Die Wahrheiten meiner Mutter

Buch von Vigdis Hjorth, Gabriele Haefs

Cover zum Buch Die Wahrheiten meiner Mutter

Titel: Die Wahrheiten meiner Mutter

, (Übersetzer)

3,6 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

71,4% Zufriedenheit

Verlag: S. Fischer

Format: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783103975123

Termin: September 2023

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Wahrheiten meiner Mutter

Johanna ist keine gute Tochter. Um sich zu retten, hat sie die Familie verlassen. Jetzt, dreißig Jahre später, ist sie wieder zu Hause. Sie sucht Nähe, sie will den Kontakt zur Mutter erzwingen, doch die verweigert sich kühl jeder Annäherung. Heimgesucht von den Erinnerungen an die Kindheit zieht Johanna sich in eine einsame Hütte am Fjord zurück, wo es an ihr ist, die Verhältnisse zu ordnen und sich aus den familiären Zwängen zu befreien. Vigdis Hjorth erzählt in »Die Wahrheiten meiner Mutter« drastisch von unseren zerrütteten Beziehungen, von Sehnsucht und Enttäuschung und davon, wie man der Vergangenheit begegnet, ohne sich selbst aufzugeben.
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Bewertungen

Die Wahrheiten meiner Mutter wurde insgesamt 7 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,6 Sternen.

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Meinungen

  • Wie ein Mühlrad, das sich endlos im Kopf dreht. Stellenweise mühsam zu lesen

    Marie

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Wahrheiten meiner Mutter

    • 22. September 2023 um 20:30
    Klappentext/Verlagstext
    Johanna ist keine gute Tochter. Um sich zu retten, hat sie die Familie verlassen. Jetzt, dreißig Jahre später, ist sie wieder zu Hause. Sie sucht Nähe, sie will den Kontakt zur Mutter erzwingen, doch die verweigert sich kühl jeder Annäherung. Heimgesucht von den Erinnerungen an die Kindheit zieht Johanna sich in eine einsame Hütte am Fjord zurück, wo es an ihr ist, die Verhältnisse zu ordnen und sich aus den familiären Zwängen zu befreien.
    Vigdis Hjorth erzählt drastisch von unseren zerrütteten Beziehungen, von Sehnsucht und Enttäuschung und davon, wie man der Vergangenheit begegnet, ohne sich selbst aufzugeben.
    Die Autorin
    Vigdis Hjorth, 1959 in Oslo geboren, ist eine der wichtigsten und meistrezipierten Gegenwartsautorinnen Norwegens. Die vielfache Bestsellerautorin wurde für ihr Werk unter anderem mit dem norwegischen Kritikerprisen und dem Bokhandlerprisen ausgezeichnet und war außerdem für den Literaturpreis des Nordischen Rates, den National Book Award sowie den International Booker Prize nominiert. Nach Stationen in Kopenhagen, Bergen, in der Schweiz und Frankreich lebt sie heute in Oslo.
    Inhalt
    Johanna Hauk kommt nach 30 Jahren zum ersten Mal in ihre Heimat Norwegen zurück - zu einer Retrospektive ihres künstlerischen Werks. Damals hatte sich die Icherzählerin in ihren Kunstdozenten verliebt und war Hals über Kopf aus einer vorschnellen Ehe geflohen, um ihm in die USA zu folgen. Heute ist Johanna verwitwet, Mutter eines begabten Musikers und hat ein Enkelkind. Der Kontakt zu ihrer Mutter lief all die Jahre allein über ihre jüngere Schwester Ruth, die ebenso wie die Mutter zutiefst gekränkt war von Johannas Handeln. Ihre Kontaktversuche, um etwas mit ihrer Mutter zu besprechen, werden von Ruth brüsk abgewiesen. Durch ihr Erbe in den USA ist die Künstlerin wohlhabend genug, um in Norwegen eine Wohnung zu mieten. Sie arbeitet hier nicht nur an ihrem aktuellen Bild, sondern wechselt zwischen der stalkerhaften Observation ihre Mutter und dem Aufenthalt in einer einfachen Hütte am Fjord.
    Das episodenhafte mäandernde Erzählen Johannas ließ mich gemeinsam mit ihrer Obsession anfangs daran zweifeln, ob ihre Mutter noch am Leben sein kann. Johanna schien in Endlosschleifen ihre Wertungen immer wieder zu überarbeiten. Ihre Erinnerungen führen schließlich an einen Punkt in ihrer Kindheit, als ihre Mutter – unbegreiflich für Johanna – aufhörte, ihre künstlerische Begabung zu loben, um sich der höhnischen Abwertung durch ihren Vater zu unterwerfen. Das Kind durfte nicht mehr zeichnen, wie es die Welt erlebte, sondern nur wie die Mutter es anordnete. Eine unbegreifliche Kränkung für Johanna, die zugleich die düstere Symbolik ihrer Bilder abwertete, hinter der ein unaussprechliches Problem verborgen zu sein schien. Johannas Erzählstrom wird allmählich klarer, sie erinnert sich an konkrete Lebensalter und an ihren Widerwillen, für Familienfeiern kostümiert wie auf einer Bühne die vorgeschriebene Rolle zu spielen. Bis heute fühlt sich Johanna nicht als Person gesehen, sondern als Auslöserin eines Skandals durch ihre Bilder
    „Es war leicht Mutter zu mögen, glaube ich, für andere Menschen, die nicht ihre Töchter waren …“. (S.43)
    Fazit
    Johanna macht es Vigdis Hjorths Leser:innen nicht leicht, ihrer episodenhaften Erzählweise und ihren Schauplatzwechseln zu folgen. Wer sich jedoch darauf konzentriert, was sie über die Beziehung zu ihren Eltern preisgibt, findet hier einen fordernden Roman über das hochaktuelle Thema Unterwerfung in Beziehungen. Auf Vigdis Hjorths nächsten auf Deutsch erscheinenden Roman bin ich schon neugierig …
     
