Treibgut
Buch von Adrienne Brodeur, Karen Witthuhn
Titel: Treibgut
Adrienne Brodeur (Autor) , Karen Witthuhn (Übersetzer)
Verlag: Kindler Verlag
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 464
ISBN: 9783463000565
Termin: Neuerscheinung April 2024
Aktion
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Kurzmeinung
drawe Probleme aus der Welt der Reichen + Schönen: plattgeredet, aufgebläht, albern. -
Kurzmeinung
Buchbesprechung Spannender Familienroman und Beziehungsdrama
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Treibgut
Ein fesselnder Roman über eine komplizierte Familie und lang gehütete Geheimnisse Sommer auf Cape Cod. Alle Mitglieder der Familie Gardner verheimlichen etwas. Ken, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit Vorzeigefamilie und politischen Ambitionen, versucht mit aller Macht, seine Ehekrise zu verbergen. Abby ist Künstlerin und schämt sich dafür, immer noch auf das Wohlwollen ihres Bruders angewiesen zu sein. Adam, der Vater der zwei, sieht unterdessen seinem 70. Geburtstag entgegen. Um ein letztes Mal als Forscher zu glänzen, setzt der brillante Meeresbiologe heimlich seine Medikamente ab - mit fatalen Konsequenzen. Während Adams Festtag unaufhaltsam näher rückt, verschärfen sich die Konflikte zwischen den Geschwistern. Dann erscheint eine Unbekannte auf der Bildfläche, und bringt alles, woran Abby und Ken geglaubt haben, zum Einsturz. «Ein mitreißender und geschickt erzählter Roman.» New York Times «Eine perfekte Sommerlektüre.» Washington Post «Wunderschön, poetisch und ehrlich.» Miranda Cowley Heller, Autorin von Der Papierpalast
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Bewertungen
Treibgut wurde insgesamt 6 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,9 Sternen.
Meinungen
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Probleme aus der Welt der Reichen + Schönen: plattgeredet, aufgebläht, albern. -
Spannender Familienroman und Beziehungsdrama -
Unverbindlicher Roman aus der Welt der Reichen und Schönen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Treibgut
- Maria_21
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30. Juni 2024 um 20:57
In ihrem neuen Roman "Treibgut" erzählt die amerikanische Autorin Adrienne Brodeur eine fesselnde Geschichte über eine komplizierte Familie und deren lang gehütetes Geheimnis.Weiterlesen
Inhalt;
Sommer auf Cape Cod. Alle Mitglieder der Familie Gardner verheimlichen etwas. Ken, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit Vorzeigefamilie und politischen Ambitionen, versucht mit aller Macht, seine Ehekrise zu verbergen. Abby ist Künstlerin und schämt sich dafür, immer noch auf das Wohlwollen ihres Bruders angewiesen zu sein. Adam, der Vater der zwei, sieht unterdessen seinem 70. Geburtstag entgegen. Um ein letztes Mal als Forscher zu glänzen, setzt der brillante Meeresbiologe heimlich seine Medikamente ab - mit fatalen Konsequenzen.
Während Adams Festtag unaufhaltsam näher rückt, verschärfen sich die Konflikte zwischen den Geschwistern. Dann erscheint eine Unbekannte auf der Bildfläche, und bringt alles, woran Abby und Ken geglaubt haben, zum Einsturz.
Meine Meinung:
Ein Netz voller komplizierter Beziehungen, wie das Schweigen und Leugnen über Wahrheiten, sind die tragenden Pfeiler dieser spannenden Familientragödie.
Geschickt lässt die Autorin aus abwechselnden Perspektiven ihre Figuren erzählen und wechselt auch in den Zeitebenen, um die komplexen Verhältnisse besser zu veranschaulichen.
Adam Gardner, Vater von Abby und Ken, hat seine Frau nach der Geburt seiner Tochter früh verloren und seine Kinder alleine großgezogen. Auch in seinem hohen Alter, sieht er sich noch als genialen Wissenschaftler, fühlt sich nach wie vor unantastbar aber in seinen Depressionen schwach und verloren. Zu seinem 70. Geburtstag möchte er ein letztes Mal als Forscher auf seiner Feier glänzen und setzt heimlich seine Medikamente ab - mit fatalen Konsequenzen.
Sein Sohn Ken, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit Vorzeigefamilie und politischen Ambitionen steht gerne im Mittelpunkt, aber ihn umgibt eine unverhohlene Arroganz. Ausgerechnet jetzt steckt er in einer Ehekrise und zusätzlich leidet er psychisch noch immer unter dem Verlust seiner Mutter, die bei der Geburt seiner Schwester Abby verstorben ist, als er drei Jahre alt war.
Seine Tochter Abby ist Lehrerin und eine bislang noch unbekannte Künstlerin, die kurz vor ihrem Durchbruch als Malerin steht. Sie leidet unter Bindungsängsten und kämpft um ihren Platz in der Familie aber am meisten schämt sie sich dafür, immer noch auf das Wohlwollen ihres Bruders angewiesen zu sein.
An Adams Geburtstagsfeier, kippt die Stimmung und ein lang gehütetes Geheimnis, droht ans Licht zu kommen.
Durch die verschiedenen Sichtweisen der Protagonisten, werden die Ereignisse lebendig und durch überraschende Wendungen, der Spannungsbogen bis zum Ende sehr hoch gehalten. Die Geschichte selbst lebt jedoch meist nur von Andeutungen und Vermutungen, spektakuläre Aktionen sucht man hier vergebens.
Fazit:
Der Autorin ist es jedoch hervorragend gelungen, mit ihren fiktiven Figuren ein packendes Familiendrama, geschickt zu erzählen und psychologisch einleuchtend darzustellen.
Kaum hatte ich das Buch aufgeschlagen, konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen, denn die Autorin hat die Spannungskurve hervorragend Stück für Stück aufgebaut und mich tief in die Handlung eintauchen lassen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung! -
Rezension zu Treibgut
- Buchbesprechung
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9. Juni 2024 um 12:15
REZENSION – Eigentlich geschieht gar nicht so viel in „Treibgut“, dem im April vom Kindler Verlag veröffentlichten Roman von Adrienne Brodeur. Den Handlungsrahmen bilden die Vorbereitungen zur großen Party anlässlich des 70. Geburtstags des Meeresbiologen Adam Gardner. Reicht dies für einen 460-Seiten-Roman? Und ob! Denn nicht die Handlung steht bei der amerikanischen Autorin im Vordergrund ihres Romans, sondern das überaus komplizierte Beziehungsgeflecht innerhalb der gutsituierten, in der Öffentlichkeit als musterhaft erscheinenden Vorzeigefamilie mit Vater Adam und den erwachsenen Kindern Ken und Abby. Der Autorin gelingt es auf faszinierende Weise, das in der familiären Abhängigkeit überaus schwierige Miteinander ebenso wie Gegeneinander unterschiedlicher Charaktere psychologisch tiefgründig und sprachlich eindringlich zu schildern, dass gerade dieser hintergründige Kleinkrieg für Spannung sorgt und beim Lesen einen Sog erzeugt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag.Weiterlesen
Im kapitelweisen Wechsel lernen wir jeweils für sich die Protagonisten immer näher und besser kennen: Adam Gardner blickt voller Sorge und zunehmender Verunsicherung auf seinen bevorstehenden Geburtstag: „Vielleicht war siebzig nicht das Ende der Welt, aber doch ein schwindelerregender Meilenstein, ein Riesenschritt auf den Abgrund der Sterblichkeit zu.“ Der einst erfolgreiche Meeresbiologe - „ein weiterer dummer Wisenschaftler mit Größenwahn, von seinem eigenen aufgeblasenen Ego zu Fall gebracht“ - mag sich nicht damit abfinden, dass er von jüngeren Wissenschaftlern aus seinem Büro gedrängt wird, und versucht, sich selbst zu trösten: „Er war ein Genie, dessen Aufgabe darin bestand, die endlosen Wunder der Tiefe zu erforschen. Er brauchte diesen schäbigen Arbeitsplatz nicht und erst recht nicht die damit verbundenen Scherereien.“ Ein letztes Mal will er sein Können beweisen und die Sprache der Wale entschlüsseln.
Sein Sohn Ken (41) ist erfolgreicher Immobilienunternehmer, Vater zweier pubertierender Zwillingstöchter, der in mentaler Stärke und unternehmerischem Erfolg seinem Vater nachzueifern versucht. Doch er steckt gerade in einer Ehekrise und leidet psychisch noch immer unter dem Verlust seiner Mutter, die einst bei der Geburt seiner Schwester Abby verstarb, als er erst drei Jahre alt war. Er hat „noch immer die Melodie der Stimme seiner Mutter beim abendlichen Vorlesen im Ohr“. Doch Schwäche darf er sich nicht eingestehen und schon gar nicht nach außen zeigen, bemüht er sich doch gerade um ein politisches Amt.
Seine unverheiratete Schwester Abby (38) ist Lehrerin und eine bislang noch unbekannte Künstlerin, die dank einer kommenden Reportage in einem Kunstmagazin kurz vor ihrem Durchbruch als Malerin steht. Sie ist im Grunde unselbstständig und vom Wohlwollen ihres Bruders abhängig, dem das von ihr genutzte Atelier gehört. „Immer noch lief sie auf Zehenspitzen um die Launen ihres Bruders herum wie ein rohes Ei. Und um die ihres Vaters auch.“ Doch ihre Schwangerschaft – sie erwartet ein Kind von ihrem verheirateten Jugendfreund David – ist Anlass zur Selbstbefreiung aus familiärer Abhängigkeit.
Dabei hilft ihr auch die etwa gleichaltrige Polizistin Steph, die sich als ihre Halbschwester zu erkennen gibt, Ergebnis eines Seitensprungs des gemeinsamen Vaters Adam. Das über Jahrzehnte sorgsam bewahrte Bild einer Musterfamilie beginnt langsam zu bröckeln. Lange gehütete Familiengeheimnisse dringen ans Licht. „Wir alle setzen manchmal Masken auf“, stellt Kens Psychiater fest. „Das nennt sich Selbstschutz. ... Man kann vergangenen Schmerz nicht überwinden, ohne ihn zu durchleben. Das nennt sich sonst Leugnen.“ Diese Masken beginnen zu fallen. Alles läuft unaufhaltsam auf eine familiäre Katastrophe zu. So wird „Treibgut“ vor allem in der zweiten Hälfte zu einem spannenden Familienroman und Beziehungsdrama, dessen Lektüre sich unbedingt lohnt.
Rezensionen zum Hörbuch
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Rezension zu Treibgut
- drawe
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16. Mai 2024 um 14:48
Klappentext:Weiterlesen
Ein fesselnder Roman über eine komplizierte Familie und lang gehütete Geheimnisse
Sommer auf Cape Cod. Alle Mitglieder der Familie Gardner verheimlichen etwas. Ken, ein erfolgreicher Geschäftsmann mit Vorzeigefamilie und politischen Ambitionen, versucht mit aller Macht, seine Ehekrise zu verbergen. Abby ist Künstlerin und schämt sich dafür, immer noch auf das Wohlwollen ihres Bruders angewiesen zu sein. Adam, der Vater der zwei, sieht unterdessen seinem 70. Geburtstag entgegen. Um ein letztes Mal als Forscher zu glänzen, setzt der brillante Meeresbiologe heimlich seine Medikamente ab - mit fatalen Konsequenzen.
Während Adams Festtag unaufhaltsam näher rückt, verschärfen sich die Konflikte zwischen den Geschwistern. Dann erscheint eine Unbekannte auf der Bildfläche, und bringt alles, woran Abby und Ken geglaubt haben, zum Einsturz.
Mein Hör-Eindruck:
Cape Cod im Sommer, ein Sommerhaus direkt am Strand, Golfplätze, rauschende Parties und rauschende Meereswogen, Glitzer und Glamour, endlose Strände - und schon sind wir als Leser mitten drin in der Welt der Reichen und Schönen. Da ist Adam, der Senior, ein eitler, aber brillanter Wissenschaftler, was die Buckelwale angeht. Sein Sohn ist ebenfalls brillant als Immobilien-Tycoon, und seine Tochter ist auch brillant, als Künstlerin. Schwiegertochter Jenny ist schön und eine perfekte Gastgeberin. Als Leser ist man geblendet von so viel Schönheit und Brillanz, und daher bietet Steph, eine junge Polizistin aus einer kleinbürgerlichen Familie, einen durchaus willkommenen Kontrast zu den Upper-class-Figuren. Und da der Klappentext Familiengeheimnisse verspricht – immer ein verlockendes Thema -, weiß man, dass nicht alles Gold ist, was glänzt und dass auch die Schönen und Reichen ihre Kümmernisse haben. Leider liegt das Familiengeheimnis recht schnell auf dem Tisch, sodass keine Spannung entsteht.
Der Roman ist geschickt aufgebaut, weil jeder Figur ein eigenes Kapitel zugewiesen wird. Dieses multiperspektivische Erzählen bietet die Innensicht und bringt damit den Leser nahe an die einzelnen Figuren heran, ohne dass es zu Redundanzen kommt.
Alle Figuren zusammen bieten ein gewaltiges Kaleidoskop an Problemen und Themen: sexuelle Übergriffe, Verlustängste, Pubertätskonflikte, Alkoholismus, Freundschaftsprobleme, Ehebruch, Klimaschutz, Biodiversität, Eifersucht, uneheliche Schwangerschaft, homosexuelle Ehen, Eifersucht, psychische Erkrankungen, genetische Defekte, Esoterik, Ehekrisen, Psychotherapien, Sexismus etc. Und nicht zuletzt Tierschutz – was die Tochter aber nicht daran hindert, die Hummer für die abendliche Party in einem Sandloch schön langsam bei lebendigem Leibe zu rösten; das Rezept wird ausführlich vorgestellt. Pfui! Gerade diese Tochter ist aber so eins mit der Natur, dass sie die unterirdische Präsenz von Pilzen an einem Kribbeln im Haar spürt. Eine durchaus praktische Fähigkeit, aber leider nicht glaubhaft. Das alles wird erzählt vor der Kulisse des Wahlkampfes im Jahr 2016, wobei die Damen des Romans die Daumen drücken für Hilary Clinton. Argumente erfährt man als Leser nicht, es reicht, dass sie eine Frau ist.
Ähnlich oberflächlich und unreflektiert werden die vielen Themen des Buches abgehandelt. Die Autorin öffnet ein Fass nach dem anderen, ohne dass sie nur auf ein einziges den Deckel wieder daraufsetzen kann. Die Figuren entwickeln sich nicht, sie wachsen nicht an ihren Problemen. Sie bleiben daher letztlich blass und gewinnen kaum Konturen über das Klischee hinaus. Die oft witzigen und pointierten Dialoge sind allerdings ein Highlight des Romans.
Ein großes Lob geht ebenfalls an die Sprecherin Vera Teltz!
Wer einen unverbindlichen Roman über die familiären Probleme der Reichen und Schönen lesen möchte, ist mit dem Roman gut beraten.
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Besitzer des Buches 8
Update: 5. September 2025 um 15:50





