Und da kam Frau Kugelmann
Buch von Minka Pradelski
Titel: Und da kam Frau Kugelmann
Minka Pradelski (Autor)
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenzahl: 256
ISBN: 9783627001230
Termin: September 2005
Aktion
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Und da kam Frau Kugelmann
Überraschend erhält Zippi die Nachricht, dass ihre kürzlich verstorbene Tante Halina ihr ein altes Fischbesteck vererbt hat. Zippi, die wegen ihrer seltsamen Essgewohnheiten kaum reist, fliegt nach Tel Aviv, um ihr Erbe selbst in Empfang zu nehmen. Kaum angekommen, da klopft es an der Tür ihres Hotelzimmers: Eine freundliche ältere, vor allem sehr dicke Dame bittet darum, eingelassen zu werden. Bella Kugelmann, so stellt sie sich vor. Zippis ungeduldiger Versuch, sie abzuwimmeln, schlägt fehl. Dann beginnt Frau Kugelmann zu erzählen: von ihrer Jugend im polnischen Bedzin, von Eltern und Verwandten, Schulfreunden, dem schönen Adam und der stolzen Polin, von Fettauge, von Gonna und Kotek dem Kätzchen. Unermüdlich erzählt sie wunderbare Geschichten aus einer längst untergegangenen Welt denen sich die junge Deutsche nicht entziehen kann: Und als Frau Kugelmann plötzlich ein altes Fischbesteck erwähnt, begreift Zippi, dass es sich hier um ihre eigene Familiengeschichte handelt.
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Bewertungen
Und da kam Frau Kugelmann wurde insgesamt 6 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 2,3 Sternen.
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Und da kam Frau Kugelmann
- Marie
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9. Dezember 2012 um 13:46
Zur Autorin:Weiterlesen
Minka Pradelski, selbst Kind Überlebender, arbeitete am Projekt "Nachwirkungen massiver Traumatisierungen bei jüdischen Überlebenden der NS-Zeit" und war viele Jahre ehrenamtlich für die Steven-Spielberg-Shoa-Foundation und für diverse Sozialkommissionen der jüdischen Gemeinde in Frankfurt/Main tätig, wo sie heute lebt. Veröffentlichungen u.a.: Ghetto Theresienstadt. Fürsorge zwischen Leben und Tod und Eine durchaus glaubwürdige Familie. So einfach war das. Jüdische Kindheit und Jugend in Deutschland seit 1945.
Und da kam Frau Kugelmann ist der erste Roman der Soziologin und Dokumentarfilmerin.
Allgemeine Informationen:
Erstmals erschienen 2005
255 Seiten
Ich-Erzählung aus den Augen Zippis, die die Schilderungen von Frau Kugelmann – auch diese sind Ich-Erzählungen – in ihre Berichte einbaut.
Inhalt:
Eigentlich will Zippy Silberberg nur das von ihrer Tante geerbte Fischbesteck in Tel Aviv abholen, doch da steht eines Morgens Frau Kugelmann in ihrem Hotelzimmer und beginnt zu erzählen: Vom Leben als Jüdin in ihrer Heimat Bendzin an der polnisch-deutschen Grenze vor dem Einmarsch der Deutschen und der Judenverfolgung. Zippy würde sie am liebsten schnell loswerden, aber Frau Kugelmann bleibt hartnäckig und kommt jeden Morgen wieder.
Sie erzählt von den Bewohnern ihres Heimatstädtchens, vom Alltag zwischen Juden und Katholiken und dem unbelasteten Leben „vorher“.
Zippy, die sich ausschließlich von Tiefgefrorenem ernährt und süchtig nach Eiswürfeln ist, sind Frau Kugelmanns Berichte Neuland, denn ihre Eltern haben ihr nie von einer unbeschwerten Zeit vor der Judenverfolgung erzählt. Darüber herrschte in ihrer Familie, so wie über vieles andere, das große Schweigen.
Eigene Meinung / Bewertung:
Anfangs liest sich das Buch humorvoll, interessant und eröffnet dem Leser den Blick auf eine Welt und eine Zeit, von der man aus den Geschichtsbüchern nur Zahlen und Daten kennt. Das Zusammenleben in einer kleinen Stadt, in der ein großer Teil der Bewohner jüdischen Glaubens war, ersteht lebendig und bunt vor den Augen, zumal Frau Kugelmann zu den Menschen dort immer neue Geschichten bietet und sie miteinander verknüpft.
Andererseits versteht man auch Zippy, obwohl ihre Vorliebe für Eiskaltes sehr fremd bleibt. Sie möchte eigentlich ihre Ruhe, möchte nicht lange in Israel ausharren, nur mal schnell das Besteck abholen und evtl. einen Mann fürs Leben finden. Ein Gespräch mit Frau Kugelmann oder Nachfragen sind nicht möglich; die Frau lässt sich nicht unterbrechen.
Erst als Zippy Zusammenhänge zwischen ihrer Familie und Frau Kugelmanns alten Bekannten aufspürt, ist ihr Interesse geweckt, und sie geht in Gedanken in ihre Kindheit zurück, um das Schweigen der Eltern zu verstehen. Gleichzeitig wird deutlich, wo der Grund für ihre Essstörung liegt. Jetzt würde sie Frau Kugelmann am liebsten zurückhalten, als diese ihre Erzählungen beendet, doch auch jetzt besitzt die dicke Dame ihren eigenen Kopf: Sie hat vor, möglichst vielen Leuten ihre Geschichte zu erzählen.
Leider hält das Interesse beim Lesen nicht bis zum Ende an: Zu viele Namen, zu viele Personen, die irgendwie und irgendwann miteinander zu tun haben, verwandt, befreundet oder benachbart sind, verwirren. Weniger wäre mehr gewesen, nicht jede Anekdote müsste so ausschweifend, so lang und breit erzählt werden. Zippys Entdeckung ihrer Verbindung zu Bendzin wäre ein guter Schlusspunkt, doch es folgen weitere 75 Seiten.
Fazit:
Kein schlechter Roman für am Thema Interessierte; um mindestens ein Drittel gekürzt wäre es ein guter Roman. -
Rezension zu Und da kam Frau Kugelmann
- Buchkrümel
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17. Februar 2006 um 20:43
Und da kam Frau Kugelmann – Minka PradelskiWeiterlesen
Kurzbeschreibung bei Amazon kopiert:
Überraschend erhält Zippi die Nachricht, daß ihre kürzlich verstorbene Tante Halina ihr ein altes Fischbesteck vererbt hat. Sie reist nach Tel Aviv, um ihr Erbe selbst in Empfang zu nehmen. Kaum angekommen, da klopft es an der Tür ihres Hotelzimmers: Eine freundliche, ältere, vor allem sehr dicke Dame bittet darum, eingelassen zu werden. Bella Kugelmann, so stellt sie sich vor. Zippis ungeduldiger Versuch, sie abzuwimmeln, schlägt fehl. Aber dann beginnt Frau Kugelmann zu erzählen: von ihrer Jugend im polnischen BÛedzin, von Eltern und Verwandten, Schulfreunden, dem schönen Adam und der stolzen Polin, von Fettauge, von Gonna und Kotek, dem Kätzchen, vom noblen jüdischen Fürstenberg-Gymnasium, von dem trickreichen Mantelverkäufer Teitelbaum, den starken Bachmanns. Es herrscht ein pulsierendes, sorgloses, scheinbar völlig unbeschwertes und fröhliches Leben in dieser Kleinstadt, so kurz bevor die Deutschen Polen überfielen und das Grauen begann. Frau Kugelmann erzählt wunderbare Geschichten von einer längst vergangenen Zeit, denen sich die junge Deutsche nicht entziehen kann. Und als Frau Kugelmann plötzlich ein altes Fischbesteck erwähnt, begreift Zippi, daß es sich hier um ihre eigene Familiengeschichte handelt.
Ich weiß nicht was mit mir los ist, alle Welt empfindet bei diesem Buch große Gefühle: lachen und weinen; mir hat es nicht gefallen. Mir war es zu absurd. Ich konnte mich weder mit der Protagonistin anfreunden, die ständig ihre Sucht, Tiefgefrorenes zu zerlutschen, zu unterdrücken versucht. Noch fand ich Sympathien für Frau Kugelmann, die in ihren Erzählungen ständig an ihren imaginären Zöpfen herumspielt. Zwischen Zippis Tagesträumen und wirklichen Geschehen konnte ich kaum eine Trennlinie ziehen.
Für meine Teile war es gut, dass ich dieses Buch aus der Bücherei geliehen hatte, ansonsten wäre ich sehr enttäuscht gewesen.
Ausgaben von Und da kam Frau Kugelmann
Besitzer des Buches 13
Update: 25. März 2026 um 09:40




