Abara Da Kabar: Die Rückreise

Buch von Emil Bobi

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Abara Da Kabar: Die Rückreise

Ohne Sprache ist nichts wahr. Mit Sprache ist alles unwahr. Der Wiener Journalist Franz Ignaz Baumhackl weiß schon lange, dass die Kluft zwischen Gesagtem und Gemeintem überall dort allgegenwärtig ist, wo Menschen zu kommunizieren versuchen. Die aussichtslose Suche nach den richtigen Worten ist es, die Gespräche platzen und Konflikte eskalieren lässt. Eines Tages erkennt er den wahren Grund: Die Sprache funktioniert nicht. Sie ist defekt. Die Welt, in der er zu leben dachte, existiert nicht. Der Druck auf ihn steigt, als er versteht, dass auch er selbst das Produkt einer Beschreibung ist. Sein Selbstbild existiert nur, weil es in Wörter gefasst ist. Seine Identität gerät ins Wanken. Er braucht Klarheit und beschließt, außersprachlich zu werden, ins Tierreich zu reisen, selbst zu einem Tier zu werden. Er fährt nach Marokko und überredet einen ehemaligen französischen Armeearzt in der Sahara, ihm bei einem waghalsigen Plan zu helfen. Mit immenser Sprachkraft legt Emil Bobi einen Roman vor, der sich einem großen Zeitthema widmet.
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Bewertungen

Abara Da Kabar: Die Rückreise wurde bisher einmal bewertet.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Abara Da Kabar: Die Rückreise

    Klappentext
    Ohne Sprache ist nichts wahr. Mit Sprache ist alles unwahr.
    Der Wiener Journalist Franz Ignaz Baumhackl weiß schon lange, dass die Kluft zwischen Gesagtem und Gemeintem überall dort allgegenwärtig ist, wo Menschen zu kommunizieren versuchen. Die aussichtslose
    Suche nach den richtigen Worten ist es, die Gespräche platzen und Konflikte eskalieren lässt. Eines Tages erkennt er den wahren Grund: Die Sprache funktioniert nicht. Sie ist defekt. Die Welt, in der er zu leben dachte, existiert nicht.
    Der Druck auf ihn steigt, als er versteht, dass auch er selbst das Produkt einer Beschreibung ist. Sein Selbstbild existiert nur, weil es in Wörter gefasst ist. Seine Identität gerät ins Wanken. Er braucht Klarheit und beschließt, außersprachlich zu werden, ins Tierreich zu reisen, selbst zu einem Tier zu werden. Er fährt nach Marokko und überredet einen ehemaligen französischen Armeearzt in der Sahara, ihm bei einem waghalsigen Plan zu helfen.
    Mit immenser Sprachkraft legt Emil Bobi einen Roman vor, der sich einem großen Zeitthema widmet.
    Meine Meinung
    Der Titel hat mich hier neugierig gemacht und auch der Klappentext klang spannend vom Thema her: die Sprache. Sie ist in unserem Alltag so fest integriert, dass man eigentlich kaum darüber nachdenkt. Allerdings ist es ja schon manchmal so, dass man mit Worten hadert, etwas nicht wirklich beschreiben kann, gerade auch wenn es um Gefühle geht - und manche Worte auch anders verstanden bzw. aufgefasst werden.
    So hat jeder wohl seine bestimmten Vorstellungen. Ein Baum ist ein Baum - ob das jetzt in meinen Gedanken eine Tanne ist und beim Gegenüber ein Laubbaum mag erstmal nicht so wichtig zu sein. Aber wenn es um tiefgehende Gespräche, Gefühle oder essentielle Themen geht, mag das schon schnell zu Missverständnissen führen.
    Der Autor, bzw. der Protagonist Franz Baumhackl, gerät in eine Art Negativ-Spirale. Denn für ihn ist die Sprache plötzlich etwas kaputtes, etwas, das nicht funktionieren kann und derentwegen die vielen Konflikte zwischen den Menschen überhaupt entstehen - sowie auch Kriege.
    Insgesamt war mir das ganze überhaupt etwas zu negativ. Man muss natürlich abwarten, wohin es sich entwickelt und auch, welche Entwicklungen die Hauptfigur durchmacht und was er am Ende daraus macht - aber ich fand es teilweise schon etwas deprimierend.
    Sehr interessant fand ich die Passagen über die Evolution der Sprache. Wie ist sie entstanden, wie hat sie sich entwickelt, warum und wie hat das das Leben der Menschen beeinflusst?
    Die Sprache ist ja sehr variabel: sie kann liebevoll sein, verständnisvoll, heilend, witzig, aber eben auch verletztlich, hasserfüllt, verleumderisch und voller Lügen. Sie spiegelt eben uns Menschen wieder. Was Emil Bobi über den Ursprung schreibt und wie die Sprache unser Erleben unserer Umwelt beeinflusst, hat mich sehr fasziniert.
    Leider gab es dann auch Passagen, die für mich sehr zäh zum lesen waren und die ich teilweise auch nicht so ganz verstanden habe, was er damit ausdrücken wollte. Ich musste insgesamt sehr konzentriert lesen - ich bin ja solche Bücher auch nicht gewohnt, vielleicht liegt es daran - aber einige Stellen waren für mich zu zerfahren.
    Emil Bobi ist/war ja Journalist und hat viele Kriegsschauplätze besucht, weshalb er diese Thematik in Bezug auf Politik und Medien mit einbezogen hat. Ein wichtiger Punkt, natürlich, der teilweise aufschlussreiche Ideen mitgebracht hat, aber auch wieder Momente, die mich eher gelangweilt haben.
    Eine sehr durchmischte und durchwachsene Lektüre mit einem abwechslungsreichen Lesegefühl der Faszination und Geduldsprobe könnte man sagen.
    Auch der Klappentext hat irritiert, denn zur "Reise nach Marokko" kommt es erst auf den letzten 100 Seiten.
    Interessant war aber die Titelwahl, wie man im Laufe der Geschichte erfährt und außerdem muss ich noch hervorheben, dass der Autor wirklich weiß, mit Sprache umzugehen. Seine Beschreibungen und die Wortwahl sind wirklich ausgefallen und sehr bildhaft und zeigen, wie man eben doch mit der Sprache eine Menge ausdrücken kann.
    Genial fand ich auch ein Beispiel eines Naturvolkes: dieses redet nie über etwas, das es nicht kennt, also auch nicht über andere Menschen. Wenn man ihnen also sagt, dass alle Österreicher als Essen das "Wiener Schnitzel" lieben und sie dann fragt, was wohl der Österreicher XY gerne isst, beantworten sie diese Frage nicht. Bzw. sagen sie, dass sie sie nicht beantworten können, da sie XY ja nicht kennen.
    Das sollte man sich mal merken ^^
    Gegen Ende gibt es noch einen kleinen positiven Aufschwung, der mich etwas versöhnt hat, von dem ich aber noch ein bisschen mehr erwartet habe. Vielleicht liegt es aber auch daran, wie schon erwähnt, dass ich bei manchen einfach den Sinn nicht verstanden und deshalb insgesamt den Kern nicht gefunden hab. Dennoch konnte ich mir einige interessante Details herausziehen und werde jetzt doch öfter mal aufpassen, was und wie ich etwas sage. Beim Schreiben macht man das irgendwie automatisch mehr, aber beim Sprechen rutscht doch schnell etwas heraus, dass eigentlich anders gemeint war.
    Fazit: 3.5 Sterne
    Weltenwanderer
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Besitzer des Buches 1

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