Ein Hund kam in die Küche
Buch von Sepp Mall
Titel: Ein Hund kam in die Küche
Sepp Mall (Autor)
Verlag: Leykam
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 192
ISBN: 9783701182862
Termin: August 2023
Aktion
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Kurzmeinung
Maesli Wohlwollende 4 Sterne, obwohl es sprachlich recht einfach gehalten ist
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Ein Hund kam in die Küche
»Kindsein in Zeiten des Krieges« Krieg und NS-Zeit aus der Sicht eines Kindes. Ein Roman über die Südtiroler Auswanderung und die NS-Verbrechen an Menschen mit Behinderung Eine Familie aus Südtirol entscheidet sich 1942 im Zuge der »Option» für die Auswanderung ins Deutsche Reich. Der 11-jährige Ludi erzählt von den letzten Tagen im Dorf und der ersten Station im Deutschen Reich: Innsbruck. Auf Anweisung der Ärzte muss sein behinderter Bruder Hanno in eine Anstalt bei Hall gebracht werden. Die restliche Familie zieht weiter nach Oberösterreich. Der Vater wird in die Wehrmacht eingezogen und auch Hanno kehrt nicht mehr zurück. Ein Brief aus einer »Heil- und Pflegeanstalt« des Reiches ist alles, was der Familie von ihm bleibt. Sepp Mall gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller Südtirols, der sich in seinem Werk mit komplexen Themen der jüngsten Zeitgeschichte auseinandersetzt. Wie lässt sich das Unbegreifliche verstehen und wie überlebt man ein kollektives Trauma? Ein bewegender Roman, der in bilddichter Sprache der Trauer eines Kindes um seinen Bruder nachgeht.
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Bewertungen
Ein Hund kam in die Küche wurde insgesamt 5 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.
Meinungen
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Wohlwollende 4 Sterne, obwohl es sprachlich recht einfach gehalten ist
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Ein Hund kam in die Küche
- Maesli
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11. Dezember 2023 um 12:33
Irgendwo in Südtirol, zur Zeit des 2. Weltkrieges und der Option, die es den Südtiroler ermöglichte, das von Italien beherrschte Fleckchen Erde zu verlassen um im Deutschen Reich ein neues Zuhause zu finden. Auch Ludis Familie gehört zu den Optanten, die in das Deutsche Reich wandern. Was wird sie erwarten?Weiterlesen
Jeder wolle dorthin, wo er herkomme, hatte sie gesagt, weil es nur eine Heimat gebe auf der Welt.
Meine persönlichen Leseeindrücke
Sepp Mall ist ein bekannter Südtiroler Autor und die Nominierung seines neuesten Romans „Ein Hund kam in die Küche“ für den deutschen Buchpreis hat für einigen Medienrummel im Lande gesorgt. Ich war erstaunt und wollte natürlich dieses Buch lesen, zumal die Reaktionen darauf allesamt sehr positiv ausfielen.
Die Option, die die Südtiroler in zwei Lager, die „Dableiber“ und die „Optanten“, gespalten hat, ist bis heute spürbar. Direkt betroffen davon war die Generation meiner Großeltern, die in einer Zeit des Krieges, des Faschistenterrors und der nationalsozialistischen Propaganda entscheiden mussten, im Land zu bleiben oder auszuwandern. Dazu muss man vielleicht wissen, dass der Südtiroler ein erdverbundener Mensch ist und ich kann nur erahnen, was es heißen musste, die geliebte Heimat zu verlassen. Man weiß noch heute, welche Familie zu den „Dableibern“ gehörten, ein negativ behaftetes Attribut für jene, die den italienischen Faschismus akzeptiert hatten, weil sie ihr Land nicht aufgeben wollten. Insofern habe ich mir zumindest was diesen Aspekt betrifft eine etwas intensivere Betrachtung der familiären Umstände (der Bruder ein Dableiber, der Vater von Ludi ein Optant) erwartet.
Leider wird nicht nur dieses Thema oberflächig gestreift. Viele Stellen hätte Sepp Mall besser herausarbeiten und tiefer in die Gefühlswelt der Romanfiguren eindringen können (besonders jener der Mutter). Man bekommt nur eine vorsichtige Ahnung, wie schwer die Entscheidung auf Ludis Mutter lastete und wie ihre Jahre in der Fremde waren, was es bedeutete nach Hause zu kommen und welche schweren Veränderungen im Charakter des Vaters das Leben nachträglich änderten. Dieses Vage hemmt die Erzählung. Selbst wenn die imaginären Gespräche mit dem toten Bruder durchaus gelungen sind, so bleibt dennoch ein etwas schaler Geschmack einer flüchtig erzählten Geschichte zurück, die in keinster Weise widerspiegelt, was der teuflische Hitler-Mussolini-Pakt mit Südtirols Seelen angestellt hat.
Es war nicht mehr wie früher. Vater wusste das auch, nur Mama tat so, als gäbe es diese fünf, sechs Jahre nicht, die wir weggewesen waren.
Ausgaben von Ein Hund kam in die Küche
Besitzer des Buches 7
Update: 15. Juni 2025 um 13:05




