Nives

Buch von Sacha Naspini, Walter Kögler

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Nives

Nives hat kürzlich ihren Mann verloren, nach langjähriger Ehe. Zuerst gefasst, bald aber einsam auf ihrem Hof, beschließt sie, ihr Lieblingshuhn Giacomina ins Haus zu holen, und muss erstaunt feststellen, wie gut ihr diese Gesellschaft tut. Als Giacomina sich eines Abends plötzlich nicht mehr bewegt, weil sie zu lange auf die Waschmaschinenwerbung gestarrt hat, gerät Nives in Panik: Sie ruft Loriano Bottai an, den befreundeten Tierarzt, den sie wie alle anderen Dorfbewohner seit Jahrzehnten kennt. Was folgt, ist ein Gespräch, das wiederholt unerwartete Wendungen nimmt, Unausgesprochenes entlarvt, Beziehungsgeflechte offenlegt, in die Abgründe einer verpassten Liebe blicken lässt und schlussendlich die Frage stellt, was ein Leben eigentlich ausmacht – die verpassten oder die gelebten Chancen?
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Bewertungen

Nives wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Meinungen

  • Eine witzige und zugleich bitterbös-traurige Geschichte

    drawe

Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Nives

    Klappentext:
    Ein Gespräch voller überraschender Wendungen
    Nives hat kürzlich ihren Mann verloren, nach langjähriger Ehe. Zuerst gefasst, bald aber einsam auf ihrem Hof, beschließt sie, ihr Lieblingshuhn Giacomina ins Haus zu holen, und muss erstaunt feststellen, wie gut ihr diese Gesellschaft tut. Als Giacomina sich eines Abends plötzlich nicht mehr bewegt, weil sie zu lange auf die Waschmaschinenwerbung gestarrt hat, gerät Nives in Panik: Sie ruft Loriano Bottai an, den befreundeten Tierarzt, den sie wie alle anderen Dorfbewohner seit Jahrzehnten kennt. Was folgt, ist ein Gespräch, das wiederholt unerwartete Wendungen nimmt, Unausgesprochenes entlarvt, Beziehungsgeflechte offenlegt, in die Abgründe einer verpassten Liebe blicken lässt und schlussendlich die Frage stellt, was ein Leben eigentlich ausmacht – die verpassten oder die gelebten Chancen?
    Zum Autor (Quelle: Kein & Aber Verlag):
    Sacha Naspini, geboren 1976 in Grosseto, lebt heute in Follonica. Er ist Drehbuchautor, schreibt für La Repubblica und arbeitet als Lektor und Artdirector mit verschiedenen Verlagshäusern zusammen. Er hat bereits mehrere Romane veröffentlicht, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Nives ist sein erstes Buch, das auf Deutsch erscheint.
    Mein Hör-Eindruck:
    Der Roman beginnt mit einem Paukenschlag: Anteo, Nives‘ Mann, will die Schweine füttern, erleidet einen Herzschlag und stürzt tot in den Schweinetrog, worauf ihn das Schwein anknabbert.
    In der Folgezeit leidet Nives unter der Einsamkeit und holt sich das Huhn Giacomina ins Haus, und in der Gesellschaft dieser gefiederten Freundin lebt sie wieder auf. Sie erkennt aber durchaus das Groteske der Situation: „Ich hab mein Leben für einen gegeben, den ich hätte durch ein Huhn ersetzen können.“ Eines Tages verfällt Giacomina beim Werbe-Fernsehen in eine katatonische Starre, und Nives ruft den Tierarzt Loriani an – und dieses Telefonat ist der eigentliche Roman.
    Der Dialog beginnt recht kurzweilig und amüsant, passend zu der merkwürdigen Situation. Beide sind im selben Ort aufgewachsen und kennen sich ihr Leben lang, und so wendet sich das Gespräch der Jugendzeit zu und dem damaligen überraschend locker-sinnenfrohen Miteinander des Freundeskreises. Bis dahin denkt der Leser, dass der Roman sich darin erschöpft: in der Ansammlung von Sprachwitz und allerlei Skurrilitäten, über die man lachen muss.
    Aber dann gewinnt die Geschichte einen unerwarteten Tiefgang. Nives holt nämlich das verbale Hackebeilchen heraus und nimmt die gemeinsame Vergangenheit gnadenlos ins Visier. Und nun entfaltet sich ihr ganzes Leben, dem der Leser/Hörer atemlos folgt: eine schlimme Geschichte von Liebe, Treue und Untreue, Versprechungen und gebrochenen Schwüren, von Verrat, Einsamkeit, Rache und Schuld, von Trauer und nicht heilenden Verletzungen bis hin zur Giftmischerei.
    Nives‘ Sprache ist ländlich-direkt. Vor allem ihre originellen plastischen Vergleiche bringen den Leser trotz des bitteren Inhalts immer wieder zum Lachen. Dabei überschreitet der Autor aber nie die Grenze zum Obszönen.
    Das Telefonat endet mit der bitteren Erkenntnis, dass Nives ihr ganzes bisheriges Leben als vertane Chance verlebt und der Hochherzigkeit ihres Mannes keine Chance gegeben hat. Dieser eigentlich bittere Schluss wird vom Autor im letzten Satz ins Leichte überführt: das Huhn Giacomina kommt zu sich und legt ein Ei.
    Das Hörbuch wird eingelesen von Timo Weisschnur und Tanja Fornaro. Durch die beiden Stimmen wirkt der telefonische Dialog authentischer. Tanja Fornaro übernimmt am Schluss neben ihrem Part der Protagonistin auch den von Donatella, der Ehefrau des Tierarztes, und die Differenzierung der beiden Stimmen gelingt ihr mühelos.
    Fazit: eine originelle Erzählsituation, eine tiefgründige Geschichte.
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Ausgaben von Nives

Hardcover

Seitenzahl: 144

Taschenbuch

Seitenzahl: 144

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  • Mitglied seit 31. Dezember 2008
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