Das Ausrufezeichen
Buch von Florence Hazrat, Stephan Pauli
Titel: Das Ausrufezeichen
Florence Hazrat (Autor) , Stephan Pauli (Übersetzer)
Verlag: HarperCollins Hardcover
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 224
ISBN: 9783365004883
Termin: Neuerscheinung Januar 2024
Aktion
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Kurzmeinung
Abroxas Informatives und geistreiches Kurzporträit eines besonderen Satzzeichens
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Das Ausrufezeichen
Wie ein Satzzeichen die Welt bewegte ... Kaum ein anderes Zeichen erregt unsere Gemüter wie das Ausrufezeichen. Ein Pathossymbol, das uns jubeln und wüten lässt, uns warnt und motiviert – und trotzdem wird es als »schreiendes« Symbol verkannt oder fällt populistischen Machtspielen zum Opfer. Die Literaturwissenschaftlerin Florence Hazrat befreit das Ausrufezeichen aus den staubigen Schubladen der Grammatik und geht seiner Bedeutung als universelles, politisches und menschliches Phänomen auf den Grund. Wie konnte es sich seit seiner Erfindung vor 600 Jahren in Florenz über alle Kulturen hinweg durchsetzen? Wo hat es den Lauf unserer Geschichte entscheidend verändert und wie prägt es unseren Alltag, unsere Kunst und Kultur bis heute? Und warum reiben sich bis heute ganze Generationen an ihm auf? Hazrat erzählt von der Macht, Geschichte und Zukunft eines Zeichens, das es uns auf wundersame Weise ermöglicht, echte Gefühle und körperlichen Ausdruck in unsere Schriftsprache zu legen und nachzuempfinden – eine Eigenschaft, die in unseren postfaktischen Zeiten wichtiger ist denn je! »Florence Hazrats flottes, vergnügliches und schelmisches Buch ist weniger ein Loblied als vielmehr eine Aufforderung, sich von den Vorschriften der Sprachpolizei zu verabschieden und den Sinn für das Wunderbare wiederzuerwecken.« The Times »Ein kurzes Buch mit einem großen Standpunkt« Kirkus Reviews »Dieses schmale Buch ist so satt an interessanten Fakten und Ideen, dass die meisten Leser am Ende einfach nur ›Wow!‹ sagen werden.« Booklist »Florence Hazrats scharfsinnige Analyse ist von einer überzeugenden Sprachphilosophie getragen.« Publishers Weekly
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Bewertungen
Das Ausrufezeichen wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.
Meinungen
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Informatives und geistreiches Kurzporträit eines besonderen Satzzeichens
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Das Ausrufezeichen
- Abroxas
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1. April 2024 um 15:30
Alles, was Sie schon immer über das Ausrufezeichen wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Dies und noch etwas mehr entfaltet die Literaturwissenschaftlerin Florence Hazrat in ihrem knapp 200 Seiten starken Büchlein, das sowohl informativ als auch geistreich ist.Weiterlesen
Am Ausrufezeichen, früher noch Ausrufungszeichen geheißen, davor mal Exclamativus, also an jenem ! scheiden sich die Geister, als wäre das in der aufmerksamkeitsheischenden Form bereits angelegt. Ein besonders zurückhaltender Gebrauch wird von zahlreichen Stilratgebern empfohlen. Doch bereichert das Ausrufezeichen unsere Sprache und ist gerade in Zeiten allgegenwärtiger digitaler Kommunikation ein wichtiges Ausdrucksmittel. Die Entstehung des ! verweist bereits auf Bedeutung von (Schrift-)Sprache und die Diskrepanz zwischen Geschriebenem und Gemeintem. Über Jahrhunderte hinweg fristete das im 14. Jahrhundert ersonnene Schriftzeichen ein Schattendasein, ehe es vor rund 300 Jahren zunehmend an Bedeutung gewann und die Welt der Schriftlichkeit in Aufruhr versetzte.
Auf eine feste Bedeutung, die dem ! am Ende eines Satzes zukommt, konnte man sich bisweilen nicht verständigen. So schillert dieses Zeichen in den Farben der Empörung, der Verwunderung, des Aufrufs, der freudigen Ekstase und der einfachen Hervorhebung, eine unerhörte Ungebundenheit, die dem eigentlichen Duktus grammatikalischer Verbindlichkeit zuwiderläuft. Diese Mehrdeutigkeit lädt zu Verspieltheit ein, was Experimentierfreudige auf den Plan ruft, Zweifler aber misstrauisch stimmt. So liest man hier darüber, wie Hemingway in seinem gesammten Werk nur wenige Dutzend Ausrufezeichen verwendete, nur ein einziges in "Der alte Mann und das Meer", das dafür eine ungeheure Signalwirkung hat. Anderswo streut Salman Rushdie in "Mitternachtskinder" über 2.000 Ausrufezeichen ein und schafft eine ganz eigene Art von Dringlichkeit. Und an anderer Stelle erfahren wir, wie Jane Austens Romane ganz entschieden von Lektorat und Setzer geformt worden sind, da die Verwendung und Übernahme von Interpunktion (die auf den wenigen überlieften Manuskriptseiten Austens ohnehin recht wüst ist) alldieweil nach Gutdünken gehandhabt worden ist.
Solche und weitere interessante und einsichtsvolle Betrachtungen machen dieses kleine Büchlein zu einer kurzweiligen, aber gehaltvollen Lektüre, die völlig zu Recht daran erinnert, was Sprache für uns bedeutet und was wir an dem funkelnden ! eigentlich haben.
Ausgaben von Das Ausrufezeichen
Besitzer des Buches 2
Update: 6. März 2025 um 20:04


