Der Passagier

Buch von Cormac McCarthy

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der Passagier

Sechzehn Jahre nach seinem Weltbestseller Die Straße kehrt Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy zurück mit dem ersten Teil seines zweibändigen Meisterwerks. Der Passagier und Stella Maris: Zwei Romane ohne Vorbild. Die Wahrheit des einen negiert die des anderen. 1980, Pass Christian, Mississippi: Bobby Western, Bergungstaucher mit Tiefenangst, stürzt sich ins dunkle Meer und taucht hinab zu einer abgestürzten Jet Star. Im Wrack findet er neun in ihren Sitzen festgeschnallte Leichen. Es fehlen: der Flugschreiber und der zehnte Passagier. Bald mehren sich die Zeichen, dass Western in etwas Größeres geraten ist. Er wird von skrupellosen Männern mit Dienstausweisen verfolgt und heimgesucht von der Erinnerung an seinen Vater, der an der Erfindung der Atombombe beteiligt war, und von der Trauer um seine Schwester, seiner großen Liebe und seinem größten Verderben. Der Passagier führt – von den geschwätzigen Kneipen New Orleans‘ über die sumpfigen Bayous und die Einsamkeit Idahos bis zu einer verlassenen Ölplattform vor der Küste Floridas – quer durch die mythischen Räume der USA. Ein atemberaubender Roman über Moral und Wissenschaft, das Erbe von Schuld und den Wahnsinn, der das menschliche Bewusstsein ausmacht.
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Bewertungen

Der Passagier wurde insgesamt 2 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3 Sternen.

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Meinungen

  • Ich hab es wohl einfach nicht verstanden...

    Aleshanee

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Passagier

    Verlagsinfo
    Der Passagier und Stella Maris: Zwei Romane ohne Vorbild. Die Wahrheit des einen negiert die des anderen.
    1980, Pass Christian, Mississippi: Bobby Western, Bergungstaucher mit Tiefenangst, stürzt sich ins dunkle Meer und taucht hinab zu einer abgestürzten Jet Star. Im Wrack findet er neun in ihren Sitzen festgeschnallte Leichen. Es fehlen: der Flugschreiber und der zehnte Passagier. Bald mehren sich die Zeichen, dass Western in etwas Größeres geraten ist. Er wird von skrupellosen Männern mit Dienstausweisen verfolgt und heimgesucht von der Erinnerung an seinen Vater, der an der Erfindung der Atombombe beteiligt war, und von der Trauer um seine Schwester, seiner großen Liebe und seinem größten Verderben.
    Der Passagier führt – von den geschwätzigen Kneipen New Orleans‘ über die sumpfigen Bayous und die Einsamkeit Idahos bis zu einer verlassenen Ölplattform vor der Küste Floridas – quer durch die mythischen Räume der USA. Ein atemberaubender Roman über Moral und Wissenschaft, das Erbe von Schuld und den Wahnsinn, der das menschliche Bewusstsein ausmacht.
    Meine Meinung
    Aufmerksam hierauf bin ich geworden durch den Nachfolger "Stella Maris". Der Klappentext hatte mich so angesprungen, dass ich es unbedingt lesen wollte: und dann gesehen habe, dass man den Passagier unbedingt vorher lesen sollte, weil sich diese beiden Geschichten direkt aufeinander beziehen. (Am Ende des Beitrags findet ihr den Klappentext zu Stella Maris)
    In "Der Passagier" geht es hauptsächlich um Bobby Western. Auch hier hat mich der Klappentext angesprochen und ich war gespannt, was sich hinter dem Geheimnis des Flugzeugwracks verbirgt, in dem ein Passagier fehlt. Diese Tatsache durchzieht den ganzen Roman, denn Bobby macht sich Gedanken darüber, wie ein intaktes Flugzeug im Meer verunglücken kann und wie ein Passagier aus dem verschlossenen Flieger hätte verschwinden können. Er stellt Überlegungen und Nachforschungen an, ohne etwas greifbares zu finden.
    Gleichzeitig tauchen dubiose Männer bei ihm auf, die ihn dazu befragen. Seine Wohnung wird in seiner Abwesenheit durchwühlt, er fühlt sich verfolgt. So weit, so gut. So gesagt klingt es spannend, war es aber nicht so wirklich. Da es immer nur so nebenbei eingeflochtene Szenen waren, die nicht das Grundgerüst für die Handlung waren, aber die Frage immer wieder aufgeworfen wird: Was steckt dahinter?
    Ich hatte vor allem das Gefühl, dass es hauptsächlich um einen Mann geht, der um seine Schwester trauert, die sich vor 10 Jahren umgebracht hat. Und in die er verliebt war.
    Über die Schwester Alicia erfahren wir auch einiges; vor allem in den kleinen Zwischenspielen, die die Kapitel einleiten. Ein Rückblick sozusagen in ihre Gedankenwelt von damals, die ich jedoch kaum durchschauen konnte. Sie sind bestimmt von den Zwiegesprächen mit ihren imaginären "Freunden". Sie litt an Schizophrenie und hatte mehrere Klinikaufenthalte hinter sich, bis sie sich schließlich umgebracht hat.
