Halber Stein

Buch von Iris Wolff

Cover zum Buch Halber Stein

Titel: Halber Stein

4,3 von 5 Sternen bei 13 Bewertungen

86,2% Zufriedenheit

Verlag: Klett-Cotta

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 320

ISBN: 9783608966602

Termin: Neuerscheinung Februar 2026

Aktion

  • Kurzmeinung

    Bartie
    Interessantes Thema, langatmige Erzählung
  • Kurzmeinung

    Maesli
    Iris Wolffs Debütroman konnte mich zutiefst berühren, für mich ist es ihr bestes Buch.
  • Cover zum Buch Leuchtende Schatten Cover zum Buch Lichtungen Cover zum Buch Die Unschärfe der Welt

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Halber Stein

»Wo bist du so lange gewesen, schien mir das Haus aus jedem Zimmer zuzuflüstern.« Einfühlsam und kraftvoll erzählt Iris Wolff in ihrem beglückenden Debütroman von der Sehnsucht einer jungen Frau nach Zugehörigkeit. Die Reise zu den Menschen und in die Landschaft ihrer Kindheit schenken Sine den rettenden Raum für ihre Erinnerungen. „Halber Stein“ ist von ebenjener poetischen Schönheit getragen, die das preisgekrönte Gesamtwerk von Iris Wolff kennzeichnet. Sine kehrt nach über zwanzig Jahren an den Ort ihrer Kindheit zurück. Ihre Großmutter Agneta ist gestorben, und gemeinsam mit ihrem Vater Johann reist sie zu deren Begräbnis nach Siebenbürgen. Das Haus der Großmutter zieht sie vom ersten Augenblick an in ihren Bann: das Gebäude mit seiner geheimnisvollen Architektur, dem vermauerten Eingang zur ehemaligen Familienfärberei und den verschiedenfarbigen Räumen wecken Erinnerungen an ein Zuhause, das Sine längst verloren glaubte. Agnetas Lebensgeschichte und die Menschen, die sie umgaben, sind ein erster Schlüssel für Sines Suche nach ihrer eigenen Zugehörigkeit. Doch erst die Begegnung mit Julian, dem Freund der Kindheit, und Sines Eintauchen in die Landschaft Siebenbürgens öffnen Sine den Blick für das Wesentliche: Heimat ist der Ort, an dem die Erinnerungen aufgehoben sind.
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Bewertungen

Halber Stein wurde insgesamt 13 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

  • Interessantes Thema, langatmige Erzählung

    Bartie

  • Iris Wolffs Debütroman konnte mich zutiefst berühren, für mich ist es ihr bestes Buch.

    Maesli

  • Auf der Suche nach Heimat und mehr......

    easymarkt3

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Halber Stein

    • 20. März 2026 um 13:05
    Klappentext:
    Sine kehrt nach über zwanzig Jahren an den Ort ihrer Kindheit zurück. Ihre Großmutter Agneta ist gestorben, und gemeinsam mit ihrem Vater Johann reist sie zu deren Begräbnis nach Siebenbürgen. Das Haus der Großmutter zieht sie vom ersten Augenblick an in ihren Bann: das Gebäude mit seiner geheimnisvollen Architektur, dem vermauerten Eingang zur ehemaligen Familienfärberei und den verschiedenfarbigen Räumen wecken Erinnerungen an ein Zuhause, das Sine längst verloren glaubte.
    Ein Bruchstück aus der Vergangenheit, an das man sich oft erinnert.
    Agnetas Lebensgeschichte und die Menschen, die sie umgaben, sind ein erster Schlüssel für Sines Suche nach ihrer eigenen Zugehörigkeit. Doch erst die Begegnung mit Julian, dem Freund der Kindheit, und Sines Eintauchen in die Landschaft Siebenbürgens öffnen Sine den Blick für das Wesentliche: Heimat ist der Ort, an dem die Erinnerungen aufgehoben sind.
    Meine persönlichen Leseeindrücke
    „Halber Stein“ ist Iris Wolffs Debütroman, der erstmalig 2012 im Otto Müller Verlag als Hardcover erschien und nun als Taschenbuch von Klett-Cotta neu aufgelegt wurde.
    Da ich Iris Wolff als Schriftstellerin sehr schätze und in meinem Blog ihre Romane „Die Unschärfe der Welt“ und „Lichtungen“ besprochen habe, war ich nun sehr neugierig auf ihr Debüt.
    Wo bist du so lange gewesen, schien mir das Haus aus jedem Zimmer zuzuflüstern.
    Gleich vorweg: ich habe dieses Buch geliebt! Selten habe ich mich in einem Roman so wiedergefunden, selten war es mir vergönnt durch einen Roman eine emotionale Zeitreise in meine Kindheit zu unternehmen. Die Schilderungen wie Sine zurück- und wieder ankommt, in ihrem Leben und in dem Ort und ihr verlorengegangenes Paradies wiederentdeckt, hat mich in das Haus meiner Großmutter und an die Sommermonate, die ich dort verbracht habe, zurückversetzt. Ich konnte wie Sine durch ein Haus wandern, Zimmer durchstreifen, Farben, Gegenstände und Gerüche wahrnehmen, und mit leichter Wehmut an etwas zurückdenken, das so lange vergangen ist. Sines Wunsch, die Zeit zurückzudrehen, wurde mit dem Lesen auch meiner.
    Die Begegnung mit der fremden Kultur, denn das ist ja Siebenbürgen für Sine geworden, führt sie zurück in etwas, was ihr als Kind gegeben wurde. Wolffs Achtsamkeit bei den Beschreibungen der Siebenbürger und ihrer Geschichte, Kultur und Lebensweise, die hohe Sensibilität, die sie bei der Erzählung von Veränderung und Schmerz zeigt, das hat mich doch sehr beeindruckt.
    Ich hatte keine Vorstellung von der Zukunft und das Gefühl, nirgendwohin zu gehören.
    Damit trägt Iris Wolff für ein besseres Verständnis zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen bei, denn sie erklärt auf ihre subtile Weise, was es bedeutet, in ein neues Land zu kommen und sich eingliedern zu müssen. Die Geschichte der Südtiroler zeigt Ähnlichkeiten auf, in der Art an Traditionen festzuhalten und für ein Land einzustehen, auch wenn dies bedeutet, Familie zu verlieren.
    Das Leben liegt in der Stille, jenseits von Taten, vom Lärm der Welt.
    „Halber Stein“ ist gelungen, was nur selten vorkommt: eine fremde Erzählung verschmilzt zu einem Teil von mir. Deshalb zählt dieser Roman zu meinen Allzeitlesehighlights. Schade nur, dass ich nicht schon früher auf die Schriftstellerin aufmerksam wurde und zuerst ihre nachfolgenden Romane „Die Unschärfe der Welt“ und „Lichtungen“ gelesen habe, die mich damals bei weitem nicht so erreichen konnten. Jetzt nehme ich mir vor, sie nochmals zu lesen.
    Fazit
    „Halber Stein“ von Iris Wolff erzählt von Abschied und Zurückkommen, von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit und von der Liebe zur Großmutter, die jetzt nicht mehr da ist, aber in Sines Herzen weiterleben wird. Der starke Debütroman einer damals jungen Autorin aus Siebenbürgen zeigt beeindruckend, wie stark Bindungen zu Land und Menschen sein können und wie wichtig es ist zu wissen, woher man stammt.
    Die Vergangenheit war hiergeblieben. Sie würde immer hierbleiben, egal, welchen Weg ich einschlagen würde.
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  • Rezension zu Halber Stein

    • 8. März 2026 um 19:14
    Erinnerungen an das Land der Kindheit
    Der Debüt-Roman von Iris Wolff konnte mich nicht wirklich überzeugen. Die bildhafte Sprache, in der die unzählige Beschreibungen der Umgebung mit ihrer wunderschönen Flora gehalten wurden, macht jedoch die insgesamt langatmige Erzählung nicht wett.
    Auch Sines Suche nach Identität im Land ihrer Kindheit wirkte wenig überzeugend auf mich. Der traurige Anlass für ihre Reise nach Rumänien war die Beerdigung ihrer Großmutter Agneta, die als letzte aus der Familie noch in Siebenbürgen wohnte. In dem verlassenen Haus ihrer Großmutter fühlt sich Sine auf Anhieb wohl; sie sucht dort nach Spuren der Vergangenheit, beschäftigt sich mit der Lebensgeschichte ihrer Großmutter, erkundet die Gegend und erinnert sich bruchstückhaft an die Erlebnisse aus ihrer Kindheit.
    Aber Sine hat Siebenbürgen vor zwanzig Jahren als 8-jähriges Mädchen verlassen, hat in Deutschland die Schule besucht und sogar ihr Studium abgeschlossen. Ist sie in der neuen Heimat nicht wirklich angekommen? Keine Freunde gefunden? Als 28-jährige Frau bisher keiner Liebe begegnet? - – Diese und ähnliche Fragen machen für mich diese Geschichte in vielen Punkten wenig überzeugend.
    Wie ich bereits am Anfang erwähnt habe, ist die Sprache des Romans schön; einfühlsam und oft poetisch, mit einigen Weisheiten versehen, die zum Nachdenken bewegen. Und die Beschreibungen der Natur: bildhaft, ausführlich, jedoch so detailliert, dass sie immer wieder einige Seiten des Buches überfüllen. Dadurch wurde die insgesamt interessante Geschichte langatmig und ermüdend.
    Da der Roman über das immer noch brisante Thema der Migration, des Zurücklassens und Ankommens handelt, ist das Buch auf jeden Fall lesenswert.
    3,5 Sterne auf 4 aufgerundet
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  • Rezension zu Halber Stein

    • 24. Februar 2026 um 08:15
    Auf der Suche nach Heimat
    Nach der Erstveröffentlichung im Jahr 2012 erscheint dieser damalige Debutroman erneut zum 14.02.26, betitelt nach dem in Michelsberg gelegenen Naturfelsen – hier gedacht als gewichtiger Ort für bedeutsame Lebenserkenntnisse der Hauptakteurin. Wie in vorigen Romanen spielt die Szenerie im ländlichen, jetzt rumänischen Siebenbürgen. Dort verbrachte die Autorin ihre Kindheit ähnlich der Hauptfigur Friedesine, Ich-Erzählerin, zusammen mit dem rumänischen Nachbarsjungen Julian. Erzählt wird von deren zeitlosen, prägenden Freundschaft, von historischen und politischen Eckdaten, von langsam schwindenden Traditionen der ehemals deutschen Siedler, gekoppelt ans Begräbnis der Großmutter. Durch eigene Migrationserfahrungen und ihrer Suche nach Zugehörigkeit offenbart die Erzählerin Sine eine immer noch bestehende innere Zerrissenheit nach Auswanderung vor 20 Jahren. Die landschaftliche Schönheit und auch touristische Highlights der Umgebung verschmelzen mit Kindheitserinnerungen und der Gegenwart Sines. In poetischem, ruhigem Schreibstil entwirft die Autorin eine bildhafte, einfühlsame Familiengeschichte voller Brauchtum und Überlebensstrategie in dörflichem Miteinander.
    Ist Heimat ein Ort der Sehnsüchte, Träume und Erinnerungen? 4*
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  • Rezension zu Halber Stein

    • 17. Februar 2026 um 14:07
    Bezauberndes BuchSiebenbürgen ist eine uralte Kulturlandschaft. Eingebettet zwischen den Karpaten, war es lange Zeit ein Spielball der Geschichte. Ungarische, türkische, Habsburgische und rumänische Oberhoheiten haben hier gewechselt, Die Deutschen kamen vor etwa 800 Jahren in dieses Gebiet, zur Urbarmachung aber auch um das Eindringen der Mongolen, der Tataren und anderer Reitervölker zu verzögern, um den westlich gelegenen Ländern Zeit zu verschaffen, ihre Abwehr zu organisieren. Den Blutzoll haben die Deutschen in Siebenbürgen bezahlt. So kam es, dass alle deutschen Dörfer in diesem Landstrich Kirchenburgen bauten, um sich, wenn neue Einfälle aus den Steppen im Süden und Osten drohten, sich hier zurückziehen zu können und die Belagerung auszuhalten.
    Iris Wolff schreibt mit viel Verständnis und Zartgefühl darüber, vermittelt profunde Kenntnisse über das Land, seine Geschichte und Bewohner, dass man sich im Buch schnell heimisch fühlt. Es geht um eine Heimkehr, um eine Beerdigung, um eine Begegnung mit der Kindheit, mit dem Freund aus der Kindheit, um Fragen zur Familiengeschichte, um Wiederannäherung an den Vater, dem sich Sine im Laufe der Jahre in Deutschland entfremdet hatte. Der Kindheitsfreund hat auf sie gewartet, die Nähe und Wärme sind schnell wiederhergestellt, nun kommt auch Liebe hinzu, aber diese Liebe bleibt offen. Er ist in Rumänien, sie lebt in Deutschland, kann eine Fernbeziehung Bestand haben?
    Ich kenne die Orte, die im Roman beschrieben wurden, habe dort für kurze aber prägende Zeit gelebt. Die Spaziergänge durch Hermannstadt haben mich an die vergangenen Zeiten denken lassen, die Sehnsucht in mir geweckt, mal wieder hin zu fliegen. Sines Spaziergang durch die Stadt wurde zu meinem eigenen Spaziergang.
    Der Titel des Buches - Halber Stein - ist ein großer Felsen am Ufer des Silberbachs, am Rande von Michelsberg, dem Heimatort von Sines Vater. Um diesen Felsen ranken sich Geschichten und Legenden, Sine zieht sich manchmal hierher zurück, wenn sie nachdenken will, wenn sie zu sich selbst finden will.
    Die Ranunkeln auf dem Titelbild sind nicht nur hier, in Deutschland, beliebte Gartenblumen, sondern auch in Siebenbürgen. So finde ich die Wahl des Titelbildes gelungen. Es mutet wie ein Brückenschlag zwischen alter und neuer Heimat an.
    Das Ende des Buches fand ich bezeichnend. Der Pfarrer ist nicht mehr nur Seelsorger sondern auch Hausverwahrer. Die Bewohner ziehen in den Westen, kommen nur noch als “Sommersachsen” (sehr treffender Begriff aus dem Buch) zurück, in der Zwischenzeit muss der Pfarrer neben drei oder vier zusätzlichen Gemeinden, die er seelsorgerisch betreut, auch eine wachsende Zahl von Häusern im Auge behalten, nach dem Rechten sehen, vor dem Verfall bewahren und ja, diese verlassenen Häuser brauchen auch einen Seelsorger.. Aber bevor die Verbindung zur alten Heimat komplett reißt, lieber auch nur für den Sommer zurückkehren.
    Die Sprache des Buches hat mich magisch angezogen. Wolffs Stil ist unverkennbar, ihr eigener, poetisch und prägend. Ein Innenhof in Hermannstadt wird zu einem Traumort: “Ich ging einige Schritte in den Hof hinein. Es war. als würde man unter Wasser hinauf zu den Wellen schauen, so überflutete das Dach aus Weinranken den Innenhof. Nur das Rascheln der Blätter war zu hören…” (S. 248) Hand aufs Herz, wer würde nicht gern in solch einem Haus wohnen?
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  • Rezension zu Halber Stein

