Porträt auf grüner Wandfarbe

Buch von Elisabeth Sandmann

  • Kurzmeinung

    Rapunzel
    Die Story war mir etwas zu überladen
  • Kurzmeinung

    nordlicht
    eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, aber auch die Geschichte einer großen Freundschaft, sehr lesenswert

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Porträt auf grüner Wandfarbe

Porträt auf grüner Wandfarbe | bewegender Generationenroman Elisabeth Sandmanns großartiges Romandebüt über eine außergewöhnliche Familie im 20. Jahrhundert 1918 trifft die bodenständige Ella im oberbayerischen Schloss Elmau auf die glamouröse Ilsabé. Es entsteht eine ebenso unzerbrechliche wie komplizierte Freundschaft, die Kriege übersteht, Jahrzehnte überdauert und dramatische Geheimnisse bewahrt. Schon als Mädchen träumt Ella Blau aus Bad Tölz von eigenen Schuhen aus Leder, die ihr den Weg in ein unabhängiges Leben ermöglichen sollen. Jahrzehnte später liest die junge Londoner Übersetzerin Gwen die roten Hefte, die Ella bis 1938 mit ihren Erinnerungen gefüllt hat. Ellas Aufzeichnungen führen Gwen in das legendäre Hotel Schloss Elmau, zu einem Gutshof bei Köslin und in das Berlin der 1920er-Jahre. Ellas Schicksalsfreundin Ilsabé, Gwens inzwischen 94-jährige und reichlich kapriziöse Großmutter, scheint ihr Wichtiges aus der Vergangenheit zu verschweigen. Geht es nur um verlorene Bilder oder doch um viel größere Verluste? Auf ihrer Reise in die aufwühlende Geschichte ihrer Familie versucht Gwen, das Geheimnis zu entschlüsseln. Wer Susanne Abels Gretchen-Romane oder Alena Schröders »Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid« mochte, wird Elisabeth Sandmanns wunderbares Jahrhundertporträt und seine einzigartigen Heldinnen lieben. Für »Porträt auf grüner Wandfarbe« hat Elisabeth Sandmann sich von zahllosen Büchern, Briefen, Postkarten und Reiseführern aus der Vergangenheit inspiriren lassen. So ist ein hinreißender Roman entstanden, der Orte, Schicksale und Begebenheiten zu einer faszinierenden und vielschichtigen Geschichte verwebt, die man nicht mehr aus der Hand legen kann. Das perfekte Geschenk für die beste Freundin, packende Urlaubslektüre, kluge Unterhaltung, spannend erzählte Zeitgeschichte. Elisabeth Sandmann, Verlagsbuchhändlerin, Autorin und Verlegerin, hat in ihrem Roman »Porträt auf grüner Wandfarbe« Figuren erschaffen, die einen weit über die Lektüre hinaus begleiten und die man für immer im Herzen behält.
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Bewertungen

Porträt auf grüner Wandfarbe wurde insgesamt 12 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

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Meinungen

  • Die Story war mir etwas zu überladen

    Rapunzel

  • eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, aber auch die Geschichte einer großen Freundschaft, sehr lesenswert

    nordlicht

  • Eine komplexe Familiengeschichte über mehrere Generationen. Die Geheimnisse und wichtigen Fragen des Lebens

    Emili

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Porträt auf grüner Wandfarbe

    Das Gefühl von Schuld
    Porträt auf grüner Wandfarbe, Familienroman von Elisabeth Sandmann, EBook von Piper ebooks.
    Eine faszinierende Spurensuche mit starken Frauenpersönlichkeiten und besonderen Schicksalsorten, eine Geschichte über Hoffnungen und Träume, Schuld und Vergebung.
    Gwen erhält einen Anruf von ihrer Tante Lily, ob sie mit ihr eine Reise in die Vergangenheit der Familie unternehmen will. So gerät Gwen tief in die Geschehnisse über eine komplizierte Freundschaft sehr unterschiedlicher Frauen die Jahrzehnte übersteht, Geheimnisse offenbart und dramatische Familienzusammenhänge aufdeckt.
    Umfangreiche Kapitel sind mit Schlagworten die den Inhalt zusammenfassen überschrieben. Tagebucheinträge und Briefe erscheinen kursiv deutlich gemacht. Mehrere Zeitebenen und Rückblicke ziehen sich durchs ganze Buch, durch den Wechsel wurde die Spannung zusätzlich befeuert. Hauptsächlich erscheint die Erzählung aus der Sicht von Ella und Gwen. Die Autorin schreibt flüssig und mit viel Gefühl für die jeweilige Epoche, besonders gut gefallen haben mir die Schilderungen vom Setting, die Landschaften, die Städte und Gebäude, doch auch die handelnden Charaktere hatte ich direkt vor Augen.
    Hier handelt es sich um eine extrem komplexe Geschichte, die sehr langsam in Fahrt kommt. Zusammen mit den Tagebüchern von Ella bin ich mit Gwen in die Familiengeschichte eingetaucht. Anfangs hätte ich es sehr hilfreich gefunden ein Personenregister zu haben um dort die Vielzahl der Personen überblicken zu können. Ich habe mir selbst auf einem Zettel die Zusammenhänge und Familienverbindungen notiert um mich besser zurechtzufinden. Was am Anfang im Zusammenhang noch sehr verwirrend ist, klärt sich jedoch im Laufe der Lektüre. Insgesamt fand ich jedoch, dass es sich hier um ein wenig zu viele Lügen, Geheimnisse und dunkle Verstrickungen gehandelt hat. Etwas weniger davon, wäre nachvollziehbarer gewesen. Und immer wenn es eine Phase gab, in der Gwen die Zusammenhänge nicht mehr überblicken konnte war da ein verstaubter Koffer eine vergessene Truhe, ein vergilbter Brief oder in einem Versteck ein Puzzle-Teilchen, wie aus dem Hut gezaubert. Ich empfand es insgesamt ein wenig zu dick aufgetragen. Da wäre weniger mehr gewesen.
    Trotzdem hat die Geschichte einen starken Sog auf mich ausgeübt, sie war voller Emotionen, Gefühle und vor allem haben mich die starken Frauen beeindruckt. Außerdem fand ich sie faszinierend, weil ich selbst gerne in alten Briefen Fotoalben und in meiner Familiengeschichte stöbere. Das große Familienrätsel, blieb bis zum Ende spannend. Meine Lieblingsfigur war Ella, sie hat mit Abstand die größte Entwicklung gemacht. Auch Jola Frau Huber und Onkel Theo konnte ich gut leiden. Nimmermüde hat Ella es aus ärmlichsten Verhältnissen nach oben geschafft, einzig mit der aussichtslosen Liebe, bzw. Bewunderung für Jacob hat sie mich enttäuscht, er hatte stets nur Augen für Eine, Ella wurde m. E. nur ausgenutzt. Ilsabé scharfzüngig und verletzend mit ihrer Oberflächlichkeit, ihrem Standesdünkel und ihrem Egoismus fand ich unerträglich, trotz Altersmilde fand ich sie immer noch unsympathisch.
    Insgesamt habe ich das Buch genossen, interessante Figuren, spannende Familienheimlichkeiten, erschütternde Schicksalsschläge, die Autorin hat wirklich keine Begebenheit in der Zeitgeschichte ausgelassen, das zeugt von einer gründlichen Recherche.
    Deshalb eine Leseempfehlung, für die Fans von spannend erzählter Weltgeschichte entlang Familiengeheimnissen.
    Von mir dafür 4 Sterne.
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  • Rezension zu Porträt auf grüner Wandfarbe

