Saubere Zeiten

Buch von Andreas Wunn

  • Kurzmeinung

    Tine13
    Familienroman mit einer interessanten Kollision von Vergangenheit und Gegenwart
  • Kurzmeinung

    Maesli
    Vom Auf- und Abstieg, von Schuld und von einem Vater-Sohn-Verhältnis - alles in einem Buch, das mir sehr gefallen hat.
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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Saubere Zeiten

Die dramatische Geschichte einer Unternehmerfamilie und ein großer Vater-Sohn-Roman Als Jakob Auber erfährt, dass sein Vater im Sterben liegt, macht er sich auf ins Zuhause seiner Kindheit, an der Mosel. Dort beginnt er, sich mit der Vergangenheit seiner Familie zu beschäftigen. Sein Großvater Theodor Auber war im Wirtschaftswunder-Deutschland eine schillernde Figur. Er erfand ein Waschpulver, mit dem er ein reicher Mann wurde, bis er unter ungeklärten Umständen alles verlor. Seine Spurensuche führt Jakob bis nach Rio de Janeiro. Dort trifft er die Tochter des jüdischen Besitzers der Drogerie, in der die Karriere seines Großvaters einst begann. Jakob erfährt, was hinter Aufstieg und Fall des Familienimperiums steckt. In seinem Roman erzählt Andreas Wunn eine große Geschichte von Vätern und Söhnen, Schuld und Sprachlosigkeit zwischen den Generationen und dem Glück einer Familie, das in den Händen zerrinnt wie Pulver.
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Bewertungen

Saubere Zeiten wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

  • Familienroman mit einer interessanten Kollision von Vergangenheit und Gegenwart

    Tine13

  • Vom Auf- und Abstieg, von Schuld und von einem Vater-Sohn-Verhältnis - alles in einem Buch, das mir sehr gefallen hat.

    Maesli

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Saubere Zeiten

    Fesselnde Spuren in die Vergangenheit
    Die traurige Nachricht, sein Vater liege im Krankenhaus, bringt den Berliner Journalisten Jacob Auber in seine Heimatstadt Trier zurück. Dort stößt er auf das Vermächtnis seines Vaters, eine Sammlung von Geschichten aus der Vergangenheit seiner Familie, auf Bildern, Tonband und in Tagebüchern des Großvaters. Stück für Stück taucht Jacob ein, in alle Ereignisse rund um seine Familie und bringt dabei einige Dinge ans Licht! Schweigen war anscheinend schon immer ein Problem zwischen den Vätern und Söhnen der Familie Auber. Auch sein erfindungsreicher Großvater, Entwickler eines Waschmittels in Zeiten des Wirtschaftswunders, hatte so seine Geheimnisse.
    „Saubere Zeiten“ von Autor Andreas Wunn, ist ein unglaublich fesselnder Roman über eine deutsche Familie und deren Geschichte über drei Generationen hinweg. Ein wenig wurde der Autor dabei von seiner eigenen Familiengeschichte inspiriert, hatte sein Großvater damals wirklich Erfolg mit seinem Waschmittel. Ansonsten ist die Handlung zwar rein fiktiv, aber unglaublich gut konstruiert und erzählt. Die Seiten flogen nur so dahin, man fiebert regelrecht zusammen mit Jacob, um am Ende alle Familiengeheimnisse zu lüften.
    Das Buch fokussiert sich besonders auf die Vater-Sohn-Beziehungen und handelt von einem großen Schweigen zwischen den Generationen, insbesondere den Männern. Die Ansicht, es sei ein Zeichen der Stärke seine Gefühle zu verbergen, bis es einfach zu spät ist, ist leider nur allzu wahr!
    Ein wunderschönes Cover, illustriert mit Vater und Sohn im Stil der 50er Jahre, passt perfekt zum Inhalt.
    Mein Fazit:
    Eine faszinierende Erzählung über Familienbande, Vater und Sohn, Erfolge und Verluste, Krieg und Frieden und das Schweigen der Lebenden. Ein Roman, der mich begeistert hat!
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  • Rezension zu Saubere Zeiten

    In seinem großartigen Debütroman „Saubere Zeiten“ erzählt Anderas Wunn über den auf wahre Begebenheiten beruhenden steilen Aufstieg und raketenschnellen Fall seines Großvaters. Der hatte in den frühen Jahren des deutschen Wirtschaftswunders ein Waschmittel erfunden, das heute noch bekannt ist. Doch leider hielt die Glückssträhne nur kurz und der gesamte Reichtum verpulverte sich nach wenigen Jahren. Was dann im Roman erzählt wird, ist reine Fantasie und eine großartige Geschichte. Andreas Wunn schlüpft in die Romanfigur Jakob Auber und es beginnt eine aufregende und hochemotionale Reise in die Vergangenheit.
    Jakob ist Ende dreißig, Journalist, frisch getrennt und Vater des kleinen Oskar, Ex- und immer mal wieder Freund von Teresa, Sohn von Hans und Enkel von Theodor Auber. All das in seiner Verdichtung schon nicht leicht, schleppt Jakob jede Menge Erinnerungen mit sich herum, die ihn psychisch fordern: der frühe Tod der Mutter, das Aufwachsen als Halbwaise mit einem Vater, der sich mit seiner Trauer ganz in sich selbst zurückzieht und Jakob wenig hilft, den Verlust zu bewältigen. Nun liegt der Vater nach einem Schlaganfall im Koma und Jakob eilt zu ihm.
    Zuhause warten auf Jakob Überraschungen. Sein Vater, nicht mehr ansprechbar, hat ihm einen Zettel mit den Worten „Drempel“ und „Kiste“, hinterlassen. Im Elternhaus führt die Spur in sein altes Kinderzimmer, das in ein Archiv aus Ordnern, Bildern, Tonbändern verwandelt wurde, in dem sein Vater ihm sein ganzes Leben hinterlassen hat. Jakob kämpft sich durch diese Hinterlassenschaften und muss erkennen, dass er von seiner Familiengeschichte, und besonders von seinem eigenen Vater, kaum etwas wusste.
    Ich war betrunken und erschöpft, als ich zuhause ankam. Und froh, wieder in die abgeschottete Welt meines Zimmers zurückzukehren, dieses Zimmer, das einmal meines gewesen war und nun die Geschichte meiner Familie beherbergte.
    Meine persönlichen Leseeindrücke
    Andreas Wunn erzählt mit Nonchalance eine Familiengeschichte, die es in sich hat. Er konzentriert sich dabei hauptsächlich auf die männlichen Familienmitglieder (Großvater, Sohn und Enkel) und überlässt es den weiblichen Figuren, die einzelnen Puzzlesteine zu einem großen Ganzen zusammen zu fügen. Überaus spritzig und abwechslungsreich spielt er dabei mit den verschiedenen Erzählebenen, in der die Gegenwart immer wieder mit Szenen aus der Vergangenheit alterniert. Dieses Hin- und Her der Erinnerungen, gepaart mit Gedanken und Gefühlen, ist der besondere Stil dieses Romans.
    Ob der Vater oder der Sohn in diesem Roman die zentrale Rolle spielen, ist gar nicht so leicht zu sagen. Beide sind sensibel, tragen Narben von Schicksalsschlägen und haben sich in sich zurückgezogen. Diese Unfähigkeit Gefühle zuzulassen, rächt sich mit Jakobs Älterwerden, wenn er keine Bindung mehr zu seinem Vater spürt.
    Warum hatten wir aufgehört zu sprechen oder zuzuhören? Warum hatten wir nie damit angefangen?
    Die große Tragik der Geschichte kommt erst gegen Ende des Romans. Ich will mir gar nicht vorstellen, welchen Schock die Nachricht aus Brasilien beim Vater ausgelöst hat. Für diesen einsamen, gebrochenen Mann war das zu viel. Jakob hingegen versteht die Chance zu nutzen, sein Leben emotionell wieder in den Griff zu bekommen.
    Eine ergreifende Geschichte, die Andreas Wunn leicht darzubieten versteht. Es gibt nichts, das aneckt oder grob wirkt.
    Fazit
    „Saubere Zeiten“ ist der Debütroman des bekannten Journalisten Andreas Wunn, erzählt mit toll getroffenem Sprachsound. Wenngleich sich der Teil der Geschichte, der sich auf den kurzen, steilen wirtschaftlichen Aufstieg der Großeltern bezieht, auf wahre Tatsachen beruht, ist die restliche Story reine Fiktion. Das Ergebnis ist ein toller Plot mit tollem Sprachsound. So geht gute deutsche Gegenwartsliteratur!
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  • Rezension zu Saubere Zeiten

