Feldpost

Buch von Mechtild Borrmann

  • Kurzmeinung

    drawe
    Dramatische Familiengeschichte, routiniert erzählt.
  • Kurzmeinung

    easymarkt3
    NSDAP, § 175 StGB und ein tragisches Familienschicksal
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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Feldpost

Zeitgeschichte trifft subtile Spannung: SPIEGEL-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann verwebt eine tragische Schuld, einen bitteren Verrat und eine unmögliche Liebe zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zu einem großen deutschen Roman. »Adele ist verschwunden.« Mehr mag die Fremde nicht sagen, die sich in einem Café einfach so an den Tisch der Anwältin Cara setzt – und kurz darauf ebenfalls spurlos verschwindet. Zurück bleibt lediglich ihre Handtasche. Neben anrührenden Feldpost-Briefen aus dem 2. Weltkrieg, die von einer großen Liebe zeugen, findet Cara darin auch Unterlagen über den Verkauf einer Villa in Kassel zu einem symbolischen Preis. Doch was hat das alles mit ihr zu tun? Und weshalb wurde die Villa – anders als vereinbart – nie an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben? Caras Recherchen decken nicht nur die tragische Geschichte einer großen, verbotenen Liebe auf, sondern auch die Schuld einer Liebenden und einen bitteren Verrat. Der Roman beruht auf wahren Lebensgeschichten: Recherchen im Tagebuch-Archiv Emmendingen haben Mechtild Borrmann zu diesem feinfühligen Roman über Schuld, Verrat und eine tragische Liebe während des 2. Weltkriegs inspiriert. Entdecken Sie auch die anderen zeitgeschichtlichen Spannungs-Romane von Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann: • Der Geiger (Russland nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und Deutschland 2008) • Die andere Hälfte der Hoffnung (Tschernobyl 1986 bis 2010 und Deutschland 2010) • Trümmerkind (Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1992) • Grenzgänger (Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1970)
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Über Mechtild Borrmann

Mechtild Borrmann wurde 1960 als gebürtige Kölnerin geboren und wuchs in der deutsch-niederländischen Grenzstadt Kleve auf. Bevor sie begann, Bücher zu schreiben, war sie in verschiedenen sozial und kreativ geprägten Berufen tätig. Mehr zu Mechtild Borrmann

Bewertungen

Feldpost wurde insgesamt 9 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,8 Sternen.

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Meinungen

  • Dramatische Familiengeschichte, routiniert erzählt.

    drawe

  • NSDAP, § 175 StGB und ein tragisches Familienschicksal

    easymarkt3

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Feldpost

    Briefe liebe ich, für Briefe lebe ich. (Sylvia Plath)
    Dezember 2000 Kassel. Als Start ihres Weihnachtsurlaubs gönnt sich die Anwältin Cara Russo einen Cafébesuch und bekommt schnell Gesellschaft von einer älteren Dame, die sich zu ihr an den Tisch setzt. Diese erzählt ihr, dass ihre Freundin Adele verschwunden ist, der sie eigentlich einen Besuch abstatten wollte. Als die alte Dame die Toilette aufsucht, kommt sie nicht zurück. Cara bleibt nur eine vergessene Tasche gefüllt mit alten Unterlagen und Feldpost-Briefen, die sie gern zurückgeben würde. So macht sie sich auf die Suche nach der alten Frau und deckt aufgrund der Unterlagen eine tragische alte Geschichte rund um Adele und deren Familie auf…
    Mechtild Borrmann hat mit „Feldpost“ einen wunderbaren Roman vorgelegt, der sich an wahren Begebenheiten orientiert und den Leser von der ersten Seite an in den Bann zieht. Der flüssige, atmosphärische und empathische Erzählstil nimmt den Leser mit auf eine sehr emotionale Reise, die sich über zwei Zeitebenen und unterschiedliche Perspektiven erstreckt. Dabei bildet die Gegenwart um Cara und ihre Nachforschungen den Rahmen für die eigentliche Handlung, die sich in den 30er Jahren zugetragen hat. Im Mittelpunkt stehen die zwei miteinander befreundete Familien Mertens und Kuhn, vor allem das Verhältnis zwischen deren Söhnen Richard Mertens und Albert Kuhn ist enger als es die damaligen Sitten erlauben. Der Nationalsozialismus hat seine Spione überall und eine verächtliche Bemerkung bringt Gerhard Kun ins Gefängnis. Bei seiner Entlassung gibt es sein Geschäft nicht mehr und die Familie schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Schon bald ist Gerhard wieder im Visier der Nazis und zwingt ihn, mit seiner Frau nach Frankreich auszuwandern, während die Kinder Albert und Adele in Deutschland bleiben. Albert überträgt sein Haus an Hermann Mertens unter der Prämisse, dieses bei seiner Rückkehr wieder zurück zu erhalten. Mithilfe der alten Unterlagen, Fotos und den Feldpostbriefen setzt Cara Stück für Stück ein Puzzle zusammen und holt ein altes Geheimnis ans Tageslicht, das ebenso erschütternd und traurig sowie beispielhaft für die Zeit des Nationalsozialismus ist, in der aus besten Freunden auf dramatische Weise auf einmal Fremde oder Gegner werden und Verrat ein Mittel zum Zweck wird. Erschreckend ist die Feststellung, dass man einen Menschen nie wirklich kennt, sondern nur das, was dieser einem offenbart. Wenn Angst, Gier oder Macht Menschen dazu bringt, jeglichen Anstand zu vergessen und andere zu verleumden, verraten oder in Misskredit zu bringen, ist das schon furchteinflößend. Borrmann versteht es ausgezeichnet, den Leser mit dem Schicksal der beiden Familien regelrecht an die Seiten zu fesseln, die Spannung kontinuierlich in die Höhe zu treiben und das Kopfkino auf Hochtouren laufen zu lassen.
    Die Charaktere sind mit menschlichen Stärken und Schwächen gezeichnet und lebendig in Szene gesetzt. Der Leser heftet sich nur zu gern an ihre Fersen, um ihr Schicksal zu verfolgen. Cara ist eine zielstrebige Frau mit viel Herz und einer gesunden Neugier. Sie verbeißt sich regelrecht und lässt ihr Ziel nicht aus den Augen, die verschwundene Adele zu finden. Gerhard Kuhn macht aus seiner Seele keine Mördergrube und muss dafür einen hohen Preis zahlen. Albert und Richard folgten ihren Gefühlen ohne zu ahnen, was das für eine Lawine auslöst. Aber auch die anderen Protagonisten tragen viel dazu bei, die Intensität dieser Geschichte zu steigern.
    „Feldpost“ ist ein wunderbarer Roman über ein Stück deutscher Zeitgeschichte. Angelehnt an wahre Lebensgeschichten wirkt diese Mischung aus Familiengeschichte, Liebe, Verrat und historischem Hintergrund absolut authentisch, hochemotional und sehr intensiv. Borrmann hat hier ein Kleinod kreiert, absolute Leseempfehlung für ein Highlight 2022 – Chapeau, besser geht es nicht!
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  • Rezension zu Feldpost

    Historisches, wie immer Genial geschrieben !
    So langsam lese ich mich durch die ganzen Mechtild Borrmann Bücher und startete mit Trümmerkind, das mich total begeisterte. Jetzt das neueste in den Händen und ich bin wieder begeistert...
    Geschichte : Kassel heutige Zeit- Die Anwältin Cara Russo sitzt in einem Cafe, als eine alte Frau sich dazu setzt und lässt Ihr einen Aktenkoffer mit alten Feldpostbriefen da, die eine damals flüchtige Frau bei Ihnen vergessen hat und der sie gerne die alten Briefe geben würde nach nun über 50 Jahren. Cara wird neugierig und beginnt die alte Geschichte von Adele und Ihrer Familie auszugraben...
    Cover / Schreibstil: Unspektakuläres Cover aber der Schreibstil ist wunderbar. Es dauerte 5 Seiten und der Schreibstil hat mich sofort in die Geschichte hereingesaugt und die knapp 300 Seiten waren wie im Flug vorbei. Spannend , tragisch und dramatisch entwickelt sich die Geschichte einer Familie, der es gut ging, eine Spedition besitzt und in einer Villa wohnt. Als der Vater nicht sofort seine LKW für eine Veranstaltung der NSDAP frei stellt, wird er angeklagt und der Absturz beginnt. Die Figuren sind absolut nachvollziehbar und das macht das ganze so tragisch und schlimm.
    Meinung: Mechtild Borrmann schreibt so einfach aus dem Leben und zeigt uns, dass es keine Superlativen braucht um ein beeindruckendes Buch schreiben zu können. Sie bringt uns direkt in die Zeit vor dem 2. Weltkrieg und man kann fast sogar die Luft in dieser Zeit riechen um dann mühelos in das Kassel von heute zu springen. Die damalige Zeit und die Schnelligkeit mit der Unschuldige einfach mit Konsequenzen zu rechnen haben, sollte uns weiter vor Augen führen, was passiert wenn irgend eine Partei oder Gruppe , die angestammten Menschenrechte und Regeln außer Kraft setzen will.
    Fazit: Eine wunderbare Geschichte ohne Wenn und Aber und eine Empfehlung an alle Geschichtsbegeisterten Menschen, die sich für die Zeit vor dem 2. Weltkrieg interessieren. Für mich klare 5 Sterne !
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Feldpost

    Klappentext:
    Die Schuld einer Liebenden.
    "Adele ist verschwunden." Mehr mag die Fremde nicht sagen, die sich in einem Café einfach so an den Tisch der Anwältin Cara setzt – und kurz darauf ebenfalls spurlos verschwindet. Die Frau lässt lediglich ihre Handtasche zurück und die kryptische Bitte, Cara möge sich um den Inhalt kümmern. Neben anrührenden Feldpostbriefen aus dem Zweiten Weltkrieg finden sich in der Tasche Unterlagen über den Verkauf einer Villa in Kassel zu einem symbolischen Preis. Caras Recherchen decken nicht nur die tragische Geschichte einer großen, verbotenen Liebe auf, sondern auch die Schuld einer Liebenden und einen bitteren Verrat.
    Vera Teltz arbeitet in ihren Lesungen gekonnt Stimmungen und feine Nuancen heraus. Sie hat bereits Mechtild Borrmanns Romane Trümmerkind und Grenzgänger zu eindringlichen Hörerlebnissen gemacht.
    Mein Hör-Eindruck:
    Hier erzählt ein Routinier!
    In zwei Zeitebenen entfaltet sich die Handlung. Die 1. Zeitebene spielt im Deutschland der Vorkriegs-, der Kriegs- und der ersten Nachkriegsjahre, die 2. Zeitebene in der Jetzt-Zeit. Diese 2. Zeitebene wird getragen durch die Recherchen einer jungen Anwältin zu den Ereignissen der 1. Zeitebene. Zwischen diesen beiden Zeitebenen springt die Handlung hin und her, und Kapitel für Kapitel entwickelt sich die Geschichte einer Familie, eine Geschichte von Freundschaft, Liebe, Treue, aber auch von Verfolgung, Verrat, Betrug und Schlimmerem.
    Die Autorin macht es ihren Lesern leicht. Jedes Kapitel ist übertitelt mit Datum, Ort und den handelnden Personen. Dadurch kommt es zwar zu inhaltlichen Redundanzen, aber die Orientierung des Lesers ist stets gesichert.
    Auch sprachlich kommt die Autorin ihren Lesern entgegen. Einige merkwürdig gewollte Metaphern bilden eher eine Ausnahme; ansonsten wird die Handlung in einer ausgesprochen flüssigen und eingängigen Sprache erzählt. Die Dialoge werden oft unterbrochen mit Übersprungshandlungen wie dem Blick auf Regentropfen am Fenster, dem Anwerfen eines Rasenmähers im Nachbargarten, dem Flug der Vögel u. ä. Damit verleiht die Autorin der Rede ihrer Figuren sehr routiniert die Authentizität, die sie glaubhaft macht.
    Der Inhalt des Romans lehnt sich, heißt es, an wahre Begebenheiten an. Dann wird man als Leser wohl einige Dinge hinnehmen müssen, die sonst unverständlich wären wie z. B. die Begründung für den Abbruch der Schulausbildung der Tochter in einem bildungsaffinen großbürgerlichen Haus. Insgesamt hätte mir persönlich etwas Dramatik besser gefallen. Vor allem das Ende des Romans (Epilog) wirkt gewaltsam gewollt.
    Beeindruckend ist die präzise Recherche-Arbeit der Autorin, nicht nur zu Familiengeschichten, sondern vor allem zur Zeitgeschichte. Beeindruckend ist ebenso die Art und Weise, wie mühelos sie die Zeitgeschichte der 1. Erzählebene in ihren Roman einbettet. Die Ereignisse sprechen für sich und dienen als immer verständliche Hintergrundfolie für die Geschehen.
    Der Roman wird eingelesen von Vera Teltz, deren professioneller und klarer Stimme man mit Vergnügen zuhört. Die Art und Weise ihres Vorlesens trägt wesentlich zum positiven Gesamteindruck bei.
    Fazit: Ein routiniert geschriebener Roman, schön eingelesen.
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Ausgaben von Feldpost

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 304

Besitzer des Buches 9

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