Vom Onkel

Buch von Rebecca Gisler

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Vom Onkel

Früher; wenn der Onkel Indianerschmuck und Piratenschwerter gebastelt hatte, waren sie wie drei Kinder, hier im Garten, den ganzen Sommer lang. Jetzt pfeift der Onkel aus allen Löchern; obwohl er erst 52 ist, und Nichte und Neffe haben kurzerhand beschlossen, in das weiße Haus mit den blauen Läden zu ziehen. Eine WG in der Bretagne, am Ende der Welt. Der Onkel badet nie, mit der Metallplatte in seiner Hüfte schafft er es nicht mehr über die Felsen ans Meer. Höchstens fährt er mit dem Roller zum Supermarkt, wo es Wurst und Cola gibt. Aber am liebsten bleibt er in seinem Zimmer – Betreten verboten! – und schaut fern, auch wenn die Antenne vom Dach gekommen ist. Während der Bruder sich die meiste Zeit den Blattläusen an den vier frisch gepflanzten Obstbäumen widmet, beginnt die Schwester, den Onkel zu umkreisen, erkundet seine in dreißig Jahren Alleinleben entwickelten Eigenarten. Nach und nach breitet sich eine etwas ungemütliche Familienlandschaft aus, in der ein Wohnblock in einem Pariser Vorort und ein Haus am Hang in der Schweiz geografische Fixpunkte sind und wo, wie es sich fast nebenbei erzählt; einen Bruder zu haben ein einziger Segen war. – Ein flimmerndes, vielschichtiges wie berührendes Debüt; das mit originellen Figuren besticht und durch seinen rhythmischen erzählerischen Atem einen starken Sog auslöst.
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Bewertungen

Vom Onkel wurde bisher einmal bewertet.

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Meinungen

  • Geschichte einer etwas seltsamen Wohngemeinschaft

    mapefue

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Vom Onkel

    Rebecca Gislers beachtliches Debüt besticht nicht nur durch seine Geschichte, sondern ebenso durch die Sprache, ohne gekünstelte Wort- und Satzgebilde, mit ausdrucksvollen Satzkonstruktionen, was den literarischen Genuss erhöht.
    Die Geschichte ist schnell erzählt und scheint simpel zu sein, skurril mit mystischen Andeutungen.
    Der dicke Onkel, in einer unvorhergesehenen Wohngemeinschaft in der Bretagne, am Ende der Welt mit Nichte und Neffen. Am Meer, aber der Onkel mit einer Metallplatte in der Hüfte badet nie, obwohl er erst 53 ist, pfeift er aus allen Löchern. Beim Essen setzten sich die drei auseinander soweit es geht und der Onkel starrt auf den toten Bildschirm des Fernsehers.
    Die Nichte des Onkels als Icherzählerin überwindet sich und stellt den Onkel zur Rede. Sie setzt sich mit dem Bruder, der Mutter und den Großeltern auseinander. Familiäre Retrospektive.
    Des Onkels dreißig Jahre Alleinleben fordern ihren Tribut. Sein Leben ist ein Einfaches ohne echte Beschäftigung, denn es ist ein Gestrandetes, der einzige Lebenszweck sind seine Rollerfahrten zum Supermarkt. Bis ihn sein Gesundheitszustand in Alarmbereitschaft versetzt.
    Der besondere Reiz des 137 Seiten starken Romanbüchleins liegt, und der wird dem Wort „stark“ gerecht, in der ausdrucksstarken Kraft der Sprache. Lange Sätze seien kompliziert verschachtelt und stoppen den Lesefluss, aber nicht hier. Es trifft genau das Gegenteil zu. Ich lebe diese Konstruktionen und sie führen zu großem Lesegenuss.
    Gisler ist zweisprachig aufgewachsen. „Französisch ist meine Kindersprache, Deutsch Schulsprache“, sagt Gisler. Die französischen Erstfassung hat Gisler selbst ins Deutsche übersetzt. Doch „D’oncle“ und „Vom Onkel“ sind nicht identisch, Gisler selbst nennt den Prozess „neu schreiben“.
    REBECCA GISLER, geboren 1991 in Zürich, studierte von 2011 bis 2014 am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel und absolvierte anschließend den Master-Studiengang Création littéraire an der Universität Paris 8. Sie schreibt auf Deutsch und auf Französisch; Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien; Mitorganisatorin der Reihe Teppich im Literaturhaus Zürich. Ihr Debütroman Vom Onkel, den sie auf Französisch und auf Deutsch verfasst hat, erschien im Herbst 2021 unter dem Titel D’oncle in Frankreich und wurde für mehrere Literaturpreise, u.a. für den Prix Les Inrockuptibles, nominiert. Mit einem Auszug aus der deutschen Fassung gewann sie 2020 den Open Mike in Berlin und 2022 wurde »Vom Onkel« mit einem der Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. Rebecca Gisler lebt in Zürich und Paris.
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Besitzer des Buches 1

  • Mitglied seit 7. Oktober 2019
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