Vaterländer

Buch von Sabin Tambrea

Cover zum Buch Vaterländer

Titel: Vaterländer

4,4 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

87,1% Zufriedenheit

Verlag: Gutkind Verlag

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 368

ISBN: 9783989410008

Termin: Neuerscheinung August 2024

Aktion

  • Kurzmeinung

    kleine_hexe
    Vielschichtiges und sehr sensibel geschriebenes Buch
  • Kurzmeinung

    Gartenfee
    Zum Teil sehr erschütternde Erzählung.
  • Cover zum Buch Nachtleben Cover zum Buch Vaterländer: Der große Cover zum Buch Im Winter Schnee, nachts Sterne

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Vaterländer

»Ein klarsichtiges und aufrüttelndes Ereignis, voller Zartheit, tiefer Liebe und einem unerschütterlichen Staunen über die Welt, sogar in ihren dunkelsten Stunden.« Ocean Vuong In seinem mitreißenden Spiegel-Bestesller Vaterländer erzählt Autor und Filmstar Sabin Tambrea die bewegende Lebensgeschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie. Durch die Augen dreier Generationen - des jungen Sabin, seines Vaters Béla und seines Großvater Horea - erleben wir eine emotionale Zeit voller Entbehrungen, Hoffnungen und Entscheidungen, die das Schicksal einer Familie für immer verändern. 1985 trifft Béla Tambrea die schwere Entscheidung, sein Heimatland Rumänien nach einer Konzertreise zu verlassen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Dieser mutige Schritt führt dazu, dass seine Familie zwei Jahre später ebenfalls nach Deutschland zieht, kurz bevor das Ceauceșcu-Regime blutig zusammenbricht. Doch der Neuanfang in einem fremden Land bringt nicht nur Freiheit, sondern auch große Entbehrungen und bodenlose Einsamkeit mit sich. Tambrea entfaltet vor unseren Augen die Auswirkungen eines gnadenlosen politischen Systems auf das Leben gewöhnlicher Menschen. Er beschreibt die Ohnmacht gegenüber Unrecht, die Tragweite von Entscheidungen und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung. Gleichzeitig erzählt er eine Liebesgeschichte, die zeigt, wie stark eine Familie zusammenhalten kann, selbst in dunkelsten Zeiten. Mit großer sprachlicher Kraft nimmt Sabin Tambrea uns mit auf eine Reise durch die turbulenten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Vaterländer ist nicht nur die Geschichte seiner Familie, sondern auch ein eindrucksvolles Zeugnis der menschlichen Stärke und des Überlebenswillens in einer Welt im Wandel. Eine berührende Geschichte von Liebe, Mut und dem Zusammenhalt einer Familie. Bei Fragen zur Produktsicherheit, wenden Sie sich bitte an: info@gutkind-verlag.de
Weiterlesen

Bewertungen

Vaterländer wurde insgesamt 7 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

(4)
(2)
(1)
(0)
(0)

Meinungen

  • Vielschichtiges und sehr sensibel geschriebenes Buch

    kleine_hexe

  • Zum Teil sehr erschütternde Erzählung.

    Gartenfee

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Vaterländer

    • 16. September 2024 um 20:24
    Der Untergang einer Diktatur
    Sabin Tambrea legt uns hier ein vielschichtiges Werk vor: Zuerst ist seine Reise aus Rumänien, der alten Heimat und der Großfamilie, nach Deutschland, zur kleinen Familie: Eltern und die große Schwester. Wie der Vater während einer Auslandstournee nach Deutschland floh und nach zwei Jahren die Familienzusammenführung schaffte. Die Schikanen, denen die Mutter in Tîrgu Mures bis zur Ausreise ausgesetzt war, die Repressionen, denen die anderen Mitglieder der Großfamilie ebenfalls ausgesetzt waren. Tambrea lässt nichts aus, was "Vaterlandsverrätern", die das “heiß geliebte Rumänien", nicht zu schätzen wussten. passierte.
    Zweitens ist die erste Zeit in Deutschland, wie die Eltern beruflich Fuß fassten, in diversen Orchestern ihren Beruf ausüben konnten und wie die beiden Kinder in Schule, beziehungsweise Kindergarten Anschluss fanden. Alina wird zu einer begnadeten Violinistin während für Sabin die Geige zum ungeliebten Zwangsinstrument wird.
    Drittens sind die aufgeschriebenen Memoiren von Sabins Großvater mütterlicherseits aus der langen und schrecklichen Zeit als politischer Gefangener des terroristischen kommunistischen Regimes. Folterungen, Schläge, Aushungern, menschenunwürdige Haftbedingungen, die Securitate ließ nichts aus, um die Gefangenen und deren Familien gefügig zu machen. Genau wie die Nazis galt auch für die Kommunisten Sippenhaft. Wurde ein Mitglied der Familie für schuldig befunden, galt die ganze Familie auch als schuldig und hatte zu leiden. Mir fiel auf, dass der Großvater akribisch die Namen all seiner Mithäftlinge samt deren Herkunftsort und Beruf aufschrieb. Er tat das, falls ihn Angehörige dieser Mithäftlinge jemals kontaktieren sollten, er ihnen gewissenhaft Auskunft geben konnte, was er über deren Verbleib wusste. Das war in dem gefährlichen “dunklen Jahrzehnt”, wie die Zeit Ende der 40er bis Anfang der 60er Jahre in Rumänien hieß, oft die einzige Möglichkeit der Familie, etwas über den Gefangenen zu erfahren.
    Viertens beschreibt Sabin Tambrea die Zeit nach der Wende, nach Ceausescus Tod, wie die Großfamilie in Rumänien sich in der neu erlangten Freiheit zurechtfindet, wie Familie Tambrea, also die Eltern und die beiden Kinder, jeden Sommer beladen mit Geschenken nach Rumänien fährt und das Wiedersehen mit allen wärmstens feiert.
    Fünfter Teil des Buches beschreibt wie die kurze Zeit der Öffnung Rumäniens nach Westen aber auch im Inneren immer stärker reduziert wurde, wie die Securitate wieder erstarkte, Intellektuelle von der Zensur immer mehr mundtot gemacht wurden. Und Ende der 70er Jahre begann die Lebensmittelknappheit, wie sie nach dem Krieg nie bestanden hatte. 5 Eier, 0,75 l Öl pro Mensch und Monat, 3 mal im Jahr Fleisch: rund um die nationalen Feiertage 01. Mai, Tag der Arbeit, 23 August Tag der Waffenwende gegen Nazi-Deutschland, 30. Dezember Tag der Republik. Das bedeutete aber nicht, dass diese Lebensmittel tatsächlich zur Verfügung standen. Meistens war nicht genug da und die Mehrzahl der Menschen ging leer aus. Der Verkehr war auch streng reguliert. Sonntags durften die Autos nur im Wechsel fahren, einen Sonntag die mit gerader Zahl und nächsten Sonntag die mit ungerader Zahl im Nummernschild fahren. Aber bei 30 l Benzin, die pro Auto monatlich betankbar waren, hielt man meistens das Benzin für Notfälle und blieb sonntags zu Hause. Krankenwagen rückten nur noch für schwangere Frauen und arbeitende Menschen aus. Wenn ein Rentner einen Krankenwagen brauchte, gaben die Angehörigen meistens ein jüngeres Alter an, denn die Aussage war klar: Für Rentner sparen wir uns das Benzin für den Krankenwagen.
    Thomas Kunze schrieb ein gut dokumentiertes Buch über den Lebensweg von Nicolae Ceausescu und seiner Frau Elena. Tambrea nimmt Bezug auf dieses Werk. Ich habe es auch gelesen und finde, Tambrea hat den Bezug zu Kunzes Buch sehr gut rübergebracht. Nicolae und ELena Ceausescu schafften es vom Schulabbrecher und Schuster- und Textilweberinlehre (auch nicht beendet) Karriere zu machen. Sie erkannten schnell das Potenzial, das ihnen die RKP bot. Sie erklommen politische Posten innerhalb der Partei ohne je wieder einen Tag zu arbeiten, bis in die höchsten Ebenen der rumänischen Politik. Elena Ceausescu, die nicht die Grundschule abgeschlossen hatte, wurde Doktor der Chemie, Präsidentin der rumänischen Akademie der Wissenschaften und wertete dadurch das Ansehen der Akademie gehörig runter. Ein Staatsbesuch in China und Nordkorea der beiden Genossen und die Idee des Persönlichkeitskultes fasste Fuß und war aus dem öffentlichen Leben in Rumänien nicht mehr wegzudenken.
    Tambreas Stil ist jeweils dem Geschehen im Buch angepasst. Der Autor beschreibt die Abfahrt aus Rumänien, die Ankunft in Deutschland und die sommerlichen Besuche in Rumänien nach der Wende aus der Sicht eines Kindes inklusive humorvolle Episoden wie das Hüpfen auf dem Bett oder der Vater der heimlich die Katze im Hof füttert. Ernst und fast schon grausam sind die Memoiren des Großvaters Sava im Gefängnis oder die letzten Jahre der Ceausescu-Diktatur. Über Schläge und Zwangsarbeit oder Strom-, Wasser und Wärmeausfall kann man nicht lachen.
    Sabin Tambreas Buch ist sehr empfehlenswert. Er gibt einen sensiblen Überblick, was es heißt, ein Vaterland zu verlassen und in der Fremde sich in ein neues Vaterland einzufinden und heimisch zu fühlen. Das Entstehen und den Untergang der rumänischen Diktatur führt Tambrea dem Leser sehr eindringlich vor Augen.
    Weiterlesen

Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Vaterländer

    • 6. April 2025 um 14:11
    Klappentext:
    Der große, warme Roman von Bestseller-Autor Sabin Tambrea - eine berührende Geschichte von Liebe, Mut und dem Zusammenhalt einer Familie
    In seinem mitreißenden Roman Vaterländer erzählt Bestseller-Autor und Filmstar Sabin Tambrea die bewegende Lebensgeschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie. Durch die Augen dreier Generationen - des jungen Sabin, seines Vaters Béla und seines Großvater Horea - erleben wir eine emotionale Zeit voller Entbehrungen, Hoffnungen und Entscheidungen, die das Schicksal einer Familie für immer verändern.
    1985 trifft Béla Tambrea die schwere Entscheidung, sein Heimatland Rumänien nach einer Konzertreise zu verlassen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen. Dieser mutige Schritt führt dazu, dass seine Familie zwei Jahre später ebenfalls nach Deutschland zieht, kurz bevor das Ceauceșcu-Regime blutig zusammenbricht. Doch der Neuanfang in einem fremden Land bringt nicht nur Freiheit, sondern auch große Entbehrungen und bodenlose Einsamkeit mit sich. Tambrea entfaltet vor unseren Augen die Auswirkungen eines gnadenlosen politischen Systems auf das Leben gewöhnlicher Menschen. Er beschreibt die Ohnmacht gegenüber Unrecht, die Tragweite von Entscheidungen und die Sehnsucht nach Selbstbestimmung. Gleichzeitig erzählt er von einer Liebesgeschichte, die zeigt, wie stark eine Familie zusammenhalten kann, selbst in dunkelsten Zeiten.
    Mit großer sprachlicher Kraft nimmt Sabin Tambrea uns mit auf eine Reise durch die turbulenten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Vaterländer ist nicht nur die Geschichte seiner Familie, sondern auch ein eindrucksvolles Zeugnis der menschlichen Stärke und des Überlebenswillens in einer Welt im Wandel.
    Mein Hör-Eindruck:
    Menschen verlassen ihre Heimat, aus unterschiedlichen Gründen. Migration ist historisch gesehen kein typisches Phänomen unserer Zeit, aber das Wort wird momentan politisch genutzt, um die Gesellschaft zu polarisieren. Daher haben Migrationsgeschichten, wie Sabin Tambrea sie vorliegt, ihren Sinn. Und sollten vor allem von den Geschichtsvergessenen unserer Gesellschaft gelesen werden.
    Der Autor erzählt die Geschichte seiner Familie in drei Teilen, über drei Generationen und in mehreren Perspektiven. Er beginnt mit seiner Ankunft in Deutschland und erzählt von seiner Kindheit, vor allem von den Ferien bei den geliebten Großeltern in Rumänien. Hier erfährt der Leser auch von den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen zwischen Rumänen und Ungarn, die sich auch im Exil zeigen. Seine Kindheit ist behütet, allerdings leicht umschattet von dem Ehrgeiz seiner Eltern. Beide Eltern sind Geiger, und sie können sich ein Leben außerhalb der Musik nicht vorstellen. Im Unterschied zu ihrem Sohn, der sich zunächst fügt, aber dann seine Liebe zur Oper und zum Theater entdeckt.
    Der 2. Teil besteht aus den Erinnerungen des Großvaters Horea, der Verhaftung, Folter und Zwangsarbeit zu ertragen hatte und auch nach seiner Entlassung unter dem Stigma des politischen Gefangenen Entbehrungen ertragen musste. Hier wird der ganze Schrecken eines Unrechtsystems deutlich.
    Der 3. Teil nimmt die Liebesgeschichte der Eltern ins Visier und endet mit der Flucht des Vaters. Damit schließt sich dieser 3. Teil direkt an den 1. Teil an. Die private Geschichte unterbricht der Autor immer wieder mit allgemeinen Darstellungen zur politischen Geschichte Rumäniens. Hier hätte der direkte Zusammenhang zum privaten Leben der Familie durchaus deutlicher erzählt werden können! Damit wäre auch der Fluchtgrund vielschichtiger geworden.
    Tambrea erzählt die Geschichte eines starken Familienzusammenhalts in schweren Zeiten. Dadurch, dass er sein Buch selber eingelesen hat – was er als Schauspieler perfekt macht - wird die Geschichte authentischer. Dennoch: einige Episoden hätten deutlich gestrafft werden können. Das gilt auch für das Erinnerungsbuch seines Großvaters. Diese Aufzeichnungen haben als Zeitdokument unbestritten ihren Wert, vor allem deshalb, weil der Großvater Ross und Reiter beim Namen nennt.
    Auch die Sprache hätte einige Korrekturen seitens des Lektorats vertragen können; manche Wendungen sind sehr abgehoben und wirken daher nicht lyrisch, sondern sehr gewollt.
    Insgesamt aber eine lohnende Lektüre und ein sehr privater Beitrag zum Thema Migration.
    Weiterlesen

Ausgaben von Vaterländer

Hardcover

Cover zum Buch Vaterländer

Seitenzahl: 368

E-Book

Cover zum Buch Vaterländer

Seitenzahl: 340

Hörbuch

Cover zum Buch Vaterländer

 

Besitzer des Buches 12

Update: 19. Februar 2026 um 16:32