    Diese Gespräche hätten mich faszinieren sollen, aber ich hab sie einfach nicht verstanden. Hauptsächlich hat sie mit einem "Zwerg" geredet bzw. gestritten. Wenn man weiß, dass diese "Person" ein Teil ihrer Persönlichkeit war, war das höchst seltsam. Nicht an sich als Situation, sondern über was sie sich unterhalten haben und wie verquer diese Gespräche waren. Ein wirrer Geist - für mich - dem ich einfach nicht folgen konnte.
    Nur eine einsame Traurigkeit konnte man immer wieder heraushören und dass das Leben für sie aus ihrer Sicht nie wirklich gutes bereit hielt.
    Als ihre Tante Helen zu Besuch kam, fragte sie das Mädchen, was sie denn einmal sein wolle, wenn sie groß sei, und sie antwortet: Tot.
    Ich meine es ernst.
    Ich auch.
    Nein. Du bist schnippisch und frivol.
    Also. Was möchtest du gern sein?
    Unheilbar krank?
    Zitat Seite 223
    Joa. Übrigens hab ich hier keine Satzzeichen weggelassen. Die fehlen komplett. Ich hab auch mal ein bisschen gegoogelt und der Autor meinte wohl mal, dass diese "Gänsefüßchen" völlig überflüssig wären und es "keinen Grund gibt, die Seiten mit komischen, kleinen Zeichen zu füllen".
    Ich muss gestehen dass ich hier einfach überfordert war. Schon der Anfang hat mich verwirrt, vieles hab ich nicht verstanden, viele Szenen erschienen mir auch einfach belanglos. Kein roter Faden, außer dass Bobby von Schuldgefühlen zerfressen durch sein Leben trudelt. Sich mit Freunden trifft, Gespräche führt und nicht wirklich weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll.
    Andererseits muss ich dem Autor schon zugestehen (der ja jetzt immerhin schon 89 Jahre alt ist), dass er auf sehr kuriose Art mit der Sprache und den Wörtern umzugehen weiß - manch einer mag die Raffinesse dahinter erkennen, ich hatte leider nur immer wieder Ahnungen, konnte sie aber nicht so recht zusammensetzen - und hatte am Ende auch nur ein Puzzle mit vielen, vielen Teilen, die einfach nicht zueinander passen wollten.
    Die Gespräche kreisen viel um die Geschichte der USA, den Goldsuchern, dem Ölgeschäft, dem Mord an Kennedy, aber auch Autorennen oder die Einsichten einer Trans-Frau kommen vor. Und die Atombombe, an deren Entstehen Bobbys Vater aktiv mitgewirkt hat. Eine Reise durch die USA und gleichzeitig eine Reise durch die vielen Facetten Amerikas und auch Bobbys Gedankenwelt selbst.
    Es heißt ja, dass die Fortsetzung "Stella Maris" einiges aufklärt, also all die Fragen klärt, die unbeantwortet blieben ... ich bin gespannt. Die ganzen Passagen über Wissenschaft, Physik, das menschliche Bewusstsein und dessen Tücken, das sind ja eigentlich Themen die mich stark interessieren - aber eher auf einem alltagsverständlichem Niveau. Die vielen Fremdwörter, Bezeichnungen und Namen teilweise mögen für Kenner der Gebiete den Sinn herauslesen lassen, für mich war es einfach nicht möglich.
    Schwierig etwas zu bewerten, das man nicht versteht. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, auf was der Autor mit seiner Geschichte hinauswollte - ich hatte gehofft, dass "Stella Maris" etwas Licht ins Dunkel bringt, aber dem war nicht so. Es wurde zwar etwas offenbart, allerdings komme ich nicht so ganz hinter den Clou des ganzen.
    Mein Fazit: 2 Sterne
    (Stella Maris bekommt 4.5 Sterne von mir ;) )
    Weltenwanderer
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Der Passagier

    Sechzehn Jahre musste die Welt auf einen neuen Roman von Cormac McCarthy warten, sechzehn Jahre lang gab es immer wieder Anspielungen und Teaser und jetzt ist er da: „Der Passagier“ - ein Roman, der vorgibt, ein Thriller zu sein; ein kafkaesk-literarischer Alptraum für den McCarthy keinen Fahrplan, keine Bedienungsanleitung mitliefert und in dem man sich selbst zurechtfinden muss, sonst wird man vom endlosen Strom der Dialoge und philosophischen-wissenschaftlichen Betrachtungen mitgerissen und unter Wasser gezogen.
    Immer wieder in diesem sechzehnstündigem Hörbuch wirft McCarthy dem Leser einen Brotkrumen in Form eines rudimentären Plots hin. Unser Protagonist ist Bobby Western. Mal ist er ein Bergungstaucher, der zu einem abgestürzen Flugzeug hinabtaucht. Dann wieder gräbt er im Keller seiner verstorbenen Großmutter nach Gold. Er fährt Stockcar-Rennen und verbringt einen Winter abseits der Zivilisation in einer leerstehenden Hütte. Doch schon hier fängt das Problem an: Die Handlungselemente fließen ineinander, unverhofft findet man sich an einem ganz anderen Ort wieder und fragt sich, wie man dorthin gelangt ist. Das verstärkt das Gefühl beim Lesen, dass man sich in einem Alptraum befindet, in einer Realität, die eben irgendwie verschoben und letztlich künstlich ist. Läuft diese Handlung chronologisch ab? Werden uns hier einzelne Elemente aus Bobbys Leben vorgesetzt, die einen Rahmen bilden sollen? Ja schon, es gibt insofern eine Entwicklung im Roman, als Bobby von einem Mann mit einem Job immer mehr zu einem Einsiedler gerät. Der Radius, auch der innere, wird immer kleiner. Diese Entwicklung wird zwar von außen angestoßen, aber Bobby tut auch wenig, um sich dagegen zu wehren oder sich sein Leben und seine Existenz zurückzuerobern. Praktisch ohne Gegenwehr und ohne sonderliche Erschütterung akzeptiert er, dass sein Konto gepfändet und sein Pass eingezogen wurde. Er ist ein Spielball größerer Mächte (Nur welcher? Der Regierung? Des Lebens an sich?) und ergibt sich in die Rolle, die für ihn vorbestimmt ist. Ist das eine Allegorie auf das Leben? Dass man zunächst mit großen Plänen hinaus in die Welt geht, um dann mit zunehmenden Alter immer kleiner zu werden, auf sich selbst zurückzufallen, an der Welt auch immer weniger Anteil zu nehmen? Könnte sein.
    Die Handlung ist allerdings der kleinste Teil dieses Romans. Zwischen den Handlungselementen gibt es immer wieder Gespräche: Dialoge mit Personen über alles – wirklich alles. Oft geht es um Physik (Bobbys Vater hat an der Atombombe mitgebaut). Man folgt aber auch einem ausführlichen Gespräch darüber, wie man am besten unter Wasser schweißt. Es gibt einen großen Monolog über die Ermordung Kennedys (diese Leserin fühlte sich zwangsläufig an Kevin Costner und seine „Wunderkugel“ erinnert). Generationen von Lesern und Anglistikstudenten werden sich an diesen Szenen abarbeiten können. Vieles wirkt schlicht zufällig, anderes schlägt beim Lesen ein wie eine – Verzeihung – Bombe. Sicherlich sind diese fragmentierten Dialoge und Monologe ein unerschöpflicher Fundus, eine Möglichkeit für McCarthy, jedem Leser ein Angebot zu machen. Dieses Buch wird für jeden andere Stellen zum intellektuellen und emotionalen Andocken bereithalten. Genau wie in verschiedenen Lebensphasen andere Teile dieses Kaleidoskops etwas anderes zum Schwingen bringen werden. „Der Passagier“ ist ein Gesamtkunstwerk, das als Ganzes, aber auch in seinen Einzelteilen konsumiert werden darf.
    Noch gar nicht erwähnt wurde bisher Bobbys Schwester Alice (oder Alicia). Alice war – sie hat Selbstmord begangen – ein mathematisches Genie. Allerdings war sie auch psychisch krank. Sobald sie ihre Medikamente heruntersetzt, wird sie von einer ganzen Menagerie abgehalfterter Zirkusfreaks besucht, die scheinbar da sind, um ihre Moral hochzuhalten, sie zu unterhalten, sie bei Laune zu halten. Meistens nerven sie allerdings nur … Ihr Anführer ist ein Zwerg mit Flossen, der Fragen immer mit Nonsens beantwortet, aus dem keine gerade Antwort herauszubekommen ist. Alles in allem sind diese Szenen anstrengend und zersetzend. Man versteht, warum Alice dem Ganzen ein Ende gesetzt hat. Doch wenn diese Freaks nur in ihrem Kopf existieren, warum wird dann später auch Bobby vom Zwerg heimgesucht und führt mit ihm Gespräche über Alice? Kann man Einbildungen teilen? Sind sie dann noch Einbildungen?
    Man mache sich nichts vor: „Der Passagier“ ist ein sperriges Buch, oftmals ist es schwierig, überhaupt festzustellen, worum es gerade geht. Die (alp)traumhafte Atmosphäre bleibt immer erhalten, regelmäßig fühlt man sich als Leser, als würde man mit vor sich ausgestreckten Händen durch den Nebel tappen. Oft genug hat man keine Ahnung, was vor sich geht und was McCarthy sagen will. Und doch entwickelt der Roman einen Sog. Die karge Sprache, die Universalität dessen, was McCarthy abhandelt, die immer wieder in den Raum geworfenen „Denkangebote“ - wenn man sich darauf einlassen mag, dann hat man es hier mit einem Lebensbuch zu tun, das man immer wieder aufschlagen kann. Der literarische Zwilling zum „Passagier“ ist „Stella Maris“, das im November erscheint und Alices Geschichte erzählt (so heißt es). Ob dieser Roman einen Schlüssel zu „Der Passagier“ beinhaltet, mit dem man dessen Erzählberg abschließend knacken kann, bleibt zu bezweifeln. Ich erwarte eher eine andere Richtung, in die dieses Erzählrätsel weiterverzweigen wird.
    Das Hörbuch wird von keinem Geringeren als dem großartigen Christian Brückner eingelesen. Der Text ist kein leichter, auch formal nicht. Viel wird in Dialogen abgehandelt, oft gehen Sätze hin und her, bei denen man den Überblick verliert, wer nun spricht. Das ist gewollt. McCarthys Stil war schon immer reduziert aufs Wesentliche und aus diesem Eindampfen aufs Grundsätzliche heraus erblühen dann oft die wunderbarsten Sätze. Trotzdem wird der Text durchs Hören sicherlich nicht einfacher – und er ist eh schon kompliziert.
    „Der Passagier“ ist etwas für Fans von McCarthy, die Sitzfleisch mitbringen und die bereit sind, sich durchzubeißen. Geradlinig ist hier nichts. Möglich ist alles.
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Ausgaben von Der Passagier

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 608

E-Book

Seitenzahl: 517

Besitzer des Buches 3

Update: