Melody

Buch von Martin Suter

  • Kurzmeinung

    Marie
    Suter knüpft stilistisch und thematisch an seine ersten Erfolge an, leider sind die Figuren sehr blass
  • Kurzmeinung

    Maesli
    Ich habe den Roman in einem Zug gelesen - ein Pageturner, wie man das im modernen Deutsch sagt :-).

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Melody

In einer Villa am Zürichberg wohnt Alt-Nationalrat Dr. Stotz, umgeben von Porträts einer jungen Frau. Melody war einst seine Verlobte, doch kurz vor der Hochzeit – vor über 40 Jahren – ist sie verschwunden. Bis heute kommt Stotz nicht darüber hinweg. Für die Ordnung des Nachlasses stellt der alte Herr einen Studenten ein, der diesen Job dringend braucht. Nach und nach stellt sich Sandro die Frage, ob Dr. Stotz wirklich ist, wer er vorgibt zu sein.
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Über Martin Suter

Martin Suters Bücher wie "Lila, lila", "Small World" oder "Die dunkle Seite des Mondes" machten den Schweizer Schriftsteller zu einem Bestsellerautor. 1984 in Zürich geboren wuchs Suter ebendort und in Fribourg auf. Mehr zu Martin Suter

Bewertungen

Melody wurde insgesamt 27 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,1 Sternen.

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Meinungen

  • Suter knüpft stilistisch und thematisch an seine ersten Erfolge an, leider sind die Figuren sehr blass

    Marie

  • Ich habe den Roman in einem Zug gelesen - ein Pageturner, wie man das im modernen Deutsch sagt :-).

    Maesli

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Melody

    Hat mich nicht überzeugt
    Dies ist der erste Roman von Martin Suter, den ich lese. Entgegen des ersten Eindrucks hat mich das Buch insgesamt nicht überzeugt.
    Das Thema ist grundsätzlich aussagekräftig und gut überlegt. Dadurch entsteht eine gewisse Spannung, man möchte gerne wissen, wie sich die Geschichte von Melody entwickelt. Doch sind die Einschübe, die die Entwicklung verzögern und den Leser hinhalten sollen, leider mittelprächtig gelungen. Es gibt so viele völlig unnötig detaillierte Beschreibungen von absoluten Belanglosigkeiten, dass es irgendwann nervt. Ebenfalls nervig sind die ständigen Einschübe zu Mariellas Küche und Kochkünsten. Ich habe spätestens ab der Mitte des Buches vieles nur noch kursiv gelesen.
    Die Figuren überzeugen mich genauso wenig. Die Hauptperson Richard Stotz ist mir von Anfang bis Ende mit seiner Behäbigkeit und Arroganz sowie seinem Personenkult völlig unsympathisch geblieben. Auch die anderen Figuren entwickeln sich nicht glaubwürdig und bleiben mittelmäßig. Ich konnte mit keiner der Figuren auch nur ansatzweise Sympathie empfinden, höchstens noch mit Melody, die jedoch nur indirekt auftritt. Der Twist der Handlung am Ende ist gut überlegt - allerdings baut der Autor selbst Spoiler ein, so dass die Wendung dann doch nicht mehr überrascht.
    Ich habe viel von Martin Suter durch Lesefreunde gehört und zu Beginn des Buches hat mich der Schreibstil angesprochen. Dies blieb nur leider nicht so, sehr bald fand ich den Stil genauso behäbig, feist und herablassend wie die Hauptperson selbst.
    Mir fehlt der Vergleich zu anderen Romanen von Suter, aber dieses Buch animiert mich nicht, noch weitere von diesem Autor zu lesen.
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  • Rezension zu Melody

