Ein menschlicher Fehler

Buch von Kim Hye-jin

Cover zum Buch Ein menschlicher Fehler

Titel: Ein menschlicher Fehler

4,3 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

86% Zufriedenheit

Verlag: Hanser Berlin

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 224

ISBN: 9783446279186

Termin: Neuerscheinung Juli 2024

Aktion

  • Kurzmeinung

    Cordi
    Eine Geschichte die einfach gut tut. Wunderbar gelesen von Jutta Seifert!
  • Cover zum Buch Die Tochter

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Ein menschlicher Fehler

Erst wenn sich abends die Straßen Seouls allmählich leeren, verlässt die Psychotherapeutin Hae-Su den Schutz ihres Hauses. Niemand soll sie sehen, eine Frau, die alles verloren hat: ihre Arbeit und Reputation, ihren Partner, ihre Freunde. Eine unbedachte Äußerung bei einem Fernsehauftritt hat sie zur Ausgestoßenen gemacht. Doch dann trifft sie bei einem ihrer nächtlichen Spaziergänge ein junges Mädchen, das sich um eine Straßenkatze kümmert und genau wie Hae-Su ihren Platz in einer Gesellschaft sucht, die keine Fehltritte akzeptiert. Aus scheuer Neugier wird eine tiefe Freundschaft, von der sie beide nicht wussten, wie sehr sie ihnen fehlte. Kim Hye-jin erzählt voller Empathie von den Ausgeschlossenen und Strauchelnden, von der Bedeutung sanftmütiger Gesten – und von unvermuteten Neuanfängen.
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Bewertungen

Ein menschlicher Fehler wurde insgesamt 5 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

  • Eine Geschichte die einfach gut tut. Wunderbar gelesen von Jutta Seifert!

    Cordi

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Ein menschlicher Fehler

    • 19. Oktober 2024 um 20:16
    Ein ruhiger, sanfter und vergebungsvoller Roman Ich war erst unschlüssig, ob ich den Roman lesen sollte, weil mich „Die Tochter“ nicht so ganz catchen konnte. Aber ich bin richtig froh, dass ich meinem Bauchgefühl hier gefolgt bin und dieses besondere und zarte Buch nicht habe an mir vorbeiziehen lassen.
    Hae-Su war einst eine erfolgreiche Psychotherapeutin, verlor aber ihren Job nach einer unbedachten und folgenschweren Aussage im Fernsehen. Seit einem Jahr verbringt sie ihre Zeit allein in Seoul, ohne Kontakte zu anderen Menschen. Eines Tages trifft sie auf die zehnjährige Se-I, die ebenfalls eine Verstoßene zu sein scheint. Doch für mich viel prägender war der Kontakt zu Straßenkatze Rübe, die dringend medizinische Hilfe braucht, sich aber nicht einfangen lassen will. Es entsteht ein Band zwischen diesen drei Figuren, das mich wirklich berührt hat.
    Eine große Stärke des Romans ist seine Interpretationsvielfalt. Die Autorin schreibt auch selbst im Nachwort, dass „Ein menschlicher Fehler“ hoffentlich individuell verschieden gelesen wird - je nachdem, was im Innersten der Lesenden gerade los ist. Kim Hye-jin schreibt beobachtend, wertfrei und ruhig. Der Schreibstil ist zugänglich, hat aber auch einen gewissen Anspruch. Vor allem erfordert das Lesen meiner Meinung nach Raum zum Fühlen, um die feinen Nuancen wahrnehmen zu können.
    Die Protagonistin Hae-Su kämpft ihren eigenen Kampf in Bezug auf Verantwortung, Schuld und Abwehr. Deshalb schreibt sie täglich Briefe an Journalist*innen, den ehemaligen Chef, eine Kollegin oder eine enge Vertraute, von denen sie sich nach dem Fehler ungerecht behandelt fühlte. Doch sie kann nicht ausdrücken, was sie eigentlich sagen möchte und bricht alle Briefe ab. Denn was sie eigentlich sucht, ist eine Vergebung für ihren Fehler, die aus ihr selbst kommt. Dabei hilft ihr auch die fragile Beziehung zu Rübe, in dessen Schicksal als wenig beachtete bzw. verachtete Straßenkatze sie sich zu sehen scheint.
    Für mich war dieser Roman ein Plädoyer für Menschlichkeit, Respekt und Sanftheit. Die Autorin webt die drei so verschiedenen Figuren auf eine unaufgeregte, liebevolle Art ineinander. Ein wirklich tolles Buch, dessen Essenz ich irgendwie nicht so ganz zufriedenstellend in Worte fassen kann. Lest es am besten selbst und nehmt euch daraus mit, was ihr gerade am meisten braucht. 🫶🏻
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    Triggerwarnungen:
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    Mobbing, Suiz-d, Wunden bei Tieren
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  • Rezension zu Ein menschlicher Fehler

    • 22. Juli 2024 um 12:01
    Psychotherapeutin Hae-Su lebt sehr zurückgezogen, seit sie nach einer unbedachten Äußerung und dem darauffolgenden Shitstorm ihren Job, ihren guten Ruf, ihren Mann und ihre Freunde verloren hat. Eines Tages trifft sie auf einem nächtlichen Spaziergang auf ein junges Mädchen, das sich um die Straßenkatzen der Nachbarschaft kümmert. Zu der zehnjährigen Se-I, die in der Schule gemobbt wird, fasst sie Vertrauen, weil sie sich von ihr nicht kritisch beurteilt oder beobachtet fühlt. Gemeinsam schmieden sie einen Plan zur Rettung der verletzten Katze „Rübe“ und nach und nach scheinen auch die Wunden der beiden Außenseiterinnen zu heilen.
    „Ein menschlicher Fehler“ ist nach „Die Tochter“ bereits der zweite Roman der südkoreanischen Schriftstellerin Kim Hye-jin, der ins Deutsche übersetzt wurde: beide übrigens von Ki-Hyang Lee, die auch schon Han Kang und Cho Nam-Joo übertrug und kürzlich für ihre Übersetzung von Bora Chungs „Der Fluch des Hasen“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde. Erzählt wird aus der Perspektive der Protagonistin Hae-Su in der dritten Person und der Gegenwartsform. Immer wieder werden auch Briefe eingeflochten, die sie an die unterschiedlichsten Menschen schreibt, die mit dem Vorfall direkt oder indirekt zu tun hatten – die meisten schickt sie jedoch nie ab.
    Hae-Su hat mit ihrer Äußerung damals sicherlich einen Fehler begangen, ihre Schuld ist jedoch bei weitem nicht so schwer, wie manche es ihr anlasten wollen. Sie selbst schwankt zwischen Schuldeingeständnis und Empörung hin und her und stößt dabei auch Menschen von sich, die ihr wohlgesonnen sind. Erst gegen Ende des Romans zeichnet sich ab, dass sie mit den Geschehnissen ihren Frieden machen kann – auch wenn das vielleicht bedeutet, in gewisser Hinsicht aufzugeben. Parallel dazu, und in manchen Punkten ähnlich, verläuft die Geschichte der kleinen Se-I. Auch sie sieht sich Anfeindungen gegenüber, die ihr den Schulalltag zur Hölle machen und eines Tages bricht alles aus ihr heraus. Kann Hae-Su ihr den entscheidenden Rat geben, wie es nun weitergehen soll?
    Fazit: Ein interessanter Roman über Schuld und Außenseitertum
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  • Rezension zu Ein menschlicher Fehler

    • 22. Juli 2024 um 06:54
    Klappentext/Verlagstext
    Erst wenn sich abends die Straßen Seouls allmählich leeren, verlässt die Psychotherapeutin Hae-Su den Schutz ihres Hauses. Niemand soll sie sehen, eine Frau, die alles verloren hat: ihre Arbeit und Reputation, ihren Partner, ihre Freunde. Eine unbedachte Äußerung bei einem Fernsehauftritt hat sie zur Ausgestoßenen gemacht. Doch dann trifft sie bei einem ihrer nächtlichen Spaziergänge ein junges Mädchen, das sich um eine Straßenkatze kümmert und genau wie Hae-Su ihren Platz in einer Gesellschaft sucht, die keine Fehltritte akzeptiert. Aus scheuer Neugier wird eine tiefe Freundschaft, von der sie beide nicht wussten, wie sehr sie ihnen fehlte. Kim Hye-jin erzählt voller Empathie von den Ausgeschlossenen und Strauchelnden, von der Bedeutung sanftmütiger Gesten – und von unvermuteten Neuanfängen.
    Die Autorin
    Kim Hye-jin, geboren 1983 in Daegu, ist eine koreanische Schriftstellerin. Für ihre Romane wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem 2020 mit dem Daesan-Literaturpreis, dem wichtigsten seiner Art in Südkorea. Zuletzt erschien ihr Roman "Die Tochter".
    Inhalt
    Die Psychotherapeutin Dr. Lim Hae-Sun verlässt das Haus zurzeit nur nachts, um auf der Straße nicht erkannt zu werden. Ihr Tagesablauf besteht nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in einem Therapiezentrum aus Hausarbeit und dem akribischen Feilen an Briefen, mit denen sie ihre Krise zu bewältigen versucht und die seit einem Jahr nicht abgeschickt wurden. Hae-Sun hatte in einer gescripteten Fernsehsendung, in der sie als Expertin auftrat, eine abfällige Bemerkung gemacht, die zu ihrer Kündigung führte und sie selbst zu Opfer öffentlicher Häme machte. In ihren Alpträumen sah sie sich bereits als Opfer von Doxing, nachdem ihre Anschrift veröffentlicht worden war. Das Zusammentreffen mit der schwer verletzten Straßenkatze „Rübe“und der 10-jährigen Se-I, die sich neben anderen Aktivisten um die herrenlosen Tiere kümmert, verändert Hae Suns Blick auf den Eklat nach der Fernsehsendung, aber auch auf die Menschen, denen sie schreibt: ihren Ex-Partner, Ex-Chef, die Kollegin, die ihr Unterstützung versagte, einen Anwalt und weitere Personen. Wie viel Hae-Sun darin über ihr Verhältnis zu den Briefempfängern preisgibt, hat mich hier fasziniert.
    Kim Hye-jin hält praktisch verschiedene Folien bereit, die den Blick ihrer Figur und ihrer Leser:innen verändern, so dass man die eigene Einschätzung der Figuren anpassen muss. Warum z. B. zeigt sich Hae-Sun dem Mädchen gegenüber einfühlsam und scheint doch nicht zu bemerken, dass es offenbar von niemandem vermisst wird? Warum bricht Hae-Sun alle Kontakte ab, auch zu Personen, die ihr positiv gegenüberstehen? Warum wird nicht darüber gesprochen, wer „Rübe“ nach der schweren Operation bei sich aufnehmen wird?
    Fazit
    Ein Text, der auf den ersten Blick sprachlich schlicht wirkt, jedoch erstaunliche Tiefe bietet.
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Ausgaben von Ein menschlicher Fehler

Hardcover

Cover zum Buch Ein menschlicher Fehler

Seitenzahl: 224

Hörbuch

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Update: 19. Oktober 2024 um 20:16