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  • Rezension zu Die Wahrheiten meiner Mutter

    • 22. September 2023 um 20:19
    Wie viele Bücher in letzter Zeit widmet sich auch "Die Wahrheiten meiner Mutter" von Vigdis Hjorth den Konflikten einer Mutter-Tochter-Beziehung.
    Johanna ist vor über 30 Jahren Hals über Kopf mit dem Lehrer ihres Malkurses nach Amerika durchgebrannt und Künstlerin geworden, Ehe, Jura-Studium, Familie und Norwegen hinter sich lassend. Dies führte zum Bruch mit ihrer Familie, zumal sie Jahre später auch nicht zur Beerdigung ihres Vaters anreiste. Inzwischen ist Johanna eine anerkannte Malerin, die anlässlich einer Retrospektive nach Norwegen zurückkehrt und versucht, Kontakt mit ihrer Mutter aufzunehmen, die allerdings jegliche Versuche abblockt.
    Bereits auf den ersten Seiten merkte ich, dass es mir sehr schwer fiel, in das Buch zu finden, da mir der Schreibstil leider überhaupt nicht liegt. Johanna lässt einen als Ich-Erzählerin an ihren Gedanken teilhaben, die sich immer wieder im Kreis drehen und sich ständig wiederholen. Hierdurch empfand ich die Erzählweise als äußerst langatmig und ermüdend. Hinzu kommt, dass mir die Protagonistin immer unsympathischer wurde und sie mich zunehmend nervte. Sie wirkt extrem egoistisch, und ich konnte an manchen Stellen mehr Verständnis für ihre Familie als für sie aufbringen. Ihre Mutter wird für Johanna zu einer regelrechten Obsession, und sie stellt seitenlange Mutmaßungen über die möglichen Gedanken und Beweggründe ihrer Mutter an und dreht sich dabei im Kreis. Vielleicht bin ich auch einfach zu pragmatisch veranlagt, um dies nachvollziehen zu können.
    Obwohl mich die Thematik sehr interessiert, hat mich dieses Buch leider weder inhaltlich noch stilistisch überzeugt.
    2 Sterne.
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Die Wahrheiten meiner Mutter

    • 15. Oktober 2023 um 08:28
    Klappentext:
    Johanna ist keine gute Tochter. Um sich zu retten, hat sie die Familie verlassen. Jetzt, dreißig Jahre später, ist sie wieder zu Hause. Sie sucht Nähe, sie will den Kontakt zur Mutter erzwingen, doch die verweigert sich kühl jeder Annäherung. Heimgesucht von den Erinnerungen an die Kindheit zieht Johanna sich in eine einsame Hütte am Fjord zurück, wo es an ihr ist, die Verhältnisse zu ordnen und sich aus den familiären Zwängen zu befreien.
    Vigdis Hjorth erzählt drastisch von unseren zerrütteten Beziehungen, von Sehnsucht und Enttäuschung und davon, wie man der Vergangenheit begegnet, ohne sich selbst aufzugeben.
    Mein Hör-Eindruck:
    "Ich bin ein verletztes Kind."
    Johanna ist 60 Jahre alt, sie ist eine erfolgreiche Künstlerin und lebt in den USA. Zu ihrer Familie hat sie keinen Kontakt mehr. Als nun ihr zu Ehren in ihrer norwegischen Heimatstadt eine Retrospektive ihrer Werke eingerichtet wird, kehrt sie zurück in der Hoffnung, sich der Mutter wieder annähern zu können. Die Mutter aber verweigert jeden Kontakt.
    Die Gedanken der Tochter kreisen unablässig und in sich wiederholenden, auch den Leser quälenden Schleifen um die Mutter. Wie sieht sie aus? Wie lebt sie? Hat sie ihre roten Haare noch? Wie verlebt sie den Tag? Johanna imaginiert ihre Mutter: „Ich erdichte dich mit Wörtern, um ein Bild von dir zu haben.“ In den Gedankenschleifen erfährt der Leser auch in kleinen Splittern die Gründe für den Kontaktabbruch, dessen Ursachen in der Kindheit liegen. Es war nicht nur der dominante Vater, der für Johannas Begabungen und ihr Wesen nur Spott übrighatte, sondern auch die Mutter, die sich dem Vater unterwarf und seinen Erwartungsdruck an Johanna weiterleitete. Beide fordern angepasstes Verhalten von ihr ein und begegnen ihr, ihren Lebensvorstellungen und auch ihren Wahrnehmungen mit Abwertung und Verachtung. Bis es zum Skandal kommt, der die Eltern mit der Tochter endgültig brechen lässt.
    Johanna erinnert sich zunehmend deutlicher an einzelne Situationen ihrer Kindheit und bringt ihre unklaren Erinnerungen in einen Zusammenhang. Dadurch erkennt sie den Lebensschmerz ihrer Mutter, aber zweifelt nach wie vor an ihren Wahrnehmungen. Sie braucht die Bestätigung durch die Mutter, um ihr vergeben zu können. So wird ihr Wunsch nach einem Gespräch zur Obsession, Meter um Meter nähert sie sich ihrer Mutter. Sie erkennt, wie instabil ihre Mutter und daher auf das Beachten von Regeln und Konventionen angewiesen war. Und sie erkennt die Wahrheiten ihrer Mutter: dass nämlich unbehagliche Wahrheiten nicht akzeptiert, sondern als Wahrnehmungsstörung der anderen eingeordnet werden.
    Die Autorin erzählt ausgesprochen raffiniert. Der Leser hört sich Johannas Monolog zunächst mit Mitleid, aber auch mit kritischer Distanz an, und er fragt sich, inwieweit Johanna eine zuverlässige Beobachterin ist. Damit wird der Leser äußerst subtil in die Position der Eltern gedrängt. Erst im Lauf des Monologs erkennt er Johannas Wahrheit und stellt sich schließlich auf ihre Seite. Dieses Spiel mit der Position des Lesers hat mit sehr gut gefallen.
    Der Roman wird perfekt eingelesen von Frauke Poolmann. Ihre Stimmfärbung passt zum Inhalt, und mit Tempo-Variationen verstärkt sie die quälenden Gedankenschleifen der Erzählerin.
    Fazit: Ein raffiniert erzählter Roman um Unterwerfung und Erlösung.
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Ausgaben von Die Wahrheiten meiner Mutter

E-Book

Cover zum Buch Die Wahrheiten meiner Mutter

Seitenzahl: 396

Hardcover

Cover zum Buch Die Wahrheiten meiner Mutter

Seitenzahl: 400

Hörbuch

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Taschenbuch

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Seitenzahl: 400

Die Wahrheiten meiner Mutter in anderen Sprachen

  • Deutsch: Die Wahrheiten meiner Mutter (Details)
  • Dänisch: Er mor død (Details)

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Update: 25. Januar 2026 um 19:35