    Meine Gedanken zu dem Roman:
    Die Geschichte ist mit einigen Worten nicht zu umfassen, denn die ist vielschichtig, wechselhaft, verborgen und fest verwoben. Eins passt zu dem anderen, doch diese rätselhafte Verbindung liegt es an dem Leser zu entwirren. Hört sich vielleicht kompliziert an, ist es aber nicht. Der Roman bereitete mir als Leserin oder besser gesagt Zuhörerin großes Vergnügen. Eine Lektüre, wie ich, die mir für die freien Stunden am Abend beim guten Wetter vorstelle. Fließend und fesselnd entwirrt die Autorin die Geschichte von Ella und Ilsabé. Über viele Jahre hinweg, und mit vielen wichtigen politischen und sozialen Momenten verbunden.
    Auf den Inhalt würde ich gar nicht eingehen, in etwa kann sich jeder Leser vorstellen, was sich hinter einem Roman mit einem Familiengeheimnis, das die Generationen übergreift, verbirgt. So ist es auch bei Frau Sandmann, sie hat die Welt nicht entdeckt mit diesem Roman. Doch für die Liebhaber Familienromanen, die hervorragend recherchiert sind, keine logischen Fehler aufweisen, mit Wissen und Fakten glänzen und obendrauf noch fesselnde Geschichte anbieten, ein Muss.
    Als ich die Informationen über die Autorin gelesen habe, denn ich möchte immer wissen, mit wem ich es zu tun habe, habe ich nur zustimmen genickt. Ganz genau - ihre Fähigkeiten als Literaturwissenschaftlerin müssen in diesem Roman sehr hilfreich gewesen sein, denn schon beim Lesen hatte ich die perfekte und umfassende Recherche bewundert. Ich schätze das sehr.
    Der Roman wird aus der Sicht der Übersetzerin Gwen, dieser Erzählstrang ist gegenwärtig. Allerdings nicht so bedeutend für den Roman, in meinen Augen, auch ein wenig langatmiger gestaltet, als die Briefe und Aufzeichnungen von Ella. Die eigentliche Hauptprotagonistin des Romans. Dieser Erzählstrang ist lebendig, bildhaft, sehr emotional und geht einem nahe. Hat mir ausgesprochen gut gefallen. Doch ohne Gwen gäbe es keine Auflösung all den Geheimnissen. Ja, in diesem Roman geht es nicht um einen...
    Eine emotionale Familiengeschichte über wichtige Fragen: Vergebung, Schuld, Hoffnung, Träume, Geheimnisse. Flüssig erzählt, etwas verworren am Anfang, fand ich aber gar nicht schlimm, mit etwas Geduld ist man im Fluss, und darf eine schöne, umfassende und komplexe Familiengeschichte genießen.
    Da ich ein Hörbuch gehört habe, werde ich noch gern die Sprecherin loben: Elisabeth Günther macht es hervorragend. Eine ruhig, gut artikulierte Stimme, der ich gern über 16 Stunden gelauscht habe. Die Lesung ist ungekürzt.
    Eine neutrale Bewertung: Mit der ganzen Recherche, komplexe Handlung und fesselnder Erzählung verdient dieser Roman, ganz besonders für die Liebhaber von geheimen Familiengeschichten geeignet, die volle 5 Sterne.
    Mein persönliches Empfinden: Da ich Familiengeschichten nicht als mein Hauptgenre sehe, und sehr neugierig auf den ganz tollen Titel der Geschichte war, dabei anfangs ein wenig Schwierigkeiten hatte, würde ich dem Roman sehr gute 4,5 Sterne geben.
    Ich kann mir nicht helfen, bei diesem Roman muss ich an @Rapunzel, @Castor , @skippycat , @buechereule und @Cocolina denken. Schaut es euch an, vielleicht ist mein Gefühl zutreffend.
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  • Rezension zu Porträt auf grüner Wandfarbe

    Gwen wird von ihrer Tante Lily gebeten, sie auf eine Reise in die frühere Heimat der Familie zu begleiten. In der Familie wurde nie viel über Vergangenes gesprochen und nun sieht Gwen eine Chance, mehr über ihre Familie zu erfahren. Bei ihrem Vater entdeckt sie alte Dokumente, die ihre verstorbene Mutter aufbewahrt hatte. Anhand der Unterlagen taucht sie tief in die Familiengeschichte ein und erfährt so von der komplizierten Freundschaft zwischen Ella und Ilsabé. Bei ihrer Reise in die Vergangenheit deckt sie so manches Geheimnis auf.
    Dieser wunderbare Roman hat mich gleich mitgenommen und ich habe Gwen gerne bei ihren Nachforschungen begleitet. Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen den Zeiten. Die Aufzeichnungen von Ella reichen bis ins Jahr 1938 und führen uns durch eine bewegte Zeit.
    Der Schreibstil ist einfühlsam und angenehm zu lesen. Es brauchte allerdings ein Weilchen, bis ich alle Personen einordnen konnte.
    Die sympathische Ella stammt aus einfachen Verhältnissen. Sie möchte ein eigenständiges Leben führen und schafft das dank ihrer Zielstrebigkeit auch. Als sie die glamouröse Ilsabé. Kennenlernt, freunden sich die ungleichen Frauen an. Doch diese Freundschaft ist nicht immer einfach. Ilsabé ist Gwens Großmutter, inzwischen 94 Jahre alt und nicht besonders gesprächig, wenn es um die Vergangenheit geht. Doch Gwen möchte mehr über die Familiengeschichte erfahren. Aber immer wieder stößt sie mit ihren Fragen auf Schweigen, dennoch forscht sie weiter und setzt Puzzlestück für Puzzlestück zu einem Bild zusammen. Sie erfährt von der besonderen, aber auch komplizierten Freundschaft von Ilsabé und Ella. Die beiden Frauen haben in ihrem Leben viel erlebt und auch Tragisches ertragen müssen.
    Erst zum Ende hin erklärt sich auch der Titel des Buches.
    Mir hat diese spannende und berührende Geschichte gut gefallen.
    *****
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  • Rezension zu Porträt auf grüner Wandfarbe

    Inhalt
    Gwen Farleigh, die als Tochter einer deutschen Mutter in London lebt, wird in den 90ern des vorigen Jahrhunderts vom Anruf ihrer Tante Lily überrumpelt, die mit Gwen nach Berlin zu Freundin Lotte reisen will und anschießend ins heutige Koszalin an der polnischen Ostseeküste, wo Gwens Vorfahren ein Gut besaßen. Lilys Mutter starb bei ihrer Geburt, Großvater Jakob Steins zweite Frau Ilsabé ist Gwens Großmutter. Gwen, die stets unter der Fremdheit ihrer deutschen Mutter Marga in England und deren ungeklärtem Tod in den 80ern gelitten hat, realisiert, dass ihr Onkel Theo (der passenderweise als emeritierter Professor in Oxford lebt) mit fast 90 einer der letzten Zeitzeugen ist. Die Gelegenheit, ins Land ihrer Vorfahren zu reisen und dabei Verschwiegenes an die Oberfläche zu holen, sollte Gwen nicht ausschlagen.
    Durch Briefe und Tagebücher einer Ella Blau aus dem Tölzer Land aus Margas Besitz lernen wir eine selbstbewusste 13-Jährige kennen, 1898 geboren, die sich im beginnenden Tourismus in Josefa Hubers bürgerlichen Haushalt samt Gästebetrieb vorstellt „Ich kann alles, was man mir aufträgt“. Von ihrer „Gnädigen“ und der kaschubischen Köchin exzellent ausgebildet, allseits gefördert und ermutigt, steigt Ella durch einen Kurs in Maschinenschreiben, Steno und Englisch in München schließlich durch Bildung und Leistung auf zur geschätzten Schreibkraft in Schloss Elmau. Hier kreuzen sich Ellas Wege neben vielen interessanten Personen mit denen des Gutsbesitzers Jakob Stein und Ilsabé, Gwens Großmutter. Als „die Gräfin“ Großmutter Ilsabé aus einem Altenheim in Chile anruft und ankündigt, mit Sack und Pack nach Europa zurückzukehren, stellt sich nicht zum ersten Mal die Frage, aus welchem Vermögen Ilsabé ihre Sperenzchen zahlen wird und wo Jakob Steins Gemälde und seine geliebten Fachaufsätze über Ägyptologie geblieben sind.
    Ellas Briefe und Aufzeichnungen bilden in der Rahmenhandlung der Polenreise zunächst einzelne Puzzlestücke, die Elisabeth Sandmanns Leser:innen (mit Kenntnissen über den Ersten Weltkrieg und den Nationalsozialismus) früher zusammensetzen können als Gwen. Auch mit dem Wissen, dass Jakob Stein Jude war und zu seiner Zeit Schweigen oft Leben rettete, findet Gwen, dass in ihrer Familie zu stark um die Dinge herumgeredet wird. Welche Beziehung zwischen Lotte in Berlin, Ella aus Bayern und der Familie Stein bestand, entpuppt sich als kompliziertes Puzzle aus alten Verletzungen und enttäuschten Erwartungen in einer Epoche des Antisemitismus.
    Fazit
    Elisabeth Sandmann baut ihren Roman des 20. Jahrhunderts zwischen Berlin, Frankfurt, London, das Tölzer Land, den Gutshof in Pommern und Israel. Dass die hochsymbolischen Besitztümer, denen wir gemeinsam mit Gwen folgen (Gemälde, Schmuck, im Garten vergrabenes Silber, die Schuhe, die ein Mädchen aus armen Verhältnissen erst besitzen oder leihen muss, um sich überhaupt um eine Stelle zu bewerben) mit Korbinian Huber auf einen jungen Arzt mit Interesse an Psychoanalyse treffen, ist gewiss kein Zufall. Die Autorin hat mich durch ihre Empathie für Ella und ihr Umfeld beeindruckt (meine vor 1900 geborene Großmutter, die mit 13 Jahren in Dienst geschickt wurde, hätte zu diesem Romanteil beifällig genickt). Allerdings musste die arme Ella aus meiner Sicht im Zeitraffer die Bildung und den Emanzipationsprozess bewältigen, für den real zwei Frauengenerationen Zeit hatten. Ellas flotte intellektuelle Entwicklung wirken wie ihr Lebenslauf für ihre Epoche etwas zu märchenhaft. Dass in einem Roman der Familiengeheimnise ein Stammbaum zu viel verraten würde, macht die Lektüre - der ebook-Ausgabe - zu einer herausfordernden Zeitreise.
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  • Rezension zu Porträt auf grüner Wandfarbe

