Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

Buch von Natasha Pulley

  • Kurzmeinung

    ViktoriaScarlett
    Diese Geschichte ist von ganz besonderer Art und zeigt dabei eine Intensität, die ihresgleichen sucht.
  • Kurzmeinung

    Aleshanee
    Großartige Geschichte über die Grenzen der Zeit

Anzeige

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

»Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst.« 1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Die Welt steht Kopf: England ist französisch, und Joe wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nur wenig später, als er wieder in Freiheit ist, trifft eine rätselhafte Postkarte bei ihm ein, die 90 Jahre zu ihm unterwegs war. Auf der Postkarte ist ein Leuchtturm auf einer Insel in den Äußeren Hebriden mit dem Namen Eilean Mor abgebildet, auf der Rückseite steht ein kurzer Text: 'Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M.' Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich und wie kann ein Mann mittleren Alters aus einer 90jährigen Vergangenheit heraus vermisst werden? Und wer ist M.? Joe macht sich schließlich auf die nicht ungefährliche Reise nach Schottland, um den Leuchtturm zu suchen und findet stattdessen einen Weg in die Vergangenheit. Unversehens gerät er in die Turbulenzen der großen Schlachten zwischen England und Frankreich, die lange vor seiner Geburt entschieden wurden. Schnell wird klar, dass jeder Schritt in die Vergangenheit auch seine Zukunft beeinflusst. „Halten Sie sich das Wochenende frei und lassen Sie sich entführen.“ - New York Times
Weiterlesen

Bewertungen

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit wurde insgesamt 6 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.

(3)
(1)
(2)
(0)
(0)

Meinungen

  • Diese Geschichte ist von ganz besonderer Art und zeigt dabei eine Intensität, die ihresgleichen sucht.

    ViktoriaScarlett

  • Großartige Geschichte über die Grenzen der Zeit

    Aleshanee

  • Viele Zeitsprünge, damit verbundene Personen- und Ortswechsel verwirren leider etwas.

