Am Rande der Glückseligkeit: Über den Strand

Buch von Bettina Baltschev

Anzeige

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Am Rande der Glückseligkeit: Über den Strand

So weit das Auge reicht. An einem Nordseestrand – auf Schiermonnikoog vielleicht – muss die Redewendung entstanden sein, so weiß, weit und leer liegt er da, ein magisches, manchmal unheimliches Niemandsland, wo Land und Meer ineinander übergehen. Hier beginnt Bettina Baltschev ihre Reise zu den Stränden Europas, an die Ränder unseres Kontinents. Von acht Stränden in acht Ländern aus unternimmt sie Exkursionen in die Gegenwart und die Geschichte eines Sehnsuchtsortes, der manchen letzte Zuflucht ist. Sie macht Ausflüge zu Literatinnen und Künstlern, die sich vom seltsamen Zauber des Strandes haben inspirieren lassen, beobachtet die immer neuen Landschaften und die Menschen darin und erzählt mal heiter, mal bewegend, immer leicht und elegant von wahren und fiktiven, glücklichen und tragischen Schicksalen am Strand. Am Rande unserer Welt.
Weiterlesen

Bewertungen

Am Rande der Glückseligkeit: Über den Strand wurde bisher einmal bewertet.

(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Am Rande der Glückseligkeit: Über den Strand

    Klappentext/Verlagstext
    So weit das Auge reicht. An einem Nordseestrand – auf Schiermonnikoog vielleicht – muss die Redewendung entstanden sein, so weiß, weit und leer liegt er da, ein magisches, manchmal unheimliches Niemandsland, wo Land und Meer ineinander übergehen. Hier beginnt Bettina Baltschev ihre Reise zu den Stränden Europas, an die Ränder unseres Kontinents. Von acht Stränden in acht Ländern aus unternimmt sie Exkursionen in die Gegenwart und die Geschichte eines Sehnsuchtsortes, der manchen letzte Zuflucht ist. Sie macht Ausflüge zu Literatinnen und Künstlern, die sich vom seltsamen Zauber des Strandes haben inspirieren lassen, beobachtet die immer neuen Landschaften und die Menschen darin und erzählt mal heiter, mal bewegend, immer leicht und elegant von wahren und fiktiven, glücklichen und tragischen Schicksalen am Strand. Am Rande unserer Welt.
    Die Autorin
    Bettina Baltschev, geboren 1973 in Berlin, studierte Kulturwissenschaften, Journalistik und Philosophie in Leipzig und Groningen. Sie ist Co-Geschäftsführerin des Sächsischen Literaturrats, Autorin und Redakteurin beim MDR und pendelt zwischen Leipzig und ihrer zweiten Heimat Amsterdam. Bei Berenberg erschien 2016 »Hölle und Paradies. Amsterdam, Querido und die deutsche Exilliteratur«.
    Inhalt
    Als Kind der DDR lernte die 1973 geborene Bettina Baltschev Strände zuerst in der Literatur kennen und später die gewerkschaftlich organisierten Ferienplätze als knappes Gut, das längst nicht allen Einwohnern zugänglich war. (Auf 16 Millionen Einwohner kamen 1,5 Millionen Ferienplätze, recherchierte Baltschev.) Um Plätze für Familienferien auf Usedom oder Kinderferienlager auf Rügen musste man sich im Betrieb bewerben; denn das Gastgewerbe an der Ostsee war längst enteignet worden. Selbst ein Strand in Sichtweite wie der in Travemünde war für DDR-Bürger unerreichbar. Zur Zeit des kalten Krieges sah das Regime in Stränden Gelegenheit zur „Republikflucht“ und Reiseziele „unzuverlässiger Elemente“.
    In der Literatur begegnet Baltschev Stränden als Orten für Privilegierte, die sich Reise und Unterkunft leisten konnten, aber auch als Fluchtpunkt für Exilautoren oder die Familie von Anne Frank. Die Strände Belgiens und der Niederlande sind bis heute untrennbar mit dem D-Day am 6.6.1944 verbunden, der Landeoperation der Alliierten im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland. Exilautoren von Irmgard Keun, über Roth, Kesten, Toller, die Familie Mann konnten sich an belgischen und niederländischen Stränden für eine kurze Atempause unbeobachtet fühlen, ehe sie weiterzogen.
    Tourismus in die gesunde Luft der Urlaubsorte am Meer zog eine neue Grenze zwischen Gesellschaftsschichten. Wer sich für etwas Besseres hielt, strebte schon bald in angesagtere Orte und zog weiter an die Küsten Frankreichs und Spaniens. Die Autorin wird umgetrieben von der Frage, wie Menschen „die öden Landschaften an den Rändern Europas eroberten“ und darin mehr als die Grenze zwischen den Gefahren des Meeres und der relativen Sicherheit eines trockenen Strandes für ihre Boote entdeckten. Wörter für das Ufer als den Grenzbereich zwischen Salz und Sand sind aus dem 13. Jahrhundert überliefert. Den Freizeitwert der „Beach“, ursprünglich das „Nasse“ vor dem Strand, nutzten und pflegten die Briten weit vor anderen Nationen, gründeten dort ihre legendären Seebäder samt Pier und etablierten Sprachreisen.
    Badekultur ist seit der Antike überliefert. In der Gegenwart jedoch zieht die Sehnsucht nach dem Meer Massentourismus nach sich mit den bekannten Folgen von Umweltzerstörung und einem neuen Proletariat der Kellner und Zimmermädchen, das in wenigen Monaten den Lebensunterhalt für ein ganzes Jahr verdienen muss. Die griechische Insel Lesbos mit Tausenden von gestrandeten Flüchtlingen schließlich erblickt die Autorin als streng bewachten Grenzpunkt zwischen dem armen vom Klimawandel getroffenen Süden und dem wohlhabenderen Norden. Der Strand ist aktuell wieder zum Trennstreifen geworden zwischen Armut und relativer Sicherheit.
    Den Strand als Grenzbereich zwischen Land und Meer sucht Bettina Baltschev in Kunst und Literatur, besonders eindringlich jedoch wirken ihre Reisen am Schreibtisch in ihrer Symbolik politischer, sozialer und ökologischer Umbrüche der Gegenwart.
    Weiterlesen

Besitzer des Buches 1

Update:

Anzeige