Und alle so still

Buch von Mareike Fallwickl

Cover zum Buch Und alle so still

Titel: Und alle so still

4,5 von 5 Sternen bei 15 Bewertungen

89,3% Zufriedenheit

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 368

ISBN: 9783499009235

Termin: Neuerscheinung November 2025

Aktion

  • Kurzmeinung

    Frühlingsfee
    feministisch, radikal und aufwühlend
  • Kurzmeinung

    EmilyE
    Bedrückend, beklemmend, aufwühlend - sollte JEDE(R) gelesen haben
  • Cover zum Buch Liebe Jorinde oder Warum wir einen ne... Cover zum Buch Das Licht ist hier viel heller Cover zum Buch Die Wut, die bleibt

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Und alle so still

Ein großer feministischer Gesellschaftsroman über Widerspruchsgeist und Solidarität, wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. An einem Sonntag im Juni gerät die Welt aus dem Takt: Frauen liegen auf der Straße. Reglos, in stillem Protest. Hier kreuzen sich die Wege von Elin, Nuri und Ruth. Elin, Anfang zwanzig, eine erfolgreiche Influencerin, der etwas zugestoßen ist, von dem sie nicht weiß, ob es Gewalt war. Nuri, neunzehn Jahre, der die Schule abgebrochen hat und versucht, sich als Fahrradkurier, Bettenschubser und Barkeeper über Wasser zu halten. Ruth, Mitte fünfzig, die als Pflegefachkraft im Krankenhaus arbeitet und deren Pflichtgefühl unerschöpflich scheint. Es ist der Beginn einer Revolte, bei der Frauen nicht mehr das tun, was sie immer getan haben. Plötzlich steht alles infrage, worauf unser System fußt. Ergreifen Elin, Nuri und Ruth die Chance auf Veränderung? Was wäre, wenn alle Frauen sich verweigern und in einen Care-Streik treten würden? Das Narrativ, dass Frauen einander die ärgsten Feindinnen seien, ist auserzählt. Zeit für neue Geschichten! «Ein hoffnungsvolles Plädoyer, in dem die Menschlichkeit das höchste Ziel darstellt.» NDR Kultur
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Bewertungen

Und alle so still wurde insgesamt 15 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Meinungen

  • feministisch, radikal und aufwühlend

    Frühlingsfee

  • Bedrückend, beklemmend, aufwühlend - sollte JEDE(R) gelesen haben

    EmilyE

  • Harte Gesellschaftskritik, das Ende war mir etwas zu offen

    Smiler

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Und alle so still

    • 31. Dezember 2024 um 10:47
    Mareike Fallwickl macht in ihrem Buch ein interessantes Gedankenspiel: was wäre, wenn die Care-Arbeit nicht mehr von Frauen erledigt werden würde? Wenn sie von heute auf morgen aufhören und auch keine Hilfestellung geben würden, damit der Übergang vielleicht ein wenig einfacher wird?
    Die Reaktionen auf das Verhalten sind vielfältig: Ungläubigkeit, Belächeln, Verärgerung und manche greifen zu harten Mitteln, um die Frauen wieder an ihren angestammten Platz zurückzubringen. Was fehlt, ist das Verständnis bei denjenigen, die die Care-Arbeit jetzt übernehmen. Sie sind überfordert, sind aber auch der Meinung, dass die Arbeit nicht so schlimm wäre, wenn man sie sich wie sonst auch teilen könnte.
    Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln. Elin ist eine Influencerin Anfang zwanzig, die schon lange nicht mehr hinter dem steht, was sie tut. Nuri ist ähnlich alt wie sie, aber er muss sich mit zahlreichen Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Ruth ist Mitte fünfzig und arbeitet schon so lange als Pflegerin, dass sie keine Illusionen mehr hat.
    Während Elin sich komplett in den Streik stürzt, weil sie glaubt, damit etwas verändern zu können, bleibt Ruth bei der Stange. Im Gegensatz zu den meisten Männern hat sie. Verständnis für die Frauen, aber sie kann und will ihre Patienten nicht im Stich lassen.
    Mit diesen Drei und den Menschen, denen sie begegnen, deckt die Autorin ein breites Spektrum von Gedanken und Gefühlen ab. Auch wenn einiges überspitzt dargestellt wurde, kann ich mir das Meiste davon gut vorstellen, so drastisch manche Ereignisse auch sind.
    Die Lektüre war ein für mich ein Wechselbad der Gefühle. Anfangs hatte ich ein Gefühl von "recht geschieht es ihnen" und war optimistisch, dass genug Menschen erkennen, dass sich etwas ändern muss. Später war ich wütend, weil sich doch nichts ändern würde und ganz zum Schluss habe ich resigniert, wahrscheinlich ähnlich, wie es den Frauen in der Geschichte ging. Aber ich hatte auch das leise Gefühl, dass mir etwas fehlen würde, auch wenn ich nicht den Finger darauflegen konnte, was es war. Aber dieses Gefühl war zu leise, als dass es den guten Eindruck gestört hat.
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  • Rezension zu Und alle so still

    • 17. Mai 2024 um 13:30
    Großartige Idee, textlich und charakterlich aber mit Schwächen umgesetztDa ich die beiden Vorgängerbücher von Mareike Fallwickl ziemlich gut fand, wollte ich natürlich auch den neuen Roman lesen. Bekommen habe ich zwar wie erwartet ein Buch voller Wut und Frustration, in meinen Gedanken dazu bin ich aber alles andere als klar.
    Wie offenbar viele weitere Menschen habe ich sehr ambivalente Gefühle zum Inhalt und zur Umsetzung. Die Idee eines Care-Streiks finde ich großartig - was hätten (überwiegend) Frauen für eine Macht, wenn sie sich der unbezahlten und/oder schlecht bezahlten Arbeit einfach verweigern würden! Der Protest der Frauen ist ein stiller, sie legen sich einfach an öffentlichen Orten nieder und schweigen. Dabei begleiten wir die Protagonist*innen Elin (Influencerin, ihr wurde [eventuell] Gewalt angetan), Nuri (ein migrantischer, armutsbetroffener, mutmaßlich queerer Mann) und Ruth (eine Frau mittleren Alters, die in der völlig überlasteten Krankenpflege arbeitet). Alle Figuren sind miteinander verbunden, was sich erst mit fortlaufender Handlung zeigt. Solche Erzählstrukturen mag ich sehr gern und ich finde sie auch hier gut umgesetzt. Nuris Perspektive finde ich aus Intersektionalitätsgründen total wichtig und bei Ruths Gedanken zur Vereinsamung von Eltern behinderter Kinder habe ich mich ertappt gefühlt. Lediglich Elin konnte ich als Charakter nicht wirklich greifen.
    Sprachlich fand ich das Buch wiederum echt herausfordernd. Es gibt super wenige Dialoge, die Erzählweise ist irgendwie abgehackt und mir persönlich manchmal zu ausschweifend. Die Protagonist*innen verlieren sich für meinen Geschmack etwas zu sehr in ihren Gedanken. Die Leben der Figuren fand ich außerdem schwer auszuhalten, das ist jedoch keine Kritik am Buch. Das Elend der verbalen Gewalt auf Social Media, die Ausbeutung der Menschen im Niedriglohnsektor und die Überforderung des Pflegepersonals sind so real wie unerträglich. Mareike Fallwickl drückt hier wirklich bis zum Gehtnichtmehr in den Wunden herum. Und das ist wichtig, allerdings fehlt mir einfach der Motivationsmoment in der ganzen Handlung. Alles ist so resigniert, ungeplant, langatmig und grauenvoll, dass ich einfach nur pessimistisch gestimmt war. Das kann gewollt sein und vielleicht bewirkt es bei den richtigen Menschen auch etwas, aber für mich war zu wenig Aufschwung da.
    Die solidarischen Momente zwischen den Frauen sind liebevoll, manche Nebencharaktere fand ich super (Looking at you, Charlie.. 👀), aber auch den Part hätte ich mir ausführlicher gewünscht. Und dann erst die Gewalt… Wie schon bei allen Vorgängern finde ich Inhaltswarnungen für mehr als angebracht und wünsche mir, dass das in Zukunft Standard wird! Manche Stellen der Handlung fand ich persönlich auch zu überspitzt und unglaubwürdig. Die gehäuften Verletzungen bei den zurückgelassenen Männern? Also, ich weiß ja nicht! Das passte für mich irgendwie nicht zum ernsten Ton der Geschichte.
    Geliebt habe ich die kurzen Zwischenkapitel von Pistole, Gebärmutter und Berichterstattung. Die fand ich sehr innovativ und tatsächlich das beste am ganzen Buch, weil sie für mich maßgeblich einen Spannungsmoment aufrechterhalten haben.
    Insgesamt habe ich irgendwie das Gefühl, die Handlung hätte auch auf 200 Seiten reduziert werden können. Und ich befürchte einfach, dass Lesende auf dem Weg aufhören und die wichtigen Botschaften im Text verlorengehen. Ich hatte manchmal den Eindruck, einen sachbuchähnlichen Text zu lesen, der seine Längen hatte und dessen Figuren tiefer hätten sein können. Sicherlich sind meine Erwartungen aber auch einfach hoch gewesen und ich möchte nicht sagen, dass „Und alle so still“ ein schlechtes Buch wäre. Für mich ist es einfach nicht ganz rund.
    ...
    Inhaltswarnungen, die Spoiler enthalten können:
    ...
    Stealthing, sexualisierte Gewalt, Tod, Ableismus, Abtreibung, Polizeigewalt, physische Gewalt gegen Frauen, Mord, Misogynie
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  • Rezension zu Und alle so still

    • 4. Mai 2024 um 19:15
    schmerzhaft - 5 Sterne
    Worum geht es?
    Von jetzt auf gleich entscheiden sich Frauen, die Care-Arbeit ruhen zu lassen. Die Gesellschaft und das Land sind nicht gewappnet, was das für Auswirkungen haben wird.
    Worum geht es wirklich?
    Zusammenhalt, Befreiung und Mut.
    Lesenswert?
    Ja, für mich war die Lektüre sehr bewegend und auch bereichernd. Zwischendrin gab es Situationen, denen ich nicht so gut folgen konnte und meine Bewertung hat sehr geschwankt.
    Schlussendlich hat mich das Buch aber auf so vielen Ebenen überzeugt und auch berührt.
    Die drei sehr unterschiedlichen Protagonist*innen fand ich spannend und gut gewählt. Es war schön, dass hier verschieden Altersgruppen repräsentiert wurden - was übrigens für das gesamte Buch gilt. Die Autorin spricht echt viele Themen an: Es geht um Carearbeit, um Pflege, um unterdrückende Familienstrukturen, um toxische Männlichkeit und Gefühle empfinden dürfen. Über allem steht die Frage, was passiert, wenn Frauen ihre Arbeit niederlegen, wenn plötzlich die Arbeit in vielen prekären Berufsfeldern nicht mehr ausgeführt wird. Was passiert im Krankenhaus, was mit den Patient*innen? Die Autorin beschreibt hier in wenigen Szenen das dramatische Ausmaß. Spannend, dass also eine Gruppe eigentlich so viel Macht hat, diese aber real nicht umgesetzt oder genutzt wird. Beispielhaft wird mehrmals Island angesprochen, wo die Frauen tatsächlich für einen Tag ihre Arbeit niederlegten und einfach streikten. Selbstverständlich hat auch die Arbeit von Männern einen großen Wert in der Gesellschaft, dieser wird jedoch allgemein anerkannt und man ist sich dessen bewusst.
    In diesem Buch spielen die Frauen und ihre Arbeit eine Rolle, bzw. auch die generelle Arbeitskraft in bestimmten Berufsgruppen. Eine der Hauptfiguren ist ein junger Mann, der mehrere Jobs annehmen muss um genug Geld zum überleben zu verdienen, dessen Arbeitskraft ausgebeutet wird und der ebenfalls versucht sich von der Last des Patriarchats zu befreien.
    Sprachlich hat mir das Werk gut gefallen, die geschilderten Szenen sind so eindrücklich und teilweise erdrückend. Stellenweise sehr emotional und haben beim Lesen viel aufgewühlt.
    Die Autorin erklärt dabei viele Dinge nicht, sondern lässt sie einfach am Rande einfließen. Aufbauend ist hierbei vor allem die Sicht auf Freundinnenschaft und Loyalität unter Frauen. Extrem bereichernd, dass sich die Autorin hier nicht gängiger Klischees bedient.
    Ich finde das Buch sehr klug und voller wichtiger Themen. Kann man jedem Menschen empfehlen, da man viel dabei mitnehmen kann oder einfach nur leichte Denkanstöße bekommt.
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  • Rezension zu Und alle so still

    • 15. April 2024 um 14:07
    Elin ist Anfang zwanzig und arbeitet seit der Pandemie als Influencerin. Sie hat zwar eine große Anzahl an Followern, aber auch mit Anfeindungen zu kämpfen, die in einer gewaltvollen Erfahrung mit einem Mann gipfeln. Nuri ist neunzehn und hält sich mit zahlreichen Nebenjobs über Wasser: als Barkeeper, als Kurier oder als „Bettenschubser“ in einem Krankenhaus. In eben diesem arbeitet Ruth, Mitte fünfzig, als Pflegerin und sieht sich jeden Tag einer scheinbar unlösbaren Aufgabe gegenüber. Die Lebenswege dieser drei kreuzen sich, als eines Tages Frauen aus Protest auf der Straße liegen.
    „Und alle so still“ ist der vierte Roman aus der Feder der österreichischen Autorin Mareike Fallwickl. Erzählt wird wechselnd aus der Perspektive von Elin, Nuri und Ruth in der dritten Person und der Gegenwartsform, die dem Geschehen eine enorme Unmittelbarkeit verschafft. Wir befinden uns mitten im Geschehen und entdecken nach und nach mit den Figuren selbst, was sich da draußen in der Welt gerade abspielt. Zwischen die Kapitel der Charaktere sind immer wieder andere Erzählstimmen eingeschoben, die einer Pistole z.B. oder die einer Gebärmutter, die auf eine drohende Eskalation hinzuweisen scheinen.
    Der Kern der Handlung mutet zwar dystopisch an, ist aber von erschreckender Realität. Die Mehrheit der Frauen hat im Roman genug von einem Leben im Patriarchat und protestiert, in dem sie von Zuhause fortgeht, Beruf, Mann und manchmal auch Kinder zurücklässt und still auf der Straße liegt. Vor einer Bestrafung fürchten die Frauen sich nicht, denn was soll man ihnen noch antun, was ihnen nicht schon längst angetan wurde? In diesem Chaos finden Elin, Nuri und Ruth zueinander, werden in Beziehung gesetzt und spielen, jede*r auf ganz eigene Art, eine große Rolle im Protest. Auch alte Bekannte aus „Die Wut, die bleibt“ treffen wir wieder.
    „Und alle so still“ ist ein gewaltiger Roman über die Wut auf das Patriarchat und Solidarität untereinander, besonders aber unter Frauen. Er stellt sich die Frage, was alles möglich wäre, wenn wir irgendwann einfach nicht mehr mitmachen – was gleichzeitig Hoffnung und Schrecken bedeutet.
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Ausgaben von Und alle so still

Hardcover

Cover zum Buch Und alle so still

Seitenzahl: 368

E-Book

Cover zum Buch Und alle so still

Seitenzahl: 356

Taschenbuch

Cover zum Buch Und alle so still

Seitenzahl: 368

Besitzer des Buches 27

Update: 24. Januar 2026 um 10:10