Wir sehen uns wieder am Meer

Buch von Trude Teige, Günther Frauenlob

Cover zum Buch Wir sehen uns wieder am Meer

Titel: Wir sehen uns wieder am Meer

, (Übersetzer)

4,5 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

90,9% Zufriedenheit

Band 3 der

Verlag: Fischer

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783758700088

Termin: Neuerscheinung Juli 2025

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Wir sehen uns wieder am Meer

Und dann werden wir tanzen: Drei mutige Frauen, die durch unverbrüchliche Freundschaft überleben 2024: Juni Bjerke erhält einen Anruf. Erst jetzt erfährt sie vom Schicksal der geliebten Freundinnen ihrer Großmutter Tekla. 1944: Norwegen ist von den Deutschen besetzt. Die junge Krankenschwester Birgit begegnet der 16-jährigen Nadia, die aus der Ukraine zur Zwangsarbeit in der Fischfabrik verschleppt wurde. Als Birgit sich dem Widerstand anschließt und Nadia einen Kollaborateur trifft, geraten sie in höchste Gefahr. Ihre Geheimnisse teilen sie nur mit dem ‚Deutschenmädchen‘ Tekla. Weit über den Krieg hinaus müssen die Freundinnen Entscheidungen fällen, die noch das Leben ihrer Kinder und Enkel prägen werden. Was uns bis heute prägt: Von Menschlichkeit in schweren Zeiten und dem Aufbau einer neuen Zukunft – der große neue Roman der norwegischen Erfolgsautorin. "Erzählen ist wichtig. Um selbst leben zu können, müssen wir wissen, was unsere Familien erlebt haben. Die Kriegserlebnisse von Frauen sind dabei genauso dramatisch wie die der Männer. Die Historiker haben die Frauen im Stich gelassen. Was ich suche, ist das, was verschwiegen wurde." Trude Teige Eine junge Widerstandskämpferin, eine Zwangsarbeiterin und ein »Deutschenmädchen« werden zu Schicksalsfreundinnen.
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Serieninfos zu Wir sehen uns wieder am Meer

Wir sehen uns wieder am Meer ist der 3. Band der Großmutter und Großvater / Generationen Reihe. Diese umfasst 3 Teile und startete im Jahr 2015. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2025.

Bewertungen

Wir sehen uns wieder am Meer wurde insgesamt 11 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Wir sehen uns wieder am Meer

    • 3. August 2025 um 15:12
    Abschlussband der Großmutter-ReiheWir sehen uns wieder am Meer, historischer Roman von Trude Teige, 400 Seiten, Fischer-Verlag.
    3. Teil der Trilogie
    Für Birgit und ihre Freundinnen, Thekla und Annelise sind die unbeschwerten Tage vorbei, der 2. Weltkrieg wütet. Jede der Freundinnen geht ihrer Wege. Nach dem Tod ihrer ersten großen Liebe endscheidet sich die junge Krankenschwester Birgit, als Krankenschwester, im von den deutschen besetzten Norwegen zu arbeiten. Dort lernt sie die junge Ukrainerin Nadja kennen die als Zwangsarbeiterin in die dortige Fischfabrik verschleppt wurde. Birgit schließt sich dem Widerstand an. Doch auch Thekla die als „Deutschenmädchen“ bezichtigt wird, Nadja die an einen Kollaborateur gerät, erleben schlimme Dinge. Nach dem Krieg, sind alle Frauen traumatisiert und sie können sich nur gegenseitig ihre schlimmen Erlebnisse anvertrauen. Das bringt die Freundinnen wieder zusammen.
    Der letzte Teil der Trilogie schließt die Großmutter-Reihe sehr emotional und zu Herzen gehend ab. Die Bände 1 - 3 können jedoch, ohne weiteres auch einzeln gelesen werden. Das Buch teilt sich in 62 spannende Kapitel, überschrieben mit Ort und Datum des Inhalts. Wie bereits in den Vorgängerbänden, schreibt Trude Teige flüssig, sehr bildhaft und dramatisch, ich habe das Buch in jeder freien Minute zur Hand genommen, da Schicksal, der Frauen hat mich nicht losgelassen. Der Band bietet auch hier wieder interessant Einblicke in unbekannte Vorfälle unserer Geschichte. Einmal von Kriegserlebnissen von Frauen zu lesen, finde ich ganz besonders aufregend. Auch sie haben ihren, nicht unwichtigen, Teil im Krieg erlebt. Allen voran Birgit, die Protagonistin, aber auch das Los von Nadja, ist mir ganz besonders ans Herz gegangen. Teige schreibt im auktorialen Stil, jeweils aus der Sicht der handelnden Person, allumfassender Überblick ist somit bestens gewährleistet.
    Die Figuren, sind so lebensecht beschrieben, ihre Gedanken und inneren Stimmungen, sind mir so nah gegangen. Sie handeln nachvollziehbar und authentisch. Eine enorme Entwicklung ist festzustellen. Die grausamen Dinge die im Krieg geschehen, und auch die Dinge die in den darauffolgenden Friedenszeiten passieren, sind nicht leicht zu ertragen. Dies hat Trude Teige hervorragend beschrieben, dafür hat sie eine enorme Recherchearbeit geleistet, ich habe vor allem mit Birgit der Protagonistin mitgelitten und gehofft. Stark berührt hat mich auch das Leid von Daria und Nadja, ihre grausige und brutal harte Arbeit in der Fischfabrik, auch das ist ganz nahe an der Wahrheit. Das ist dem Leser stets bewusst. Sven Svendsen und sein Handeln fand ich einfach nur abstoßend. Bei Sascha bin ich mir nicht sicher ob ich ihn zu den Guten oder Bösen zählen soll.
    Ich mag Bücher über starke Frauen, noch dazu in der von mir bevorzugten Epoche. Auf Seite 236 -237 gibt es eine Aussage von Major Klinge über das Wesen der Menschen und ihrer Beweggründe die sie in Kriegszeiten handeln lassen, dies hat mir sehr imponiert. Das hat sich unauslöschlich in meinen Gedanken eingeprägt.
    Wer die vorangegangenen Bände der Trilogie kennt, wird sich an diesem zusammenfassenden Abschlussband erfreuen. Doch auch als Einzelband kann ich „Wir treffen uns am Meer“ empfehlen. All denen die sich für die heilende Kraft von Solidarität unter Frauen interessieren, sind hier richtig.
    Von mir 5 Sterne
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  • Rezension zu Wir sehen uns wieder am Meer

    • 15. Juli 2025 um 10:41
    Klappentext/Verlagstext
    2024: Juni Bjerke erhält einen Anruf. Erst jetzt erfährt sie vom Schicksal der geliebten Freundinnen ihrer Großmutter Tekla.
    1944: Norwegen ist von den Deutschen besetzt. Die junge Krankenschwester Birgit begegnet der 16-jährigen Nadia, die aus der Ukraine zur Zwangsarbeit in der Fischfabrik verschleppt wurde. Als Birgit sich dem Widerstand anschließt und Nadia einen Kollaborateur trifft, geraten sie in höchste Gefahr. Ihre Geheimnisse teilen sie nur mit dem 'Deutschenmädchen' Tekla. Weit über den Krieg hinaus müssen die Freundinnen Entscheidungen fällen, die noch das Leben ihrer Kinder und Enkel prägen werden.
    Was uns bis heute prägt: Von Menschlichkeit in schweren Zeiten und dem Aufbau einer neuen Zukunft – der große neue Roman der norwegischen Erfolgsautorin.
    "Erzählen ist wichtig. Um selbst leben zu können, müssen wir wissen, was unsere Familien erlebt haben. Die Kriegserlebnisse von Frauen sind dabei genauso dramatisch wie die der Männer. Die Historiker haben die Frauen im Stich gelassen. Was ich suche, ist das, was verschwiegen wurde." Trude Teige
    Eine junge Widerstandskämpferin, eine Zwangsarbeiterin und ein »Deutschenmädchen« werden zu Schicksalsfreundinnen.
    Die Autorin
    Trude Johanne Teige, 1960 in Norwegen geboren, arbeitete als Journalistin für die Zeitung „Bergens Tidende“, bevor sie 1992 beim Fernsehsender TV 2 anfing. Ihr Debütroman, „Havet syng“ (dt. „Meergesang“) erschien 2002. Das erste ihrer Bücher, das ins Deutsche übersetzt wurde, war „Svik“ von 2012 (dt. 2016 „Totensommer“), Auftakt zur Krimi-Reihe um die Fernsehjournalistin Kajsa Coren. 2014 zog sich Teige aus ihrem Beruf als Journalistin zurück, um sich gänzlich dem Schreiben zu widmen. Ihr Roman „Großmutter tanzte im Regen“ stand mehrere Jahre lang auf den norwegischen Bestsellerlisten; ihre Werke werden in viele Sprachen übersetzt. Für „Großmutter tanzte im Regen“ recherchierte sie auch in Berlin und Demmin.
    Die Trilogie
    Trude Teiges vorhergehende Romane um die Norwegerin Tekla und ihre Ehe mit dem deutschen Wehrmachtssoldaten Otto, sowie die Kriegserlebnisse ihres Nenn-Großvaters Konrad im Indischen Ozean spielen während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Norwegens, bis in die 50er Jahre. Im dritten Band erfährt die Berichterstatterin Juni von zwei Freundinnen Teklas, Birgit Johansen und Annelise Friedmann, die als Krankenschwestern nördlich des nördlichen Polarkreises in Bodø arbeiteten. Da die Erlebnisse der beiden Generationen parallel stattfinden, können die Romane unabhängig voneinander gelesen werden, ich halte es für sinnvoller, zuvor im ersten Roman Tekla kennenzulernen.
    Zwangsarbeit
    […]
    Quelle: --> Blodveger
    Inhalt
    Teklas Freundin Birgit, mit der Juni durch Besuche vertraut war, sprach Russisch, das sie bei einem Exil-Russen lernte. Ihre Begegnung mit Ilja empfand sie als Fenster zur Welt. Durch Birgits Russisch-Kenntnisse gelangt sie in Bodø in Kontakt zu Zwangsarbeiter:innen, die u. a. aus Russland und der Ukraine von der deutschen Wehrmacht verschleppt wurden. Insgesamt berichtet die Icherzählerin Juni von bis zu 800 Gefangenen im Lager und 40 Babys, die inzwischen geboren waren. Zwangsarbeit zum Ausbau der norwegischen Infrastruktur im hohen Norden war lange kein Thema in Norwegen.
    Dass Birgit schließlich nach Kriegsende in der norwegischen Botschaft in Moskau als Agentin für die USA gearbeitet haben soll, hört Juni bei deren Beerdigung zum ersten Mal. Obwohl Birgit als Schwesternschülerin im Krankenhaus vermutlich bis zum Umfallen gearbeitet haben muss, gerät sie in den Kreis des norwegischen militärischen Widerstands gegen die Besetzung. Den unlösbaren Konflikt, dass sie zwar offiziell wie im Geheimen Einzelpersonen retten könnte, die Verhaftung einer Pflegekraft aber ein größerer Schaden für ihr Land wäre, zeigt Trude Teige hier anschaulich. …
    Bereits in den 50er Jahren wird Birgit von einem Psychiater ermahnt, ihre persönlichen traumatischen Ereignisse in einer Therapie zu bearbeiten, Medikamente allein würden ihre psychische Erkrankung nicht heilen. Weitaus entschiedener als Birgit “alles kann man nie erzählen“, schweigt Marianne über ihre Erlebnisse.
    Mit dem Schicksal der drei Norwegerinnen nimmt Trude Teige den Faden kollektiver Verdrängung von Kriegstraumata auf. Deutschland wurde in den 80ern des vorigen Jahrhunderts unfreiwillig mit diesem Thema konfrontiert, als in der zwischen 1910 und 1920 geborenen Frauengeneration eine Häufung von schwereren psychischen Erkrankungen auftrat. Auch ich habe hautnah miterlebt, welch fatale Folgen kollektive (oder staatlich verordnete) Verdrängung von Kriegstraumata haben kann.
    Fazit
    Wie in den vorhergehenden Romanen vermittelt Trude Teige sehr eingängig Erlebnisse und Traumatisierungen unter deutscher Besatzung Norwegens. Ob Birgit als spätere Angestellte im Außenministerium anders als die Normalbevölkerung privilegierten Zugang zu einer Therapie hatte, bleibt offen. Auch wenn sich im Roman Zufälle häufen, hat er unzweifelhaft das Verdienst, Verschwiegenes und Verdrängtes ins Bewusstsein zu rücken – vom Thema Zwangsarbeit, über norwegische Kollaborateure, Einzelpersonen, die Gefangene aus dem Land brachten, vererbten Traumata bis zum tief verwurzelten politischen und privaten Misstrauen, dass der Kalte Krieg zwischen Ost und West aufbaute.
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  • Rezension zu Wir sehen uns wieder am Meer

    • 15. Juli 2025 um 10:06
    Ein berührender Abschluss der TrilogieIn diesem dritten und letzten Teil der Trilogie steht Birgit, die Freundin von Tekla aus „Als Großmutter im Regen tanzte“ im Mittelpunkt der Ereignisse. Trude Teige erzählt die bewegende Geschichte einer Frauenfreundschaft während der deutschen Besatzung in Norwegen. Doch von Beginn an:
    In der Gegenwart erhält Juli, Teklas Enkelin einen Anruf von der ihr zunächst unbekannten Anna Borch, die sich als Großnichte von Birgit vorstellt und Juli Birgits Geschichte erzählt.
    Im Jahr 1944 hat Birgit eben ihre Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen und entschließt sich, in einem Krankenhaus weit im Norden Norwegens zu arbeiten. Dort begegnet sie sowjetischen Zwangsarbeiteri, die unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und schwer arbeiten müssen. Unter ihnen ist auch Nadia, eine junge Ukrainerin, mit der sie eine enge Freundschaft verbindet. Da Birgit in ihrer Jugend in Oslo Russisch gelernt hat, wird sie immer wieder von den Ärzten als Dolmetscherin eingesetzt. Bald engagiert sie sich im Widerstand und gerät, wie unschwer zu erraten ist, zunehmend in Gefahr, entdeckt zu werden. Das Krankenhaus dient nicht nur als Versteck für verletzte Widerstandskämpfer und geflohene Zwangsarbeiter, sondern als Drehscheibe für die Kommunikation unter den Widerständlern. Als sie sich in Sascha, einen geflohenen russischen Gefangenen verliebt, bringt sie sich und die Widerstandsgruppe in große Gefahr, denn die Gestapo ist ihr auf den Fersen.
    Wenig später ist der Zweite Weltkrieg zu Ende. Doch die Repressalien sind noch nicht zu Ende. Nun sind es die norwegischen Behörden, die alle jene, die der Kollaboration mit den deutschen Besatzern verdächtigt werden, verfolgen. Norwegische Frauen, die sich mit den Deutschen eingelassen haben, werden geächtet und in einem Lager auf einer Insel gefangen gehalten.
    Doch was Birgit widerfährt, ist wohl unter anderem ihren russischen Sprachkenntnissen und der Nähe Norwegens zur UdSSR geschuldet. Sie wird vom norwegischen Geheimdienst rekrutiert und tritt in Moskau eine Stelle in der Botschaft an. Geködert hat man sie mit der Nachricht, Sascha lebe dort. Als sie entdeckt, dass ihre große Liebe nicht das ist, was sie erwartet hat und sie vom KGB erpresst wird, verlässt sie tief getroffen Moskau. Damit nicht genug, wird sie in Norwegen der Spionage FÜR die Sowjetunion angeklagt und verurteilt.
    Meine Meinung:
    Mit diesem Abschluss ihrer Trilogie spricht Autorin Trude Teige ein heikles Thema, das nicht nur in Norwegen gerne verdrängt wird an: Kollaboration mit den Nazis. Obwohl es auch Männer gibt, die mit den Besatzern sympathisiert haben, sind es die Frauen, die geächtet werden. Besonders dann, wenn sie, weil ja deutlich sichtbar, Kinder aus den Beziehungen mit den Soldaten entstehen. Das muss auch Nadia, die ukrainische Zwangsarbeiterin erfahren, die sich ausgerechnet in Harald, den Sohn einer norwegischen Familie, die die Nazis bewundern, verliebt.
    Wie die Autorin im Nachwort schreibt, beruht dieses Buch auf wahren Begebenheiten.
    Dieser historische Roman fesselt bis zur letzten Seite und zeigt, dass es nicht nur in Deutschland rechtspopulistische Strömungen gegeben hat. Antisemitismus ist nicht nur den Deutschen exklusive vorbehalten. Dieses Gedankengut findet man so gut wie in jedem Land, wie durch die aktuelle politische Situation deutlich zu sehen ist.
    Dieser dritte Teil der Trilogie lässt sich auch ohne die beiden anderen Teile (Als Großmutter im Regen tanzte und Und Großvater atmete mit den Wellen) sehr gut lesen, rundet aber die Geschichte sehr gut ab.
    Ich habe schon einige Bücher zu Norwegen in der Besatzungszeit gelesen. Diese Trilogie hat die Ereignisse sehr gut dargestellt.
    Fazit:
    Gerne gebe ich diesem Abschluss der Trilogie, sowie der gesamten Reihe eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Wir sehen uns wieder am Meer

    • 27. Juli 2025 um 16:03
    „Wir sehen uns wieder am Meer“ bildet den Abschluss der Großeltern-Trilogie von Trude Teige. Der erste Band, „Als Großmutter im Regen tanzte“, hat mich sehr berührt, den Nachfolger „Und Großvater atmete mit den Wellen“ fand ich deutlich schwächer. Ich war nun sehr gespannt, ob mich Trude Teige mit dem abschließenden Teil noch einmal begeistern würde.
    Wie bei Band 2 wird die eigentliche Geschichte durch ein Vor- und Nachwort der (fiktiven) Juni Bjerke flankiert, der Enkelin der Großmutter Tekla. Die Großeltern Tekla und Konrad spielen in Band 3 nur eine kleine Nebenrolle, die Handlung dreht sich in Wesentlichen um Teklas Jugendfreundin Birgit Johansen und die gebürtige Ukrainerin Nadia, die während des Krieges als Zwangsarbeiterin nach Norwegen gekommen war. Birgit ist als ausgebildete Krankenschwester im Krieg in einem Krankenhaus in Bodø tätig und im Widerstand aktiv. Aufgrund ihrer Russischkenntnisse lernt sie Nadia kennen, die eine befreundete Zwangsarbeiterin ins Krankenhaus begleitet. Nach dem Krieg lässt sich Birgit vom amerikanischen Geheimdienst anwerben, und gerät in Moskau zwischen die Fronten des kalten Krieges.
    Sehr positiv finde ich, dass Trude Teige in ihren Büchern den Frauen in Kriegszeiten eine Stimme gibt und deutlich macht, dass deren Erlebnisse ebenso prägend sind wie die der Männer und in die nachfolgenden Generationen hineinwirken. Sie thematisiert das Leid der Zwangsarbeiterinnen, den Mut der Widerstandskämpferinnen, die ihr eigenes Leben riskierten, die Gewalt, denen Frauen in Verhören ausgesetzt waren, und die massive Ablehnung und Diskriminierung, die Frauen erfuhren, die sich auf eine Liebesbeziehung mit einem feindlichen Soldaten eingelassen hatten.
    Trotz dieses guten Ansatzes konnte mich das Buch allerdings nicht überzeugen. Wie schon im zweiten Teil wirken die Figuren auf mich hölzern, zu deutlich scheint die Botschaft durch, die sie transportieren sollen. Wirklich nahe kamen mir daher die Protagonistinnen nicht. Bei Birgit liegt mir zudem der Fokus viel zu stark auf der Liebesgeschichte mit Sascha, die die Handlung dominiert. Muss denn jeder Roman, der sich (allzu) erkennbar an eine weibliche Leserschaft richtet, mit einer Lovestory zugekleistert werden? Auch die Dialoge sind mir über weite Strecken zu emotional und rührselig geraten und wirken für die damalige Zeit wenig authentisch. Das ist mir insgesamt zu flach und simpel gestrickt.
    Das Hörbuch wird von Yara Blümel sehr gut eingelesen. Die etwas tiefere Stimmlage empfinde ich als sehr angenehm, das Tempo ist genau richtig.
    Auch wenn der dritte Teil über weite Strecken ohne Vorkenntnis der anderen Bände gelesen werden kann, empfehle ich doch, mit dem ersten Band zu beginnen, da gelegentlich darauf Bezug genommen wird, und der letzte Teil die gesamte Geschichte auch inhaltlich abrundet.
    Fazit: Die Trilogie beginnt mit einem starken ersten Teil, lässt dann jedoch vor allem erzählerisch deutlich nach. „Wir sehen uns wieder am Meer“ bekommt daher leider von mir nur knappe 3 Sterne.
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Ausgaben von Wir sehen uns wieder am Meer

Hardcover

Cover zum Buch Wir sehen uns wieder am Meer

Seitenzahl: 400

E-Book

Cover zum Buch Wir sehen uns wieder am Meer

Seitenzahl: 384

Taschenbuch

Seitenzahl: 326

Hörbuch

Cover zum Buch Wir sehen uns wieder am Meer

 

Wir sehen uns wieder am Meer in anderen Sprachen

  • Deutsch: Wir sehen uns wieder am Meer (Details)
  • Norwegisch: Mormors utrolige venninner (Details)

Besitzer des Buches 19

Update: 12. März 2026 um 11:44