Und dahinter das Meer

Buch von Laura Spence-Ash

Cover zum Buch Beyond That, the Sea

Titel: Beyond That, the Sea

4,2 von 5 Sternen bei 12 Bewertungen

84,2% Zufriedenheit

Verlag: CELADON BOOKS

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 368

ISBN: 9781250889898

Termin: März 2023

Aktion

  • Kurzmeinung

    kleine_hexe
    Zwei Familien die sich die Liebe eines Mädchens teilen müssen.
  • Kurzmeinung

    drawe
    Professionell erzählt, aber Figurengestaltung überzeugt nicht

Bewertungen

Und dahinter das Meer wurde insgesamt 12 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.

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Meinungen

  • Zwei Familien die sich die Liebe eines Mädchens teilen müssen.

    kleine_hexe

  • Professionell erzählt, aber Figurengestaltung überzeugt nicht

    drawe

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Und dahinter das Meer

    • 30. Oktober 2024 um 10:31
    Zwischen zwei Familien
    Wenn man von der eigenen Familie in die Ferne geschickt wird, ist das vor allem für Kinder und Jugendliche sehr schwierig. Nicht immer sind die Gründe verständlich, das Heimweh ist oft groß und die Gefühlslage unsicher. Auch heute noch passiert das oft, jedoch war der Höhepunkt zu Kriegszeiten. In „Und dahinter das Meer“ begleiten die Leser Beatrix, deren Eltern sie zu Zeiten des 2. Weltkriegs von England in die USA schicken.
    Beatrix vermisst ihre Eltern in den Staaten sehr. Sie zeigt es zwar nicht, ist allerdings mit ihren Gefühlen überfordert. Das ändert sich auch nicht, als sie zurück nach England kehrt- mit Sehnsucht nach ihrer amerikanischen Familie. Und irgendwann wird die Sehnsucht zu groß…
    Ich finde das Thema extrem wichtig. Gerade als Kind ist man oft unsicher- warum werde ich weg geschickt? Mögen meine Eltern mich nicht? Und was passiert zuhause? Diese Fragen sind doch vorprogrammiert. Und auch Beas Zweifel, warum ihre Mutter nie zum Besuch kommt, finden ihren Platz. Von daher ist die Thematik top umgesetzt. Allerdings stören mich einige Punkte. Der gravierendste: fehlende Gänsefüßchen. Bei Unterhaltungen werden Klassischerweise die anglo- amerikanischen seitlichem Anführungszeichen gesetzt, aber bei Erinnerungen werden Aussagen einfach in den fließenden Text eingebaut, was das Lesevergnügen stört. Ich gebe vier Sterne.
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  • Rezension zu Und dahinter das Meer