    Spurensuche - die Chronik eines Familiendesasters – lesenswert!
    Eine spannende, aber auch sehr berührende, traurige Zeitreise kommt durch einen Telefonanruf in London 1992 ins Rollen. Gwen Farleigh, 34 Jahre alt, einzige Enkelin der großen, teils jüdischen Familie, trägt über mehrere Monate Informationen und Material aus einer Zeit ab 1909 zusammen, die sie an verschiedenen Orten wie Berlin, Köslin in Pommern, Schloß Elmau, Bad Tölz und London aufspürt. Auf ihrer Suche nach den Familienwurzeln findet sie keine einfachen Antworten bei der Großeltern- und Elterngeneration neben so viel Schuld, Verlust und Scham, verursacht durch zwei Kriege, das Nazi-Regime und Juden-Verfolgung. Die bildliche Sprache überzeugt. »Lily sagt, ihr seid die Generation der verkalkten Wasserkocher. Funktionieren noch, aber die Kalkschichten lassen sich nicht mehr so leicht lösen. « So werden schichtweise verdrängte Erinnerungen aufgebrochen, gekoppelt an teils sehr schmerzhafte, nachvollziehbare, auch historische Geschehnisse. Anhand von zusammengetragenen Briefen, Fotografien und Ellas niedergeschriebene Lebensgeschichte kommen mehr und mehr Puzzlestücke zusammen, verbunden mit der Charakterisierung verschiedener, teils exzentrischer Familienmitglieder und hilfsbereiter Freunde an diversen daran geknüpften, gut beschriebenen Örtlichkeiten. Die Anzahl der aufgeführten Personen ist anfangs vielleicht etwas verwirrend, aber mit Aufdeckung der vielen Verdrängungen, aber auch schönen Erinnerungen wird der Leser mit diesen Menschen vertraut, umgeben von echten Gefühlen, aber auch einer Scheinwelt mit Prestige, Egoismus und Besitz. Das bedrohte Leben vieler Vertriebener wird lebendig beschrieben im Klima der damaligen Zeit.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Porträt auf grüner Wandfarbe

    Klappentext:
    Verlieren Sie Ihr Herz an Ella und Ilsabé!
    Das Mädchen Ella Blau aus Bad Tölz träumt 1911 von eigenen Schuhen aus Leder, die ihr den Weg in ein unabhängiges Leben ermöglichen sollen. Jahrzehnte später liest die junge Londoner Übersetzerin Gwen die roten Hefte, die Ella bis 1938 mit ihren Erinnerungen gefüllt hat. Ellas Aufzeichnungen führen Gwen auf das legendäre Hotel Schloss Elmau, zu einem Gutshof bei Köslin und in das Berlin der 1920er-Jahre. Ellas Schicksalsfreundin Ilsabé, Gwens inzwischen 94-jährige und reichlich kapriziöse Großmutter, scheint ihr Wichtiges aus der Vergangenheit zu verschweigen. Geht es nur um verlorene Bilder oder doch um viel größere Verluste? Auf ihrer Reise in die aufwühlende Geschichte ihrer Familie versucht Gwen, das Geheimnis zu entschlüsseln.
    Eindrucksvoll und ergreifend gelesen von Elisabeth Günther.
    Mein Hör-Eindruck:
    Im Jahre 2004 wurde der Elisabeth-Sandmann-Verlag gegründet, der sich unter dem Motto „Schöne Bücher für kluge Frauen“ einer Literatur widmet, die u. a. starke Frauenpersönlichkeiten in den Mittelpunkt stellt. Schon ein Jahr nach der Gründung landete Elisabeth Sandmann einen Bestseller mit Stephan Bollmanns Buch „Frauen, die lesen, sind gefährlich“.
    Elisabeth Sandmanns erster Roman, ein opulenter und komplexer Familienroman, passt zum Motto ihres Verlages. Auch hier wird die Handlung ebenfalls von kraftvollen Frauen getragen.
    Gwen Farleigh, eine junge Engländerin, wird von ihrer Tante Lily zu einer Reise in den ehemals deutschen Osten überredet. Lily will ihre alte Heimat wiedersehen und das Gut in Pommern besuchen, auf dem sie und ihre Geschwister aufgewachsen sind. Gwen lässt sich überreden, und nun beginnt eine Reise in die Familienvergangenheit.
    Auf zwei Zeitebenen und in drei Generationen entrollen sich dramatische Konflikte, Geschichten um Freundschaft, Liebe und Liebesschmerz, um Verrat, Betrug und vor allem um Lügen und Geheimnisse. Diese familiären Dinge werden eingebettet in die Ereignisse der Zeitgeschichte, es geht also auch um die beiden Weltkriege, um Inflation, um Kunstraub, um Vertreibung, Judenverfolgung, Exil und die Nachkriegszeit. Trotz der vielen Rückblicke innerhalb der Zeitebenen gelingt es noch, den Überblick zu wahren.
    Verwirrender ist die Fülle an Personen, die den Überblick zunehmend schwieriger macht. Das Anfertigen eines Stammbaums erwies sich nur kurz als hilfreich, da auch Nachbarn, Freunde u. ä. in die Handlung mit einbezogen wurden. Wer war Anton – Phil – und wer nochmal Antje???
    Dazu kommt, dass die Figuren eher blass und konturlos erscheinen. Der Leser erfährt jede Menge Details über Speisefolgen und darüber, ob jetzt Sancerre oder Barolo getrunken wird. Auch das Wann, Wie und Wo des Tee-Trinkens wird ausführlich erzählt. Und vor allem erfährt der Leser jede Menge Details zu der Kleidung der Damen. Bei dieser Detailfülle kommt die Charakteristik der Figuren gelegentlich zu kurz und macht oberflächlichen Aussagen Platz. So wird z. B. Ella „eine natürliche Anmut“ attestiert, eine andere weibliche Figur (wer??) „sah in der ihr eigenen Art bezaubernd aus“, und Männer haben meist „sensible Hände“. Damit lädt die Autorin ihre Leser zwar zu einer problemlosen Identifikation mit ihren Figuren ein, aber diese Trivialität macht die Figuren auch austauschbar.
    Auch die Protagonistin Gwen verliert immer wieder den Überblick, aber praktischerweise findet sich dann wieder ein vergessener Koffer (2 x) und, ebenfalls zwei Mal, ein geheimes Versteck, eine Dokumentenmappe u. ä., so dass die Spurensuche wieder in Gang kommt. Die Geheimnisse, die ans Tageslicht gezerrt werden, sind teilweise durchaus dramatisch, aber zum großen Teil eher banal und verdienen das Wort „Familiengeheimnis“ nicht.
    Insgesamt hätte dem Roman eine Kürzung und die Fokussierung auf stringente Handlungsabläufe gutgetan. Wie so oft gilt: weniger ist mehr.
    Die Sprecherin Elisabeth Günther bemüht sich nach Kräften, den vielen Figuren ihre eigene Stimme zu geben. Das gelingt nicht immer, v. a. bei den älteren Männern senkt sie ihre Stimme zu einem phlegmatischen Dunkel herab, um dann bei einigen der Frauenfiguren schrill, fast schneidend zu werden. In den reinen Erzählpassagen kann man ihre geschulte und klare Stimme entspannt genießen.
    Fazit: eine verworrene Familiengeschichte, die mich eher enttäuscht zurückließ.
    Und wenn ich an das Verlagsmotto denke, darf ich mich jetzt entscheiden: Ist das kein "schönes Buch" oder bin ich keine "kluge Frau"?
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Ausgaben von Porträt auf grüner Wandfarbe

Hardcover

Seitenzahl: 512

E-Book

Seitenzahl: 513

Besitzer des Buches 16

  • Mitglied seit 28. Februar 2024
  • Mitglied seit 16. Juni 2011
  • Mitglied seit 25. Mai 2006
  • Mitglied seit 30. März 2008
  • Mitglied seit 15. Februar 2015
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