Das Leben vor uns

Buch von Kristina Gorcheva-Newberry

  • Kurzmeinung

    Maesli
    Interessanter geschichtlicher Hintergrund, doch mich konnten Handlung und Romanfiguren letztendlich wenig überzeugen

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Das Leben vor uns

«Ein atemberaubender Debütroman.» Publishers Weekly Was bedeutet es, in den letzten Jahren der Sowjetunion erwachsen zu werden? In einem Staat, der kurz vor dem Zerfall steht – in dem die Bevölkerung seit Jahrzehnten Spielball unberechenbarer Politik ist? Die russisch-armenische Autorin Kristina Gorcheva-Newberry verwebt auf beeindruckende Weise die turbulente Geschichte eines Landes mit dem Schicksal einer verlorenen Jugend und der Erzählung von einer unerschütterlichen Freundschaft. Anja und ihre beste Freundin Milka wachsen in den Achtzigerjahren am Stadtrand von Moskau auf. Während ihre Eltern gezeichnet sind von den Entbehrungen der Vergangenheit, blicken die beiden Mädchen einer Zeit der Umbrüche und Reformen entgegen. Frech und lebenshungrig versuchen sie, jeden Schnipsel westlicher Popkultur in die Finger zu kriegen. «We Are the Champions» ist für sie mehr als nur ein Lied, es ist eine Parole. Doch Anjas Jugend nimmt durch eine unerwartete Tragödie ein jähes Ende – und gleichzeitig der Staat, der ihr Zuhause bedeutet hat. Noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs beschließt sie, zum Studieren in die USA zu gehen und dort zu bleiben. Doch beim Versuch, sich im Sehnsuchtsland ihrer Jugend eine neue Heimat aufzubauen, merkt sie, dass sich die eigene Herkunft nicht einfach abschütteln lässt und ein Neuanfang nur möglich ist, wenn die Geister der Vergangenheit begraben sind. Eine zeitlose Geschichte darüber, was politisches Erbe für den Einzelnen bedeutet Sinnlich – explosiv – hoffnungsvoll Für die Leser:innen von Nino Haratischwili und Katerina Poladjan
Weiterlesen

Bewertungen

Das Leben vor uns wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4 Sternen.

(2)
(1)
(1)
(0)
(0)

Meinungen

  • Interessanter geschichtlicher Hintergrund, doch mich konnten Handlung und Romanfiguren letztendlich wenig überzeugen

    Maesli

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Das Leben vor uns

    Klappentext
    Was bedeutet es, in den letzten Jahren der Sowjetunion erwachsen zu werden - in einem Staat kurz vor dem Zerfall? Dieser Roman verwebt auf beeindruckende Weise die turbulente Geschichte eines Landes mit dem Schicksal einer verlorenen Jugend und erzählt dabei von einer unerschütterlichen Freundschaft zweier Mädchen zwischen Unsicherheit und Aufbruch.
    Anja und ihre beste Freundin Milka wachsen in den Achtzigerjahren am Stadtrand von Moskau auf. Während ihre Eltern gezeichnet sind von den Entbehrungen der Vergangenheit, blicken die beiden Mädchen einer Zeit der Umbrüche und Reformen entgegen. Frech und lebenshungrig versuchen sie, jeden Schnipsel westlicher Popkultur in die Finger zu kriegen. «We Are the Champions» ist für sie mehr als nur ein Lied, es ist eine Parole. Aber Anjas Jugend nimmt durch eine unerwartete Tragödie ein jähes Ende – und gleichzeitig der Staat, der ihr Zuhause bedeutet hat. Noch vor dem Fall des Eisernen Vorhangs beschließt sie, zum Studieren in die USA zu gehen und dort zu bleiben. Doch beim Versuch, sich im Sehnsuchtsland ihrer Jugend eine neue Heimat aufzubauen, merkt sie, dass sich die eigene Herkunft nicht einfach abschütteln lässt und ein Neuanfang nur möglich ist, wenn die Geister der Vergangenheit begraben sind.
    Meine persönlichen Leseeindrücke
    Abgesehen vom geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergrund der Sowjetunion, als dessen Zeitzeugen Anjas Eltern und vor allem ihre Großmutter stehen, geht es in dem Roman um vier jungen Freunde Anja, Milka, Lopatin und Trifonow. Die Geschichte beginnt mit der Kindheit der beiden Mädchen und endet mit dem Tod fast aller Protagonisten.
    Das Schicksal von Milka, so schrecklich es ist und so weh es auch tut mitanzusehen wie sie zugrunde geht, ist nichts, was ich mit Russland verbinde. Auch die Freundschaft der vier jungen Mensch, die Pubertät mit all ihren Problemen, Träumen und Wünschen empfand ich nicht als typisch russisch.
    Was die Perestroika wirklich in Russland ausgelöst hat, habe ich hier vielleicht übersehen, da für mich die persönlichen Schicksale der vier jungen Menschen im Vordergrund standen. Anja konnte das Land verlassen und hat es dann definitiv getan, es gab genug Lebensmittel, wenn auch zu hohen Preisen, es gab Proteste, eine Art Kapitalismus ist eingezogen und die Russen fühlten sich irgendwie verloren. Putin ist der Retter. Das war es?
    „Welches Leben?“, fragte er. „Wovon sprichst du, Ljuba? Es ist aus. Aus und vorbei. Sie haben uns zerstört. Uns seelisch gebrochen. Uns alle Träume genommen. Die nächste Generation wird heranwachsen, ohne zu wissen, was Russischsein heißt.“
    Fazit
    Auch wenn der geschichtliche Hintergrund interessant ist, konnten mich Handlung und Romanfiguren letztendlich wenig überzeugen.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Das Leben vor uns

    Eine Jugend auf Sand gebaut
    Anja und Milka sind zwei Teenager, die Musik und Jungs im Kopf haben. Die aber auch über Politik und Literatur diskutieren und sich auf die Zukunft freuen, auf die Zeit, wenn sie endlich erwachsen sind. Aber sie werden in der Sowjetunion der 80er Jahre erwachsen; in einem Umfeld, das noch von der Revolution, dem Krieg, der Angst vor der Tyrannei von Lenin und Stalin und der allgegenwärtigen Mangelwirtschaft geprägt ist. In all diesem Chaos des eigenen Lebens und dem Chaos um sie herum, halten Anja und Milka zusammen. Sie verbringen herrliche Sommer in der Datscha der Eltern, feiern und treffen sich mit Jungs. Aber der Zusammenbruch der Sowjetunion geht auch an den Mädchen nicht spurlos vorüber.
    Kristina Gorcheva-Newberry hat einen fulminanten Debütroman geschrieben. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden hinter dem eisernen Vorhang. Voller kluger Sätze, voller Widersprüche und Zerrissenheit. Es wird ein Einblick in die "russische Seele" gegeben und das in wunderbar bildhafter Sprache.
    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, das nicht nur eine besondere Coming-of-Age-Story enthält, sondern - aktueller denn je - auch stark die Politik des Landes thematisiert. Dies kann in einer Geschichte, die im Zeitalter von Glasnost und Perestroika spielt, auch gar nicht anders sein. Während wir im Westen voller Freude die Politik von Generalsekretär Gorbatschow begrüßt haben, sahen die Sowjetbürger zerfallen, woran sie Jahrzehnte geglaubt hatten. Ihre völlige Orientierungslosigkeit versteht die Autorin gekonnt abzubilden. Die beiden Mädchen und ihre Freunde stehen für die verlorene Jugend dieser Zeit, deren Zukunft so verheißungsvoll begann, aber offene Grenze sind nicht alles.
    Der Roman hat wunderbare helle Momente, ist aber grundsätzlich von einer eher traurigen und melancholischen Stimmung geprägt. Der im Zentrum der Geschichte stehende Apfelgarten von Anjas Eltern spiegelt den gesamten Roman wider und steht zudem in enger Verbindung zu Tschechows Theaterstück "Der Kirschgarten". Leider wurde der englische Originaltitel "The Orchard" nicht wörtlich übersetzt - schade.
    Weiterlesen

Ausgaben von Das Leben vor uns

Hardcover

Seitenzahl: 359

Das Leben vor uns in anderen Sprachen

  • Deutsch: Das Leben vor uns (Details)
  • Englisch: The Orchard (Details)

Besitzer des Buches 7

  • Mitglied seit 30. November 2017
  • Mitglied seit 21. Juli 2013
  • Mitglied seit 27. Dezember 2020
  • Mitglied seit 31. Dezember 2008
  • Mitglied seit 28. November 2022
  • Mitglied seit 12. April 2021
  • Mitglied seit 27. Dezember 2008
Update: