Bis wir Wald werden

Buch von Birgit Mattausch

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Bis wir Wald werden

»Das Bleiben. Das Gehen. Ununterscheidbar, wo es beginnt, wo es endet.« Ein Hochhaus am Waldrand ist das Zuhause von Nanush und ihrer Urgroßmutter Babulya. Einst hat die Urgroßmutter ihre Urenkelin von Sibirien nach Deutschland getragen, nun deckt Nanush die alte Frau abends mit einer Steppdecke zu. Voller Wärme und Poesie erzählt Birgit Mattausch von einem unzertrennlichen Familienband und einer ganz besonderen Hausgemeinschaft. Wenn Babulya sagt, sie seien aus dem Frühling gekommen, weiß Nanush, dass ihre Urgroßmutter nicht nur sie beide damit meint, sondern alle Bewohner*innen des Hauses: Oma Elsa, die weder Hochdeutsch noch Russisch spricht, Felek, die aus Kurdistan geflüchtet ist, Vitali, der sich von seinem Hund beschützen lässt, oder Gregorij, der weiß, wie man Sonnenblumenkerne im Mund schält. Jahrelang war Babulyas Küche der Mittelpunkt all ihrer Geschichten, mit den Tomatenpflänzchen am Fenster und dem Salbei an der Decke. Doch nun ist Babulya so alt, dass sie kaum noch ihr Bett verlässt. Was bedeutet es für die Hausgemeinschaft und was bedeutet es für Nanush, wenn die Hüterin ihrer Erinnerungen eines Tages nicht mehr da ist? Ein Familienroman, der bildstark vom Wurzelnschlagen auf betoniertem Terrain erzählt.
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Bewertungen

Bis wir Wald werden wurde insgesamt 9 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,4 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Bis wir Wald werden

    Ein Hochhaus mit 16 Stockwerken à 5 Wohnungen am Stadtrand, in der Nähe einer Autobahnausfahrt, dahinter ein Wald; hier wohnt Nanushka mit ihrer Familie und Freunden in bescheidenen Verhältnissen.
    Babulya, ihre Urgroßmutter, hatte sie einst von Sibirien nach Deutschland getragen, um ihr in der neuen alten Heimat ein besseres Leben zu ermöglichen. Während das unter der Aufsicht der Urgroßmutter Mädchen aufwächst, wird diese das emotionale Zentrum der Hausgesellschaft.
    Jetzt ist Babulya so alt, dass sie kaum noch ihr Bett verlässt. Nanushka kümmert sich liebevoll um sie, ist sie doch ihre wichtigste Bezugsperson und ihre emotionale Anbindung an ihr Geburtsland. Erinnerungen an Babulyas Leben in Sibirien verbinden sich mit der Gegenwart und Nanushka tritt Babulyas Erbe an.
    Nicht dieses Erbe. Das andere. Du wirst unser Haus sein.
    Meine persönlichen Leseeindrücke
    „Bis wir Wald werden“ ist ein besonderes Buch, das mit einem besonderen Ton besticht, und das über das Leben der Russlanddeutschen (oder auch Spätaussiedlern) in Deutschland erzählt, aus erster Hand der Autorin sozusagen. Birgit Mattausch hat als Pastorin viele Jahre diese besondere Minderheit begleitet und erzählt in ihrem Debütroman über das Leben in Deutschland und die Erinnerungen der älteren Generation an Sibirien.
    Nanushka kommt als Baby nach Deutschland. Ihre Urgroßmutter hat sie buchstäblich den langen Weg aus der Sibirien getragen, um ihr ein neues Leben zu schenken. So wächst das Mädchen mit ihren Cousinen in der neuen, fremden Heimat auf, denn was nun Heimat ist, scheint sich zu einem kompliziertes Verhältnis zu entwickeln. Die Frage nach der Identität der Spätaussiedler, wie sie zur deutschen Gesellschaft stehen und passen und was die eigene Familiengeschichte ist, wird behutsam und feinfühlend dargelegt.
    Pässe auf denen einmal gestanden hat, wir seien deutsch, russisch, wir seien kurdisch, wir seien irgendetwas, das wir vergessen haben. Nun sind wir nichts mehr. Und wir sind alles.
    Immer wieder werden pointierte Alltagsepisoden von Nanushka und ihren Freunden mit Rückblicken der Urgroßmutter an ihr Leben in der Sowjetunion unterbrochen. Besonders die Traumausschnitte, in denen Babulya ihrem geliebten Mann, dem Bären, im Wald begegnet, der verschleppt wurde und nicht mehr zurückkehrte, wird sehr berührend erzählt. In Deutschland ist Babulyas Reich eine Miniküche in einer Wohnung dieses Architekturmonsters, abgeschirmt von der Realität der neuen Heimat, verstrickt mit Erinnerungen und vielen Weisheiten.
    Nur wohin wir mit all den Geschichten sollen, der Angst, die nachts vor unserem Bett steht, den Plänen, Träumen, das wissen wir nicht.
    Doch das Buch ist auch eine Hommage an Babulya, die für eine Generation von Frauen steht, die in der Sowjetunion keine Zukunft sahen und die Aussiedlung nach Deutschland als einzige Chance für ein gesichertes Leben für sich und die kommenden Generationen.
    Im Wald war sie schneller und jünger als zwischen Menschen, ihre Schultern gerader. Meine schöne stolze Babulya. Sie kannte jede Flechte, Stein, Kraut, Wusste Wege in Dickicht und wieder hinaus.
    Fazit
    „Bis wir Wald werden“ erzählt von Russlanddeutschen, die nach Deutschland kamen um sich hier in der Heimat eine neue Existenz aufzubauen. Es ist die Geschichte von Nanuschka und ihrer Urgroßmutter Babulya, aus ungewohnter Perspektive.
    Sie haben uns angesiedelt, umgesiedelt, ausgesiedelt, spätausgesiedelt. Nein, das Letztere haben wir selbst getan.
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  • Rezension zu Bis wir Wald werden

    Klappentext:
    Ein Hochhaus am Waldrand ist das Zuhause von Nanush und ihrer Urgroßmutter Babulya. Einst hat die Urgroßmutter ihre Urenkelin von Sibirien nach Deutschland getragen, nun deckt Nanush die alte Frau abends mit einer Steppdecke zu. Voller Wärme und Poesie erzählt Birgit Mattausch von einem unzertrennlichen Familienband und einer ganz besonderen Hausgemeinschaft.
    Wenn Babulya sagt, sie seien aus dem Frühling gekommen, weiß Nanush, dass ihre Urgroßmutter nicht nur sie beide damit meint, sondern alle Bewohner*innen des Hauses: Oma Elsa, die weder Hochdeutsch noch Russisch spricht, Felek, die aus Kurdistan geflüchtet ist, Vitali, der sich von seinem Hund beschützen lässt, oder Gregorij, der weiß, wie man Sonnenblumenkerne im Mund schält. Jahrelang war Babulyas Küche der Mittelpunkt all ihrer Geschichten, mit den Tomatenpflänzchen am Fenster und dem Salbei an der Decke. Doch nun ist Babulya so alt, dass sie kaum noch ihr Bett verlässt. Was bedeutet es für die Hausgemeinschaft und was bedeutet es für Nanush, wenn die Hüterin ihrer Erinnerungen eines Tages nicht mehr da ist? Ein Familienroman, der bildstark vom Wurzelnschlagen auf betoniertem Terrain erzählt.
    Mein Lese-Eindruck:
    Babulya, eine Russlanddeutsche, verlässt mit ihrer nur wenige Monate alten Urenkelin ihre Heimat und übersiedelt wie viele andere auch nach Deutschland, der Heimat ihrer Vorfahren. Diese Russlanddeutschen sind keine Flüchtlinge und keine Vertriebenen, auch wenn vielen das Schicksal der Vertreibung durch die Politik Stalins vertraut ist; sie sind Umsiedler bzw. Spätaussiedler, die im Zuge der Ostpolitik vor allem in den 80er Jahren in die Bundesrepublik wechselten.
    Babulyas neue Heimat besteht aus einer Wohnung in einem Hochhaus an der städtischen Peripherie, in der sie zusammen mit anderen Russlanddeutschen lebt. Ihre Küche ist das Zentrum des Zusammenlebens mit ihrer Enkelin Nanush und auch das Zentrum für Begegnungen mit den anderen Bewohnern. Hier werden die Geschichten erzählt, die Babulya bewahrt hat und weitergibt und die mit diesem Buch dem Vergessen entrissen werden.
    Die Geschichten Babulyas beschwören eine Vergangenheit herauf, die von Entbehrungen, Hunger, staatlicher Willkür, Verschleppungen und persönlichen Tragödien gekennzeichnet ist. Ihre Geschichten erzählen aber auch von Geheimnissen, phantastischen und ins Mythische überhöhten Ereignissen, von Traditionen, von Essgewohnheiten, Familienzusammenhalt und Zukunftsträumen.
    Babulya und ihre Ur-Enkelin Nanush sind in fast symbiotischer Liebe miteinander verbunden. Inzwischen ist Babulya alt und pflegebedürftig, sodass sich ihre Rollen vertauschen. Nun ist es Nanush, die sich mit Hingabe um ihre Urgroßmutter kümmert, auch wenn sie dabei immer wieder an ihre Grenzen kommt.
    Durch die Ich-Erzählerin Nanush erfährt der Leser auch die Gegenwart der russlanddeutschen Wohngenmeinschaft, z. B. ihre Puzzle-Bilder an der Wand, die Vorliebe für Plastikblumen, die Liebe zu den traditionellen kleinen Kopftüchern und zu eingelegten Salzgurken, ihren altertümlichen Dialekt, ihre beruflichen Träume und das häufige Platzen dieser Träume.
    Die Autorin wählt für ihren Roman eine Sprache, die den Erzählungen Babulyas angepasst ist. Realität und Traumvorstellungen vermengen sich miteinander; Menschen verwandeln sich, und auch das Haus verwandelt sich zu einem Nadelbaum, der seine Äste in den Himmel streckt. Der Wald wird zu einem Bild des Todes, dem sich Babulya zum Zeitpunkt der Erzählung annähert, und die Krähen, die Todesbotinnen, warten bereits auf sie. Dazu passen auch die poetischen „Beschreibungen“ der Personen, die dem Leser nicht immer Konkretes bieten, aber doch einen Eindruck vermitteln. Vieles bleibt in Andeutungen stehen wie z. B. die Tatsache, dass Nanush bei der Umsiedlung auf die Begleitung ihrer Mutter verzichten musste. Auch die Erzählungen sind oft eher Fragmente und wirken wie schlaglichthafte Erinnerungen. Ein wenig mehr Ausgesprochenes hätte dem Roman mehr Konturen verliehen.
    Die stets lyrische Sprache hat durchaus ihren Reiz. Sie wird verstärkt durch eingeschobene rechtsbündige Texte, durch eine Vielzahl von Metaphern und eigenwillige Satzstrukturen. Aber nicht alle Ereignisse sind wohl dazu geeignet, in einem poetischen Schwebezustand gehalten zu werden. Wenn z. B. der Junge Vitali, auf Aufforderung seiner Mutter hin, ein anderes Kind so zusammenschlägt, „bis der Boden vor unserem Haus rot war von Blut“, dann kommt die Poetik an ihre Grenzen. „Und Momes Wald. Reh Wolf Bär unsre Freunde. Das Licht uns golden im Haar“ – solche staccato-artigen Sätze und auch der Einsatz vieler stilistischer Mittel sind unbestritten kunstvoll, aber die Häufung wirkte auf mich nur maniriert und zu gewollt.
    Bei aller Liebe zur Lyrik: mir war es zuviel.
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  • Rezension zu Bis wir Wald werden

    Einfühlsam, zärtlich und poetisch schreibt Birgit Mattausch über das Leben von Aussiedlern in einem Hochhaus, das direkt am Waldrand liegt. Die meisten von ihnen sind Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion. Wurden sie in ihrer früheren Heimat als „die Deutschen“ bezeichnet, sind sie nun „die Russen“. Bruchstückhaft erfährt man ihre Biografien. Liest atemlos von Repressalien, Zwang, Deportation und Angst. Mattausch lässt auch den hiesigen Umgang mit den Spätaussiedlern nicht aus, mitsamt seinen gepflegten Vorurteilen.
    Babulya wanderte mit ihrer Ur-Enkelin Nanushka nach Deutschland aus. Nanushkas Oma und Mutter haben sich von ihren Wurzeln abgewandt und sind in der ehemaligen Sowjetunion geblieben. Babulya zog ihre Ur-Enkelin mit unendlich viel Liebe und Zärtlichkeit auf, wünschte sich nicht mehr, als dass sie es besser haben sollte. Lehrte sie alles, was sie weiß. Sie zogen mit vielen anderen Aussiedlern in ein Hochhaus, nahe an einem Waldrand. Der Lebensmittelpunkt des Hauses ist die Küche von Babulya. Klein ist diese Küche und trotzdem groß. „Das Herz unseres Hauses. Oder sein Magen.“ (S. 3)
    Mit den Jahren wendete sich die Beziehung, nun ist es Nanushka, die sich um ihre Ur-Großmutter Babulya kümmert. Das wird so fein und mit Elementen des magischen Realismus erzählt, dass es mir beim Lesen das Herz erwärmt hatte.
    Mir hatte die Lektüre außerordentlich gut gefallen, es hatte mich sehr berührt. Ich mag poetische und magische Geschichten. Dazu hatte Mattausch auch noch wunderbare Figuren erschaffen, wie die geheimnisvolle Frau mit dem roten Kopftuch, an der Bushaltestelle. Rätselhaft, ohne viel Worte, aber immer für Andere da. Oder Oma Elsa, deren Dialekt mich an das meiner schlesischen Wurzeln erinnerte. Wobei mir der Einstieg in das Buch zunächst nicht gerade leicht fiel. Ungewohnt war der Stil der Geschichte für mich, doch nach einigen Seiten wurde ich davon eingezogen. Birgit Mattausch hat es mit wenigen Worten, die wie feine Federstriche wirken, geschafft, mir die Personen des Buches, ihre Sehnsüchte, ihre Ängste, überhaupt ihr Leben nahe zu bringen. Ein wunderbares Buch, dem ich gerne 5-Sterne gebe.
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  • Rezension zu Bis wir Wald werden

    „Unsere Geschichten stehen in keinem Buch. Sie sind nur gedacht, geflüstert, eingeritzt in die Wände aus Beton. Spuren aus Staub in den Kellern.“
    (Seite 83 im eBook)
    Dieser schmale, aber feine Roman gibt den vielen Spätaussiedler*innen auf bewegende Weise eine Stimme: Hunderte von Jahren an Familiengeschichte werden in Biografieschnipseln zwischen Süddeutschland, Wolga, Kirgisien, Kasachstan, Sibirien und einem Hochhaus in einer namenlosen Stadt verortet. Migration und Deportation prägten das Leben dieser Menschen über Generationen hinweg – erst angesiedelt, dann wiederholt umgesiedelt, schließlich ausgesiedelt oder spätausgesiedelt. Ein Wellenspiel aus Gehen und Bleiben und wieder Gehen, mal freiwillig, oft erzwungen. Dabei verloren gegangene Menschen, zwangsweise zurückgelassene Kinder. Die einschneidenden Wechsel von politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen mit ihren jeweiligen Repressalien gegen die „Deutschen“, später die „Faschisten“ und schließlich, nach der Rückkehr nach Deutschland, die „Russen“… Mattausch beleuchtet schlaglichtartig die Brüche in den Biografien, den Gebrauch der verschiedenen Muttersprachen, das Festhalten der Menschen an geliebten alten Gewohnheiten, aber auch die in den Familien weitergegebenen Traumata, die Suche nach Identität, die Kluft zwischen erlebtem Mangel bis hin zum traumatischen Erleben des Hungertods von Kindern und der dann unfassbaren Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln im deutschen Supermarkt, das Gelingen und häufigere Scheitern von Berufsbiografien... Das alles verpackt sie in kleine Puzzleteile voller Wärme, Poesie und einer ordentlichen Portion Magischem Realismus.
    Vor allem die beiden Hauptfiguren haben mich verzaubert. Man wird lesend Zeug*in des alltäglichen Lebens einer erweiterten Großfamilie im Hochhaus, das sich jahrelang um die nun immer kleiner und gebückter werdende Urgroßmutter in deren Küche zwischen Pelmeni, getrockneten Kräuterbüscheln, eingelegten Salzgurken, reichlich Tee und Wodka drehte. Babulyas Küche ist das Herz und der Magen des Hauses – und so soll es bleiben, denn ihre Urenkelin Nanushka wird darauf vorbereitet, in Babulyas Fußstapfen zu treten. Die Erinnerungen und Erzählungen von Sibirien und den vorherigen Lebensstationen der Familie sollen nicht ausgelöscht werden, denn so, wie Babulya immer weniger wird und die Familie sich voller Liebe und Respekt um sie kümmert, man sich von ihr verabschieden und sie loslassen muss, wird es zunehmend an Nanushka sein, den Tee zu kochen, die Salzgurken einzulegen und die Geschichten weiterzuerzählen, in denen Realität und Träume sich auf magisch-poetische Weise miteinander vermischen.
    „Babulyas Geschichte verweht unter all dem Schnee. Sie verweht in der Nacht und dem Lied, das sie mir singt oder das ich ihr singe, ich weiß es oft nicht. Ein Lied von den Schwänen, sie fliegen nach Norden und bringen von dort den Frühling mit. Und dann schlafen wir ein.“
    (Seite 86 im eBook)
    5 Sterne für ein Jahreshighlight.
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  • Rezension zu Bis wir Wald werden

