JAB

Buch von Un-Su Kim

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu JAB

Ein Mann betrachtet einen alten Boxsack, der in seinem Garten an einem Zweig des Kakibaums hängt. Dieses Überbleibsel aus seiner Jugend ist der Ausgangspunkt für die Geschichte seines Lebens, von der High School bis ins Erwachsenenalter. Als Teenager wurde er von seinem Ethiklehrer zu Unrecht bestraft, weil er die herumwirbelnden Blätter vor dem Klassenzimmerfenster beobachtet hatte. Im Boxen findet der wütende junge Mann ein Ventil und einen Weg, sich der Welt zu stellen. Jab, das ist eine abrupt geschlagene Gerade – hier ist es die Titelgeschichte von Un-su Kims erster Kurzgeschichtensammlung. Darin begegnet man faszinierenden Menschen, die auf ihre Art Helden sind, ob nur für einen Tan oder ihr ganzes Leben lang. Un-su Kims Geschichten zeigen die Auswirkungen der Zeit auf Menschen und auf Dinge. Frei von direkter Gesellschaftskritik und unterschwelligen Botschaften schildern sie, wie die Protagonisten ihr Schicksal meistern – oder daran scheitern.
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Bewertungen

JAB wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,3 Sternen.

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Meinungen

  • Einfacher Schreibstil, Geschichten tiefsinnig, emotional

    Bartie

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu JAB

    Emotional und tiefsinnig
    „Das Leben ist so grausam. Und gerade, weil es so grausam ist, macht es ja Spaß“ –(191)
    sagt einer der Protagonisten aus der Kurzgeschichtensammlung „JAB“ von Un-su Kim.
    Seine Aussage könnte das Motto aller Geschichten in diesem Band sein. Denn in dem Buch erzählt der aus Korea stammende Autor Un-su Kim über Schicksalsschläge und Zufälle, die das Leben seiner Protagonisten beeinflussen.
    Die Protagonisten der Erzählungen sind alle auf irgendeine Weise besonders. Es sind jedoch keine Helden, die man für ihre kühne Taten bewundern sollte. Ganz im Gegenteil; es sind meistens solche Charaktere, deren Handeln nicht immer nachvollziehbar erscheint. In der Titelgeschichte „JAB“ ist es ein Schüler, der von seinem Lehrer schikaniert wurde. Er versucht auf eigene Art und Weise mit den Ungerechtigkeiten in der Schule fertig zu werden und lernt sich dagegen zu wehren. In der anderen Geschichte erzählt der Autor über zwei Kriminelle, die in einen Tresorraum eingebrochen sind und dort eingesperrt wurden. Auch ein trockener Alkoholiker, der einen Neuanfang versucht und dann doch der Versuchung nicht widerstehen kann, bekommt seine Geschichte.
    Es sind vorwiegend traurige Storys, schonungslos erzählt, ohne Happy End, manche von ihnen sind melancholisch, andere wiederum trostlos, sogar deprimierend. Auch wenn hier und da die bedrückte Stimmung mit einer Prise Humor aufgehellt wurde, hinterlassen diese Kurzgeschichten doch einen schalen Nachgeschmack.
    Trotzdem sind alle Erzählungen interessant und lesenswert. Sie stellen realistische Bilder einer Gesellschaft dar; sprachliche Bilder, die provozieren, starke Emotionen wecken und nachdenklich stimmen.
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  • Rezension zu JAB

    Ein Mann betrachtet den alten Boxsack, der in seinem Garten hängt und blickt zurück auf sein Leben, von einer Strafaufgabe in der Schule bis zu seinem Beruf im Erwachsenenalter. Drei Kriminelle – zwei Männer und eine Frau – dringen in einem Tresorraum ein, doch ihr Plan geht schief und sie werden eingesperrt. Ein Mann erwacht in einem Kofferraum und muss feststellen, dass er entführt wurde. Nun soll er ein Verbrechen gestehen, das er nicht begangen hat und die Ereignisse nehmen ihren Lauf.
    Das sind nur drei Kurzgeschichten aus „JAB“, der Sammlung des mehrfach preisgekrönten koreanischen Autor Un-Su Kim. In Deutschland wurde bereits sein Thriller „Die Plotter“ veröffentlicht, der mir gut gefallen hat. Nun präsentiert er uns insgesamt 8 Erzählungen, von denen die meisten in der Ich-Perspektive verfasst sind. Die Sprache ist schmucklos und nüchtern: mit großer Klarheit werden sowohl die Figuren, als auch die Welt um sie herum beschrieben. Dabei driftet die Handlung oft ins Skurrile oder Bedrückende ab, was den Lesegenuss jedoch nicht schmälert, sondern eher noch vergrößert.
    Thematisch gesehen sind über die einzelnen Geschichten hinweg einige Gemeinsamkeiten zu finden. Oft geht es um gesellschaftliche Erwartungen, sei es in beruflicher Hinsicht oder der Frage, was eigentlich Männlichkeit bedeutet. Darüber hinaus werden (eigentlich ausschließlich) dysfunktionale Beziehungen gezeigt: lieblose oder gescheiterte Ehen, Affären und familiäre Schwierigkeiten. Der Grundton der Erzählungen ist recht negativ, sie zeigen die Sinnlosigkeit des Daseins und den Zustand der Gesellschaft.
    Wie das bei den meisten Kurzgeschichtensammlungen der Fall ist, sind für mich auch hier stärkere und schwächere Geschichten vertreten. Besonders ansprechend fand ich die Titel gebende „JAB“. „Das Sofa“ und „Die wirklich effektive Schreibwerkstatt“ - vor allem letztere ist herrlich absurd! Wer in Texten immerzu einen Sinn oder eine Botschaft sucht, wird es mit diesem Band manchmal schwer haben. Wer sich jedoch auf die Erzählungen einlassen kann, den erwartet ein skurriles und unterhaltsames Leseerlebnis.
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Besitzer des Buches 3

  • Mitglied seit 15. Oktober 2009
  • Mitglied seit 27. Dezember 2008
  • Mitglied seit 11. Februar 2018
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