    easymarkt3

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

    Schon in "Der Uhrmacher in der Filigree Street" hat sich die Autorin mit Unruhen und Bombenanschlägen irischer Nationialisten in England des Jahres 1883 auseinandergesetzt. Auch hier haben wir es mit einem Krieg zu tun, allerdings reisen wir sozusagen noch weiter zurück, denn es geht um die Schlacht von Trafalgar im Jahr 1805. Allerdings mit dem Gedanken, wenn diese ganz anders ausgegangen wäre.
    Das erlebt nämlich der Protagonist Joe Tournier, der im Jahr 1898 aus einem Zug in Londres aussteigt und keine Erinnerungen mehr an seine Vergangenheit hat. London bzw. Londres ist ihm eigentlich vertraut, aber alles erscheint im völlig anders. Er zweifelt an seiner Wahrnehmung, an seinem Verstand und auch an sich selbst, bis plötzlich eine Postkarte eintrifft - aus dem Jahr 1805.
    Darauf abgebildet der Leuchtturm auf Eilean Mor und mit der kurzen Nachricht: Komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M.
    Eilean Mor hat sofort was bei mir klingeln lassen und mich an das Buch "Die Leuchtturmwärter" von Emma Stonex denken lassen. Denn es ist genau dieser Leuchtturm, der auch in dieser Geschichte eine Rolle spielt. Denn dort sind im Jahr 1900 tatsächlich drei Wärter auf mysteriöse Weise verschwunden und auch Natasha Pulley bindet dieses Ereignis gekonnt in ihren Roman mit ein.
    Ich hatte eigentlich eine Liebesgeschichte erwartet, die war auch vorhanden, unterschwellig, zwischen den Zeilen und ja, sie spielt auch eine Rolle, aber hier geht es um viel mehr, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles in Worte fassen kann.
    Zeitreisen sind ja immer etwas schwierig. Sie widersprechen allem und vor allem die Konsequenzen, sollte sowas möglich sein, wirken immer paradox und einfach nicht möglich. Eine kleines Experiment mit Schildkröten zeigt hier aber interessante Möglichkeiten und diese ganze Geschichte wirkt eigentlich unglaublich, wird aber so gekonnt umgesetzt, dass sie mich total gefangen genommen hat mit einer konsequent durchdachten Logik, die mich einfach überzeugt hat. Ohne dass ich noch groß darüber nachdenken musste.
    Schon von der ersten Seite hat mich der Schreibstil in den Bann gezogen. Es wirkt auf eine leise, fast schon melancholische Art, was nicht nur auf den Charakter von Joe zurückzuführen ist, der sich hilflos fühlt in einer Zeit, in der er sich nicht dazugehörig fühlt.
    Während die Vergangenheit und die Schlacht von Trafalgar in den Fokus rückt, die Manöver auf See, der Kanonendonner, die Auswirkungen von Kriegen, die Spionage und der Wettlauf um das Wissen, das zu einem Sieg führen könnte, sind es doch vor allem auch die Charaktere, die mich hier unglaublich berührt haben.
    Krieg ist immer grausam, und damals ging es nicht darum, auf einen Knopf zu drücken, sondern man stand sich gegenüber, hörte die Schmerzensschreie, sah die Verwundeten auf gegnerischer Seite ebenso wie auf der eigenen. Kameraden, Familien, Freunde, verletzt, verbrannt, entzweigerissen - und um darin irgendwie zu überleben, musste man sich eine harte Schale zulegen. Denn Mitgefühl im falschen Moment konnte den Tod bedeuten, nicht nur den eigenen, sondern von Hunderten.
    Diese Schicksale sind schmerzlich, auch wenn oder gerade weil sie in dem Umfang zur Normalität gehören und oft nur nebenbei erwähnt werden. Die Atmosphäre der Unsicherheit, der Angst und dem verzweifelten Mut, sich immer wieder den vielen großen und kleinen Schlachten stellen zu müssen, hat die Autorin sehr lebendig und eindringlich beschrieben.
    Natashan Pulley hat hier großartige Charaktere definiert. Auch die Nebenfiguren, wie Frauen, die trotz des Verbotes einer Arbeit auf den Kriegsschiffen nachgehen, und neben typischen Männern in ihrer herrschaftlichen Rolle und von Selbstüberschätzung getragen auch solche, die zerbrechlich wirken, einsam und verurteilt zu einer Rolle, die sie nie spielen wollten.
    Ich bin kein Fan von Geschichten über Kriege, aber mich konnte die Autorin hier völlig packen und in eine Zeit reisen lassen, in der über die Zukunft entschieden wird. Das Schicksal Englands und damit all der Menschen, ihrer Vergangenheit und wie diese ihre Zukunft beeinflusst, war so gekonnt miteinander verflochten und bildhaft erzählt, dass ich nach dem Lesen das Gefühl hatte, tatsächlich aus einer anderen Zeit "aufzutauchen".
    Die Sehnsucht, nach Hause zu kommen, angekommen zu sein, da sind wir wieder bei der Liebesgeschichte, die unterschwellig mitschwingt, und die mich am Ende zu Tränen gerührt hat.
    Ein unglaublich intensives Buch über Leid und Verzweiflung, Liebe und Hoffnung, Kriege und Schlachten, Spionage und Wissen, die Auswirkungen von Zeitreisen und die vielen Menschen, die darin verzwickelt sind: fokussiert auf die fatale Begegnung zweier Menschen, deren Schicksal untrennbar miteinander verknüpft wird.
    Mein Fazit: 5 Sterne
    Weltenwanderer
    Weiterlesen
  • Rezension zu Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

    Über die Autorin (Amazon)
    Natasha Pulley studierte in Oxford Englische Literatur. Nach Stationen im Buchhandel und bei der Cambridge University Press in den Bereichen Astronomie und Mathematik setzte sie ihre Studien in Tokyo fort. Sie erhielt ein Stipendium der Gladsone’s Library als Writer in Residence. Gegenwärtig hat sie Lehraufträge an den Universitäten von Bath und Cambridge. Ihr Debüt »The Watchmaker of Filigree Street« gewann den Betty Trask Award und wurde ein internationale Bestseller. Natasha Pulley lebt in Bristol.
    Produktinformation (Amazon)
    ASIN ‏ : ‎ B0B4P9BV84
    Herausgeber ‏ : ‎ Klett-Cotta; 1. Edition (24. September 2022)
    Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    Dateigröße ‏ : ‎ 5633 KB
    Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 545 Seiten
    Wieder zu durcheinander
    Joe Tournier erwacht im Jahr 1898 ohne Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. England ist französisch und Joe kommt in eine psychiatrische Klinik. Als er endlich wieder in Freiheit ist, trifft eine seltsame Postkarte bei ihm ein, die ganze 90 Jahre zu ihm unterwegs war. Darauf ist ein Leuchtturm abgebildet, der sich auf eine Insel der Äußeren Hebriden befindet. Darauf steht geschrieben: Liebster Joe, komm nach Hause, wenn zu dich erinnerst. M. Und so macht sich Hoe auf ei gefährlich Reise nach schottlang, sucht den Leuchtturm und finden einen Weg in die Vergangenheit. Er gerät in die Turbulenzen der großen Schlachten zwischen England und Frankreich, die lange vor seiner Geburt entschieden wurden. Es wird klar, dass jeder Schritt in der Vergangenheit auch seine Zukunft beeinflusst.
    Meine Meinung
    Ich habe von dieser Autorin erst ein Buch gelesen, das mir nicht so sonderlich gefallen hat. Doch ich wollte ihr nochmal eine Chance geben. Auch dieses Buch war nicht ganz so leicht zu lesen, denn es gab doch viel Durcheinander. Da gibt es die Gegenwart und durch ein Tor kommt man die Vergangenheit. Und diese Erzählungen aus der Vergangenheit haben mich teilweise etwas verwirrt, da sie auch in verschiedenen Jahren passiert sind. Da liest man abwechselnd vom Jahr 1807 und landet plötzlich im nächsten Kapitel im Jahr 1805. Und so geht es hin und her. Das hat mich etwas durcheinandergebracht. Und ich musste höllisch aufpassen. Es gibt da noch mehr, was verwirrend gewesen war, doch darüber kann ich nichts schreiben ohne zu spoilern. Alles in allem hat es mir aber doch einigermaßen gut gefallen, denn spannend war es allemal. Doch es war für meinen Geschmack etwas zu viel Durcheinander. Die schnellen Umstellungen von jetzt auf nachher, gefielen mir nicht so gut. Man hätte sie etwas besser kenntlich machen können, auch wenn die Jahreszahl durchaus vor dem Kapitel stand. Aber es war mir in diesem Moment total unklar, wieso ich mich jetzt plötzlich, statt im Jahr 1807 im Jahr 1805 befand. Der Sinn erschloss sich mir erst mit der Zeit, aber trotzdem war es etwas chaotisch und ich denke, ein weiteres Buch dieser Autorin werde ich wohl nicht mehr lesen. Doch es gibt sicher Leser, denen das nichts ausmacht. Wäre auch schlecht, wenn dem nicht so wäre. Von mir keine Leseempfehlung und eben nur gute drei von fünf Sternen bzw. sechs von zehn Punkten. Für vier Sterne hat es leider doch nicht gereicht.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

    Ich wollte mich ja wirklich an die Sperrfrist des Verlags halten, aber nachdem hier schon eine Rezi nach der anderen auftaucht, hier nun auch meine, die schon seit fast 4 Wochen auf ihre Veröffentlichung wartet. Ich hoffe, Klett Cotta wird in diesem Fall ein Auge zudrücken, zumal das Buch beim großen Online-Händler offensichtlich auch schon vor dem 24.9. erhältlich ist.
    Kurzbeschreibung:
    1898 erwacht Joe Tournier ohne jegliche Erinnerungen am Bahnhof Gare du Roi in Londres. Die Welt steht Kopf: England ist französisch, und Joe wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Nur wenig später, als er wieder in Freiheit ist, trifft eine rätselhafte Postkarte bei ihm ein, die 90 Jahre zu ihm unterwegs war.
    Auf der Postkarte ist ein Leuchtturm auf einer Insel in den Äußeren Hebriden mit dem Namen Eilean Mor abgebildet, auf der Rückseite steht ein kurzer Text: "Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M." Was hat es mit dem Leuchtturm auf sich und wie kann ein Mann mittleren Alters aus einer 90jährigen Vergangenheit heraus vermisst werden? Und wer ist M.? Joe macht sich schließlich auf die nicht ungefährliche Reise nach Schottland, um den Leuchtturm zu suchen und findet stattdessen einen Weg in die Vergangenheit. Unversehens gerät er in die Turbulenzen der großen Schlachten zwischen England und Frankreich, die lange vor seiner Geburt entschieden wurden. Schnell wird klar, dass jeder Schritt in die Vergangenheit auch seine Zukunft beeinflusst. (Quelle: Verlagswebsite)
    Autorin:
    Natasha Pulley studierte in Oxford Englische Literatur. Nach Stationen im Buchhandel und bei der Cambridge University Press in den Bereichen Astronomie und Mathematik setzte sie ihre Studien in Tokyo fort. Sie erhielt ein Stipendium der Gladsone’s Library als Writer in Residence. Gegenwärtig hat sie Lehraufträge an den Universitäten von Bath und Cambridge. Ihr Debüt »The Watchmaker of Filigree Street« gewann den Betty Trask Award und wurde ein internationale Bestseller. Natasha Pulley lebt in Bristol. (Quelle: Verlagswebsite)
    Allgemeines:
    Erscheint bei Klett Cotta im September 2022.
    Gebunden mit Schutzumschlag
    544 Seiten in 4 Teilen, die sich in 52 Kapiteln gliedern. Danksagung.
    Der Roman spielt hauptsächlich auf 2 Zeitebenen: um 1900 sowie 100 Jahre früher – rund um die Schlacht von Trafalgar. Es gibt noch einige wenige Rückblenden, die noch 30 Jahre weiter zurückreichen.
    Das Original „The Kingdoms“ erschien 2021 bei Bloomsbury. Übersetzung aus dem Englischen von Jochen Schwarzer.
    Meine Meinung:
    Viele Autoren haben sich schon am Thema Zeitreisen versucht, viel ist schon darüber spekuliert worden, ob ein Zeitreisender die Zukunft beeinflussen würde. Verschwindet man, wenn man seine eigenen Urahnen tötet? Natasha Pulley hat für dieses Phänomen eine eigene und für sich schlüssige Lösung. Und sie führt uns ganz deutlich vor Augen, wie die Welt auf den Kopf gestellt wird, wenn man in der Vergangenheit rumpfuscht. Ich fand den Anfang der Geschichte total verstörend: Joe ist Leibeigener in einem französischen London, in dem Englisch sprechen verpönt, wenn nicht sogar verdächtig ist. Ich hab mir die ganze Zeit gewünscht, dass sich diese parallele Realität bitte wieder auflöst.
    Joes Geschichte ist ebenso verstörend. Er hat Gedächtnislücken und weiß weder, wer er ist, noch was ihm bisher zugestoßen ist. Epileptische Amnesie wird diagnostiziert (eine Krankheit, die es übrigens tatsächlich gibt). Man ist als Leser genauso irritiert, verunsichert und unwissend wie Joe und genau das macht den Reiz der Geschichte aus. Nach und nach nähert man sich den geradezu unglaublichen Fakten und Wahrheiten, greift nach einem Faden, zieht daran und hält doch wieder nur ein loses Ende in der Hand.
    Wir reisen von London nach Schottland (das auch in Pulleys Historie etwas anders ist, als der Rest des Königreichs ), sind auf hoher See unterwegs, erleiden Schiffbruch und werden von Franzosen und Spaniern gejagt. Das alles auf mehreren Zeitebenen, die aber jederzeit gut zu unterscheiden sind. Ganz nebenbei lernen wir Leser noch einiges über den Stand der Technik zu den beiden Jahrhundertwenden und auch über die Schlacht bei Trafalgar.
    Immer wieder habe ich mich dabei ertappt, dass ich diese alternative Entwicklung der Geschichte nicht mochte und mir gewünscht habe, dass Joe irgendetwas tun möge, das England wieder Englisch macht Unterhaltsam, mit Ironie, Humor und Feingefühl führt Pulley uns Leser durch ein „Was wäre wenn…?“ der Geschichte. Ihre Charaktere sind vielschichtig und sowohl liebens- als auch hassenswert. Sie beschert uns ein Wechselbad der Gefühle und findet am Ende eine ganz wunderbare Auflösung für alle Geheimnisse. Von mir gibt es und eine absolute Leseempfehlung.
    Fazit:
    Ein fesselndes „Was wäre wenn“, das unsere Welt auf den Kopf stellt und eine ebenso fesselnde Geschichte um Familie, Sehnsucht und unerfüllte Liebe. Absolut lesenswert.
    Weiterlesen
  • Rezension zu Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

    Schon „Der Uhrmacher in der Filigree Street“ war ein Highlight – ein überzeugender Mix aus Fantasy, alternativer Realität, Steampunk und Liebesgeschichte. In „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ nimmt Natasha Pulley diese Zutaten wieder zur Hand und bereitet aus ihnen ein faszinierendes Lesevergnügen, das sich um eine Zeitreisegeschichte während der Napoleonischen Kriege dreht.
    Am Ende des 19. Jahrhunderts steigt Joe Tournier in London aus dem Zug und hat sein Leben vergessen. Er weiß zwar, dass London Londres heißt und alle Straßen und Plätze französische Namen haben, aber er weiß nicht, wo er wohnt und wer er eigentlich ist. Schon der Einstieg in den Roman entwickelt einen unglaublichen Sog und mit dem völlig überforderten Joe möchte man unbedingt herausfinden, wie diese Welt funktioniert und was Joe vergessen hat. Langsam und mit beeindruckender Meisterschaft entwickelt Pulley ihre Welt, gibt immer nur kleine Häppchen preis, bis sich am Ende alles fügt und in Beziehung zueinander setzt. Das macht den Roman extrem spannend, weil man als Leser immer aufgefordert ist, mitzudenken und die Zeitebenen im Blick zu behalten, damit man sie schließlich entschlüsseln kann. Zusammen mit Joe macht man sich auf die Reise, seine Identität zu ergründen. Dabei versucht man dann auch noch, den Lauf der Zeit zu verändern (zumindest scheint das hier einfacher möglich zu sein als bei Diana Gabaldon) und man wird in eine zarte Liebesgeschichte verwickelt.
    Natasha Pulleys Roman ist ein ureigener Mix aus Fantasy, historischem Roman, Liebesgeschichte, Abenteuer und alternativer Realität. Das könnte in Überfrachtung enden, doch Pulley gibt nie die Zügel aus der Hand. Sie hat ihre Handlung und ihre Charaktere immer im Griff und so besteht „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“ zwar aus vielen Zutaten, diese sind allerdings alle in der perfekten Dosis verwendet. Ein absolutes Lesevergnügen!
    Weiterlesen

Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

    Diese Geschichte ist von ganz besonderer Art und zeigt dabei eine Intensität, die ihresgleichen sucht. Was mir genau gefiel, berichte ich dir im Text.
    Meine Meinung zur Geschichte:
    Ich begann diese Geschichte, weil mich der Klappentext sofort angesprochen hat. Was ich dann zu hören bekam, war anders als erwartet. Dennoch überzeugte mich das Hörbuch mit der tiefsinnigen Story und den komplexen Fäden, die mit Raffinesse zusammengeführt wurden. Die Erzählweise der Autorin ist wortgewandt und umfangreich.
    Der Mittelteil zog sich für mich leider massiv in die Länge. Viele Szenen waren mir zu ausführlich beschrieben und wirkten langwierig. Das facettenreiche Gefühlschaos von Joe war berührend, doch hätten man aus meiner Ansicht die Gedankengänge und die verschiedenen Geschehnisse kompakter erzählen können. Denn das was passiert ist Besonders. Das Buch setzt sich mit Identitäts- und Zugehörigkeitskonflikten auseinander. Ängste vor einer Invasion und Krieg, Verluste und Schmerz werden ebenso behandelt. Joe versucht in dem Buch herauszufinden, wer er ist oder war.
    Ich fand mich als Hörerin auf einer Reise wieder, die mich sehr tief in die Geschichte hineinzog. Durch mehrere Handlungsstränge wurde das Gesamtbild sehr umfangreich. Immer mehr Vergangenes und Gegenwärtiges ergab Sinn. Was einen bestimmten Protagonisten anging, schockierte mich die Art und Weise, wie er behandelt wurde – selbst von einer nahen Verwandten. Da wundert es kaum, was aus ihm wurde. Was sollte ich mit den Persönlichkeiten der anderen Figuren anfangen? Sie entsprachen erschreckend realitätsnah dem Denken und Verhalten der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert. Vor allem sieht man, was der Krieg aus einem macht.
    Es ist schwierig über die Geschichte zu schreiben, ohne zu viel zu verraten. Ich denke, du musst sie selbst erleben. Das einzige Fantasy-Element ist die Zeit, welche eine wichtige Rolle im Geschehen hat. Es dreht sich um die Schicksale und den Erlebnisse der Protagonisten. Es werden Erinnerungen aus der Sicht wechselnder Protagonisten erzählt und heftige, vor allem blutige Kämpfe beschrieben. Krieg und Tod beherrschen einen bitteren Kampf um den Sieg. Joe stand vor moralischen und persönlichen Problemen.
    Das Ende erleichterte mein Hörerinnenherz. Natasha Pulley gehört zu den wenigen Autoren, die derart viele Fäden so stimmig und beeindruckend zusammenführen können. Ich war erleichtert, dass sie die Geschichte es auf diese bestimmte Weise zum Abschluss brachte.
    Meine Meinung zum Sprecher:
    Jonas Minthes Vorlesen gefiel mir bereits bei »Der Uhrmacher in der Filigree« sehr gut. Seine ruhige und neutrale Art den Text zu sprechen, führte mich durch das gesamte Geschehen. Ohne ihn hätte ich es über den langatmigen Mittelteil nicht hinausgeschafft. Er holte mich an die Seite von Joe und ließ mich dessen Kampf um Erinnerungen und seinem Ich miterleben.
    Mein Fazit:
    Die Geschichte um den Leuchtturm an der Schwelle der Zeit entpuppte sich als tiefsinniges Buch, dass von Schicksalen, Kämpfen und verschiedener Leben erzählte. Ich hatte etwas anderes erwartet, dennoch wollte ich mehr erfahren und hörte mit Bedacht zu. Der Mittelteil zog sich leider massiv in die Länge und ich hatte Probleme meine Aufmerksamkeit darauf zu fokussieren. Dank Jonas Minthe gelang mir dies jedoch ganz gut, sodass ich im letzten Drittel mitfiebern konnte. Die Sache mit der Zeit ist von großer Bedeutung und auch Wissen spielt eine Rolle. Das Ende ist ein passender Abschluss, der unerwartet zu einem Happy End führte und alle Fäden zusammenlaufen ließ.
    Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!
    Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!
    Weiterlesen

Ausgaben von Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 544

E-Book

Seitenzahl: 545

Besitzer des Buches 7

Update:

Anzeige