Himmelerdenblau
Buch von Romy Hausmann
Titel: Himmelerdenblau
Romy Hausmann (Autor)
Verlag: Penguin Verlag
Format: Broschiert
Seitenzahl: 464
ISBN: 9783328604280
Termin: Neuerscheinung August 2025
Aktion
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Kurzmeinung
ViktoriaScarlett »Himmelerdenblau« hatte es auf vielen Ebenen in sich – emotional, storytechnisch und einige mehr. -
Kurzmeinung
Susannah Spannende Geschichte, wenn nur der Schluss besser durchdacht wäre. Unlogische, an den Haaren herbeigezogene Auflösung.
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Himmelerdenblau
Ein gnadenloser Thriller über das Verschwinden eines Kindes. Die Angst vor dem Erinnern. Über zerstörte Leben und die Abgründe von "True Crime". Endlich: Der neue Thriller von Romy Hausmann 'Der Teufel hatte gewonnen. Seine Macht war grenzenlos. Meinen Körper würde er am Leben halten, gerade so. Wie eine Trophäe. Doch als ich zu mir kam, fand ich mich plötzlich wieder am Ufer des Sees ...' Seit dem 7. September 2003 ist Julie Novak verschwunden. Die Familie ist daran zerbrochen. Nur ihr Vater Theo hört nicht auf, nach ihr zu suchen. Als sich Julies Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt die Podcasterin Liv Kontakt zu Theo auf. Sie sei auf eine neue Spur gestoßen. Doch wenn er die Wahrheit erfahren will, muss er sich beeilen, bevor seine fortschreitende Demenz alles mit Dunkelheit überzieht. Wer zum Teufel hat ihm seine Tochter genommen? Warum hat Julies Ex-Freund Daniel das Schlafzimmer seiner verstorbenen Mutter so sorgfältig verschlossen? Und gibt es etwas Grausameres als die Ungewissheit über das Schicksal des eigenen Kindes? 'Das ist Romy Hausmanns definitiv bester Thriller. Er knüpft genau da an, wo die Autorin mit ¿Liebes Kind¿ aufgehört hat. Herzlichen Glückwunsch zu diesem sensationellen Roman.' UK-Verlegerin Stephanie Bierwerth (Quercus) über 'Himmelerdenblau' 'Romy Hausmann schreibt nicht einfach Psychothriller. Sie schafft Welten, die von Angst, Schuld und der Sehnsucht nach Erlösung erzählen. Von ihrem explosiven Debüt "Liebes Kind" bis zur tiefgründigen Dunkelheit von "Perfect Day" ist jedes ihrer Bücher eine Autopsie menschlicher Traumata. Charaktere, die durch die Schuld anderer belastet sind, Familien, die Gefängnissen gleichen, Verbrechen ohne Blut - aber niemals ohne Erinnerung. Ihr Schreibstil ist scharf, aber nie kalt. Sie urteilt nicht. Sie beobachtet. Und genau darin, in ihren leisesten Zeilen, liegt ihr wahrer Mut.' Giouli Tsakalou in 'Elefteros Typos' International Emmy 2024 für die Netflix-Verfilmung von 'Liebes Kind'
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Bewertungen
Himmelerdenblau wurde insgesamt 13 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.
Meinungen
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»Himmelerdenblau« hatte es auf vielen Ebenen in sich – emotional, storytechnisch und einige mehr. -
Spannende Geschichte, wenn nur der Schluss besser durchdacht wäre. Unlogische, an den Haaren herbeigezogene Auflösung. -
Den schon fast überbordenden Hype zum neuen Buch kann ich nicht teilen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Himmelerdenblau
- Annabell95
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31. Oktober 2025 um 20:26
Ohne SpannungWeiterlesen
Julie Novak ist seit September 2003 spurlos verschwunden. Ihre Familie ist daran zerbrochen, doch ihr Vater hat nie aufgehört zu suchen. Die Podcasterin Liv nimmt Kontakt zu ihrem Vater, Theo Novak, auf, als sich das Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt. Liv ist auf eine neue Spur gestoßen. Doch Theos Demenz schreitet voran, und ihm bleibt wenig Zeit, die Wahrheit zu erfahren. Rätselhafte Fragen stehen im Raum: Was verbirgt Julies Ex-Freund Daniel? Und wie lange kann ein Mensch die quälende Ungewissheit über das eigene Kind ertragen?
Die Story wird aus wechselnden Perspektiven erzählt jeweils aus der Ich-Perspektive der einzelnen Protagonisten. Diese Erzählweise bietet Nähe zu den Protagonisten und man ist den Gedanken und Gefühlen von ihnen näher. Jedoch gibt es häufige Wiederholungen in den einzelnen Perspektiven, insbesondere in Theos demenzgeprägter Sicht und den Podcast-Passagen, die zu einem zähen Lesefluss führen.
Die Spannung bleibt über weite Strecken aus, interessante oder überraschende Momente sind rar. Auch wenn hier und da versucht wird einige rätselhafte Momente einzubauen, muss man die spannenden Momente doch quasi suchen. Wenn sie da sind, sind sie auch so schnell wieder weg, wie sie gekommen sind.
Beim Thema "Demenz" wurde sich an ein sensibles Thema gewagt. Die Grundidee, eine Geschichte rund um Erinnerungsverlust, familiäre Geheimnisse und die Suche nach Wahrheit zu erzählen, birgt viel Potenzial, doch leider blieb die Umsetzung hinter meinen Erwartungen zurück. Theos Demenzerkrankung wurde zweifellos gut und authentisch dargestellt. Es wurden sprachliche Brüche und Wortlücken integriert, die Theos Zustand glaubhaft widerspiegeln. Diese stilistische Entscheidung holpert manchmal beim Lesefluss. Der größte Teil lässt sich aber dennoch flüssig lesen.
Mein Fazit:
Schade, leider konnte mich "Himmelerdenblau" wie ihre anderen Bücher wie "Marta schläft" nicht überzeugen. Ich habe von dem Thriller mehr erhofft. Mir fehlte ihr die Spannung und fesseln konnte es mich auch nicht so recht. Daher kann ich leider keine Leseempfehlung geben, hoffe aber darauf, dass mich eins ihrer nächsten Bücher wieder voll überzeugen kann. -
Rezension zu Himmelerdenblau
- Snowbell
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1. September 2025 um 17:51
Beginnen möchte ich diese Rezension mit einem persönlichen Statement. Ich liebe die Bücher von Romy Hausmann. Angefangen hat es mit dem Roman "Liebes Kind", der mich total gefangen und tief beeindruckt genommen hat. Auch die Verfilmung habe ich mir nicht entgehen lassen, sondern sie auf Netflix mit angehaltenem Atem verfolgt. Der neue Psychothriller erzählt von einem rätselhaften cold case, der nach zwanzig Jahren in einem True Crime Podcast neu aufgerollt (und aufgeklärt?) werden soll. Das Verschwinden von Julie Novak gibt viele Rätsel auf, ihr Vater leidet an Demenz, was zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen führen kann. Sein Erinnerungsvermögen ist sichtlich beeinträchtigt, was seine Glaubwürdigkeit im Rahmen eines Interviews für den Podcast schwierig erscheinen lässt.Weiterlesen
Wie alle bisher erschienen Bücher von Romy Hausmann ist das Cover des neuen Romans ungewöhnlich gestaltet worden, in einer Buchhandlung hebt es sich klar von den anderen Büchern ab und zieht die Aufmerksamkeit der Betrachter*innen auf sich. Im Fokus steht die Schwarz-Weiß-Fotografie einer Familie, verwaschen wie die Erinnerungen des demenziell erkrankten 74jährigen Protagonisten Theo Novak, eines einst erfolgreichen Arztes. Klare Strukturen sind nicht mehr zu erkennen, die heile Familie hat sich buchstäblich aufgelöst nach dem spurlosen Verschwinden der Tochter Julie vor zwanzig Jahren. Auch der Titel des Romans fällt aus dem Rahmen des Üblichen. Man stutzt über die kreative Namensgebung für eine Farbe, die Erklärung folgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Das Geschehen wird aus der Sicht von mehreren Personen, aus der Ich-Perspektive vermittelt. Zu Wort kommen Theo Novak, der unheilbar kranke Vater von Julie, Sophia, ihre jüngste Schwester, Liv, eine aufstrebende True-Crime-Podcasterin, sowie Daniel, der ehemalige Freund von Julie. Emotional berührend ist die Darstellung von Theo. Romy Hausmann hat gründlich recherchiert und das komplexe Krankheitsbild Demenz korrekt dargestellt. Als Leiter der Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie an einer renommierten Fachklinik zählte Theo zur Elite, die sich dank eines hohen Einkommens eine schöne Villa im Grünen für ihre Familie leisten konnte, nun lebt er allein in einer winzigen Wohnung, geblieben sind ihm nur die Erinnerungen an eine längst vergangene glückliche Zeit. Nach und nach verliert er alle geistigen und körperlichen Fähigkeiten, verlegt Alltagsgegenstände, vergisst die Namen von Mitmenschen, verwechselt Begriffe, ringt um Worte und macht Flüchtigkeitsfehler in seinen Aufzeichnungen. Sein Verfall ist schrecklich mitanzusehen, er verliert sich selbst, wie er seine älteste Tochter und seine Ehefrau Vera verloren hat. Auch seine jüngste Tochter Sophia ist ihm entglitten, ihr Verhältnis ist distanziert und kühl. Aufrecht hält ihn das Fünkchen Hoffnung, das spurlose Verschwinden seiner ältesten Tochter nach zwei Jahrzehnten aufklären zu können. Auch die anderen Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet worden. Beeindruckt hat mich die (negative) Darstellung von gewissenlosen True Crime Podcasterin, die in ihrem Streben nach Reichweite buchstäblich über Leichen gehen.
Romy Hausmann steht für außergewöhnliche Literatur. Sie erzählt eine bedrückende Geschichte, die nach der Lektüre lange in uns nachhallt. Für mich ist ihr tiefgründige Psychothriller ein Highlight in der Belletristik. Er gibt viele Rätsel auf, setzt auf leise Töne und fokussiert sich auf das Zwischenmenschliche, unter Verzicht auf die explizite Darstellung von Gewalt, wie es andere Autor*innen dieses literarischen Genres tun. -
Rezension zu Himmelerdenblau
- hennie
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15. August 2025 um 00:11
Die vermisste Tochter und der demente VaterWeiterlesen
Die Begeisterung, die Romy Hausmanns Thrillerdebüt „Liebes Kind" bei mir auslöste, vermochte „Himmelerdenblau" nicht zu erreichen. Was mir am meisten fehlte, war leider die kontinuierliche Spannung. Den teilweise überbordenden Hype um dieses neue Buch teile ich nicht.
Bis ich mich in diese Geschichte so richtig einfinden konnte, dauerte es ziemlich lang. Es gab viele Hemmnisse, zu viele Nebenschauplätze, die sich am Ende für mein Verständnis als überflüssig erwiesen. Auch die Podcast-Szenen fand ich entbehrlich.
Aus wechselnden Perspektiven erfahren wir, wie erneut zu der vor 20 Jahren spurlos verschwundenen Julie intensive Nachforschungen betrieben werden. Die junge Podcasterin Liv Keller nimmt den Fall wieder auf und gewinnt Julies Vater Theo für das Vorhaben, bevor er durch die fortschreitende Demenz sein Gedächtnis vollends verliert. Die jüngere Tochter Sophia zeigt wenig Begeisterung für das Vorhaben
Der Fokus liegt mehr auf dem Verschwinden des Vaters in seiner Demenz als auf dem Vermisstenfall der Tochter, der oft im Hintergrund verschwindet und zu verblassen droht. Die eindringliche Schilderung des Verlaufs der Krankheit berührt und macht betroffen. Die Erkrankung führt die Autorin sehr eindrucksvoll aus. Sie bringt das Vergessen, die langsame Auflösung der Persönlichkeit, die schrägen bzw. falschen Wörter, die Wortfindungsstörungen, kurz die allgemeine Hilflosigkeit sehr gut in dem kleingeschriebenen Text sowie in den Aktionen zum Ausdruck.
Ich nenne diesen Roman nicht Thriller, sondern eine tragische Geschichte, die viele Menschen ins Unglück stürzt. Falsche Entscheidungen ziehen ungeahnte Konsequenzen nach sich und beeinflussen mehrere Leben negativ. Die meisten der Protagonisten blieben mir fremd, da sie auch sehr unschöne Charaktereigenschaften offenbarten. Für Julies Exfreund Daniel allerdings empfand ich Mitgefühl.
Im gesamten Kontext betrachtet und beim nochmaligen Lesen einiger Sachverhalte, bspw. die Rolle Laras, schätze ich ein, dass das Buch gut durchdacht und nachvollziehbar erzählt wurde. Indes gab es für mich einige Längen und es hätte auf einiges verzichtet werden können.
Das verschwommene blaue Cover und der romantische Titel sind gut gewählt und passen hervorragend zu der Geschichte.
Soweit meine Beurteilung! Trotz der Kritikpunkte gebe ich meine Lese- und Kaufempfehlung. Ich ziehe einen Stern ab und bewerte mit vier von fünf Punkten. -
Rezension zu Himmelerdenblau
- ClaudiasBuecherregal
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6. August 2025 um 09:05
Vor 20 Jahren ist die Teenagerin Julie Novak verschwunden und seitdem gab es kein Lebenszeichen mehr von ihr. Ihre Mutter ist mittlerweile verstorben, ihre Schwester versucht die Ereignisse zu verdrängen und sich eine eigene Familie aufzubauen, nur ihr Vater gibt die Hoffnung nicht auf. Allerdings drängt die Zeit, denn Theo Novak ist an Demenz erkrankt, vergisst immer wieder die banalsten Dinge und der Gedanke, dass er sein verschwundenes Kind vergessen könnte, dass dann niemand mehr nach ihm suchen würde, bringt ihn fast um.Weiterlesen
True Crime Podcasterin Liv wird auf den Fall aufmerksam, stürzt ungeplant immer tiefer in die Recherchen, entdeckt neue Spuren und kommt einigen Menschen unangenehm nah.
Bis auf „Liebeskind“ habe ich alle Thriller und auch Hausmanns True Crime Buch gelesen und muss dem Verlag bzw. der UK-Verlegerin Stephanie Bierwerth, die auf dem Leseexemplar zitiert wird, zustimmen: ‚Himmelerdenblau‘ ist Hausmanns bester Thriller. Ich fand das Buch richtig genial. Zunächst lernt man Theo kennen und schließt ihn sofort in sein Herz, empfindet aber auch Mitleid mit ihm, mit seiner Tochter und leidet mit ihnen zusammen über den ungewissen Verbleib von Julie.
Podcasterin Liv habe ich ebenfalls sehr gerne begleitet – über ihren Podcast im Allgemeinen und ihre Recherchen im Fall der verschwundenen Julie im Besonderen. Nach und nach entdeckt Liv Hinweise, die die Polizei damals fallengelassen hat oder die nie in Polizeiakten aufgetaucht sind – und da gibt es reichlich Ungereimtheiten, sich komisch verhaltende Personen und etliches an Spekulationspotential.
Nach dem ersten Viertel des Romans war ich mir sicher, herausgefunden zu haben was wer wann getan hat. Aber, wie heißt es auf Englisch so schön: Little did I know. Ich hatte gar keine Ahnung und Romy Hausmann hat mich schön an der Nase herumgeführt. Da kam noch so viel, Unerwartetes, aber absolut Stimmiges.
Interessant fand ich auch, dass die deutschsprachige Autorin sich von mehreren wahren Fällen für diesen Roman inspirieren hat lassen und im Nachwort darauf eingeht. Man bekommt hier also noch mehr True Crime geboten, als nur durch den Podcast von Liv.
Fazit: Ein Thriller mit True Crime Aspekten, der spannend unterhält, aber dabei das Menschliche, Verletzliche der Figuren nicht außer Acht lässt. Absolut empfehlenswert. -
Rezension zu Himmelerdenblau
- HexeLilli
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13. Juli 2025 um 11:46
Das Warten auf den neusten Roman der Autorin hat sich gelohnt. Ein Alptraum für jede Familie, wenn das eigene Kind verschwindet. Wie sie die Gedanken, Gedankensprünge und Handlungen des Demenzkranken Theo Novak beschreibt, einfach super.Weiterlesen
Die Geschichte wird in verschiedenen Handlungssträngen erzählt und der Leser oft auf die falsche Spur gelenkt. Durch die flüssige Erzählweise ist man hautnah dabei. Das Cover kommt mit zwei Farben aus und den Titel versteht man erst später.
vor 20 Jahren verschwand die erst 16jährige Julie Novak spurlos. Die Podcasterin Liv ist mit ihrem Partner Phil auf eine neue Spur gestoßen und nimmt Kontakt zum Vater auf. Auch der will wissen, was damals mit seiner Tochter geschah. Aber die fortschreitende Demenz trübt immer mehr seine Erinnerung. Julies Ex Freund Daniel, ein Sonderling, gerät immer mehr in seinen Fokus.
Der Thriller hat mich sofort gefesselt. Was macht es mit einer Familie, deren Kind verschwindet. Es war schlimm, mitzuerleben, wie der alte Professor langsam sämtliche Fähigkeiten verliert. Die Autorin hat den Verfall sehr ausführlich geschildert. Auch die Charaktere der anderen Protagonisten kamen sehr glaubwürdig rüber. Das Ende war überraschend und nicht vorhersehbar. Die Seiten mit dem Podcast fand ich allerdings überflüssig.
Alles in allem ein guter Psychothriller ohne Blutvergießen, den ich gerne empfehle, danke das ich ihn lesen durfte.
Rezensionen zum Hörbuch
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Rezension zu Himmelerdenblau
- ViktoriaScarlett
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7. Februar 2026 um 18:59
»Himmelerdenblau« hatte es auf vielen Ebenen in sich – emotional, storytechnisch und einige mehr. Erfahre unten im Text wie mir das Hörbuch gefallen hat.Weiterlesen
[…]
Meine Meinung zur Geschichte:
Bisher kannte ich von Romy Hausmann nur das Buch »True Crime – Der Abgrund in dir«. Nun wollte ich endlich einmal einen Thriller von ihr lesen/hören und so kam »Himmelerdenblau« zur rechten Zeit. Der Schreibstil der Autorin war eindrücklich und höchst emotional. Ich hatte den Eindruck Teil der Handlung zu sein und an der Seite der Protagonistinnen und Protagonisten zu stehen, so intensiv war die Erzählweise für mich.
Das Setting der Geschichte war klar gesteckt, denn die Handlung drehte sich um den Fall von Julie Novak, die vor knapp 20 Jahren verschwunden war. Seither wurde alles Mögliche versucht um der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Mit Podcasterin Liv kam neuer Wind in den Fall, wobei sie nicht wirklich aus eigenem Antrieb ermittelte. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich sie und ihren Freund Phil mögen würde. Phil war mir von Beginn an unsympathisch aufgrund seiner Sensationsgier und seinem engstirnigen Denken, sowie seinem Verhalten. Ich hatte den Eindruck, dass er sich sehr manipulativ verhielt.
Liv war anders als er, denn sie hatte noch ein Gewissen, zumindest meistens. Denn schnell wurde mir klar, dass die Beiden die Fälle, die sie im Podcast vorstellten, oft nicht neutral präsentierten. Teilweise waren ihre Mutmaßungen wirklich heftig und vollkommen daneben. Neben Liv war Theo eine Hauptfigur, der demenzkranke Vater von Julie. Es war beeindruckend und bewegend wie die Autorin die Demenzerkrankung von ihm dargestellt hat. Das Ganze fühlte sich unglaublich realistisch an und hat mich stellenweise stark berührt.
Durch Liv aufgeschreckt wollte der alte Mann noch ein letztes Mal versuchen seine verschwundene Tochter zu finden. Ab diesem Zeitpunkt durchlebte die Handlung ein wahres Kaleidoskop der Gefühle. Theo, Sophia und Liv wurden tief in einen sich windenden Ereignisstrudel hineingezogen.
Parallel dazu gab es einen Handlungsstrang der sich um Daniel drehte, dem Ex-Freund von Julie. Ihr Verschwinden zerstörte sein Leben von Grund auf, was sich durch die letzten 20 Jahre bis heute zog. Daniel war durch die Geschehnisse psychisch krank geworden. Er tat mir leid, obwohl ich manchmal kurz schwankte, ob er wirklich unschuldig war. Auch die Geschehnisse rund um Lara hatten es in sich. Immer wieder zweifelte und hoffte ich, fragte mich was hier los war. Es passte irgendwie nicht zusammen und doch musste da etwas sein.
Während dem Verlauf erlebte ich Höhen und Tiefen, Dramatik, sowie liebevolle Szenen. Manchmal war da Schmerz, dann Trauer und Wut. Dann wiederum Liebe und Geborgenheit. Die Ereignisse nahmen mit der Zeit immer größte Ausmaße an. Immer mehr Wendungen geschahen. Während ihrer Ermittlungen traf Liv auf weitere Schicksale und Todesfälle. Je näher das Ende kam, umso spannungsreicher wurde es. Im letzten Dritel passierte etwas, das das Spannungslevel noch eine Stufe höherstellte.
Fassungslos beobachtete ich, was nach dieser „Tat geschah. Ich hatte bereits während dem gesamten Verlauf mitgerätselt und versucht die Fakten zusammen zu setzen. Ein Verdacht war mir auch gekommen, wer für Julies Verschwinden oder zumindest für damit verbundene Geschehnisse verantwortlich war. Doch jetzt wusste ich nicht mehr wo ich stand. Eine weitere Wendung führte schließlich zur Wahrheit und der Auflösung. Die Autorin hatte mich so gekonnt an der Nase herumgeführt, dass ich selbst jetzt noch Tage nach dem Beenden des Hörbuches erstaunt bin.
Damit hatte ich nicht gerechnet. Kurz vor dem Schluss erkannte ich eine finstere Wahrheit und wusste, dass Gerechtigkeit oft schwierig zu erreichen ist. Zumal das Ende keine Hoffnung gab, dass es wirklich zu Ende war. Dennoch empfand ich es als stimmig und passend. All das macht das Hörbuch zu einem meiner Jahreshighlights von 2026.
Meine Meinung zu den Sprecherinnen und Sprechern:
Für die verschiedenen Protagonistinnen und Protagonisten wurden hervorragende Sprecherinnen und Sprecher ausgewählt. Felix von Manteuffel und Uve Teschner kannte ich bereits aus anderen Produktionen. Zudem las die Autorin selbst eine der Figuren, nämlich die Podcasterin Liv. Die Stimmen passten zu den Figuren. Gemeinsam erweckten sie die Geschichte zum Leben, weil sie eins mit ihren Rollen wurden. Ich hatte dadurch ein noch intensiveres Hörerlebnis, weil ich jede Figur einer Stimme zuordnen konnte und sofort wusste, bei wem es weiterging, wenn ein Szenenwechsel kam.
Sprecherinnen und Sprecher: Romy Hausmann, Felix von Manteuffel, Anna Maria Mühe, Uve Teschner, Florian Gregorzyk, Leslie Malton
Mein Fazit:
Die Geschichte rund um Julies Verschwinden ließ mich ein großes Gefühlskaleidoskop erleben. In kurzer Zeit ging es durch Höhen und Tiefen über Berge und Täler – natürlich im übertragenden Sinn. Alle drei Handlungsstränge hatten es in sich und waren enorm spannend. Immer wieder wurde es extrem emotional. Durch die eindrückliche Erzählweise der Autorin Romy Hausmann wurde ich tief in das Geschehen hineingezogen. Stellenweise war ich tief berührt – vor allem Theo schaffte das immer wieder.
Je näher das Finale kam, umso dramatischer wurde es. Am Ende gipfelte das Ganze in ein enorm emotionales Ende. Wobei es einen finsteren Beigeschmack hatte. Dennoch habe ich nichts an der Geschichte zu bemängeln. Stattdessen kann ich nur Lob aussprechen. Dieses gilt auch dem Sprecherinnen- und Sprecherteam. Für mich wurden sie eins mit ihren Rollen, was das Hörerlebnis noch eindrücklicher machte. Ihre Stimmen und ihr emotionales Können waren grandios. Das Hörbuch ist eins meiner Jahreshighlight von 2026.
Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen!
Der Hörbuch-Download wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!
Ausgaben von Himmelerdenblau
Besitzer des Buches 21
Update: 7. Februar 2026 um 18:59