    • 15. Februar 2026 um 16:30
    Fremde Heimat, vertraute Fremde
    Wie beglückend, mit einem Abstand von bald fünfzehn Jahren die ersten literarischen Schritte von Iris Wolff einer würdigenden Prüfung zu unterziehen. Gelegenheit dazu bietet die Neuveröffentlichung des Debüts in einer Taschenbuchausgabe in ihrem neuen Stammverlag Klett-Cotta.
    Bereits in diesem ersten Werk zeigt sich das Lebensthema dieser jungen Autorin: der frühe Verlust von Heimat, Siebenbürgen, Schauplatz der wechselvollen Geschichte der deutschen Minderheit im heutigen Rumänien.
    Es ist etwas ganz Eigenes in Iris Wolffs Schreiben: Ihre Sprache handhabt sie wie ein präzises Instrument, ein Werkzeug, dem sie nie die Gelegenheit zugebilligt hat, stumpf zu werden, sie benutzt sie mit Behutsamkeit, aber kraftvoll. Es mag gewiss mit ihrer Herkunft zu tun haben: wer in einem Land aufgewachsen ist, in dem die eigene Sprache nur von einer Minderheit gesprochen wird, muss sich der eigenen Identität immer neu vergewissern. In diesem Roman wird die Vorsicht deutlich, mit der die Protagonistin agiert, wenn sie ins Land ihrer Herkunft zurückkehrt.
    Man muss der jungen Autorin zugute halten, dass dieser erste Roman noch keine Vollendung bietet: der Einblick in die Geschichte Siebenbürgens geschieht ein wenig holzschnittartig, eine Anmutung von Volkshochschul-Inhalt ist nicht gänzlich ungerechtfertigt. Doch die Vielzahl an Personen, denen die Ich-Erzählerin begegnet, vermag die Eigenart der Mentalität dieser Menschen plastisch zu vermitteln.
    Ihre eigene Zerrissenheit, ihre Erfahrung von Entwurzelung in der neuen Heimat, und ihr behutsames Herantasten an die verschütteten Erfahrungen einer als beglückend empfundenen Kindheit werden in den ungemein poetischen Traumsequenzen deutlich. Fremde Heimat, vertraute Fremde erweist sich als das die junge Hauptfigur prägende Lebensgefühl, das sich als tragfähige Existenzgrundlage erweist.
    Mein Urteil: 4 Sterne
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  • Rezension zu Halber Stein

    • 12. Februar 2026 um 18:33
    Wo ist Heimat?
    Friedesine, genannt Sine, kehrt nach 20 Jahren an den Ort ihrer Kindheit zurück. Der Anlass ist der Tod ihrer Großmutter Agneta. Gemeinsam mit ihrem Vater Johann (der ältere Sohn Agnetas) fährt sie zum Begräbnis nach Siebenbürgen ins kleine Michelsberg unweit von Hermannstadt.
    Aus der Ich-Perspektive der jungen Frau erfährt man die Gedanken über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Landstrichs mit einer deutschen Minderheit, deren reiche Traditionen zu verschwinden drohen und ihre spannende Historie mehr und mehr in Vergessenheit gerät.
    Ich bin dieser Geschichte gern gefolgt. Ausdrucksstark und in lebhaften Farben und schönen Bildern schildert die Autorin in dem Roman ein Sommerende in den Südkarpaten.
    Poetisch erfolgen die vielfältigen Beschreibungen der Landschaft. Auf die Protagonistin Sine prasseln eine riesige Menge an Erinnerungen ein, die sie immer wieder mit der verstorbenen Großmutter verbinden. Sie war eine starke Persönlichkeit, die sich in ihrem wechselvollen Leben immer wieder zu behaupten wusste. Ihr Sohn Johann vermisst sie sehr und er versucht in ihrem Haus mit der geheimnisvollen Architektur die Endlichkeit der Erinnerungen und den Schmerz über den Verlust der Mutter in einem Bild zu verarbeiten, das er von ihr malt.
    Sehr aufschlussreich fand ich eine Sache, die fast am Ende des Buches erzählt wird. Jinni, eine Freundin von Agneta vergleicht sie mit der Epischen Seite. Das ist die Kehrseite einer Stickseite. Beim Sticken im Sächsischen (Siebenbürgen!) besteht die Herausforderung, dass sich die Vorderseite nicht von der Rückseite unterscheidet. Jinni vergleicht Agneta als Mensch mit der epischen Seite, weil sie strikte Prinzipien hat.
    Mir gefällt die erzählerische Kraft von Iris Wolff. Sie zeichnet mit winzigen Details Situationen, Begebenheiten, eine Realität, die ich nachvollziehen kann. Den halben Stein verstehe ich als Sinnbild für die Vergänglichkeit. Er bleibt, während sich vieles andere wandelt oder verschwindet.
    Den Roman empfinde ich als warm, behutsam und liebevoll erzählt. Allerdings, wer Spannung erwartet, ist hier falsch. Es wird sehr ausführlich berichtet.
    Bei mir bleibt die Frage: Wo ist Heimat?
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Ausgaben von Halber Stein

Taschenbuch

Cover zum Buch Halber Stein

Seitenzahl: 320

Hardcover

Cover zum Buch Halber Stein

Seitenzahl: 294

Besitzer des Buches 7

Update: 31. März 2026 um 12:03