    Dr. Stotz, ein sehr reicher und erfolgreicher Mann, möchte in den wenigen Monaten, die er noch zu leben hat, dass sein Leben dokumentiert und geordnet wird und eventuell Unerwünschtes auch vernichtet wird. Für diese Aufgabe stellt er den jungen Juristen Tom Elmer ein. Dieser soll für ein Jahr in der Villa von Dr. Stotz arbeiten und wohnen und sich um die Dokumentation und Ordnung des Nachlasses kümmern.
    Überall in der Villa finden sich Bilder von einer jungen Frau. Sehr bald erfährt Tom, dass es sich dabei um Melody handelt. Melody, die unter rätselhaften Umständen verschwand, war die große Liebe von Dr. Stotz. Jahrelang hat er ohne Erfolg nach ihr gesucht und ihr Verschwinden nie überwunden. Nach und nach erzählt er seinem neuen Angestellten die ganze Geschichte. Aber ist es wirklich die ganze?
    Die Leseprobe hat mir gefallen und ich wollte wissen, was mit Melody wirklich geschehen ist. Die Geschichte ist solide und eingängig und einigermaßen unterhaltsam geschrieben und sehr leicht zu lesen. An einem Abend war ich fertig.
    Aber es fehlt an Tiefgang und echten Emotionen. Die Charaktere sind unterkomplex. Tom als Protagonist ist nichtssagend und blass. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und einer weiteren Figur ist flach und ohne Charme. Sie entsteht einfach aus dem Nichts. Dr. Stotzs Figur ist die einzige, die über so etwas wie Einzigartigkeit verfügt. Wogegen die Hausangestellten von Dr. Stotz sehr klischeehaft sind: der verschwiegene, treue Butler und die mütterliche, italienische Köchin, die ganz tolle Gerichte zaubert.
    Mir wäre es lieber gewesen, wenn der Autor sich mehr Zeit für seine Figuren genommen hätte, statt so ausführlich über die Speisen und die teuren alkoholischen Getränke zu schreiben, die sie zu sich nehmen. Ohne diese Ausführungen wäre das Buch um einiges kürzer geworden.
    Die Fragen nach Dichtung und Wahrheit, nach Selbstdarstellung und Außenwirkung und was nun Wahrheit bedeutet und welche Rolle all das im Leben von Dr. Stotz gespielt hatte, fand ich spannend. Diese Dinge hätten auch ruhig mehr Raum einnehmen und ausführlicher behandelt werden können, statt nur kurz erwähnt zu werden. Leider hat der Autor andere Prioritäten.
    Alles in allem ist "Melody" ist ein mittelmäßiges Buch, das nicht in Erinnerung bleiben wird.
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  • Rezension zu Melody

    Tom Elmer ist Jurist, wenngleich momentan nicht sehr erfolgreich. Die Vorstellungsgespräche verlaufen schleppend und so antwortet er auf eine Anzeige für die Position eines Nachlassverwalters. In seiner Funktion soll er das Leben des Schweizer Nationalrat Dr. Peter Stotz ordnen und regeln und der Nachwelt ein Bild präsentieren, das den Vorstellungen des Auftraggebers entsprecht.
    Ich habe mein Leben lang immer gelesen. Fachliteratur ungern, aber Romane habe ich verschlungen. Das bitte ich Sie jedoch der Nachwelt umgekehrt zu überliefern. Ich liebe die Fiktion entschieden mehr als die Realität.
    Dem mächtigen Politiker und Financier bleibt nur wenig Zeit, Tom Elmer in sein persönliches Leben einzuführen. Bei intimen Kamingesprächen lernt Tom seinen Auftraggeber kennen und erfährt die Geschichte von Melody Alaoui, der Frau, die Dr. Peter Stotz vor 40 Jahren heiraten wollte.
    Vor allem weil der, der meinen Nachlass ordnen und etwas beschönigen soll, von Anfang an wissen muss, mit wem er es in Wahrheit zu tun hat.
    Meine persönlichen Leseeindrücke
    Martin Suter ist ein großer Erzähler. Das merke ich schon von Anfang an, als die Geschichte mit der anonymen Stellenanzeige beginnt und meine Neugierde weckt. Hauptperson ist Dr. Peter Stotz, Alt-Nationalrat – Graue Eminenz, Vorstand vieler Schweizer Unternehmen, der am Ende seines Lebens steht und sein Erscheinungsbild nach seinem Ableben bestimmen will. Da ist die Frage legitim, warum er das denn unbedingt will.
    Dein Job ist es, seinen Nachlass so aufzubereiten, dass die Nachwelt darin den sieht, als der er erscheinen wollte. Dein Umgang mit der Wahrheit dürfte somit klar sein.
    Das Zusammenspiel von Personen und Handlungen der höheren Schweizer Gesellschaft, das ausgewählte Ambiente mit kulinarischen Höhepunkten der italienischen Küche, begleitet von stets passenden Weinen, und die Kamingespräche mit erlesenen Spirituosen schaffen einen faszinierenden Rahmen für eine versteckte kriminalistische Handlung. Das ist, es sei mir erlaubt, typisch für Suter und kommt in seinen Roman, die Serie um Friedrich von Allmen ausgenommen, des Öfteren vor. Darin liegt seine Meisterklasse, seine Kunst, den einfachen Leser gekonnt in ein Ambiente einzurühren, das Interesse weckt. Dabei lenkt er den Leser geschickt durch die Geschichte und legt dem Wachsamen kleine Fährten, die bedeuten, dass vielleicht nicht alles so ist, wie es präsentiert wird
    Fazit
    Melody, der neue Roman von Martin Suter, erzählt in meisterhafter Weise einen feinsinnig ausgeklügelten Fall über eine Nachlassverwaltung, die vor allem den gesellschaftlichen Ruf von Dr. Peter Stotz, Alt-Nationalrat – Graue Eminenz, Vorstand vieler Schweizer Unternehmen, regeln soll. Es würde mich schon reizen zu wissen wieviel Martin Suter in Dr. Peter Stotz steckt. Vielleicht bekomme ich einmal die Gelegenheit, das herauszufinden.
    Nicht die ganze Wahrheit zu sagen ist nicht gelogen.
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  • Rezension zu Melody

    Das vergangene Glück
    Suter gelingt es fulminant, auf etwas mehr als zwei Seiten die Lebensgeschichte von Tom Elmer, Jurist und seit sechs Wochen auf Jobsuche, auszubreiten und seine aktuelle Situation zu beschreiben, um dann in Kapitel zwei unmittelbar in die Geschichte einsteigen zu können.
    Tom soll die umfangreichen Dokumente des über 80-jährigen Dr. Peter Stotz ordnen. Ein immenser Papier- und Aktenberg erwartet ihn in der Villa in Zürich, die zugleich einem riesigen Denkmal für eine wunderschöne , schwarzhaarige Frau zu dienen scheint. Porträts von ihr hängen in diversen Zimmern, kleine Tischchen mit Andenken an sie sind im ganzen Haus verteilt. Was ist ihr Geheimnis? Nach und nach erzählt Dr. Stotz, gebrechlich, aber umsorgt von Butler und Köchin, wie die schöne Melody in sein Leben trat und urplötzlich wieder daraus verschwunden ist.
    Die Grundidee hat mich absolut gepackt: Ein älterer Herr, der einen jungen Mann mit einem Vertrag an sich bindet, um sein Archiv zu ordnen. Der zudem im Haus wohnen muss, in dem es einen Butler, eine italienische Köchin, einen verkrachten Schriftstellerfreund und eine reizende Großnichte gibt. Alles gepaart mit dem Mysterium um Melody, das nur häppchenweise aufgedröselt wird.
    Unaufgeregt lässt der Autor seinen Protagonisten Stotz während der gemeinsamen Kamingespräche mit Tom plaudernd in die Vergangenheit eintauchen. Dieses emotionale und doch bedachte und bewußte Erzählen zieht sich durch den ganzen Roman und bestimmt seinen Aufbau - bis zum Schluss.
    In Zügen hat mich die Geschichte an Storms Novelle "Immensee" erinnert, in der ein ebenfalls über 80-jähriger Erzähler über seine längst verlorene Liebe erzählt, sich in seine Jugend und sein vergangenes Glück zurück träumt. Bei Suter kommt aber noch mehr hinzu, denn während Tom in der Nachlassordnung voranschreitet, tauchen Unstimmigkeiten auf. Während "Immensee" zu Beginn schon abgeschlossen ist, ist bei "Melody" noch einiges offen.
    Ich habe das Buch sehr gerne und rasch gelesen. Mein erster Suter nach "Die dunkle Seite des Mondes" (2001 - Ups!). Es ist eher gemächlich erzählt und trotz des Geheimnisses nicht nervenzerfetzend spannend. Der Sprachstil hat mir gefallen. Auf dem Klappentext steht "geschmeidig", das ist treffend ausgedrückt. Eine für mich runde Geschichte, die gut unterhalten hat und Storms Tragik hinter sich lässt.
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  • Rezension zu Melody

    Leider kann ich die Begeisterung über diesen Roman nicht teilen.
    Der Schreibstil ist eingängig und leicht zu lesen, aber konventionell. Stotz in seiner selbstgefälligen Altherrenart und dekadenten Lebensweise blieb mir fremd und unsympathisch und es gelang mir nicht, mit ihm mitzufühlen, so dass mich die Geschichte nicht bewegen konnte. Tom und Laura bleiben blasse und schwache Charaktere, ihre Liebesgeschichte wirkt vorhersehbar und klischeehaft. Die ausufernde Erwähnung diverser Mahlzeiten und Alkoholika empfand ich als ermüdend und den ständigen Alkoholkonsum als äußerst befremdlich.
    Nachdem die ersten beiden Drittel des Romans eher vor sich hin plätscherten, nahm die Geschichte im letzten Drittel an Fahrt auf und bot einige überraschende Wendungen, die aber leider etwas routiniert heruntererzählt wirkten.
    Die Grundgedanken des Romans über Wahrheit und Fiktion, und die Frage, welches Bild nach dem Tod eines Menschen bleibt und wie dieses gezielt beeinflusst wird, sind durchaus interessant. Da sich unsere Identität über unsere Erfahrungen und Beziehungen und damit letzlich unsere Erinnerungen definiert, lässt sie sich auch durch die Fiktion von Erinnerungen beeinflussen, wenn wir diese selbst verinnerlichen. Die Fiktion verändert so nicht nur die Außendarstellung, sondern auch die Selbstwahrnehmung.
    Insgesamt ein unterhaltsamer, aber etwas konstruiert wirkender Roman, mit einer interessanten Grundidee, der meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllt hat.
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Ausgaben von Melody

Hardcover

Seitenzahl: 336

E-Book

Seitenzahl: 322

Besitzer des Buches 32

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