich auf mich und so fieberte, litt und freute ich mich mit ihnen. Vieles ließ mich wütend zurück und bei einigen Szenen hatte ich sogar Tränen in den Augen, so emotional war das Gelesene.
    Die Geschichte spielt in zwei Zeitebenen. Zum einen im Jahr 2019, als Lauras Großmutter Änne verstarb und zum anderen im Jahr 1941 – 1947, als Ännes Familie noch auf dem Pappelhof lebte.
    Ich kann noch nicht einmal schreiben, welche der beiden Zeitebenen spannender war. Die heutige Zeit fand ich enorm wichtigen, denn hier ließ mich die Autorin teilhaben an dem Familienleben von Laura und ihrer Mutter Ellen, die mit all den ungeklärten Fragen regelrecht allein dastanden. Ihre unermüdliche Recherche, bei der sie einzelne Puzzleteile fanden, sie zusammenbauten, um so vielleicht eine Antwort auf eine der vielen Fragen zu bekommen. Die angespannte Gefühlswelt der beiden bekommt man deutlich zu spüren.
    Die damalige Zeit ist dramatischer und emotionaler, denn sie spielt in der Kriegszeit, wo in erster Linie Hungersnot oder Verluste durch Gefallene zu verzeichnen waren. Die beiden Schwestern Luise und Änne wuchsen sehr eng miteinander auf. Als Änne krank wurde, wurde sie auf dem Dachboden versteckt. Ihr Eltern mussten die schmerzhafte Maßnahme treffen, um sie, im schlimmsten Fall, vor dem Tod zu bewahren. Dieses traumatische Erlebnis hat Änne nie überwunden. Ihre Lebensfreude bzw. dir Leichtigkeit, die sie früher in sich trug, verlor sie. Aber nicht nur die Krankheit überschattete das Leben der Familie, auch Schicksalsschläge oder die abscheulichen Kriegsereignisse prägten alle.
    Bei dieser Art von Romanen finde ich es immer wieder sehr interessant, wie die zwei Handlungsstränge miteinander verknüpft und zu einem stimmigen Ende werden.
    Miriam George hat mit „Die Verlorene“ es geschafft, einen wahren emotionalen und spannenden Familienroman zu schreiben, der gedanklich noch Tage nachhängt. Das Buch kann man zwar zuschlagen, aber das Gelesene und die dazugehörigen Gedanken lassen sich schwer aus dem Kopf verdrängen. Im Nachwort der Autorin erfährt man zwar, dass die Geschichte um Änne / Luise rein fiktiver Natur ist, aber dennoch ist ein kleiner Teil von Miriams Familiengeschichte hineingeflossen.
    Für mich war dieser Roman ein wahres Lesehighlight, dass mich aber auch sehr nachdenklich zurück läßt.
    5 von 5 Sternen und ich spreche eine Leseempfehlung aus!!!
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  • Rezension zu Die Verlorene

    • 29. August 2025 um 09:53
    "Wenn man nicht ausdrückte, was man fühlte, war es für den anderen zuweilen unmöglich zu wissen, dass die Gefühle überhaupt existierten."
    Änne ist 93 Jahre alt, als Ihre Enkelin Laura von Ihrer Mutter die Nachricht bekommt, dass Änne ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Plötzlich bekommt Laura das Gefühl, dass es noch so viel mehr zu wissen gibt über Ännes Vergangenheit in Schlesien, dass sie kurzerhand auf den alten Gutshof der Familie fährt, um Nachforschungen anzustellen. Und dabei tauchen immer mehr Fragen auf, die daran zweifeln lassen, Änne jemals richtig gekannt zu haben ...
    Dieses Buch wird in zwei verschiedenen Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart begleiten wir Laura und ihre Mutter Elena, die ein sehr unterschiedliches Verhältnis zu Änne, Mutter und Großmutter für die beiden, haben. Währen Elena sich oft eher missverstanden und teilweise nicht fair behandelt fühlt, versucht Laura mehr Verständnis aufzubringen und sich mehr in Änne hineinzufühlen. Daher ist es auch Laura, die sofort Nachforschungen anstellen möchte und alles über Ännes Vergangenheit herausfinden möchte, was bis dahin ungesagt geblieben ist.
    In der Vergangenheit erleben wir die Geschehnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Viel aus der Sicht von Ännes Schwester Luise, viel auch aus der Sicht von Änne selbst und auch ein wenig aus der Sicht von Karl, einem Kriegsgefangenen, der nach einer Verletzung auf den Gutshof der Familie zum Arbeiten geschickt wird.
    Die Zeitebene rund um 1945 ist teilweise nur schwer verdaulich. Der Krieg spielt nicht die Hauptrolle und ist dennoch bei allem sehr präsent. Was aber viel schwerer zu lesen ist, ist die Geschichte von Änne und Luise, die so viele Wendungen nimmt, so viel Schmerz beinhaltet, so viel Zwiespalt mit sich bringt.
    An einem Punkt dachte ich, zu wissen, welche Auswirkungen diese Zeit auf Elena und Laura hatte, nur um dann zu glauben, dass ich mich doch irre, um am Ende zu erfahren, dass das Gefühl doch richtig war.
    Ich wünschte, ich hätte das Buch ein paar Wochen vorher gelesen, da es mir aus persönlichen Gründen genau jetzt noch mal mehr wehgetan hat, machen Passagen zu lesen. Aber dennoch war es ein herausragendes Buch, das mich nicht losgelassen hat und das ich nicht mehr missen möchte.
    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, obwohl das Buch gar nicht zu meinem klassischen Beuteschema gehört.
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Ausgaben von Die Verlorene

Hardcover

Cover zum Buch Die Verlorene

Seitenzahl: 512

E-Book

Cover zum Buch Die Verlorene

Seitenzahl: 500

Hörbuch

Cover zum Buch Die Verlorene

 

Besitzer des Buches 17

Update: 3. Januar 2026 um 10:57