    • 25. August 2024 um 21:39
    Familienbande in Kriegs- und in Friedenszeiten
    Hitler und Göring und die deutsche Luftwaffe führten einen gnadenlosen Krieg gegen England. Zahlreiche Städte wurden niedergebrannt. Familien, die es konnten, schickten ihre Kinder in Sicherheit, nach Übersee. Leider begnügte sich die deutsche Marine nicht nur Schiffe aus den USA nach Großbritannien zu torpedieren, die ja Truppen, Kriegsausrüstung und Verpflegung für die Armee transportierten, sondern auch Schiffe, die aus England Richtung USA ausliefern, mit Kindern an Bord.
    In dem wunderschön geschriebenen Roman wird solch eine Verschickung beschrieben. Aus der Sicht der Eltern, des elfjährigen Mädchens und aus der Sicht der Mitglieder der Gastfamilie in den USA. Dieser ständige Perspektivenwechsel macht deutlich, wie die einzelnen Familienmitglieder, die aus England und aus den USA, mit der neuen Situation zurechtkommen. Am schwersten war es wohl für Beatrix, die plötzlich aus ihrer Familie und ihrem Umkreis herausgerissen wurde. Auf der Überfahrt freundet sie sich mit den anderen Mädchen auf dem Schiff an, nur um sie nach 2 Wochen wieder zu verlassen und von der Gastfamilie abgeholt zu werden. Wieder ein neuer Lebensabschnitt für Beatrix, der fünf Jahre dauern wird.
    Die Idee zu dieser Verschickung hat Beatrix Vater, Reginald. Aber um in den Augen seiner Tochter besser dazustehen, erklärt er ihr, das wäre die Idee ihrer Mutter gewesen. Damit treibt er einen Keil zwischen Mutter und Tochter, der erst viele Jahre später heilen wird. Es ist eine spontane Eingebung Reginalds, die weitreichende Folgen haben wird.
    Die Lücke, die Beatrix bei ihren Eltern hinterlässt, und Reginalds Lüge treibt auch die Eheleute auseinander. Sie werden beide aktiv aber getrennt in der Kriegshilfe, Lösch- und Räumkommandos der Vater, Buchhalterin in mehreren Geschäften und Krankenwagenfahrerin Millie.
    Die amerikanische Gastfamilie besteht aus Vater Ethan, Lehrer, Nancy ist Hausfrau und die treibende Kraft der Familie, die Söhne William und Gerald. Beatrix ist altersmäßig zwischen den Söhnen, sie passt genau in diese Familie, trotz ihrer anfänglichen Angst und Scheu. Und ohne es zu merken, gewichtet sie die Familie um: “Doch Bea hat, ohne es zu ahnen, alles durchgerüttelt. Es ist, als hätte ihre Gegenwart das Gleichgewicht innerhalb der Familie verändert. Selbst Ethan hat sie ins Herz geschlossen.” (S. 63)
    Die fünf Jahre, die Beatrix in den Staaten verbringt sind eigentlich ihre formativen Jahre. Als sie als 17jährige zurückkehrt, als junger Mensch, lässt sie einen Teil ihrer Seele in den Staaten. Sie wird William 1951 erklären: “Meine Lieblingsmannschaft? Die Red Sox. Mein Lieblingsort? Maine. Mein Lieblingsessen? Die Muffins von deiner Mutter. Trotzdem bin ich hier. Das ist mein Zuhause. Meine Mutter ist hier. Ich gehöre hierher, und dennoch hänge ich in der Luft, zwischen zwei Welten. Irgendwie komme ich nirgends richtig an.” (S. 194). Doch letzten Endes entscheidet sie sich für Gerald und den USA, denn “das hier fühlt sich wie mein Zuhause an, egal, was ich mir einrede oder wie sehr ich mich bemühe, mir drüben [in England] ein Zuhause zu schaffen.Das was ich bin, bin ich hier geworden.” (S. 351)
    Mit viel Feingefühl und Sensibilität beschreibt Spence-Ash die Situation, in der sich alle Beteiligten befinden: Beatrix wird entwurzelt, findet eine neue Heimat in den USA, um nach fünf Jahren gezwungen zu sein, in London wieder eine Heimat zu finden. Reginald und Millie, die zurückgebliebenen Eltern, die an diesem Verlust des einzigen Kindes fast zerbrechen und in den Kriegsanstrengungen ihres Landes aufgehen. Ethan und Nancy, die Gasteltern und die beiden Söhne, die Beatrix von ganzem Herzen willkommen heißen, sich so herzlich bemühen, den Einstieg des Mädchens in das neue Leben so einfach wie möglich zu machen. Die Empathie, die einem auf jeder Seite des Buches entgegenschlägt, ohne je ins Sentimentale abzudriften, die Sensitivität und das Verständnis, die alle Beatrix entgegenbringen, unaufdringlich aber ständig präsent, all dies und die interessante Geschichte, eigentlich schon ein Stück Zeitgeschichte, machen das Buch so lesenswert.
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  • Rezension zu Und dahinter das Meer

    • 18. August 2024 um 18:27
    Mein Lese-Eindruck:
    Ein wunderbarer Romananfang, der Lesefreude verspricht: ein Blick zurück, eine wehmütige Grundstimmung, Konflikte werden angedeutet, und im Mittelpunkt steht Beatrix. Um sie herum gruppieren sich ihre Herkunftsfamilie mit der Mutter Millie im Zentrum und ihre neue Familie in den USA, die aus Nancy und Ethan und ihren beiden Söhnen William und Gerald besteht.
    Diesen Personen folgt der Roman chronologisch von 1944 bis 1977, und zwar in Zeitsprüngen. Die Autorin entscheidet sich für einen Episodenstil, der dazu führt, dass der Leser mit Leerstellen klarkommen muss, die er nicht immer eindeutig füllen kann.
    Die vielen Episoden bindet die Autorin aber erzählerisch sehr geschickt zusammen. Sie doppelt manche Handlungselemente; so wird z. B. in den USA ein Kleid für Bea gekauft, während die Mutter in London ein Kleid ihrer Tochter weggibt. Zusätzlich setzt die Autorin durchgängige Motive ein wie z. B. das Schachspiel, das sie wirkungsvoll entfaltet, wenn sie die Familien und die Generationen damit zusammenbindet. Sehr aufwändig arbeitet sie mit dem Mittel des Kontrapunkts, wenn sie Personen wie z. B. die beiden Mütter oder die Brüder als Gegensatz gestaltet, wobei der Kontrast aber oft zu scharf, zu pointiert ausfällt.
    Darüber hinaus hat mir das Erzählen der Autorin sehr gut gefallen. Sie gestaltet sehr stimmige Szenen, und vor allem bei schmerzlichen Szenen verzichtet sie auf Lamento und Dramatik, sondern erzählt unaufdringlich und empathisch. Jede Einzelszene wirkt gut durchdacht und sorgfältig komponiert. Dasselbe gilt auch für den Roman als Ganzes.
    Die Schwächen des Romans liegen im Plot. Das Ziel des Romans ist offensichtlich die allumfassende Harmonie der Familie, die wieder ihren Sehnsuchtsort, den angestammten Sommersitz bewohnt. Diesem Ende wird alles untergeordnet. Die angedeuteten Konflikte werden keiner Klärung zugeführt, sondern sie verpuffen einfach. Auch die Figurengestaltung muss sich dem intendierten Ende unterordnen. Die Autorin vergibt jede Möglichkeit, einen Konflikt und damit auch ihre Figuren zu entwickeln. Ihre Figuren wachsen nicht an den Konflikten, sondern sie machen abrupte Änderungen durch, die nicht motiviert werden und daher unglaubwürdig sind. Und wenn die Figuren von ihrer ursprünglichen Anlage nicht zum Ende passen wollen, werden sie gewaltsam zurechtgebogen und sogar -gebrochen. Und das Ende muss man mögen: alle unter einem Dach, alle Generationen vereint, innere und äußere Ähnlichkeiten werden beschworen, jeder ist nur Teil einer Generationenkette, endlich ist jeder glücklich, keine Konflikte, keine Sorgen, keine finanziellen Probleme.
    Schade. Die vielversprechenden Ansätze des Beginns werden nicht genutzt.
    Trotzdem bin ich überzeugt, dass der Roman seine Leserinnen finden wird, die wohlig-seufzend damit einverstanden sind, dass der märchenhafte Schluss wenig mit der Realität zu tun hat.
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  • Rezension zu Und dahinter das Meer

    • 16. August 2024 um 12:25
    Ein wenig bekanntes Kapitel des Zweiten Weltkiregs - Evakuierung britischer Kinder in die USA Als im September 1940 die Deutsche Luftwaffe die ersten Luftangriffe gegen London fliegt, beschließen zahlreiche englische Familien ihre Kinder nicht nur innerhalb des Vereinigten Königreiche sondern auch in die sicheren USA zu evakuieren.
    Die 11-jährige Beatrix Thompson ist eines davon, obwohl sich ihre Eltern Millie und Reginald nicht ganz einig sind. Nach einer aufregenden Schiffsreise wird Beatrix von der Familie Gregory in Boston aufgenommen. Das Mädchen ist in bescheidenen Verhältnissen in London aufgewachsen und findet nun bei ihrer Gastfamilie unbekannten Luxus vor. Sie darf täglich baden, hat ein eigenes Zimmer für sich und bekommt reichlich zu essen. Im Sommer fährt man nach Maine, wo die Familie ein Sommerhaus auf einer kleinen Insel besitzt. Die Gregorys, allen voran die Brüder William und Gerald werden zu einer zweiten Familie.
    Aus dem ursprünglich für wenige Monate gedachten Aufenthalt werden 5 Jahre, in denen die Erinnerung an London manchmal verblasst. Der Krieg in Europa, der Tod des Vaters - als das ist weit weg, obwohl Bea und ihre Mutter in regem Briefkontakt stehen.
    Die lange Trennung ist weder an Bea noch an ihrer Mutter Millie spurlos vorübergegangen. Denn Bea kann es ihrer Mutter nicht verzeihen, sie zu Beginn des Krieges in die unbekannte Fremde abgeschoben zu haben.
    Meine Meinung:
    Dass Kinder aus jenen Städten wie Coventry und London, die in der Reichweite der Deutschen Luftwaffe lagen, innerhalb des Vereinigten Königreichs evakuiert worden sind, ist mir bekannt. Unter diesen Kindern waren auch Tausende jüdische Kinder, die mittels der sogenannten Kindertransporte aus Nazi-Deutschland und Österreich gerettet wurden. Nicht gewusst habe ich, dass Kinder aus englischen Familien zu Gasteltern in die USA geschickt worden sind.
    Beatrix ist eines dieser Kinder, die mutterseelenallein auf die weite Reise ins Ungewisse geschickt werden. Immer mit dem Gedanken, wie ein Paket abgeschoben zu werden. Fünf Jahre im Leben eines Kindes sind eine sehr lange Zeit. Dass sich auch die erwachsene Bea keiner der beiden Welten so richtig zugehörig fühlt, ist wohl verständlich. Das Verhältnis zu ihrer leiblichen Mutter ist angespannt, da sie in Beas Abwesenheit wieder geheiratet hat. Der Versuch, die verlorenen Jahre aufzuholen, ist von Beginn an zum Scheitern verurteilt.
    Die Geschichte wird eher sachlich, aber dennoch sehr liebevoll erzählt. Wir dürfen an Bea aufwachsen sehen, an Gedanken und Zweifel teilhaben. Doch es ist nicht ausschließlich Beas Perspektive sondern auch jene der anderen Beteiligten: Nancy und Ethan Gregory, die Brüder William und Gerald, die sich beide in ihre Ziehschwester verlieben sowie Beas leibliche Eltern Millie und Reginald Thompson. Die Blickwinkel der unterschiedlichen Figuren geben einen umfassenden Eindruck über das Geschehen während des Kriegs und der vielen Jahre danach. Die Zeiträumesind gut gewählt und zeigen die weitere Entwicklung der Personen.
    Die Charaktere sind ausgesprochen gut herausgearbeitet. Wir Leser dürfen an ihren Gedanken, Wünschen und Zweifeln teilhaben. Spannend ist der Vergleich zwischen den beiden Müttern: Da ist zum einen Nancy, die US-Mama, die neben ihren beiden Söhnen gerne eine Tochter gehabt hätte, und all ihre Liebe in das einsame Mädchen steckt, und zum anderen Millie, Beas leibliche Mutter, die ihre Tochter mehr liebt, als sie zeigen kann. So wirkt das eine Verhältnis sehr liebevoll, das andere recht reserviert.
    Fazit:
    Gerne gebe ich diesem Roman, der ein bislang wenig bekanntes Kapitel des Zweiten Weltkriegs behandelt, 4 Sterne.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Und dahinter das Meer

    • 18. August 2024 um 20:47
    Die Autorin Laura Spence-Ash, erzählt in ihrem Debütroman „Und dahinter das Meer“ eine berührende und emotionale Geschichte über Kinderlandverschickung während des Zweiten Weltkriegs aus der Sicht und mit den Empfindungen eines Kindes.
    Inhalt:
    London 1940: Um ihre elfjährige Tochter vor Luftangriffen zu schützen, beschließen die Thompsons schweren Herzens, Beatrix für ungewisse Zeit zu einer Gastfamilie in die USA zu schicken. Nach der langen Schiffspassage trifft Bea wütend und verängstigt in Boston ein, aber schon bald fühlt sie sich bei den Gregorys zu Hause, während ihre Erinnerungen an das Leben in England langsam verblassen. Mit ihren Gasteltern und deren Söhnen William und Gerald teilt Bea nicht nur ihren neuen Alltag, sondern verbringt auch unvergessliche Sommer im Ferienhaus der Familie in Maine. Doch ausgerechnet als Bea sich zu fragen beginnt, ob William mehr für sie sein könnte als ein Bruder, kommt der Tag, an dem sie nach London zurückkehren muss ...
    Meine Meinung:
    Besonders gut hat mir gleich am Anfang das Inhaltsverzeichnis gefallen, welches unterteilt nach Prolog, drei folgenden Teilen und Epilog mit Jahresangaben, ist. In jedem Teil sind die kurz gefassten Kapitel übersichtlich mit dem Namen des jeweilig erzählenden Protagonisten wiedergespiegelt und der ständige Perspektivwechsel bringt eine entspannte Leichtigkeit in die Geschichte.
    Eigentlich ist es der Vater, der darauf besteht, seine Tochter Beatrix in Sicherheit zu schicken. Mutter Millie bricht fast das Herz, nur sind ihr die Hände gebunden, doch Beatrix gibt ihr die Schuld. Warum, weil sie sich mehr zu ihrem Vater hingezogen fühlt!
    Verängstigt und schüchtern trifft Beatrix nach der langen Schiffsreise In Boston an und lernt ihre Gastfamilie Mrs. Nancy und Mr. Ethan Gregory, sowie deren beiden Söhne William und Gerald, kennen. Liebevoll wird sie Bea gerufen und schon bald öffnet sie ihr Herz für ihre neue Familie. Besonders die Sommerferien in Maine haben es Bea angetan. Mrs. G. überschüttet Bea mit ihrer großen Liebe und Mr. G. weist immer zaghaft darauf hin, dass sie bedingt in ihrer Familie leben wird. Manchmal kam Mr. G. mir etwas verhalten rüber aber seine Liebe zu Bea, zeigte er immer mit kleinen Gesten. Besonders gefiel mir, als er Bea das Schwimmen beibrachte und sie so herzlich ermunterte. Ganz offensichtlich hatte auch Mr. G. seine Freude mit Beas Entwicklung. William und Gerald, beide so unterschiedlich und doch fühlen sie sich stark zu Bea, hingezogen.
    Mit dem Kriegsende, heißt es für Bea, schweren Herzens Abschied nehmen und William für den sie große Gefühle entwickelt hat, zurückzulassen. Zurück in London, geht jeder seinen eigenen Weg, ohne den anderen je loszulassen. Es dauert Jahre, bis sie sich wiedersehen und ihre Kontakte, erneut festigen können. Zum Ende gibt es einige Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, die mir aber sehr gefallen haben.
    Fazit:
    Der Autorin ist es hervorragend gelungen, hier eine berührende und emotionale Geschichte zu erzählen, der ich gerne gefolgt bin. Die Charaktereigenschaften und Entwicklung der Protagonisten, sind schön in der Gegenwart und gelungen mit der Vergangenheit ausgearbeitet. Der flüssige Schreibstil unterstreicht die emotionalen Momente und lässt auch die traurigen Ereignisse fühlbar werden. Mich konnte dieser Debütroman, mit der ich viele schöne Lesestunden hatte, von der ersten Zeile an, überzeugen.
    Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!
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  • Rezension zu Und dahinter das Meer

    • 18. August 2024 um 18:36
    Klappentext:
    London 1940: Um ihre elfjährige Tochter vor Luftangriffen zu schützen, beschließen die Thompsons schweren Herzens, Beatrix für ungewisse Zeit zu einer Gastfamilie in die USA zu schicken. Nach der langen Schiffspassage trifft Bea wütend und verängstigt in Boston ein, aber schon bald fühlt sie sich bei den Gregorys zu Hause, während ihre Erinnerungen an das Leben in England langsam verblassen. Mit ihren Gasteltern und deren Söhnen William und Gerald teilt Bea nicht nur ihren neuen Alltag, sondern verbringt auch unvergessliche Sommer im Ferienhaus der Familie in Maine. Doch ausgerechnet als Bea sich zu fragen beginnt, ob William mehr für sie sein könnte als ein Bruder, kommt der Tag, an dem sie nach London zurückkehren muss ...
    Mein Hör-Eindruck:
    Ein wunderbarer Romananfang, der Lesefreude verspricht: ein Blick zurück, eine wehmütige Grundstimmung, Konflikte werden angedeutet, und im Mittelpunkt steht Beatrix. Um sie herum gruppieren sich ihre Herkunftsfamilie mit der Mutter Millie im Zentrum und ihre neue Familie in den USA, die aus Nancy und Ethan und ihren beiden Söhnen William und Gerald besteht.
    Diesen Personen folgt der Roman chronologisch von 1944 bis 1977, und zwar in Zeitsprüngen. Die Autorin entscheidet sich für einen Episodenstil, der dazu führt, dass der Leser mit Leerstellen klarkommen muss, die er nicht immer eindeutig füllen kann.
    Die vielen Episoden bindet die Autorin aber erzählerisch sehr geschickt zusammen. Sie doppelt manche Handlungselemente; so wird z. B. in den USA ein Kleid für Bea gekauft, während die Mutter in London ein Kleid ihrer Tochter weggibt. Zusätzlich setzt die Autorin durchgängige Motive ein wie z. B. das Schachspiel, das sie wirkungsvoll entfaltet, wenn sie die Familien und die Generationen damit zusammenbindet. Sehr aufwändig arbeitet sie mit dem Mittel des Kontrapunkts, wenn sie Personen wie z. B. die beiden Mütter oder die Brüder als Gegensatz gestaltet, wobei der Kontrast aber oft zu scharf, zu pointiert ausfällt.
    Darüber hinaus hat mir das Erzählen der Autorin sehr gut gefallen. Sie gestaltet sehr stimmige Szenen, und vor allem bei schmerzlichen Szenen verzichtet sie auf Lamento und Dramatik, sondern erzählt unaufdringlich und empathisch. Jede Einzelszene wirkt gut durchdacht und sorgfältig komponiert. Dasselbe gilt auch für den Roman als Ganzes.
    Die Schwächen des Romans liegen im Plot. Das Ziel des Romans ist offensichtlich die allumfassende Harmonie der Familie, die wieder ihren Sehnsuchtsort, den angestammten Sommersitz bewohnt. Diesem Ende wird alles untergeordnet. Die angedeuteten Konflikte werden keiner Klärung zugeführt, sondern sie verpuffen einfach. Auch die Figurengestaltung muss sich dem intendierten Ende unterordnen. Die Autorin vergibt jede Möglichkeit, einen Konflikt und damit auch ihre Figuren zu entwickeln. Ihre Figuren wachsen nicht an den Konflikten, sondern sie machen abrupte Änderungen durch, die nicht motiviert werden und daher unglaubwürdig sind. Und wenn die Figuren von ihrer ursprünglichen Anlage nicht zum Ende passen wollen, werden sie gewaltsam zurechtgebogen und sogar -gebrochen. Und das Ende muss man mögen: alle unter einem Dach, alle Generationen vereint, innere und äußere Ähnlichkeiten werden beschworen, jeder ist nur Teil einer Generationenkette, endlich ist jeder glücklich, keine Konflikte, keine Sorgen, keine finanziellen Probleme.
    Schade. Die vielversprechenden Ansätze des Beginns werden nicht genutzt.
    Trotzdem bin ich überzeugt, dass der Roman seine Leserinnen finden wird, die wohlig-seufzend damit einverstanden sind, dass der märchenhafte Schluss wenig mit der Realität zu tun hat.
    Das Hörbuch wurde eingelesen von Sandrine Mittelstädt. Sie liest in einem angenehmen Tempo, und ihre Stimme hat ein besonderes Timbre, ich habe ihr sehr gerne zugehört.
    Das Hörbuch ist gekürzt, die Kürzungen sind aber geschickt vorgenommen worden.
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Ausgaben von Und dahinter das Meer

Hardcover

Cover zum Buch Und dahinter das Meer

Seitenzahl: 368

E-Book

Cover zum Buch Und dahinter das Meer

Seitenzahl: 388

Hörbuch

Cover zum Buch Und dahinter das Meer

 

Taschenbuch

Cover zum Buch Beyond That, the Sea

Seitenzahl: 368

Und dahinter das Meer in anderen Sprachen

  • Deutsch: Und dahinter das Meer (Details)
  • Englisch: Beyond That, the Sea (Details)

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Update: 30. März 2026 um 15:42