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Bin das noch ich

Buch von Stefan Moster

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Bin das noch ich

Musik ist Simons Beruf und seine Berufung. Doch eines Tages auf einer Sommertournee durch Finnland, als er in einer Kirche Bartóks Solosonate für Violine spielt, passiert es: Zwei Finger der linken Hand verweigern ihren Dienst, Simon muss das Konzert abbrechen. Er ahnt, dass es sich nicht um einen einmaligen Aussetzer handelt, sondern um einen nicht heilbaren Defekt. Während er noch unter Schock steht, bietet eine Musikerkollegin an, ihm für eine Weile ihr Ferienhäuschen auf einer Schäreninsel zu überlassen, damit er Klarheit über seine Lage gewinnen kann. Ganz allein macht Simon sich mit der Natur der kleinen Insel vertraut, dem Meer, den Bäumen, den Möwen, lernt Bootfahren und Holzhacken. Und sucht nach einer Antwort auf die Frage, was er ohne seine Geige sein kann.
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Bewertungen

Bin das noch ich wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Meinungen

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Bin das noch ich

    Symphonie der Stille
    Dieses Jahr scheint das „Jahr der leisen (Buch-)Töne“ zu sein. Anscheinend sehnen sich auch Autor:innen in diesen lauten Zeiten nach Ruhe und Zurückgezogenheit und schicken die Hauptpersonen ihrer Romane auf einsame Inseln, an (verregnete) schottische Lochs oder wie in „Bin das noch ich“ von Stefan Moster (erschienen im mare-Verlag) auf eine finnische Schären-Insel, die (hauptsächlich) von Vögeln bewohnt wird, die sich nebenbei als „heimliche Stars“ des Romans herauskristallisieren.
    Anyway: Dem Geiger Simon versagen bei einem Konzert der Solo-Sonate des Komponisten Béla Bartok die Nerven der linken Hand. Verzweifelt nimmt er das Angebot einer Kollegin wahr, sich auf einer finnischen Schäreninsel auszuruhen und über seine dramatische und karrieregefährdende Lage nachzudenken. Was macht ein Berufsmusiker, wenn ihm die Existenz buchstäblich unter den Fingern wegbricht?
    Dieser Frage geht Stefan Moster eindrucksvoll nach. Nicht nur, dass er die Leser:innen tief in Simon´s Seele, seine Gedanken und sein „sich selbst wiederfinden“ mitnimmt. Nein, er eröffnet Simon und somit auch uns (den Lesenden) eine Welt, die dem Hobby des Autors entspringt: der Ornithologie. Präzise Beschreibungen von Lauten, Wesensarten etc. verschiedener die kleine Schäreninsel bevölkernde Vogelarten stehen gleichberechtigt neben Simons Schicksal, seinen Zweifeln, Ängsten. Zwischendurch hat man als Leser:in Angst, es könnte etwas Schlimmes passieren – aber Stefan Moster umschifft gekonnt die Klippen des Schreckens und die Leser:innen können beruhigt aufatmen.
    Neben der eigentlichen Handlung gibt es immer wieder (fiktive) Briefe von Simon an eine ukrainische Geigerin, zu der er aufblickt, die er als das „Non-Plus-Ultra“ hält, an deren Klasse er nie heranreichen wird. Nun, hier möchte man Simon sagen:
    „Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.“ (Marlon Brando)
    Obwohl ein gesundes Maß an Selbstzweifel erlaubt sein sollte…Egal, das jetzt weiter auszuführen ist nicht Sinn und Zweck dieser Rezension *g*.
    Neben den schon genannten Inhalten gibt es natürlich immer wieder (musikalische) Bezüge, nicht nur auf Béla Bartok, aus dessen Leben die Leser:innen einiges erfahren, sondern auch auf etliche (klassische) Musikstücke sowie Hinweise auf Musiker:innen, die Simons Schicksal teilen. Als „Luxuskritikpunkt“ bringe ich jetzt mal die fehlende „Playlist“ zum Buch an, die es (mir) erleichtern würde, die im Buch genannten Stücke (schneller) hören zu können *g*. Aber das schmälert nicht im Geringsten meine Begeisterung für diese „Symphonie der Stille.“
    Darum gibt es 5* und eine absolute Leseempfehlung!
    ©kingofmusic
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  • Rezension zu Bin das noch ich

    Der Geiger Simon Abrameit hat Probleme mit seiner linken Hand. Er sorgt sich, aber erst als es bei einem Solokonzert Probleme gibt, muss er sich der Realität stellen. Auf einer einsamen Schäreninsel versucht er herauszufinden, wer er ist und was sein Handikap für ihn bedeutet. Doch auch hier auf der Insel vermeidet er, sich mit seinem Problem auseinanderzusetzen. Lieber beobachtet er das Meer und die Vögel, hackt Holz und repariert ein Baumhaus. Darüber hinaus vergleicht er sich mit Künstlern, die ein ähnliches Schicksal getroffen hat. Besonders das Schicksal von Bela Bártok beschäftigt Simon. Er schreibt Briefe an Darja, die er als Jugendlicher bei einem Vorspiel kennenlernte und mit der er sich immer wieder vergleicht. Diese Briefe wird er nie absenden. Bei allem was er auf der Insel tut, ist auch stets die Musik in und um ihn.
    Es ist ein ruhiger, etwas melancholischer Roman, der mich trotzdem gepackt hat. Immer wieder habe ich zwischendurch die Musikstücke angehört, die im Buch erwähnt wurden. Die Beschreibung der Natur, vor allem der Vögel, hat mich beeindruckt. Ich habe beim Lesen das Meer rauschen hören und das Konzert der Vögel.
    Auch den inneren Konflikt von Simon konnte ich gut nachvollziehen, denn was bleibt, wenn das Wichtigste im Leben plötzlich nicht mehr möglich ist. Simon hat zwar Schwierigkeiten Geige zu spielen, doch die Musik ist in ihm und wird ihm auch nicht verloren gehen. Doch bis Simon das erkennt und sich seinen Problemen stellt, benötigt er eine ganze Weile.
    Mir hat dieser leise, aber dennoch intensive Roman mit seiner bildhaften, poetischen Sprache gut gefallen.
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Ausgaben von Bin das noch ich

Hardcover

Seitenzahl: 272

Update: