Unter Wasser ist es still
Buch von Julia Dibbern
Titel: Unter Wasser ist es still
Julia Dibbern (Autor)
Verlag: Limes Verlag
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 384
ISBN: 9783809027775
Termin: Neuerscheinung April 2024
Aktion
-
Kurzmeinung
qwen Ein leiser, atmosphärischer Roman über Erinnerung, Schuld und Versöhnung. Berührend, ohne laut zu sein, ein Buch, das l -
Kurzmeinung
carola1475 Eine sehr gut geschriebene tragische Geschichte, die tief berührt
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Unter Wasser ist es still
Vom Ankommen und Loslassen Nach fast zwanzig Jahren kehrt Maira zurück in den Ort ihrer Kindheit. Sie will nur eins: ihr Elternhaus räumen, das seit dem Tod ihrer Mutter leer steht, und es so schnell wie möglich an einen Investor verkaufen. Stück für Stück bereitet Maira das Haus für den geplanten Abriss vor und unausweichlich kehren die Erinnerungen zurück – die Tage am Wasser mit ihren besten Freunden, die magischen Begegnungen mit der Natur der Ostseeküste, die schwere Krankheit und der Verlust ihrer Mutter. Und eine alte Frage will endlich eine Antwort finden: Was ist damals während Mairas letzten Tagen auf dem Darß wirklich geschehen? Bewegend, mitreißend und ohne Kitsch erzählt Julia Dibbern von der vielleicht letzten Chance einer jungen Frau, sich ihren schlimmsten und besten Erinnerungen zu stellen.
Weiterlesen
Bewertungen
Unter Wasser ist es still wurde insgesamt 5 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.
Meinungen
-
Ein leiser, atmosphärischer Roman über Erinnerung, Schuld und Versöhnung. Berührend, ohne laut zu sein, ein Buch, das l -
Eine sehr gut geschriebene tragische Geschichte, die tief berührt
Rezensionen zum Buch
-
Rezension zu Unter Wasser ist es still
- qwen
-
5. Februar 2026 um 16:12
Inhalt:Weiterlesen
Vom Ankommen und Loslassen
Nach fast zwanzig Jahren kehrt Maira zurück in den Ort ihrer Kindheit. Sie will nur eins: ihr Elternhaus räumen, das seit dem Tod ihrer Mutter leer steht, und es so schnell wie möglich an einen Investor verkaufen.
Stück für Stück bereitet Maira das Haus für den geplanten Abriss vor und unausweichlich kehren die Erinnerungen zurück – die Tage am Wasser mit ihren besten Freunden, die magischen Begegnungen mit der Natur der Ostseeküste, die schwere Krankheit und der Verlust ihrer Mutter. Und eine alte Frage will endlich eine Antwort finden: Was ist damals während Mairas letzten Tagen auf dem Darß wirklich geschehen?
Quelle: Klappentext
Unter Wasser ist es still von Julia Dibbern ist ein ruhiger, atmosphärischer Roman, der weniger von äußeren Ereignissen lebt als von inneren Bewegungen.
Die Geschichte entfaltet sich leise und zurückhaltend. Es gibt keine großen Wendungen, keine dramatischen Höhepunkte und gerade das macht die Wirkung dieses Buches aus. Statt Spannung im klassischen Sinne entsteht eine dichte Stimmung, die einen langsam, aber nachhaltig erreicht. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass zwischen den Zeilen mehr passiert als auf der Oberfläche.
Besonders berührt hat mich die Zerrissenheit der Hauptfigur. Ihre innere Unruhe, die ungelösten Fragen und die Last der Vergangenheit sind sehr feinfühlig beschrieben. Man spürt, wie sehr sie von Erinnerungen geprägt ist und wie schwierig es für sie ist, sich selbst und ihrer Geschichte zu vertrauen. Diese innere Spannung wirkt glaubwürdig und nachvollziehbar, ohne je überzeichnet zu sein.
Das Buch hat etwas Gedrücktes, fast Schweres, aber nicht erdrückend. Vielmehr liegt über allem eine stille Melancholie, die Raum lässt für Nachdenken. Gleichzeitig erzählt der Roman auch von einem vorsichtigen Weg zurück: davon, wie es möglich sein kann, sich der eigenen Vergangenheit zu stellen und sich langsam mit ihr zu versöhnen. Dieser Prozess wirkt nicht glatt oder einfach, sondern ehrlich und behutsam.
Die Sprache ist ruhig und klar, oft poetisch, ohne sich in großen Bildern zu verlieren. Sie passt sehr gut zu dem Thema und zur Atmosphäre des Romans. Man liest nicht hastig, sondern lässt sich treiben – fast so, als würde man selbst unter Wasser sein, wo alles gedämpft und langsamer wirkt.
„Unter Wasser ist es still“ ist kein Buch für Leserinnen und Leser, die Spannung oder Action suchen. Es ist ein Roman für Menschen, die sich auf leise Töne einlassen können, die innere Prozesse schätzen und Geschichten mögen, die nachklingen. Mich hat das Buch berührt und noch eine Weile begleitet – gerade weil es so zurückhaltend erzählt ist. -
Rezension zu Unter Wasser ist es still
- nessabo
-
19. Juni 2024 um 21:13
Emotional ergreifend und fesselnd - trotz ein paar kleiner StolpersteineWeiterlesen
Ein Buch, das Aufmerksamkeit verdient - auch wenn ich ein paar Verbesserungswünsche habe. Doch trotz dessen hat mich der Debütroman von Julia Dibbern in seinen Bann gezogen und damit extrem überrascht.
Das Eröffnungskapitel blickt 17 Jahre zurück und ist herzzerreißend. Protagonistin Maira kümmert sich um ihre Mutter - warum, wird später erklärt. Sie ist aber erst 17 und entsprechend überfordert mit der immensen Aufgabe. Eines Tages kehrt sie zurück zum Haus, während ihre Mutter leblos in einen Krankenwagen geschoben wird. Voller Schuldgefühle bricht sie zusammen. Und ihre Mutter ist nicht das einzige Todesopfer an diesem Tag.. 💔
Darauf aufbauend hat die Autorin einen atmosphärischen und emotionalen Roman über unterdrückte Trauer, Schuldgefühle und Vergangenheitsbewältigung geschrieben. Maira lebt mittlerweile in Frankfurt, benötigt für ihre Zukunft aber eine größere Menge Geld und entschließt sich deshalb dazu, ihr Haus in Soeterhoop an der Ostsee zu verkaufen. Davor fährt sie allerdings noch einmal hin, das erste Mal seit dem Tod ihrer Mutter, und trifft dort nicht nur auf ihre Kinderheitsfreund*innen, sondern auch auf längst verschüttete Erinnerungen.
Der Roman ist streckenweise ziemlich beschreibend und ich bin eher Fan von dichten Dialogen. Deshalb wäre mir die Handlung an einigen Stellen etwas kürzer lieber gewesen. Auch manche Nebenfiguren hätte ich gern noch genauer kennengelernt. Einige Handlungsstränge wurden lange angedeutet und erst sehr spät aufgelöst, manche blieben sogar offen.
Doch trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen und war emotional sehr mitgenommen. Maira ist eine greifbare Protagonistin mit einem tiefen Trauma und die Aufarbeitung dessen emotional sehr detailliert beschrieben. Ihre Naturverbundenheit und ihr Idealismus im Kampf für eine bessere Welt ist spürbar und absolut liebenswert. Auch die Umgebung des Darß ist ein Highlight für alle Wassermenschen. Und außerdem gibt es wunderschöne Walszenen, für die es sich meiner Meinung nach dreimal lohnt! 🐋
Besonders für alle, die eine Figur intensiv bei ihrer Entwicklung begleiten wollen, ländliche Meeres-Settings mögen und vielleicht sogar etwas Heilung suchen für die eigene Trauer, empfehle ich das Buch von Herzen. ❤️🩹
PS: Einen besonderen Platz in meinem Herzen hat die Autorin für einen Satz ihrer Danksagung: „Danke deswegen an alle engagierten Buchhändlerinnen und Bibliothekarinnen (Männer sind mitgemeint).“ 😃 -
Rezension zu Unter Wasser ist es still
- carola1475
-
15. Juni 2024 um 10:02
Eine sehr gut geschriebene tragische Geschichte, die tief berührtWeiterlesen
Maira reist nach fast 20 Jahren das erste Mal wieder an die Ostsee, um das Haus, das seit dem Tod der Mutter leer stand, zu verkaufen. Maira hat Erinnerungen und Gefühle, die mit der Heimat und dem Unfall ihrer Mutter zusammenhängen, seit Jahren verdrängt, doch am Meer und auf ihrem alten Hof kommt allmählich vieles wieder an die Oberfläche und Maira muss sich mit dem damals Erlebten und was das für sie bedeutete, auseinandersetzen.
Julia Dibbern gelingt es von Beginn an hervorragend, den Leser mitzunehmen in Mairas innere und auch die äußere Welt. Die Autorin zeichnet glaubwürdige und authentische Figuren, die neugierig machen und berühren, die anschaulich und bildhaft beschriebene Natur auf dem Darß und seine Landschaft lassen fast einen Film ablaufen im Kopfkino und eine Reise an die Ostsee planen. Mairas Trauma wird einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben. Durch die Ich-Perspektive in den meisten Kapiteln bin ich der Protagonistin sehr nah und fühle mit ihr. Darüber hinaus gibt es auch eine auktoriale Perspektive, aus der in Rückblenden von der Vergangenheit erzählt wird, und eingestreute Briefe der Mutter, geschrieben während Mairas offensichtlich sehr glücklicher Kindheit. Die Geschichte ist durchgehend so packend, dass es schwer fällt, eine Lesepause zu machen.
Durch die verschiedenen Zeitebenen lässt die Autorin geschickt wie behutsam ein immer vollständigeres Bild der damaligen tragischen Ereignisse und Mairas Befreiung von Angst und Schuldgefühlen im Heute entstehen. Auch der schöne, feinfühlige, mitunter eindringliche Schreibstil mit poetischen, eindrucksvollen Bildern trägt zu einem wunderbaren und intensiven Leseerlebnis bei, das schon mit dem schönen Vorwort über Wale, das Vergessen und das Erinnern gelungen eingeläutet wird. Mir hat 'Unter Wasser ist es still' sehr gut gefallen und ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.
Ausgaben von Unter Wasser ist es still
Besitzer des Buches 5
Update: 7. Februar 2026 um 08:26