    Jakob Auber, Journalist in Berlin und Enkel eines ehemals reichen Waschmittelfabrikanten, fährt zu seinem im Sterben liegenden Vater nach Hause in seine alte Heimat Trier. Der Kontakt ist seit Jahren lose, die Mutter tragisch früh verstorben, die Verhältnisse innerhalb der Familie von Sprachlosigkeit geprägt. Über das Vermächtnis seines Vaters wird er mit der Geschichte seiner Familie im Dritten Reich, der Nachkriegszeit und der Zeit des Wirtschaftswunders konfrontiert. Er macht sich auf Spurensuche und taucht ein in eine Geschichte aus Opportunismus und Verdrängung, Aufstieg und Niedergang, Schuld und Sühne, Liebe und Verlust und kommt dunklen Geheimnissen auf die Spur.
    Der Roman ist spannend geschrieben und eng verbunden mit der deutschen Geschichte in den 30er bis 50er Jahren. Nach anfänglicher Begeisterung wurden meine hohen Erwartungen leider nicht ganz erfüllt. Die Dialoge empfand ich häufig als platt und inhaltsleer. Der Protagonist und sein ständiger Alkoholkonsum wurden mir im Verlauf des Buches immer fremder und seinen besten Freund Ben empfand ich als oberflächlich und unsympathisch. Umso gelungener fand ich die Zeichnung seines Vaters Hans, der mir sehr ans Herz wuchs und dessen Schmerz und Einsamkeit ich sehr gut mitfühlen konnte.
    Das Vorgehen von Jakob Auber bei seinen Nachforschungen erscheint mir erstaunlich unstrukturiert für einen studierten Journalisten. Er geht nur die Dokumente im Archivzimmer des Vaters durch und stellt keine weiteren Recherchen an. Ich hätte erwartet, dass er über Behörden, die örtliche jüdische Gemeinde und offizielle historische Archive zumindest versucht, mehr darüber herauszufinden, was mit dem Ehepaar Stein passiert ist und wie die genauen Umstände der Enteignung waren. Auch dass er die Schlüsselfigur Bella nicht googelt oder telefonisch kontaktiert oder überhaupt in Erfahrung bringt, ob sie noch lebt, bevor er nach Rio fliegt, wirkt auf mich etwas seltsam.
    Die Geschichte ist in Teilen sicher die Geschichte vieler Familien im Deutschland der damaligen Zeit. "Saubere Zeiten" greift die Schatten der Vergangenheit gekonnt auf, bleibt aber stellenweise zu sehr an der Oberfläche. Ich hätte mir manchmal noch mehr Tiefgang gewünscht und auch einen ausführlicheren und tiefer gehenden Austausch zwischen Jakob und Bella.
    Der Roman bietet insgesamt eine interessante und lesenswerte Geschichte, die zum Nachdenken anregt und mich dazu gebracht hat, über meine eigene Familie und das, was letztlich bleibt, zu reflektieren.
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Ausgaben von Saubere Zeiten

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 381

E-Book

Seitenzahl: 339

Besitzer des Buches 4

Update: