American Mother
Buch von Colum McCann, Diane Foley, Volker Oldenburg
Titel: American Mother
Colum McCann (Autor) , Diane Foley (Autor) , Volker Oldenburg (Übersetzer)
Verlag: Rowohlt Buchverlag
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 272
ISBN: 9783498003869
Termin: Neuerscheinung Dezember 2024
Aktion
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu American Mother
2021 sitzt Diane Foley, Mutter des 2014 durch den IS enthaupteten US-Journalisten James Foley, im Gefängnis einem Briten namens Alexanda Kotey gegenüber, der sich soeben des Kidnappings, der Folter und der Ermordung ihres Sohnes in Syrien schuldig bekannt hat. Mit dieser ungeheuerlichen Begegnung beginnt «American Mother», Colum McCann hat Diane Foley für dieses Erinnerungsbuch seine Stimme geliehen. Gemeinsam lassen sie das Leben des Getöteten Revue passieren und setzen einem Mann ein Denkmal, der als Journalist über die Killing Fields dieser Welt berichtete, angetrieben vom Streben nach Wahrheit. Diane Foley will sich nicht im Hass verlieren, will nicht im Schmerz verharren. Sie kämpft für die Angehörigen von Geiseln, gegen die Trägheit der Institutionen, und ruht nicht, bis sie am Ende dem Mörder ihres Kindes ein Eingeständnis entlockt hat – und ihm die Hand reicht. «Diane Foleys Glaube und Mitgefühl kommen einem Wunder sehr nahe. Und als der Mörder ihres Sohnes am Ende ihre Hand schüttelt, scheint er so sehr von Ehrfurcht erfüllt vor ihrem Mut, wie es die Leser ihres Buches sein werden.» The Times
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Bewertungen
American Mother wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,5 Sternen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu American Mother
- Farast
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28. Dezember 2024 um 15:19
Erst wollte ich dieses Buch nicht lesen. Die Thematik ist einfach zu schmerzhaft, aber ein Satzteil im Klappentext ließ mich nicht mehr los, dass Diane Foley am Ende einem der Mörder ihres Kindes die Hand reicht. Ich wollte wissen warum und wie es zu diesem Schritt kam.Weiterlesen
Im Buch werden verschiedene Erzählstränge miteinander verknüpft. Man lernt die Herkunftsfamilie von James Foley kennen, seine Eltern und Geschwister. Wie er zu einem Journalisten wurde und warum er ausgerechnet als freiberuflicher Kriegsreporter erst nach Libyen kam, wo er zum ersten Mal entführt wurde, aber dann glücklicherweise wieder freigekommen war. Und dass er sich trotz all dieser Erfahrungen entschied nach Syrien zu gehen, um vom dortigen Krieg zu berichten. Man liest über seine Entführung durch die IS, was man alles über seine Zeit in der Gefangenschaft rekonstruieren konnte, seine Folter und schlussendlich seine Ermordung vor laufender Kamera.
Geschildert werden die vergeblichen Bemühungen Diane Foleys und ihrem Mann, Hilfe von der Regierung Obamas zu erhalten, die grundsätzlich nicht mit Terroristen verhandelte. Foleys Engagement diese unhaltbare Einstellung zu ändern. Und ihren Begegnungen mit einem der Folterer und Mörder ihres Sohnes.
Fazit:
Ich bewundere Diane Foley für ihr Durchhaltevermögen und Engagement. Kraft erhält sie durch ihre tiefe religiöse Überzeugung. Ihr Glauben an das amerikanische System bekam im Laufe der Zeit verständlicherweise Risse. Was man erfährt lässt einem dabei wirklich sprachlos zurück. Unglaublich wie wenig Unterstützung die Familie seitens der Regierung bekam. Schwierig ist es einen echten Eindruck von James Foley zu bekommen, weil man ihn ausschließlich über die Augen seiner Mutter kennenlernt. Ihre Beschreibungen begründen sich aus einer tiefen innigen Liebe heraus. Bestimmt heroisiert sie ihn dabei ein wenig zu sehr. Was für mich zutiefst nachvollziehbar und verständlich ist. Mir kam er wie ein Getriebener vor.
McCann hielt sich als Autor sehr zurück. Es ist schwierig zu erklären, aber ich hätte mir an der Stelle doch mehr von ihm gewünscht. Mir fehlte ein wenig die Reflektion. So überließ er es Diane Foley komplett ihre Geschichte und die ihres Sohnes erzählen zu können, was sehr emotional ist.
Die Übersetzung ist von Volker Oldenburg. -
Rezension zu American Mother
- Emili
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18. Dezember 2024 um 10:39
Kurzbeschreibung:Weiterlesen
2021 sitzt Diane Foley, Mutter des 2014 durch den IS enthaupteten US-Journalisten James Foley, im Gefängnis einem Briten namens Alexanda Kotey gegenüber, der sich soeben des Kidnappings, der Folter und der Ermordung ihres Sohnes in Syrien schuldig bekannt hat. Mit dieser ungeheuerlichen Begegnung beginnt American Mother, Colum McCann hat Diane Foley für dieses Erinnerungsbuch seine Stimme geliehen.
Gemeinsam lassen sie das Leben des Getöteten Revue passieren und setzen einem Mann ein Denkmal, der als Journalist über die Killing Fields dieser Welt berichtete, angetrieben vom Streben nach Wahrheit. Diane Foley will sich nicht im Hass verlieren, will nicht im Schmerz verharren. Sie kämpft für die Angehörigen von Geiseln, gegen die Trägheit der Institutionen, und ruht nicht, bis sie am Ende dem Mörder ihres Kindes ein Eingeständnis entlockt hat – und ihm die Hand reicht.
Meine Gedanken zu diesem Doku-Roman:
Das neue Buch von Colum McCann, einem sehr fähigen und empfehlenswerten Autor, hat er mit Diane Foley geschrieben. In diesem Zeitdokument geht es um eine bemerkenswerte Frau, die ihren Sohn Jim, wie sie ihn nennt, einen freiberuflichen Journalisten, der 2014 bestialisch von der IS ermordet worden ist, verloren hat. James Foley wurde bei seiner Reise nach Syrien von IS gefangen genommen, Freiheit beraubt, gefoltert und anschließend enthauptet. Wovon ein Beweisvideo existiert. Erschreckend und unfassbar macht es den Leser, wenn man bedenkt, was in einer Mutter vorgeht, die solche schrecklichen Bilder von der Ermordung ihres eigenen Kindes sieht. Doch nicht nur die tragische Geschichte eines Reporters ist das Thema dieses Buchs.
Diana Foley nimmt den Leser mit auf die Reise, die von Trauer, Gewalt und der Frage nach Vergebung geprägt ist. 2021 sucht die Mutter von James Foley, im Gefängnis einen Mann namens Alexanda Kotey auf. Dieses Treffen wurde sorgfältig geplant und wird von Anwälten beiderseits verfolgt. Alexanda Kotey bekannte sich der Entführung, der Folter und Ermordung des Journalisten James Foley schuldig. Doch er betont, seine Schuld ist nach dem amerikanischen Recht zutreffend. Er habe aus religiösen Überzeugung gehandelt und befand sich, so zu sagen, im Krieg, in dem er Befehle ausgeführt hat. Diane Foley geht den schwierigen Weg: Sie will den Mörder ihres Sohnes verstehen. Ein sehr schwieriger und beinahe kaum vorstellbarer Gespräch, der dem Leser präsentiert wird. Eine bemerkenswerte Frau, die innere Kraft besitzt, dem Mörder seines Sohnes am Ende des Gesprächs die Hand zu schütteln. Nicht alle Leser können ihre Haltung verstehen. Ein Racheakt oder das Bedürfnis danach, wäre evtl. eher nachzuvollziehen. In zweitem Teil des Buchs nehmen die Autoren den Leser in die Vergangenheit mit. Der Mensch James Foley, ein wahrheitsliebender Reporter, wird dem Leser vorgestellt.
Ein schwieriges Buch, das verkraftet werden muss. Doch ich rechne der Mutter Diane Foley ihr Anliegen, die Geschichte an den Leser zu bringen, hoch an. Es ist eine Geschichte der Vergebung, Trauer und absoluten Fassungslosigkeit in Bezug auf die unmenschliche Gewalt. Es ist ein Buch, bei dem man innehält. Der Roman ist in einer nüchternen, sachlichen Sprache erzählt, wo man die Distanzierung zu dem Geschehenen spürt. Anders wäre dieses Buch wohl nicht entstanden. Denn es ist kaum zu ertragen, was geschehen ist. Als Leser kann man diese Haltung sehr gut nachvollziehen. Bemerkenswerte Frau und eine bewundernswerte Art, mit so einer rohen, unbegreiflichen Gewalt umzugehen. Der Roman erinnert mehr an einen Dokumentarbericht. Als ein Wahrheitszeugnis sollte man dieses Buch auch betrachten. Ob man dies liest, muss jeder selbst entscheiden, ich bin für die Einblicke in das Leben von Diana und James Foley dankbar.
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Update: 28. Dezember 2024 um 15:26