    Sehr berührend und einfühlsam erzählt Birgit Mattausch in "Bis wir Wald werden" über das Leben in einem Hochhaus, das von Aussiedler*innen aus der ehemaligen Sowjetunion bewohnt wird. Das ist umso bemerkenswerter, da die Autorin keinen entsprechenden familiären Hintergrund hat. Allerdings war sie als Pastorin jahrelang in einer schwäbischen Gemeinde tätig, der viele Aussiedler*innen angehörten.
    Die Protagonistin Nanush, inzwischen erwachsen, kam mit ihrer Urgroßmutter Babulya als Baby nach Deutschland und lebt noch immer mit ihr im selben Haus, aber in einer eigenen Wohnung. Babulyas Küche ist der Treffpunkt für viele Bewohner aller Generationen des Hochhauses, die wie in einer Großfamilie zusammenleben und Wärme in der Gemeinschaft suchen.
    In einer sehr poetischen Sprache beschreibt sie die innere Zerrissenheit der Menschen, die in der Sowjetunion als Deutsche und Fascisti galten und hier in Deutschland als Russen wahrgenommen werden. Immer wieder taucht der Wald mit seinen Tieren als Ort der Sehnsucht für die Entwurzelten auf, die Erinnerung an die endlosen Birkenwälder der Sowjetunion lebt in den Träumen weiter.
    Hierbei vermischen sich Realität und Phantasie, Erinnerung und Traum. Einige Abschnitte haben geradezu lyrischen Charakter und sind rechtsbündig formatiert in den Text integriert.
    Ich muss gestehen, dass mir der poetische Stil mit teils magischen Elementen nicht liegt, ich bevorzuge eher nüchtern-klare Erzählweisen. Wer diesen jedoch mag, wird hier eine sehr lesenswerte und anrührende Lektüre finden.
    4 Sterne.
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Ausgaben von Bis wir Wald werden

Hardcover

Seitenzahl: 176

E-Book

Seitenzahl: 167

Besitzer des Buches 9

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