Realität+: Virtuelle Welten und die Probleme der Philosophie: Wie VR, AR und KI uns dabei helfen, di
Buch von David J. Chalmers, Björn Brodowski, Jan-Erik Strasser
Titel: Realität+: Virtuelle Welten und die P...
David J. Chalmers (Autor) , Björn Brodowski (Übersetzer) , Jan-Erik Strasser (Übersetzer)
Verlag: Suhrkamp Verlag
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 638
ISBN: 9783518588000
Termin: Neuerscheinung Juni 2023
Aktion
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Kurzmeinung
FrankWe Nur für echte Fans der virtuellen Welten
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Realität+: Virtuelle Welten und die Probleme der Philosophie: Wie VR, AR und KI uns dabei helfen, di
Virtuelle Realität ist echte Realität! In seinem höchst originellen Buch liefert der international führende Philosoph David J. Chalmers eine verblüffende Analyse unserer technologischen Zukunft. Er argumentiert, dass virtuelle Welten keine Welten zweiter Klasse sind und dass wir in der virtuellen Realität ein sinnvolles Leben führen können – ja, vielleicht befinden wir uns sogar schon in einer Simulation. Auf dem Weg dorthin unternimmt Chalmers eine mitreißende Tour durch die großen Ideen der Philosophie und der Wissenschaft. Er nutzt die Technologie der virtuellen Realität, um neue Perspektiven auf altbekannte philosophische Fragen zu eröffnen. Woher wissen wir, dass es eine Außenwelt gibt? Gibt es einen Gott? Was ist die Natur der Realität? Was ist die Beziehung zwischen Geist und Körper? Wie können wir ein gutes Leben führen? All diese Fragen werden durch Chalmers' Analyse in ein anderes Licht gerückt und dadurch auf fruchtbare Weise erhellt. Gespickt mit wunderbar gewitzten Illustrationen, die abstrakte philosophische Themen anschaulich werden lassen, ist Realität+ ein Grundlagenwerk, das die Diskussion über Philosophie, Wissenschaft und Technologie in den kommenden Jahren prägen wird.
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Bewertungen
Realität+: Virtuelle Welten und die Probleme der Philosophie: Wie VR, AR und KI uns dabei helfen, di wurde bisher einmal bewertet.
Meinungen
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Nur für echte Fans der virtuellen Welten
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Realität+: Virtuelle Welten und die Probleme der Philosophie: Wie VR, AR und KI uns dabei helfen, di
- FrankWe
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8. Oktober 2023 um 21:46
Der Autor ist im Bereich der Bewusstseinsforschung bekannt wie ein bunter Hund. Es gibt wohl kein einschlägiges Sach- oder Fachbuch, in dem er nicht mit seinem berühmten Statement vom „hard problem“ zitiert wird. Es ging dabei um den von vielen Forschern als unerklärbar gehaltenen qualitativen Unterschied zwischen neurologischen Prozessen und den darauf basierenden subjektiven Empfindungen.Weiterlesen
CHALMERS treibt es diesmal noch weiter an die Grenzen des Denk- und Vorstellbaren. Das Kernthema seines aktuellen Buches ist die Auflösung der Grenzen zwischen verschiedenen Ebenen von Realität.
Als Ausgangspunkt für seine oft an Absurdität kaum zu übertreffenden Betrachtungen ist die sog. Simulationshypothese. Der Autor macht gleich zu Beginn des Textes deutlich, dass es es für ziemlich wahrscheinlich hält, dass wir uns gerade selbst bereits in einer digitalen Simulation befinden
CHALMERS will seine – sicherlich sehr fern des Mainstreams liegende – Leserschaft immer wieder davon überzeugen, dass es neben dem, was wir als „physikalische“ Realität empfinden, auch verschiedenste Formen von „digitaler“ Realität gibt. Er arbeitet mit einer geradezu zwanghaft wirkenden Detailversessenheit viele detaillierte Szenarien heraus, um zu guter Letzt bei der Erkenntnis zu landen, dass so etwas wie Realität eher etwas Strukturelles als etwas Inhaltliches ist. Damit endet das Buch mit einem Plädoyer für seine besondere Spielart einer idealistischen Weltsicht (in der Geist dann die primäre Basis darstellt und sich die Frage nach dem Übergang zwischen Materie und Bewusstsein erst gar nicht stellt).
Zwischendurch erscheinen die Annahmen und Schlussfolgerungen CHALMERSs so anti-intuitiv und konstruiert, dass sich wohl die allermeisten Leser/innen irgendwann die Frage stellen, ob man sich das wirklich weiter antun sollte. Es ist wirklich Hardcore!
Was liegt in der anderen Waagschale (die ein Weiterlesen zumindest nahelegen könnte)?
CHALMERS ist ganz sicher ein extrem guter Kenner des Science-Fiction-Genres in Literatur, Film und virtuellen Spielewelten der letzten Jahrzehnte. Er schafft immer wieder Bezüge zu unterschiedlichsten Einzelwerken (wobei die „Matrix“ wegen der Nähe zum Thema Simulation eine besondere Rolle spielt). Darüber hinaus scheint er so ziemlich jeden philosophie-technischen Beitrag zu kennen, der jemals zum Themenbereich verfasst wurde.
Gänzlich unerwartet lockt da noch ein dritter geistiger Leckerbissen: Der Autor leistet sich nämlich das (deutlich spürbare) Vergnügen, eine ganze Reihe von grundlegenden Stationen und Ideen der allgemeinen Philosophiegeschichte auf seine diversen Simulationsvarianten anzuwenden. Bis hin zu der Frage, ob man in Bezug auf die Schöpfer einer Simulation (in der man selber möglicherweise lebt), eine Art Theologie (bzw. Methoden der Anbetung) entwickeln sollte (er verneint das nach reiflicher Überlegung).
An solchen und vielen anderen Stellen beschleicht einen manchmal der Gedanke, dass CHALMERS vielleicht doch nur Schabernack mit uns treibt und sich seine Aussagen vielleicht tatsächlich nur auf unsere ganz „normale“ Realität bezieht – sozusagen kunstvoll verfremdet.
Aber das würde diesem Grenzgänger zwischen den Welten nicht gerecht: Der Autor lebt seit Jahrzehnten so selbstverständlich und leidenschaftlich auch in virtuellen Welten, dass man ihn wohl meistens so richtig wörtlich nehmen muss – selbst wenn er auch die Hypothese überprüft, dass alle denkbaren Realitäten sich auch in zufälligen Staubwolken manifestieren könnten…
Für CHALMERS sind digitale Katzen in einer digitalen Simulation nicht weniger real als physikalische Katzen in einer physikalischen Welt. Das gilt insbesondere dann, wenn man sein ganzes Dasein in einer (perfekten) Simulation verbringt. Dass wir nach einer biologischen Existenz vielleicht irgendwann als upgeloadetes Bewusstsein ewig weiterexistieren könnten und dass dann eben auch ein Leben in einer Realität wäre, ist nur ein kleiner Seitenarm seiner exzentrischen Fantasien.
Ob man das Ganze wirklich als intellektuelles Vergnügen oder als abgedrehte Spinnerei empfindet, ist ganz sicher Ansichtssache. Es sei gewarnt: Dieses Buch durchzuhalten, stellt eine echte Herausforderung dar.
Ausgaben von Realität+: Virtuelle Welten und die Probleme der Philosophie: Wie VR, AR und KI uns dabei helfen, di
Besitzer des Buches 1
Update: 29. Dezember 2024 um 21:53



